Slade Lassiter - Folge 2152
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8387-4972-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Die tollen Hunde von El Paso
E-Book, Deutsch, Band 2152, 64 Seiten
Reihe: Lassiter
ISBN: 978-3-8387-4972-3
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Geschäftsmann Ben Casey hatte schon einen in der Krone, als die Frau neben ihn trat. Sie hatte ein braun gebranntes Gesicht und trug eine weiße Bluse mit tiefem Ausschnitt. 'Spendieren Sie mir einen Drink, Señor?' Casey war der letzte Gast in Larry's Saloon. Der schläfrige Barkeeper stellte die Stühle auf die Tische. Es war nach Mitternacht, ein Freitag in El Paso.'Einen Drink?' Casey rieb sein Kinn, während er die Mexikanerin interessiert musterte. 'Nun gut, Sie sollen Ihren Drink haben, Señorita - aber nur, wenn ich Ihnen einen Kuss geben darf.'
Die Frau hielt ihm die Wange hin. Casey packte sie bei den Schultern und küsste sie hart auf den Mund. Er war erstaunt, dass sie den Kuss erwiderte ...
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Der Mann hatte angebissen!
Chiquita Diaz folgte ihm in das Lone Star Hotel. Ben Casey war ein großer, sympathisch wirkender Mann von knapp vierzig Jahren, der einen bierseligen, aber doch geschäftstüchtigen Eindruck machte. Er trug einen hellgrauen Gehrock, blank geputzte Halbstiefel und ein weißes Seidenhemd mit sorgfältig gebundener Krawatte.
In der Halle des Hotels war es dunkel, bis auf das flackernde Licht der Öllampe, die neben der Handklingel auf der Rezeption stand.
Bumble, der Portier saß, das Kinn auf der Brust, vor dem Schlüsselbrett und schlief. Seine Mütze war verrutscht, wie eine Narrenkappe hing sie ihm auf einem Ohr. Auf Bumbles Schoß lag ein aufgeschlagenes Magazin mit Abbildungen von Mädchen in Unterwäsche.
Der Mann aus Larry’s Saloon führte Chiquita quer durch die Halle zur Treppe. Nachdem er die ersten Stufen erklommen hatte, spähte er schmaläugig zur Rezeption zurück.
Bumble schlief wie ein Toter.
Chiquita huschte neben ihrem Freier die Stufen zur ersten Etage hinauf. Der Whiskey, den er ihr kredenzt hatte, gluckste in ihrem Bauch. Sie dachte an die Geldbörse, die der Geschäftsmann bei sich trug. Als Casey die Drinks bezahlte, hatte sie einen Blick in das Lederetui geworfen. Tod und Teufel! Es sah fast danach aus, als hätte der Typ den Jackpot im Texas Casino eingeheimst.
Ben Casey war ein Glücksfall.
Auf der Stelle hatte sie die einmalige Chance erkannt, die sich ihr bot: Sie musste seine Geldbörse unbedingt haben!
Wenn das gelang, waren ihre finanziellen Sorgen auf einen Schlag kein Thema mehr. Sie musste nur ein wenig entgegenkommend zu ihrem Begleiter sein. Wenn er nach ihrer Spezialbehandlung erschöpft auf die Matratze sank, schlug ihre große Stunde. Sie würde warten, bis er eingeschlafen war, dann würde sie ihm seine Dollars abnehmen. Bevor der Bursche wusste, dass er geprellt worden war, saß sie längst in der Eisenbahn auf dem Weg nach Kalifornien.
Sie waren oben auf der Galerie angelangt. Die Dunkelheit, die Chiquita umfing, war wie schwarzer Samt. Unter ihren Sohlen knarrte eine lose Diele. Irgendwo in dem weitläufigen Haus schlug eine Tür zu.
Chiquita ließ das Geländer los. Langsam tastete sie sich an den holzgetäfelten Wänden entlang.
Von ihrem Begleiter war nichts mehr zu sehen. Doch sein Atem war ganz nah.
»Hier ist es«, hörte sie ihn flüstern.
Auf Verdacht trat sie auf den dunklen Gang und streckte blindlings eine Hand aus. Ihre Finger ertasteten etwas Hartes – eine Beule in der Hose des Mannes. Es fühlte sich an, als hätte er einen Kolben zwischen den Lenden.
