Slade | Lassiter - Folge 2185 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2185, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

Slade Lassiter - Folge 2185

Lassiter und die Outlaw-Queen
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8387-5737-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Lassiter und die Outlaw-Queen

E-Book, Deutsch, Band 2185, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

ISBN: 978-3-8387-5737-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Bonnie McBride ist die Anführerin einer Bande, die im Norden Colorados ihr Unwesen treibt. Nach einem blutigen Banküberfall fasst die junge Frau einen ungewöhnlichen Entschluss: Sie eignet sich mit unlauteren Methoden einen Saloon an. Der Castle in Redstone soll der Bande von nun an als geheimes Hauptquartier dienen. Mit heimlichen Terrorattacken sorgen die Verbrecher in der Stadt für Angst und Schrecken. Lassiter, der sich auf Einladung der schönen Allison Parker ebenfalls dort aufhält, wagt als Einziger, ihnen die Stirn zu bieten. Gemeinsam mit seiner attraktiven Verbündeten stellt er den Banditen eine riskante Falle. Wird es ihm gelingen, die kaltblütige Outlaw-Queen von ihrem Thron zu stoßen?

Slade Lassiter - Folge 2185 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Shit.« Garth Butler hatte das Gefühl, dass sich eine eiserne Faust um seinen Magen gelegt hatte. Das Unbehagen steigerte sich noch, als sich drei der maskierten Besucher dem Schaltertresen näherten. Ihre beiden Komplizen hatten links und rechts neben der Eingangstür Aufstellung genommen.

»Pfoten hoch!«, befahl der mittlere Bandit. Er unterstrich seine Forderung mit einer ungeduldigen Bewegung des Revolverlaufs.

Aus den Augenwinkeln heraus sah Butler, wie Jacob Brannigan die Arme hob. Also folgte er seinem Beispiel.

»Okay.« Der Bandit nickte zufrieden. »Wenn ihr weiter vernünftig seid und mitspielt, können wir die Sache hinter uns bringen, ohne Ärger miteinander zu bekommen.«

»Was … was wollt ihr?« Obwohl Brannigan sich räusperte, kam ihm kaum mehr als ein heiseres Krächzen über die Lippen. Hinter der Theke trat er nervös von einem Fuß auf den anderen.

»Dämliche Frage«, entgegnete sein maskiertes Gegenüber mit einem abfälligen Grunzen. »Die Kohle natürlich.«

Butler bemerkte, wie sich der Rücken seines Kollegen spannte. Offensichtlich war sein Pflichtbewusstsein doch stärker als seine Angst. »Da habt ihr euch einen schlechten Tag ausgesucht«, behauptete er. »Die Geschäfte sind nicht gut gelaufen in der letzten Zeit. Deshalb sind die finanziellen Mittel, die uns momentan zur Verfügung stehen, auf ein Minimum beschränkt.«

»Verschone mich mit deinem hochgestochenen Gequatsche«, bellte der Bandit. »Wir wissen genau, dass bei der Colorado-Timber-Company bald wieder Zahltag ist. Bis es so weit ist, lagern die Lohngelder bei euch im Safe. Auf die haben wir es abgesehen. Also, her mit dem Zaster. Oder muss ich erst böse werden?« Er hielt dem Banker die Mündung seines Colt Frontiers direkt vors Gesicht.

Brannigan presste die Lippen aufeinander. »Okay«, stieß er schließlich hervor. »Einen Versuch war es immerhin wert.« Auf seiner Stirn glitzerten Schweißtropfen.

»Treibe es bloß nicht zu weit«, drohte ihm der Verbrecher. »Jeder Fehler, den du jetzt noch machst, könnte dein letzter sein.«

»Das ist mir klar«, bestätigte Jacob Brannigan. »Ich werde tun, was ihr von mir verlangt.«

»Das will ich dir auch geraten haben.« Die Augen über dem Halstuch zuckten nervös hin und her. »Schluss mit dem Gelaber. Wo ist der Geldschrank?«

»Im Hinterzimmer.« Brannigan wies mit einem Kopfnicken über seine Schulter. »Aber er ist abgeschlossen.«

»Wo ist der Schlüssel?«

»In einem Kasten unter der Theke.«

Garth Butler stutzte, als er das hörte. Was sein Kollege dem Banditen erzählte, war eine glatte Lüge. Der Safeschlüssel lag in keinem Kasten, sondern hing an einer kleinen Kette, die an seiner Weste befestigt war. Als Dienstälterer war das Butlers Aufgabe. Aber weshalb stellte Brannigan eine solche Behauptung auf?

