E-Book, Deutsch, Band 222023, 144 Seiten
Reihe: Julia
Singh Weihnachtswunder für Chiara?
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1890-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 222023, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-1890-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Weihnachten ohne ihre Familie, ohne Lichterglanz und Lamettafunkeln? Eine traurige Vorstellung für Chiara! Doch wie soll sie mit ihrem Aushilfsjob auf Bali den teuren Heimflug in die USA finanzieren? Zum Glück braucht der charismatische Tech-Tycoon Evan Kim dringend eine Scheinverlobte, um seinen Playboy-Ruf loszuwerden - im Gegenzug kauft er Chiara das Flugticket. Ein raffinierter Deal! Bis ungeplant die Funken zwischen ihnen sprühen. Insgeheim sehnt Chiara sich jäh danach, bei Evan zu bleiben, statt nach Hause zu fliegen ...
Nina Singh lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und einem sehr temperamentvollen Yorkshire am Rande Bostons, Massachusetts. Nach Jahren in der Unternehmenswelt hat sie sich schließlich entschieden, dem Rat von Freunden und Familie zu folgen, und 'dieses Schreiben doch mal zu probieren'. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens. Wenn sie gerade nicht an der Tastatur sitzt, spielt sie Tennis oder Golf, oder versinkt in einem guten Buch.
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2. KAPITEL
Evan konnte seine Freude und Begeisterung kaum zügeln und kämpfte gegen den Drang an, Chiara um die Taille zu fassen und sie im Kreis herumzuwirbeln.
„Und?“, fragte sie. „Wie ist es gelaufen?“
„Sie haben sich jeden Penny Ihres Honorars verdient. Ich bin sogar der Meinung, dass Ihre Leistung einen zusätzlichen Bonus verdient!“
Sie hob die Hände zum Protest, lächelte aber gleichzeitig. „Sie entlohnen mich auch so schon mehr als großzügig.“
Damit hatte sie recht, denn Evan hatte den Betrag verdoppelt, den er dem ursprünglichen Übersetzer hätte zahlen müssen, aber das musste Chiara nicht wissen. „Keine Widerrede, sobald wir wieder in der Suite sind, werde ich das Geld online auf Ihr Konto überweisen.“
„Wir?“, echote Chiara mit erhobenen Brauen, was er mit einem Lächeln quittierte.
„Dort wartet ein edler Champagner auf Eis, um unseren Sieg zu feiern.“
„So überzeugt waren Sie vom Erfolg unserer Mission? Ein echter Optimist, ja?“
Das entlockte ihm ein sprödes Auflachen. Wenn sie wüsste, wie falsch sie damit lag! „Sagen wir, ich hatte volles Vertrauen in meine italienisch-amerikanische Assistentin.“
Chiara runzelte die Stirn. „Ich will ja keine Spielverderberin sein, aber …“
„Aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern, wollen Sie sagen?“
Sie nickte zögerlich. „Ehrlich gesagt habe ich weder auf Italienisch noch auf Englisch etwas gehört, was nach einer Bestätigung, einem Auftrag oder einer Kooperation klang. Nur, dass Sie damit rechnen können, von Ihren Gesprächspartnern zu hören.“
Das konnte er nicht leugnen, trotzdem war der Abend in seinen Augen gut gelaufen.
„Was mich betrifft, gibt es absolut einen Grund zum Feiern“, beharrte er lächelnd und hielt ihr die Hand hin. „Die beiden Herren waren eindeutig von Ihnen beeindruckt, und ich habe kein Nein gehört. Sie etwa?“
Chiara schüttelte den Kopf. „Ich nehme an …“
„Ach, kommen Sie!“, lockte er lächelnd, legte eine Hand unter ihren Ellenbogen und dirigierte sie aus dem Raum. „Helfen Sie mir, den Champagner zu genießen. Um den nächsten Schritt kümmern wir uns, wenn wir Nachricht aus Bella Italia bekommen.“
Im Penthouse angekommen, gratulierte sich Evan zu seinem Timing.
