Slade | Lassiter 2546 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2546, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

Slade Lassiter 2546

Tod unter heißer Sonne
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-1300-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Tod unter heißer Sonne

E-Book, Deutsch, Band 2546, 64 Seiten

Reihe: Lassiter

ISBN: 978-3-7517-1300-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Barsängerin Maisie Scott schlug die Augen auf und sah die blitzende Klinge eines Messers über sich. Voller Entsetzen starrte sie zu der Gestalt hinauf, die drohend über ihr stand. 'Was... was wollen Sie?'
'Zieh dir was über', sagte eine dunkle Stimme. 'Du wirst jetzt mit mir gehen.'
'Aber warum... ich...'
Das Messer ritzte Maisie am Kinn. Der Schnitt verursachte einen stechenden Schmerz. Von jäher Panik erfasst, fing Maisie an zu zittern.
'Steh auf und mach dich fertig', raunte die Gestalt. 'Ich sage das nicht noch einmal.'
Maisie schlug die Decke zurück und schwang sich aus dem Bett. Im Zimmer brannte kein Licht. Der Eindringling war nur schemenhaft zu erkennen. 'Wenn du Zicken machst, stirbst du', erklärte er.

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Tod unter
heißer Sonne

Die Barsängerin Maisie Scott schlug die Augen auf und sah die blitzende Klinge eines Messers über sich. Voller Entsetzen starrte sie zu der Gestalt hinauf, die drohend über ihr stand. »Was ... was wollen Sie?«

»Zieh dir was über«, sagte eine dunkle Stimme. »Du wirst jetzt mit mir gehen.«

»Aber warum ... ich ...«

Das Messer ritzte Maisie am Kinn. Der Schnitt verursachte einen stechenden Schmerz. Von jäher Panik erfasst, fing Maisie an zu zittern.

»Steh auf und mach dich fertig«, raunte die Gestalt. »Ich sage das nicht noch einmal.«

Maisie schlug die Decke zurück und schwang sich aus dem Bett. Im Zimmer brannte kein Licht. Der Eindringling war nur schemenhaft zu erkennen. »Wenn du Zicken machst, stirbst du«, erklärte er.

Lassiter warf noch einen prüfenden Blick durch das Hotelzimmer, in dem er mehrere Tage logiert hatte. Wie es aussah, hatte er nichts vergessen. All seine persönlichen Sachen waren im Reisesack verstaut. Bis zur Abfahrt der Kutsche, die ihn von Tombstone zur Bahnstation nach Benson bringen sollte, war nicht mehr viel Zeit.

Er zog seine Taschenuhr, ließ den Deckel aufspringen und blickte auf das Zifferblatt. Ihm blieb nur noch eine knappe halbe Stunde in Tombstone. Die Zentrale der Brigade Sieben hatte ihn nach Tucson beordert. Dort sollte ein Kontaktmann ihn mit der neuen Mission vertraut machen.

Der Auftrag in Tombstone war erledigt. Zwei Wochen lang hatte er eine Bande Outlaws gejagt, die in Cochise County das Gesetz mit Füßen getreten hatten. Beim Showdown vor dem Crystal Palace in der Allen Street hatte Lassiter all sein Können in die Waagschale werfen müssen, um den Halunken das Handwerk zu legen.

Leider war einem Mann der Clique die Flucht geglückt.

Lassiter hatte vor, den Desperado zu verfolgen, um ihn unschädlich zu machen, doch die Zentrale der Brigade Sieben in Washington hatte gegen seinen Plan Einspruch erhoben. Er wurde in Tucson gebraucht. Jemand anders würde sich um den flüchtigen Desperado kümmern.

Lassiter wuchtete sein Gepäck über die Schwelle und trat auf den Gang.

Bob, der Hausdiener, erschien. Er war ein dünner Mann mit Halbglatze und abstehenden Ohren. Beflissen kam er näher. »Ich könnte Ihnen beim Tragen helfen, Sir.«

»Nicht nötig, Bob.« Lassiter schob sich an ihm vorbei zur Treppe, die hinunter ins Foyer führte. Auf dem Absatz blieb er stehen und blickte sich um.