»Worauf wartest du noch?«, drängte der Bandit. »Hol den Schlüssel, bevor ich die Geduld verliere.«

»Dafür werde ich die Hände aber wieder runternehmen müssen.«

»Willst du den ersten Preis für Klugscheißen gewinnen? Tu endlich, was ich von dir verlange!«

»Sorry, aber mit einer Knarre vor dem Gesicht mache ich keine überflüssige Bewegung.«

Der Verbrecher nahm den Colt herunter.

Butler sah seinen Kollegen tief durchatmen. Als Brannigans Hände unter dem Tresen verschwanden, begriff er schlagartig, was sein Mitarbeiter vorhatte. »Jacob«, flüsterte Butler. »Nicht …«

Doch seine Warnung kam zu spät.

Jacob Brannigan hatte die doppelläufige Schrotflinte, die unter der Tischplatte in einem Gestell hing, bereits aus der Halterung gerissen. Der Lauf der Waffe war abgesägt, um so eine größere Streuwirkung der Geschosse zu erreichen. Theoretisch wäre es also tatsächlich möglich gewesen, mit einem einzigen Schuss gleich mehrere Gegner auszuschalten.

Doch Brannigans Plan ging nicht auf.

Er hatte die Flinte noch nicht richtig angehoben, als der Schmächtigste der Verbrecher zu seinem Komplizen sprang. Der lange Staubmantel flatterte, als er ihn beiseite stieß. »Tom! Pass auf!«

Jacob Brannigan zog den Abzug durch.

Ein lautes Krachen übertönte jedes andere Geräusch, doch die Kugeln rasten wie ein aggressiver Hornissenschwarm zwischen den Banditen hindurch. Die Bleistücke ließen das Fenster der Eingangstür in tausend Scherben zerspringen. Durch die Lücke waren zwei weitere Männer zu erkennen, die sich draußen auf dem Stepwalk postiert hatten.

Brannigan kam nicht mehr dazu, auch die zweite Patrone abzufeuern.

Der schmächtige Bandit hatte ihn bereits mit seinem Revolver ins Visier genommen. Jetzt krümmte sich sein Zeigefinger am Abzug.

Die Kugel traf Jacob Brannigan genau zwischen die Augen. Er war schon tot, als sein Körper auf den Holzdielen aufprallte.

»Okay, wir haben mehr als genug Zeit vergeudet.« Der Mörder des Bankers richtete seine Waffe auf Garth Butler. »Wo ist der verdammte Schlüssel?«

»Hier …« Butler zog ihn aus seiner Westentasche hervor.

»Greg, Norman, Pete, ihr haltet uns den Rücken frei, falls die Schüsse Neugierige angelockt haben!«, rief der Bandit seinen Komplizen zu. »Tom, du kommst mit mir.« Er schwang sich über den Schaltertresen. Sein Begleiter folgte ihm. Wenige Sekunden später standen sie neben Garth Butler. »Mach den Tresor auf«, befahl der Anführer barsch. »Oder du kannst deinem Freund in der Hölle Gesellschaft leisten.« Er packte den Banker am Kragen und zerrte ihn vom Stuhl herunter. Dann versetzte er ihm einen groben Stoß in Richtung des Hinterzimmers.

Die Todesangst ließ Butlers Herz rasen und brachte ihn mehrmals zum Stolpern, bevor er schließlich vor dem Geldschrank auf die Knie sackte. Weil seine Hände unkontrolliert zitterten, benötigte er mehrere Versuche, bis es ihm schließlich gelang, den Schlüssel in das passende Loch zu manövrieren. Als die Tresortür beiseite schwang, gab sie den Blick auf ein gutes Dutzend Geldbündel frei, die im Innern des Safes ordentlich aufgestapelt lagen.

