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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 06, 416 Seiten

Reihe: Psy Changeling

Singh Sengende Nähe


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8567-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 06, 416 Seiten

Reihe: Psy Changeling

ISBN: 978-3-8025-8567-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Obwohl sich Mercy, eine Wächterin der DarkRiver-Leoparden, schon lange nach einem Gefährten sehnt, wehrt sie sich mit Klauen und Zähnen, als der verführerische Riley Kincaid sie für sich zu gewinnen versucht. Auch wenn die Gefühle zwischen ihnen lodern, geraten der Wolf und die Wildkatze immer wieder aneinander. Doch als ein brillanter Forscher aus dem Territorium des DarkRiver-Rudels entführt wird, müssen Mercy und Riley zusammenarbeiten, um den jungen Mann zu finden. Und dabei entdecken sie, dass es sich durchaus lohnen kann, einander zu vertrauen ...



Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

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1

Mercy trat nach einem trockenen Zweig, der ihr im Weg lag, und starrte ihn böse an. „Blöder Ast.“ Natürlich hatte der wehrlose Ast ihr nichts getan – er hatte nur das Unglück, auf dem Weg zu liegen, als sie jetzt frustriert vom Festplatz des Rudels und der Feier zu Ehren von Dorians und Ashayas Verbindung flüchtete.

Es machte sie ganz krank, mit anzusehen, wie verliebt ihr bester Freund in seine Gefährtin war. Im Grunde fand sie inzwischen auch alle anderen Wächter zum Heulen. „Clay hat doch nur noch Augen für Tally, ganz zu schweigen von Luc und Sascha, diesen Turteltäubchen.“

Aber die Schlimmsten waren Nate und Tamsyn. Wie konnten sie es wagen, nach all den Jahren immer noch so verrückt aufeinander zu sein! „Dagegen sollte es Gesetze geben“, knurrte Mercy. Über Vaughn und Faith wollte sie gar nicht erst nachdenken.

Stattdessen ging sie auf die Jagd.

Eine Stunde später befand sie sich so tief im Wald, dass sie nur noch die leisen Geräusche der Nachttiere hören konnte, die im Dunkeln umherhuschten. Sie ließ sich auf einem mit Moos bewachsenen Baumstamm nieder und seufzte. In Wahrheit war sie natürlich weder auf die Wächter noch auf deren Gefährtinnen wütend. Nein, sie freute sich so sehr für sie, dass es fast wehtat. Aber sie war auch eifersüchtig. Überall Paare. Nur sie war allein.

„Da haben wir’s“, grummelte sie. „Ich geb’s ja zu. Ich bin ein eifersüchtiges altes Mädchen.“

Es war keinesfalls schlecht, zu den dominanten Weibchen in einem Gestaltwandlerrudel zu gehören. Weibliche Alphatiere waren nichts Besonderes. Aber es war ziemlich scheußlich, eine dominante Frau in einem Leopardenrudel zu sein, wenn es keinen dominanten Mann gab, der einen wirklich anmachte. Und es setzte dem Ganzen die Krone auf, als dominante Leopardin in einem Gebiet zu leben, das von Leoparden und Wölfen beherrscht wurde – und ausgerechnet auf den Falschen scharf zu sein.

Dabei war sie ja nicht auf dieses Gebiet angewiesen – Dorian hatte sie sogar gedrängt, den Staat zu verlassen, um in einem anderen Rudel einen Gefährten finden zu können, aber sie brachte es nicht über sich, die DarkRiver-Leoparden zu verlassen – nicht solange alles so auf der Kippe stand. Sicher, es war ein wenig ruhiger geworden, seit die Entführung von Dorians Gefährtin Ashaya fehlgeschlagen war, aber es war eine trügerische Ruhe. Jeder wartete auf den nächsten Schlag – sei es von dem verdächtig ruhigen Rat der Medialen oder von der seit Neuem von sich reden machenden gewaltbereiten Menschenallianz.

Nur eines war sicher, der nächste Schlag würde kommen.