»Sag mal, Bob, hast du Maisie heute schon gesehen?« Maisie Scott war Sängerin, die gelegentlich im Alhambra und dem Opera House auftrat. Lassiter hatte einige ergötzliche Nächte mit ihr verbracht. »Sie hatte mir versprochen, heute mit mir zu frühstücken. Aber gekommen ist sie nicht.«

Bob hob die Achseln. »Bedaure, Sir. Da bin ich überfragt.« Er dachte kurz nach. »Aber ich könnte Poppy, unseren Laufjungen, mal fix zu Barney's Inn rüberschicken.« Maisie hatte in der kleinen Pension am Rand der Stadt eine Kammer gemietet.

»Okay«, meinte Lassiter, »aber es muss schnell gehen. Die Kutsche wartet nicht.«

»Kein Problem.« Bob eilte die Treppe hinunter.

Im Nu hatte er Poppy ausfindig gemacht und ihn zu Barney's geschickt.

Lassiter stellte seinen Reisesack vor das Empfangspult und wartete. Aus der Frühstücksstube drang der aromatische Geruch von frisch gebrühtem Kaffee. Durch die Glasscheibe sah Lassiter einige Gäste beim Frühstück sitzen. Ein Kellner im schwarzen Anzug eilte dienstfertig zwischen den Tischen umher.

Es dauerte nur wenige Minuten, und Poppy war wieder da. Der Junge keuchte atemlos. Sein Gesicht verhieß nichts Gutes.

»Mr. Lassiter«, schnappte er, »es ist so schrecklich, Sir...«

Lassiter schob seinen Hut höher. »Was ist los, Poppy? Wo ist Maisie, und was ist so schrecklich?«

Poppy atmete tief durch, dann hielt er einen ockergelben Umschlag hoch. »Lesen Sie, Sir.«

Lassiter griff zu, faltete den Brief, den er darin fand, auseinander und überflog den kurzen Text. Die Botschaft auf dem Zettel traf ihn mitten ins Herz.

»Ich habe dein Liebchen, Lassiter! Sie wird dafür büßen, was du meinen Männern angetan hast. Gute Fahrt, dein Solon.«

In dem Umschlag entdeckte Lassiter eine abgeschnittene Locke von Maisies rotblondem Haar. Die Haare wurden von einem schwarzen Samtbändchen zusammengehalten.

Einige Sekunden lang sprach niemand ein Wort. Poppy hatte die Hände in die Seiten gestemmt und das Gesicht zur Grimasse verzogen.

Lassiter war hin- und hergerissen.

Eine Unschuldige befand sich in den Klauen eines gewissenlosen Schurken und sollte ausbaden, was er, Lassiter, getan hatte. Er konnte die liebenswerte Sängerin doch nicht ihrem Schicksal überlassen! Andererseits war er der Anweisungen der Brigade Sieben verpflichtet.

Allein der Gedanke an die Qualen, die Maisie wegen ihm erleiden musste, waren ihm ein Gräuel. Es ist meine Schuld, dachte er, ich hätte diesen verdammten Solon nicht entkommen lassen dürfen.

Aber genau das war passiert. Jetzt benutzte der entflohene Schurke die unschuldige Sängerin, um sich für die Niederlage seiner Bande zu rächen.

Lassiter spürte, dass Poppy keinen Blick von ihm ließ. Der Hotelboy lauerte auf seine Reaktion.

Draußen, vor dem Hotel, erklang Hufgetrappel. Die Linienkutsche nach Benson war vorgefahren. Schon ertönte die Glocke des Wagenlenkers.

»Abfahrt in zwanzig Minuten!«, erscholl seine Stimme. »Abfahrt in zwanzig Minuten!«

Lassiter senkte die Augen auf seine rechte Hand, in der Maisies weiches Haar lag.