»Wow!«, stieß der zweite Bandit davor. »Das ist ein Anblick ganz nach meinem Geschmack.«

»Zum Glotzen hast du später noch Zeit.« Sein Komplize holte mehrere zusammengefaltete Lederbeutel aus seinen Manteltaschen hervor. »Verteil den Zaster gleichmäßig. Dann lässt er sich besser transportieren.« Er reichte sie an seinen Begleiter weiter.

Der versetzte Garth Butler einen Tritt, der ihn neben dem Geldschrank auf den Boden fallen ließ. Dann drängte er sich an dem Anführer vorbei, um mit dem Einsammeln der Geldbündel zu beginnen – und bemerkte nicht, dass er mit der Schulter dessen Maske streifte, sodass sie ihm vom Gesicht rutschte.

Butler stieß ein Keuchen aus, denn auf den Anblick, der sich ihm nun bot, war er nicht gefasst gewesen.

Hinter dem Halstuch waren die Züge einer hübschen jungen Frau aufgetaucht. Erst jetzt fiel ihm auch der honigblonde Haarschopf auf, den sie unter den Cowboyhut gestopft trug.

»Gott steh mir bei.« Der Banker starrte sie fassungslos an. »Das kann doch wohl nicht wahr sein.«

»Wahrscheinlich sollte ich das als Kompliment ansehen«, stellte die attraktive Banditin fest. »Doch in diesem Fall …« Sie richtete ihren Webley-Fosbery auf den liegenden Banker. »Sorry, aber du hast mehr gesehen, als gut für dich ist.«

Butler wollte noch die Hände nach oben reißen. Doch da spuckte der Revolver bereits mit einem donnernden Krachen seine todbringende Ladung aus. Das Bleistück erwischte sein Opfer in die linke Brust. Garth Butler bäumte sich noch einmal auf, dann sackte er zurück auf die Dielen. Rings um seinen Oberkörper breitete sich eine Blutlache auf den polierten Bodenbrettern aus.

»Warum hast du das getan?«, wollte der Bandit vor dem Tresor wissen. Erst durch den lauten Knall war er auf die Vorgänge hinter seinem Rücken aufmerksam geworden.

»Kümmere dich um das Geld.« Die schöne Verbrecherin zog sich das Halstuch wieder übers Gesicht. »Alles andere kann dir egal sein. Aber beeil dich. Wir müssen zusehen, dass wir so schnell wie möglich hier rauskommen.«

»Ist bereits erledigt.« Ihr Komplize verschloss den vierten Beutel mit einem Lederband. »Von mir aus können wir abhauen.«

»Dann los.« Die Anführerin schnappte sich zwei der Taschen und stürmte zurück in den Schalterraum. Der andere Bandit kam ihr mit den restlichen Beutestücken hinterher. »Los! Raus hier!«, rief sie den dort wartenden Männern zu, während sie erneut über den Tresen sprang.

Die Waffen im Anschlag, rannten sie gemeinsam aus der Bank. Sie katapultierten sich auf die Rücken der Pferde, die ihre Komplizen dort bereithielten. Ein paar kräftige Stöße mit den Sporen ließen die Tiere aus dem Stand heraus losgaloppieren. Die Kugeln, die die Bande wahllos in alle Richtungen abfeuerte, ließen die Neugierigen auf den Stepwalks schleunigst in Deckung gehen. So erreichten die sieben Reiter schon eine Minute später die Stadtgrenze, ohne bei ihrer Flucht auf ernsthafte Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Der von den Hufen aufgewirbelte Staub senkte sich wie ein Leichentuch über den Schauplatz des Verbrechens, als sich die ersten Zuschauer langsam aus der Sicherheit ihrer Verstecke hervorwagten.

***

»Dreihundert Dollar für jeden von uns. Das ist zwar nicht gerade ein Vermögen, aber auch nicht schlecht.« Tom McBride klopfte mit der flachen Hand auf die Tasche seiner Jeans. Die zusammengerollten Geldscheine darin zeichneten sich als flacher Wulst unter dem Stoff ab. »Kannst du mir sagen, weshalb du...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.