E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Romana
Singh Süße Küsse in der Karibik
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3606-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-7515-3606-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tortenbäckerin Tori wird von Clayton Ramos für die Hochzeit seiner Schwester auf den Bahamas engagiert. Ein Traumjob im Paradies! Wäre da nicht Claytons magische Anziehungskraft. Trotz seines Rufs als unverbesserlicher Herzensbrecher liegt Tori schon bald in seinen Armen ...
Nina Singh lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und einem sehr temperamentvollen Yorkshire am Rande Bostons, Massachusetts. Nach Jahren in der Unternehmenswelt hat sie sich schließlich entschieden, dem Rat von Freunden und Familie zu folgen, und 'dieses Schreiben doch mal zu probieren'. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens. Wenn sie gerade nicht an der Tastatur sitzt, spielt sie Tennis oder Golf, oder versinkt in einem guten Buch.
Weitere Infos & Material
3. KAPITEL
Drei Wochen später
Was hatte sie sich bloß dabei gedacht?
Tori stellte ihren breiten Sitz leicht zurück und schlug eine neue Seite in ihrem Skizzenblock auf. Sie war noch nie mit einem Privatjet geflogen.
Eins musste sie Clay Ramos lassen: Er konnte wirklich hart verhandeln.
Wer hätte an jenem Nachmittag in ihrem Apartment gedacht, dass sie einen knappen Monat später über den Atlantik fliegen würde? Da er sein Angebot jedoch immer mehr versüßt hatte, wäre es idiotisch gewesen, es abzulehnen. Schließlich hatte sie das getan, was für ihre Konditorei das Beste war. Abgesehen von dem finanziellen Anreiz, wäre es die perfekte Gelegenheit. „Tori’s Pastries“ lief zwar gut, aber das konnte sich jederzeit ändern.
Sie musste nur an ihre Schwester denken. Eine Influencerin hatte fast Eloises Karriere als Designerin für Brautkleider zerstört. Doch Josh und Eloise hatten einen ziemlich unkonventionellen Plan geschmiedet, um der Frau einen Strich durch die Rechnung zu machen. Zum Glück hatten die beiden sich dabei ineinander verliebt und schließlich geheiratet, sodass alles ein gutes Ende genommen hatte.
Bei der Erinnerung daran musste Tori lächeln.
Auch ihr konnte so etwas jederzeit passieren, wenn sie eine schlechte Onlinebewertung zu viel erhielt. Sie las diese Bewertungen regelmäßig. Die meisten waren positiv, aber es gab immer Leute, die etwas auszusetzen hatten, zum Beispiel dass die Cupcakes zu süß und die Schlangen am Wochenende zu lang seien.
Tori seufzte und blickte aus dem Fenster. Die anderen Hochzeitsgäste waren schon zu Beginn der Woche nach Nassau geflogen und erwarteten Clay und sie jetzt. Anschließend würden sie alle mit einem Segelboot zu der kleinen Insel fahren, auf der die Hochzeitsfeier stattfinden sollte.
Clay hatte noch eine wichtige Besprechung gehabt und ihr deshalb vorgeschlagen, mit ihm zusammen zu fliegen. Nun wandte sie sich zu ihm um, woraufhin er aufsah und ihrem Blick begegnete.
Langsam klappte er seinen Laptop zu und den Tisch hoch. Dann stand er auf und kam auf sie zu. Nachdem er ihr gegenüber Platz genommen hatte, deutete er auf ihr T-Shirt mit der aufgedruckten Schüssel Spaghetti und dem Schriftzug Vilardo darunter.
„Das Restaurant ist ja in der Nähe Ihrer Bäckerei. Ich habe dort schon gegessen. Es ist hervorragend.“
„Ich mag es auch“, pflichtete Tori ihm bei.