Als Wächterin der DarkRiver-Leoparden hätte sie sich eigentlich Gedanken über eine geeignete Verteidigungsstrategie machen und verschiedene Szenarien durchspielen müssen. Stattdessen war sie vor Verlangen fast wahnsinnig, konnte sie an nichts anderes mehr denken als an das Fieber in ihrem Körper, den Hunger, der ihr den Hals zuschnürte, die Begierde in jeder Zelle, bei jedem Atemzug. Intime Berührungen waren für ihre Raubtierseele so wichtig wie der Wald, der ihre Heimat war, aber es wäre vielleicht weniger schlimm gewesen, wenn sie nicht vor ein paar Tagen mit Tamsyn, der Heilerin des Rudels, gesprochen hätte.

Sie selbst hatte das Gespräch darauf gebracht. „Es ist sehr gut möglich, dass ich nie einen Gefährten finde.“

„Das kannst du doch jetzt noch nicht wissen“, hatte Tamsyn gesagt und sie besorgt angesehen. „Du könntest jederzeit –“

„Das ist es nicht. Aber es könnte sein, dass ich nicht dazu in der Lage bin, mit jemandem mein ganzes Leben zu verbringen. Du weißt genau, dass es so etwas gibt.“

Tamsyn hatte zögernd genickt. „Bei dominanten Frauen kommt das öfter vor als bei Männern. Die Unfähigkeit, nachzugeben … sich ganz hinzugeben. Selbst dem Gefährten gegenüber.“

Und das war das Schlimmste, dachte Mercy. Es konnte durchaus sein, dass sie einen Gefährten mit jeder Faser ihres Herzens wollte, endlich den starken Partner fand, den sie brauchte, und sich dennoch weigerte, ihn auf der Ebene zu akzeptieren, die für eine innere Verbindung notwendig war. Vielleicht wäre das Paarungsbedürfnis stark genug, um ihn zum Liebhaber zu nehmen, vielleicht sogar eine noch festere Bindung einzugehen … aber wenn die Leopardin in ihr ihm nicht alle Rechte zugestand, würde sie sich vielleicht monatelang von ihm fernhalten und nur dann zurückkehren, wenn sie sich gegen ihr Verlangen nicht länger wehren konnte.

Diese ganz besondere Art der Folter war den Leopardenfrauen vorbehalten, denen allein der Gedanke, sie könnten einem Mann auch nur die geringste Art von Herrschaft zugestehen, schon die Luft abschnürte. Doch war es natürlich so, dass jeder Mann versuchte, dominant zu sein, es sei denn, er wäre selbst schwach und unterwürfig – und würde deshalb nie auch nur die geringste Anziehung auf sie ausüben.

„Ich brauche ja keinen Gefährten“, grummelte sie und blickte zum hellen Kreis des Herbstmondes hinauf. „Aber könntest du mir nicht einen süßen, starken, sinnlichen Mann schicken, mit dem ich eine Weile tanzen kann? Bitte!“ Fast acht Monate hatte sie nun schon keinen Liebhaber mehr gehabt, und allmählich schmerzte es überall. „Er muss auch nicht intelligent sein, nur gut im Bett.“ Gut genug, damit diese Spannung sich entladen konnte, damit sie wieder funktionierte.

Denn für eine Raubkatze wie sie ging es bei Sex nicht nur um Lust – es ging um Zuneigung, Vertrauen, um alles, was gut war. „Im Moment würde mich tatsächlich auch reiner Sex vollkommen zufriedenstellen.“

In diesem Augenblick trat Riley aus dem Schatten zwischen den Bäumen. „Juckt’s irgendwo, Kätzchen?“

Sie sprang auf die Füße und kniff die Augen zusammen, er musste sich absichtlich gegen den Wind angeschlichen haben. „Spionierst du mir nach?“

„War nicht nötig. Du hast ja laut genug geredet, um Tote aufzuwecken.“

Sie hätte schwören können, dass Dampf aus ihren Ohren kam. Alle dachten, Riley sei ordentlich, ruhig und pragmatisch. Nur sie allein wusste, dass er eine gemeine Seite hatte und es ihm Spaß machte, sie so oft wie möglich zu ärgern. „Was willst du hier?“, knurrten Leopardin und Frau.