Der Champagner war perfekt gekühlt. Er entkorkte die Flasche und reichte Chiara kurz darauf eine der Kristallflöten, bevor er sich selbst etwas einschenkte. „Auf Sie und Ihre phänomenalen Sprachkenntnisse, Ms. Pearson.“
Sie akzeptierte die schamlose Übertreibung mit einer winzigen Verbeugung, bevor sie sich einen Schluck Champagner gönnte. Ihre Augen weiteten sich. „Wow! Wie köstlich … und ich dachte, ich wäre noch viel zu gesättigt von dem üppigen Dinner!“
„Für einen exzellenten Champagner ist immer Platz. Allerdings sollte man ihn mit Bedacht genießen“, fügte er lachend hinzu, nachdem sich Chiara einen weiteren Schluck gegönnt hatte.
Eine Weile blieb es still zwischen ihnen. Aber es war ein angenehmes, fast vertrautes Schweigen.
„Ich war noch nie hier oben“, stellte Chiara irgendwann eher für sich fest. „Nicht mal zum Putzen.“
„Oh!“
Sie schüttelte den Kopf und schnalzte leise mit der Zunge. „Das Penthouse überlassen sie den erfahreneren Hausangestellten. Ich gelte hier noch als Neuling, obwohl ich in der Hotelbranche aufgewachsen bin.“
„Tatsächlich?“
Sie nickte. „Meiner Familie gehört das Grand York Hotel in Manhattan.“
Gehört hatte er natürlich von dem Traditionshaus. Wenn er sich richtig erinnerte, war das Grand York für klassischen Luxus bekannt.
Chiara trat an die verglaste Fensterfront heran, von der aus sie den Strand und das dahinterliegende Meer überblicken konnte. „Was für eine atemberaubende Aussicht.“
Die er bisher noch gar nicht wahrgenommen hatte, wie Evan sich eingestehen musste. Und als würde er es jetzt durch ihre Augen sehen, konnte er Chiaras offenkundige Begeisterung nachvollziehen.
Der Anblick war ziemlich außergewöhnlich. Überall verteilt im kristallklaren Wasser standen sogenannte Wasserhütten. Silbriges Mondlicht beleuchtete den hellen Sandstrand und glitzerte auf der Wasseroberfläche.
Chiara seufzte. „Gut, dass ich hier nicht putzen muss …“
„Warum?“
„Ich würde stundenlang hier oben sitzen und einfach nur nach draußen starren.“
Bevor er antworten konnte, vibrierte das Handy in seiner Tasche. Ein Anruf aus Übersee, den er annehmen musste. „Entschuldigen Sie mich bitte …“
Als er ein paar Minuten später zurückkam, saß Chiara auf dem Sofa, den Kopf bequem zurückgelehnt, mit halb geschlossenen Augen. Evan räusperte sich leise, um sie nicht zu erschrecken, trotzdem fuhr sie auf wie von der Tarantel gestochen.
„Sorry, aber ich bin todmüde“, bekannte sie offen und schaute um sich, als müsste sie erst einmal überlegen, wo sie war.
„Dann bleiben Sie doch einfach hier und machen es sich bequem“, entfuhr es ihm spontan – sehr zu seiner eigenen Überraschung.
Er hörte ein leises Aufkeuchen, und als er sich Chiara direkt zuwandte, traf ihn ein misstrauischer, um nicht zu sagen missbilligender Blick.
„Ich meine nur, Sie haben sich nach diesem Tag wahrlich eine Auszeit verdient“, stellte Evan klar. „Wenn ich richtig rechne, sind Sie inzwischen bereits mehr als achtzehn Stunden auf die eine oder andere Weise im Arbeitseinsatz.“
Mit einem energischen Kopfschütteln erhob sie sich von der Couch. „Ich fürchte, das kann ich mir nicht leisten“, murmelte sie und mied seinen Blick. „Es ist spät genug geworden.“
Na toll! Meine mehr als unbeholfene Einladung hat sie nur verunsichert.