„Ich würde sagen, die Trattoria gehört zu den drei besten in North End. Die gefüllten Muschelnudeln sind ein Gedicht.“
Sie lächelte stolz. „Das werde ich meiner Mutter ausrichten.“
„Ihrer Mama?“
„Das Restaurant gehört meinen Eltern. Vilardo ist der Mädchenname meiner Mutter.“
Mit zusammengekniffenen Augen blickte Clay sie an. „Oh, die Tätigkeit in der Lebensmittelbranche liegt Ihnen wohl im Blut.“
Sie wusste, was sie auf derartige Bemerkungen erwidern sollte. Normalerweise überging sie die mit einem höflichen Lächeln oder wechselte schnell das Thema. Doch aus irgendeinem unerklärlichen Grund wollte sie Clay ihre Geschichte erzählen, selbst wie sie ihre Schwester gefunden hatte. Sie hatte keine Ahnung, warum, aber sie vertraute ihm. Das war albern, denn sie kannte ihn kaum.
„Von Blutsverwandtschaft kann man in meinem Fall wohl kaum reden“, sagte sie, woraufhin er erstaunt die Brauen hochzog.
„Oh.“
„Ich wurde als Kleinkind adoptiert.“
„Familie bedeutet nicht immer Blutsverwandtschaft.“ Er schien aus Erfahrung zu sprechen. „Jedenfalls müssen Ihre Eltern sehr stolz auf Sie sein.“
Wieder blickte sie aus dem Fenster auf die dichte Wolkendecke. Sie wünschte, sie könnte seine letzten Worte bejahen. Einerseits waren diese tatsächlich stolz auf sie, andererseits auch zutiefst enttäuscht von ihr.
Und sie konnte ihnen den Grund für ihren damaligen Schritt nicht erklären. Wenn sie ihnen die Wahrheit sagte, würde für die beiden eine Welt zusammenbrechen.
Clay legte die Entwürfe weg, die er durchgesehen hatte, und ging zu Tori, die backbord saß. Noch nie hatte er sich so stark zu einer Frau hingezogen gefühlt.
„Sie werden doch nicht seekrank, oder?“ Er nahm ihr gegenüber Platz.
Nach ihrer Landung auf dem Lynden Pindling International Airport in Nassau vor zwei Stunden hatten sie sich mit den anderen Hochzeitsgästen getroffen und waren sofort an Bord des Katamarans gegangen, der sie ans Ziel bringen sollte.
„Vielleicht ein bisschen“, erwiderte Tori leise. „Doch ich verstehe das nicht, denn ich bin oft in Cape Cod Boot gefahren.“
„Aber vermutlich nicht nach einem langen Flug.“
Lächelnd blickte sie aufs Wasser. „Ein Flug in einem Privatjet gibt wohl kaum Anlass zu einer Beschwerde.“
Clay zuckte die Schultern. „Trotzdem ist es ein langer Tag, und außerdem hatten wir einige Turbulenzen.“
„Danke, dass Sie mir das Gefühl vermitteln, dass ich kein Weichei bin.“
Niemals hätte er sie als so etwas bezeichnet. Schließlich hatte sie sich in einer Branche selbstständig gemacht, in der starker Wettbewerb herrschte, und sie führte ein gut gehendes Geschäft. „Unter den Gästen sind einige Ärzte. Soll ich mich mal umhören, ob jemand etwas gegen Seekrankheit dabeihat?“
Tori schüttelte den Kopf und wirkte plötzlich noch blasser. Das tat ihrer Attraktivität allerdings keinen Abbruch. Außerdem war sie witzig. Und warum hegte er ausgerechnet jetzt solche Gedanken?
„Kein Problem.“ Erneut wandte sie den Kopf. „Ich muss einfach hier sitzen und zum Horizont blicken. Das soll doch gegen Seekrankheit helfen, stimmt’s?“
„Ich besorge Ihnen etwas zu trinken.“ Ehe sie protestieren konnte, holte er von der eigens für die Hochzeitsgesellschaft eingerichteten Bar ein Gingerale, das er öffnete und vor ihr auf den Tisch stellte.