Ben Casey hatte einen Mordsständer!
Das gefiel Chiquita. Sekundenlang ließ sie die Hand ruhen. Sie mochte es, wenn Männer derart auf ihre Reize reagierten. Eine Erektion wog mehr als jedes dahergeplapperte Kompliment.
»Pardon«, wisperte sie. Erst jetzt nahm sie die Hand weg.
Casey sagte nichts. Er hatte die ganze Zeit stillgehalten. Jetzt schloss er auf.
Als er die Tür aufschob, drang trübes Licht auf den Flur. Die Vorhänge im Hotelzimmer waren nicht zugezogen. Auf der anderen Straßenseite brannte eine Laterne.
Casey rieb den Daumen am Zeigefinger. »Wie viel willst du?«
Natürlich alles, du Narr, dachte Chiquita amüsiert. Sie riss sich zusammen. »Es hängt davon ab, wie lange ich bei Ihnen bleiben soll, Señor.«
Er überlegte. »Bis zum Sonnenaufgang, also ungefähr zwei Stunden.«
Chiquita nannte ihm den Preis, wie er in El Paso üblich war. Der Mann zog seine Geldtasche hervor, zählte die vereinbarte Summe ab und ließ den Rest in der obersten Schublade der Anrichte verschwinden.
Im nächsten Augenblick spürte die Mexikanerin zwei gewölbte Hände auf ihren üppigen Brüsten. Sie bog den Kopf zurück und ließ Casey eine Weile gewähren.
Er knetete ihre Wonneproppen, ohne sie aus dem Mieder zu holen. Erst nach einiger Zeit befreite er sie aus ihren Hüllen. Er neigte den Kopf und saugte die linke Warze in den Mund.
»Hui!«
Sie blickte auf ihre langen Brustspitzen und hoffte, dass die übergroßen Nippel den Mann nicht abstießen. Sobald sie stimuliert wurden, wuchsen die Dinger um das Vielfache.
Chiquitas Bedenken erwiesen sich als grundlos. Im Schein des hereinfallenden Funzellichts erkannte sie, dass ihr Partner ganz verrückt nach ihren Nippeln war. Immer wieder saugte er einen in den Mund und zwirbelte den anderen.
Entspannt kniff sie die Augen zu, wobei sie ein Schauder der Lust überkam.
Plötzlich hob Casey sie hoch. Er war ein kräftiger Mann; ohne sichtbare Anstrengung trug er sie zum Bett hinüber. Dort ließ er sie behutsam sinken.
Chiquita schüttelte ihre Löwenmähne und setzte sich auf. Sie griff nach dem Gürtel des Mannes. Im Nu hatte sie ihn geöffnet. Seine Hose sackte eine Etage tiefer.
»Du gehst ganz schön ran, Chica«, grunzte er, als sie seinen Pint ergriff.
»Mein Name ist Chiquita«, korrigierte sie. »Chiquita Magdalena Diaz.«
Damit ließ sie ihre kleine Hand auf und nieder gleiten. Eine Weile sah Casey ihr zu, ohne ein Wort. »Das machst du gut, Chiquita Magdalena Diaz«, lobte er dann.
Den Schaft in der Faust, warf sie den Kopf zurück und lachte leise.
Plötzlich stoppte sie die Aktion. Draußen auf der Straße erklang Hufgetrappel. Ein Hund bellte. Eine Stimme, die Chiquita zu kennen glaubte, rief etwas, das sich wie »Hierher, Jake!« anhörte.
Jäh brach das Gebell ab. Chiquita lauschte angespannt. Das Hufgetöse verklang in der Ferne.
»Mach weiter!«, keuchte Casey.
Chiquita beugte sich über seinen Schoß, aus dessen Mitte der Pilzkopf emporragte. Sie schwelgte in rosaroten Zukunftsvisionen, während sie das harte Glied mit ihrem Mund bearbeitete.
Es dauerte keine drei Minuten, und der Mann war soweit.
»Verdammt!«, keuchte er, als er kam.