Und plötzlich stand sein Entschluss fest. »All devils!«, murmelte er. »Ich fürchte, ich muss meinen Trip nach Tucson verschieben.«

?

Wie Lassiter befürchtet hatte, gab es mit der Zentrale Komplikationen wegen seiner Mission in Tucson.

Doch am Ende zahlte sich seine Hartnäckigkeit aus.

In Washington wurden die Einsatzpläne geändert, und somit bekam Lassiter zehn Tage Freiraum, um sich auf die Suche nach der entführten Tänzerin zu machen.

Er atmete erleichtert auf. Die erste Hürde war bewältigt. Jetzt hatte er es selbst in der Hand, seine Geliebte aus der Gefangenschaft zu befreien.

Unverzüglich begab er sich vom Post Office zu Barney's Inn. Hier bewohnte Maisie eine kleine Kammer unter dem Dach. Womöglich fand er in der Pension einen Hinweis auf ihr Verschwinden.

Als er das Haus betrat, in dem zumeist Barmädchen und Animierdamen ihr Quartier hatten, begegnete er Ashley, eine von Maisies Freundinnen. Ashley Crabb trat im Bird Cage Saloon als Tänzerin auf. Sie war eine schlanke, überaus gutaussehende Blondine von knapp zwanzig Jahren. Wie gewohnt trug Ashley ihr helles Haar zur Hochfrisur aufgesteckt.

»Lassiter!«, rief sie. »Gut, dass Sie da sind! Wir sind alle geschockt. Die arme Maisie! Mitten in der Nacht entführt, von diesem Ganoven, dem man alles zutrauen kann!«

Vermutlich wusste sie es von Poppy, der für seine lose Zunge bekannt war.

»Sie tut mir so leid.« In den Augen der Tänzerin schillerten Tränen. »Wenn man doch nur etwas für sie tun könnte.«

Lassiter nahm die hübsche Frau in den Arm und drückte sie leicht. Ashley schmiegte sich an seine Brust und wimmerte leise.

»Nicht weinen, my dear«, sagte er. »Alles wird gut. Hauptsache, Maisie lebt. Ich werde alles tun, um sie zu retten.«

Ashley sah zu ihm auf. »Wenn es jemand schafft, dann du.«

»Dein Vertrauen ehrt mich«, versetzte er. »Aber es wird nicht einfach.« Er nahm seine Hände von ihr und machte die Augen schmal. »Dieser Solon, was weißt du von ihm?«

Sie tupfte sich eine Träne von der Wange. »Was ich von Solon weiß?«

»Ich muss herausfinden, wohin er Maisie verschleppt hat. Je eher, desto besser. Mit jeder Minute, die vergeht, könnte er sich weiter entfernt haben.«

»Ja, woher kenne ich ihn?« Ashley zerknüllte ihr Schnupftuch. »Zum ersten Mal hab ich ihn im Bird Cage gesehen. An einem Spieltisch, beim Black Jack. Er war mit den Kerlen zusammen, die Sie vor dem Crystal Palace zusammengeschossen haben.«

»Hast du mit ihm gesprochen?«

»Nein, der Typ war mir von Anfang an unsympathisch.« Ashley schüttelte sich, als hätte sie eine Kröte unterm Hemd. »Igitt! Von solchen schmierigen Typen halte ich mich fern.«

»Hatte Maisie Kontakt mit ihm?«

»So viel ich weiß, nicht. Er kennt sie nur von ihren Auftritten. Hätte sie mit ihm geredet, hätte sie's mir erzählt.«

Lassiter nickte bedächtig. Der Kerl, den sie Solon nannten, hatte Maisie also nur aus Rachsucht entführt. Er machte sich nichts aus ihr und wollte ihm, Lassiter, nur in die Suppe spucken.

»Kennst du jemanden, der Solon näher kennt?«, hakte er nach. »Es muss doch außer seinen Kumpanen jemand da gewesen...



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