„Ich war zur Paarungszeremonie eingeladen.“ Er lächelte so lässig, dass sie versucht war, es ihm nachzutun. „War kaum möglich, dein Feuer zu übersehen. Und damit meine ich nicht die Haarfarbe.“ Seine Augen fielen auf die langen roten Locken über ihren Brüsten.

Mercy war nicht leicht in Verlegenheit zu bringen, aber jetzt brannten ihre Wangen. Denn wenn Riley wusste, dass sie heiß war – wie eine blöde Wildkatze! –, dann wusste es das ganze Rudel. „Und? Bist du mir etwa gefolgt, weil du geglaubt hast, ich würde so tief sinken und es mit einem Wolf treiben?“ Absichtlich ließ sie das Wort „Wolf“ etwa so appetitlich klingen wie „Reptil“.

Rileys Kiefermuskeln mahlten, sie sah die Stoppeln auf seinen Wangen, die nur ein wenig dunkler als die kastanienbraunen Haare waren. „Willst du deine Krallen an mir wetzen, Kätzchen? Komm nur her.“

Sie ballte die Faust. So schlimm stand es noch nicht um sie. Der verdammte Riley brachte sie immer wieder auf hundertachtzig. „Tut mir leid, aber ich schlage keine wehrlosen Hündchen.“

Er lachte. Tatsächlich. „Was ist daran so lustig?“, zischte sie.

„Wir wissen doch beide, wer der Dominantere ist … du jedenfalls nicht.“

Das war’s. Sie war immerhin eine Wächterin. Es spielte keine Rolle, dass er länger Offizier war. Schließlich nahm sie bei den DarkRiver-Leoparden dieselbe Stellung ein wie er bei den SnowDancer-Wölfen. Der Wolf hatte eine Grenze überschritten – und da sie keinen Sex haben konnten, nahm Mercy Zuflucht zu Gewalt.

Wutschnaubend griff sie an.

Riley war jedoch vorbereitet. Zuckte nicht zurück, als sie gegen seinen Oberschenkel trat, und parierte ihren Faustschlag mit der Hand. Sie nahm schon die nächste Position ein, um mögliche Schwachstellen sofort auszunutzen. Er blockte alle Angriffe ab, griff aber nicht selbst an. „Wehr dich endlich richtig!“, schrie sie. Sie brauchte ein schweißtreibendes Sparring – das würde dem furchtbaren Wüten der Begierde die Spitze nehmen. Ihr Stiefel traf seine Rippen.

Sein Grunzen ließ ihre Mundwinkel nach oben schnellen. „Wohl doch zu langsam, Wölfchen?“

„Ich will dir nur nicht wehtun“, sagte er und blockte die nächste Folge von Schlägen mit den Armen ab.

„Ich bin doch keine bescheuerte Prinzessin“, grummelte sie und zielte auf den empfindlichsten Teil am Körper eines Mannes – okay, okay, das war nicht gerade fair. Aber Riley hatte es herausgefordert. Mannomann, das hatte er wirklich. „Kätzchen, hast du gesagt, Kincaid?“

„Verdammt noch mal, Mercy!“ Er packte ihren Fuß, bevor sie seine Genitalien treffen konnte, und warf sie um. Mühelos. Als ihr klar wurde, wie sehr er sich bisher zurückgehalten hatte, verschlug es ihr den Atem. Sie drehte sich noch in der Luft und landete mit beiden Füßen auf dem Boden.

„Eins muss ich dir lassen“, sagte er und duckte sich, während sie einander umkreisten. „Du bist wirklich beweglich … Kätzchen.“

Heiß schoss das Adrenalin in ihr hoch. „Jedenfalls mehr als ein hüpfender Hütehund.“ Sie bemühte sich, gleichmütig zu klingen, obwohl ihr der Schweiß in dem eng anliegenden schwarzen Top herunterlief, das sie zum Tanzen angezogen hatte, und ihr Herz wie besessen schlug. „Jetzt fahre ich die Krallen aus“, sagte sie und...


Singh, Nalini
Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.



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