Chiquita tat so, als wäre sie untröstlich über seinen spontanen Erguss. »Es tut mir leid, Señor. Das ist mir noch nie passiert. Ich werde es wiedergutmachen. Versprochen.«
»Na, so schlimm ist es ja auch wieder nicht.« Casey kniff ihr in den Busen. »Gib mir eine halbe Stunde, dann bin ich bereit für die nächste Runde.«
»Sie sind sehr großzügig, Señor.« Sie schielte auf die Schublade, in der seine Geldbörse lag.
Casey wälzte sich auf den Rücken. Er kreuzte die Hände im Nacken, winkelte die Beine an und starrte zum erhellten Fenster hinüber.
Er verfiel in Schweigen.
Chiquita war das recht. Lange, ausufernde Gespräche waren ohnehin nicht ihre Sache. Sie war hier, um dem Freier Entspannung zu verschaffen, mehr nicht. Wer reden wollte, sollte in die Kirche zu seinem Beichtvater gehen.
Sie war immer noch sehr erregt, und im Moment waren ihre Gefühle zwiespältig. Einerseits hatte sie Lust, die angefangene Nummer mit dem Gringo bis zum Ende zu bringen, zum anderen wünschte sie sich, dass der Mann schnell einschlief, damit sie endlich sein Geld nehmen und sich aus dem Staub machen konnte.
»Woran denkst du?«, murmelte er.
Sie sah zum Bett hinüber. Casey waren die Augen zugefallen. Er dämmerte vor sich hin.
»An nichts«, flüsterte sie.
»Du musst doch an irgendetwas denken.«
Sie begann, seine Stirn zu massieren. Vielleicht schlief er dann schneller ein. Sie ertappte sich dabei, wie sie einen sehnsüchtigen Blick auf die Anrichte warf. In der Schublade befand sich ihre Zukunft. Vor Aufregung schlug ihr Herz ein paar Takte schneller.
Ich muss ihn einlullen!
»Ein hübsches Zimmer, das Sie da gemietet haben, Señor«, flüsterte sie. »Und das Bett ist so weich, als läge man auf einem Haufen Daunen.«
»Yeah, das ist wahr.«
»Ehe man sich versieht, sind einen die Augen zugefallen.«
»Yeah-ah.«
Caseys Stimme war kaum noch zu verstehen. Kurz darauf fiel sein Kopf auf die Seite. Der Schlaf hatte ihn übermannt.
Chiquita malte ihm kleine Kreise auf Schläfen, Wangen und Haaransatz. Der Mann stieß einen wohligen Seufzer aus und murmelte etwas.
Die Zeit tröpfelte träge dahin. Nach ungefähr zehn Minuten beendete Chiquita die hingebungsvolle Kopfmassage. Casey war eingeschlafen. Hin und wieder entrang sich ein leiser Seufzer seiner Brust.
Lautlos richtete die Frau sich auf. Höchste Zeit, den Coup zum Abschluss zu bringen. Bald ging die Sonne auf und die Straßen würden voller Menschen sein. Bis dahin musste sie im Zug sitzen.
Sie pflückte ihre abgelegten Kleidungsstücke vom Boden und zog sich an. Nur die Schuhe ließ sie stehen. Die Absätze waren mit Metall beschlagen. Das Geklapper hätte sie womöglich verraten.
Barfuß schlich Chiquita zur Kommode. Bevor sie die oberste Lade aufzog, warf sie einen spähenden Blick über die Schulter. Der nackte Geschäftsmann lag da und schlummerte. Er hatte keine Ahnung, was ihm blühte.
Für einen kurzen Moment zwickte Chiquita das Gewissen. Casey war höflich und fair zu ihr gewesen. Als Dankeschön raubte sie ihn aus und überließ ihn seinem Schicksal.
Du bist ein Miststück, Chiquita, dachte sie und zog die Schublade auf. Das leise Schurren, das dabei erklang, kam ihr unnatürlich laut vor. Sie biss die Zähne zusammen, griff in das Fach und spürte das weiche Leder der Geldbörse.
Vorsichtig nahm sie das Behältnis heraus. Es wog mehr, als sie gedacht hatte. Vermutlich bewahrte der Besitzer neben Banknoten noch Goldnuggets oder...




