Sizlo | Dein Schicksal in den Sternen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Sizlo Dein Schicksal in den Sternen

Eine wahre Geschichte über Liebe, Verlust und die Kraft der Astrologie
22001. Auflage 2022
ISBN: 978-3-8437-2785-3
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine wahre Geschichte über Liebe, Verlust und die Kraft der Astrologie

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

ISBN: 978-3-8437-2785-3
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Liebe, Astrologie und Romantik unterm Eiffelturm Natasha Sizlo steckt in einer tiefen Krise: sie ist Mitte 40, geschieden, hat eine weitere schmerzhafte Trennung hinter sich und ihr Vater liegt im Sterben. Verzweifelt geht sie zu einer Astrologin. Die sagt ihr, ihr Seelenpartner sei am 2.11.1968 in Paris geboren. Dummerweise trifft das auf ihren Exfreund zu. Sizlo beschließt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und macht sich auf die Suche ... Es wird doch noch andere Männer geben, die an diesem Tag in Paris das Licht der Welt erblickten?! Eine herzerwärmende und sehr lustige Suche nach Mr. Right und dem wirklich wahren Schicksal beginnt.

Natasha Sizlo war Journalistin für Mode und Style u.a. bei Variety, Cosmopolitan und In Style. Nach einer Karriere als Chefredakteurin des Detour Magazines wechselte sie die Branche und ist heute erfolgreiche Immobilienmaklerin und ist  in zahllosen Folgen der TV-Serien The Real Housewives of Beverly Hills und Million Dollar Listing Los Angeles zu sehen.
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Erstes Haus


Am Anfang eines Horoskops steht das Erste Haus, das auch den Ausgangspunkt im Leben eines Menschen widerspiegelt. Das Horoskop wird dargestellt durch einen Kreis, der in zwölf gleiche Abschnitte - ›Häuser‹ genannt - unterteilt ist. Jedes Haus repräsentiert einen Bereich möglicher Stärken und Entwicklungen wie zum Beispiel ›Beziehungen‹, ›Gesundheit‹, ›Finanzen‹ und ›Ziele‹. Bei unserer Geburt stehen Sonne und Mond sowie alle Planeten in einem der zwölf Häuser. Manchmal befinden sich mehrere Planeten in einem Haus, und manchmal ist ein Haus leer. Ein Geburtshoroskop (oder Radixhoroskop) zeigt an, wo die Planeten und Sterne am Tag, am Ort und in der Minute der Geburt einer bestimmten Person standen. Da sich das ungefähr alle vier Minuten ändert, ist es wichtig, den Ort sowie Datum und Uhrzeit der Geburt zu wissen.

Das Erste Haus steht dafür, wie man sich definiert. Für die Ursprünge der Persönlichkeit und das Erscheinungsbild. Es lädt uns ein, uns zu fragen: Mag ich das? Fühlt es sich gut an? Was wünsche ich mir? Wie bekomme ich, was ich mir wünsche? Das Erste Haus spiegelt auch unsere ersten sieben Lebensjahre wider, die sowohl unsere Persönlichkeit als auch unser Alter Ego geformt haben, das später unsere andere Seite, unser Lebenspartner, wird. Das Alter Ego umfasst Aspekte, die abgelegt wurden, aber dennoch nicht verloren sind. Sie bleiben als Alter Ego im Siebten Haus erhalten und bilden einen Schatz aus geheimen Erkenntnissen, Talenten und Wünschen.

Mein Erstes Haus sind die Fische, beherrscht vom Planeten Neptun. Fische stehen für Loslassen und Hingabe ans Unbekannte.

Ich hatte resigniert.

Ich war eine alleinerziehende, berufstätige Mutter kurz vor ihrem vierundvierzigsten Geburtstag, die notorisch pleite war und in einem winzigen gelben Bungalow in Pacific Palisades wohnte, einem ruhigen, aber teuren Viertel im Westen von Los Angeles. Nach meiner Scheidung wendete ich fast mein gesamtes Monatsbudget für die Miete auf, nur um in der Nähe meiner älteren Schwester Tara wohnen zu können. Sie half mir bei der Kinderbetreuung, die ich mir nicht mehr leisten konnte. Meine Hauptsorge galt dem Geld und der Frage, wie und wann ich genug verdienen würde, um meine kleine, dreiköpfige Familie über die Runden zu bringen. Das allerdings musste ich in der glamourösen Branche geheim halten, in der ich mittlerweile arbeitete, denn ich verkaufte für ein Unternehmen namens exklusive Immobilien an Prominente und VIPs. (Ja, die Vermittlungsagentur für Luxusanwesen, die von Mauricio Umansky und Billy Rose gegründet wurde und aus und bekannt ist.) Da zählte der schöne Schein.