„Danke. Es tut mir leid, dass ich Ihnen auf die Nerven gehe.“
„Davon kann wohl keine Rede sein, Tori. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Sie mitkommen und das hier für Gemma machen.“ Er deutete auf seine Schwester, die, an ihren Bräutigam gelehnt, an der Reling stand. Seine andere Schwester Adria saß mit ihrer kleinen Tochter vor einem Tablet und sah mit dieser einen Film.
„Sie und Ihre Schwestern scheinen sich sehr nahezustehen“, bemerkte Tori, bevor sie einen kleinen Schluck trank.
„Wir haben ja nur uns.“
Fragend sah sie ihn an, doch er wollte nicht über seine deprimierende Familiengeschichte sprechen. „Was ist mit Ihnen?“, wechselte Clay deshalb schnell das Thema. „Sie haben zwei ältere Brüder, richtig? Haben Sie ein enges Verhältnis zueinander?“
„Sie ziehen mich oft auf. Aber ja, ich würde sagen, dass wir ein enges Verhältnis haben.“ Wieder blickte Tori zum Horizont. „Meine Schwester und ich auch. Schließlich sind wir Zwillinge.“
„Richtig. Sie ist die Frau, die ich neulich auf Ihrem Telefon gesehen habe.“ Im Laufe der Jahre hatte sie oft von ihren Brüdern gesprochen, doch die Neuigkeit, dass sie eine Zwillingsschwester hatte, hatte ihn überrascht. „Haben Sie anderen früher immer Streiche gespielt, indem Sie die Rollen getauscht haben?“
Nun wurde sie ernst. „Wir sind gar nicht zusammen aufgewachsen.“
Das war seltsam. Doch sie klärte ihn im nächsten Moment auf.
„Wie gesagt, wurde ich als Kleinkind adoptiert. Meine Schwester auch, aber von einer anderen Familie. Unsere leibliche Mutter ist damals schwer erkrankt. Die Leute von der Vermittlungsagentur wollten damals, dass alle Verbindungen abgebrochen werden. Eloise und ich hatten kein Mitspracherecht.“
„Interessant“, war alles, was ihm einfiel zu sagen.
„Ich habe sie rein zufällig gefunden. Oder besser gesagt, mein Freund Josh.“ Ein liebevolles Lächeln umspielte ihre Lippen. „Ich kenne ihn schon ewig.“
Seine Brust schnürte sich zusammen, als sie den Mann erwähnte. „Ihr Freund Josh hat Ihre verloren geglaubte Schwester gefunden?“
Tori nickte und strahlte nun. „Er ist etwas ganz Besonderes. Einzigartig.“
Wer mochte dieser Typ sein? Offenbar mehr als nur ein guter Freund. Das Engegefühl in seiner Brust verschwand allerdings erst, als sie weitersprach.
„Eloise und Josh sind jetzt verheiratet. Ich war eine der Brautjungfern.“
Eine unerklärliche Erleichterung überkam Clay. Offenbar waren Tori und dieser Josh nicht mehr als sehr gute Freunde und nun Schwägerin und Schwager. Nicht, dass es ihn etwas anging. Die Frau war lediglich mitgekommen, um zu backen, verdammt!
Dennoch rührten ihre Worte ihn. Schließlich hörte man nicht jeden Tag, dass jemand als Erwachsene seine verloren geglaubte Zwillingsschwester wiederfand.
„Ich habe Sie schockiert“, bemerkte Tori nach einer Weile lächelnd. Anscheinend ging es ihr nun besser, denn sie war nicht mehr so blass.
„Das ist wirklich eine erstaunliche Geschichte. Es freut mich, dass Sie und Ihre Schwester sich gefunden haben.“
„Wir hatten sofort einen Draht zueinander. Und jetzt ist es, als wären wir nie getrennt gewesen. Sie zieht gerade nach Boston, um dort ein weiteres Geschäft zu eröffnen“, fügte sie stolz...