Seufzend stellte Evan seine Champagnerflöte ab, ging auf sie zu und atmete den fruchtigen Duft ihres Shampoos ein. „Chiara, es ist viel später als geplant geworden, und hier gibt es jede Menge Platz. Dies ist ein Ausziehsofa, das einen ziemlich bequemen Eindruck macht. Es gibt keinen Grund, jetzt noch in der Dunkelheit herumzuspazieren. Verbringen Sie einfach die Nacht hier.“
Ihr spontanes Aufkeuchen entlockte ihm ein Lächeln.
„Ich biete Ihnen nicht die Couch, sondern das Schlafzimmer inklusive Bad an. Man kann es von innen verriegeln.“
„Ich … ich kann Sie doch nicht auf einer Couch schlafen lassen.“
Evan schüttelte den Kopf. „Nach dem, was Sie heute beim Dinner für mich geleistet haben, ist es das Mindeste, was ich für Sie tun kann. Und glauben Sie mir, ich habe schon in weitaus schlimmeren Betten geschlafen.“
Sie wirkte immer noch skeptisch, sagte aber nichts, sondern schaute über die Schulter in Richtung des Schlafzimmers.
„Das Bett hat Kingsize-Größe und ist herrlich weich und bequem“, lockte Evan.
Chiara lachte. „Das reizt mich weniger.“
„Was denn?“
Sie schloss die Augen und seufzte. „Es ist nur … ich träume ständig von einem privaten Bad! Das Hostel, in dem ich wohne, hat drei Gemeinschaftsduschen. Ständig muss ich warten, und wenn ich endlich dran bin, gibt es oft kein warmes Wasser mehr.“ Die Sehnsucht in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
Sehnsucht nach einer warmen Dusche! Privilegien, die er in seinem Leben für selbstverständlich erachtete. Chiara erinnerte ihn daran, wie sehr.
„Ich verstehe.“ Er beugte sich vor und zwinkerte ihr zu. „Der Duschkopf hat fünf verschiedene Einstellungen, und es gibt auch eine Whirlpool-Badewanne.“
„Ich muss zugeben, das klingt verlockend …“ Chiara schluckte heftig.
Verlockend war ein angemessenes Wort, da seine Fantasie ihn gerade an verbotene Orte entführte, nachdem er den Jacuzzi erwähnt hatte. Evan stellte sich Chiara im Wasser vor, umgeben von dicken weißen Luftblasen.
Was war nur mit ihm los? Die Frau wollte baden, sonst nichts. „Dann wäre das ja geklärt.“
„Ich … ich weiß nicht.“
Er umfasste ihre Schultern und drückte sie leicht. „Bleib … und dusche oder bade. Mach meinetwegen beides.“
Chiara lachte und schauderte innerlich angesichts der vertraulichen Anrede.
„Du würdest mir einen Gefallen tun“, versicherte er todernst und verstärkte damit noch das anheimelnde Gefühl, gegen das sie sich erfolglos zu wehren versuchte.
„Schon wieder einen Gefallen?“ Ihre Brauen über den tanzenden Augen schossen nach oben. „Und wieso das?“
„Ganz einfach – solltest du darauf bestehen, in dein Quartier zurückzukehren, würde ich dich natürlich begleiten und müsste den ganzen langen Weg allein zurückgehen.“
„Ich erwarte doch gar nicht, dass du mich begleitest“, wehrte sie ab.
„Sorry, aber was wäre ich für ein Klotz, wenn ich nicht darauf bestehen würde?“
„Okay, ich bleibe und sage herzlichen Dank.“
Das warme Gefühl, das ihn unvermutet durchströmte, überraschte und irritierte Evan. Es ergab keinen Sinn. Natürlich war er froh, sie gefunden zu haben, als er in der Klemme gesteckt hatte. Eine Frau, die Italienisch sprach und zusätzliches Geld brauchte, um über Weihnachten zu ihrer Familie in die Staaten fliegen zu können. Er hatte fast vergessen, welchen Stellenwert dieses Fest für viele hatte. All diese Traditionen und Feierlichkeiten,...