Deshalb investierte ich nach meinem ersten Verkaufsabschluss fast meine gesamte Provision in ein paar Accessoires, die für meinen neuen Beruf unabdingbar waren: eine schicke Handtasche, trendige, überteuerte Sneakers und einen geleasten Audi, den ich einmal pro Woche in die Waschanlage fuhr. Damals hatte ich wirklich keine andere Wahl. Ich musste viel, viel mehr Häuser verkaufen als nur dieses eine, und zwar schnell. Mein Sohn Dashiell war erst acht und meine Tochter Margot elf, als ich anfing, unseren Lebensunterhalt als Immobilienmaklerin zu verdienen. Sie waren von mir abhängig. Also kam es darauf an, mich so gut wie möglich an die smarten Makler in meiner Niederlassung anzupassen. Wie sagte meine Freundin Katie so schön? »Welcher vernünftige Mensch würde sein Zehn-Millionen-Dollar-Haus einer Maklerin mit einer Familienkutsche und einer Billighandtasche von Forever 21 anvertrauen?« Katie wusste genau, wie es war, von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck zu leben, und hatte wohl nicht ganz unrecht. Dennoch fand ich es mehrere Jahre und Verkaufsabschlüsse später immer noch kräftezehrend, ein falsches Image zu verkaufen. Es ist nicht leicht, sich zu verstellen, nicht mal, wenn es nur Teilzeit ist und aus gutem Grund geschieht.

Außerdem litt ich unter Liebeskummer und Existenzangst. An manchen Tagen dachte ich, ich würde buchstäblich daran zerbrechen, so sehr vermisste ich einen Mann namens Philippe und so sehr machte ich mir Sorgen um meine Zukunft. Aber zuerst zu Philippe. Über ihn konnte ich schon immer viel einfacher reden – endlos und mit jedem, der noch zuhören wollte. Philippe und ich hatten uns vor nicht allzu langer Zeit getrennt. Wieder einmal. Unzählige Male hatten wir versucht, unsere leidenschaftliche, doch aberwitzig verrückte Liebesaffäre in eine vernünftige Beziehung zu verwandeln. Wir waren beide geschieden und beide Mit Verantwortung. Wir wussten also, was wir anstreben sollten. Trotzdem …

Ich dachte jeden einzelnen Tag an ihn.

Aber mein schlimmstes Problem, das weitaus schrecklicher war als meine Scheidung, meine finanziellen Sorgen und sogar Philippe, war die Krankheit meines geliebten Vaters. Zwei Jahre zuvor war bei ihm eine fortschreitende, unheilbare Lungenkrankheit diagnostiziert worden. Seine Ärzte gaben ihm höchstens noch drei Monate. Mein Vater war der einzige Mensch in meinem ganzen Leben, der sich selbst meine kleinsten Probleme angehört hatte und dennoch unverbrüchlich daran glaubte, dass seine Tochter alles schaffen konnte. Ich sperrte mich gegen jeden Gedanken an einen Abschied oder gegen die niederschmetternde Vorstellung, dass Dash und Margot, die mittlerweile zwölf und fünfzehn waren, ihn ebenfalls verlieren würden. Ich konnte einfach nicht daran denken. Lieber würde ich meine Hand über eine offene Flamme halten. Und nicht mehr wegziehen. Stattdessen haderte ich mit dem Gedanken, dass ich schon wieder versagt und mehrere Jahre an einen Mann verschwendet hatte, der eben doch nicht ganz der Richtige war. Dass es eben doch keine zweite Chance auf ein Happy End geben würde, bei dem ich unter dem stolzen Blick meines Vaters den Gang zum Altar hinunter in die Arme meines liebenden Mannes schritt, der mich und meine Kinder für immer lieben würde. Der Eine war nicht aufgetaucht, solange meinem Vater noch Zeit blieb. Dabei hatte ich immer gedacht, er hätte alle Zeit der Welt, und das würde sich nie ändern. Jetzt musste ich meinen Traum aufgeben und etwas anderes für die Zukunft meiner kleinen Familie planen. Aber ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Mein Herz war völlig taub.

Als mir meine total ausgeflippte, aber allerbeste Freundin Nicole zu meinem Geburtstag im Oktober ein Horoskop von einer angesagten Astrologin schenkte, dachte ich also: Was auch immer mich bis hierhin geleitet haben mochte, hatte nicht funktioniert. Und als bräuchte ich noch ein Zeichen aus dem Universum, dass ich anders machten sollte, hatte mich die Besitzerin eines unverschämt luxuriösen Anwesens ein paar Tage zuvor bei der Vorbereitung einer Hausbesichtigung gebeten, die Kacke ihres Kleinkinds aus dem Infinity Pool zu entfernen. Während wir gerade über die Vorteile sprachen, den Verkaufswert eines Hauses über ›Zestimates‹ einzuschätzen statt mittels realer Abschlüsse, hatte sie das kleine braune Würstchen vorbeidriften sehen. Ob ich mich wohl darum kümmern könnte? Die Frage war rein rhetorisch. Lag es daran, dass ich zu meinem Kleid Sneakers trug (hübsche, ich schwöre!) und keine schwindelerregenden, Ehrfurcht gebietenden High Heels, wie ein paar meiner Kolleginnen sie bevorzugten? Oder sah ich einfach aus wie jemand, der lächelnd zu allem Ja sagte, was ihm das Universum entgegenschleuderte – selbst wenn es Kinderkacke war? Falls es Sie interessiert: Ich holte das Würstchen aus dem Pool. Und am nächsten Tag brachte ich einen Geschenkkorb mit nützlichen Utensilien zum Trockenwerden mit, inklusive »Alle müssen mal aufs Klo« von Taro Gomi. Denn wir müssen alle hin und wieder daran erinnert werden: Ist doch okay. Außerdem dachte ich: Dabei war es egal, dass ich gar nicht an den ganzen Quatsch mit dem Universum glaubte. Und an Astrologie erst recht nicht.

Ich war von Eltern erzogen worden, die an die heilige Dreifaltigkeit von Bildung, Logik und harter Arbeit glaubten, und betrachtete Astrologie genauso, wie ich Sojaburger und das Festival betrachtete: Das war was für meine New-Age-Freunde hier in L.A., aber nichts für mich. Als bekennende Ungläubige waren meine Erfahrungen mit Astrologie und dergleichen auf die Wahrsagerinnen vom Hollywood Boulevard begrenzt, die mit einem schrillen Kopftuch unter blinkenden Neonanzeigen in Kristallkugeln starrten. Und mit ›Sitzungen‹ – ganz gleich welcher Art – brauchte man mir erst gar nicht zu kommen. Wieso sollte man gutes Geld für Lügen, Schmeichelei und Bullshit verschwenden? Ich war also noch nie jemand gewesen, der sich astrologischen Rat suchte.

Aber jetzt, ohne Philippe und unvorstellbarerweise schon bald ohne meinen Vater, wusste ich nicht mehr genau, was für ein Mensch ich eigentlich war oder was aus mir werden würde.

Philippe hatte ich kurz nach meiner katastrophalen Scheidung kennengelernt. Vermutlich sind die meisten...


Sizlo, Natasha
Natasha Barrett war Journalistin für Mode und Style u.a. bei Variety, Cosmopolitan und In Style. Nach einer Karriere als Chefredakteurin des Detour Magazines wechselte sie die Branche und ist heute erfolgreiche Immobilienmaklerin und ist  in zahllosen Folgen der TV-Serien The Real Housewives of Beverly Hills und Million Dollar Listing Los Angeles zu sehen.

Rahn, Marie
Marie Rahn studierte und lehrte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Seit über fünfundzwanzig Jahren übersetzt sie für verschiedene Verlage Belletristik aus dem Englischen, Französischen und Italienischen.



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