Singh | Lockruf des Verlangens | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 10, 528 Seiten

Reihe: Psy Changeling

Singh Lockruf des Verlangens


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8965-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 10, 528 Seiten

Reihe: Psy Changeling

ISBN: 978-3-8025-8965-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seit die Mediale Sienna Lauren sich dem Rudel der SnowDancer-Wölfe anschloss, hat sie nur eine Schwäche: Hawke. Der gefährliche Alphawolf verlor vor Jahren die Frau, die seine Gefährtin hätte sein sollen. Und die hübsche Sienna weckt eine ungeahnte Leidenschaft in ihm. Doch das Rudel wird von einem gefährlichen Feind bedroht, und Sienna ist die Einzige, die schlimmeres Unheil verhindern kann.



Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

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1

Hawke verschränkte die Arme vor der Brust, lehnte sich an seinen massiven Schreibtisch und maß die beiden jungen Frauen mit finsterem Blick. Maria und Sienna standen in soldatischer Haltung vor ihm Hände hinter dem Rücken und Beine hüftbreit auseinander , denn sie gehörten zur Truppe der SnowDancer-Wölfe, auch wenn sie im Augenblick kaum danach aussahen. Das Haar hing ihnen wirr im Gesicht, Blätter, Moos und kleine Zweige klebten an den schlammverkrusteten Strähnen; noch dazu waren die Kleider zerrissen, und es roch nach geronnenem Blut.

Hawkes innerer Wolf bleckte die Zähne.

»Habe ich das richtig verstanden?«, fragte er so gefährlich ruhig, dass Maria trotz der braunen Haut ganz blass wurde. »Statt an der Grenze unseres Reviers Wache zu stehen, habt ihr beide lieber euren persönlichen Machtkampf miteinander ausgetragen?«

Sienna hielt seinem Blick stand ein Wolf hätte das nicht gewagt. »Es war «

»Klappe!«, blaffte er. »Wenn du noch einmal ohne meine Erlaubnis den Mund aufmachst, sperre ich euch beide in die Krippe zu den Zweijährigen.«

Siennas nachtschwarze Kardinalenaugen mit den weißen Sternen wurden vollkommen schwarz ein deutliches Zeichen von Wut, aber sie presste nur die Zähne fest aufeinander. Maria war noch etwas blasser geworden. Gut so.

»Wie alt bist du, Maria?« Die zierliche Figur der Gestaltwandlerin täuschte, als Mensch wie als Wölfin war sie äußerst kräftig und kampferprobt.

Maria schluckte. »Zwanzig.«

»Also kein Kind mehr.«

Maria nickte stumpf und schwer vom Schlamm wippten die dunklen Locken.

»Dann erwarte ich eine Erklärung.«

»Ich habe keine.«

»Stimmt.« Dieser Kampf war durch nichts zu entschuldigen. »Wer hat angefangen?«

Beide schwiegen.

Das gefiel Hawkes Wolf. Denn ganz egal, wer angefangen hatte, beide hatten weitergemacht; gemeinsam hatten sie Wache halten sollen, gemeinsam sollten sie nun auch für ihren Ungehorsam bestraft werden mit einer Einschränkung.

»Stubenarrest«, sagte er zu Maria. »Sieben Tage, pro Tag eine Stunde frei. In der restlichen Zeit kein Kontakt zu anderen.« Das war eine harte Strafe Wölfe waren Rudeltiere, Familiengeschöpfe, und Maria war eine der geselligsten Wölfinnen in der Höhle. Ihr so lange jeglichen Kontakt zu den anderen zu verbieten, machte die Schwere des Vergehens deutlich. »Wenn du noch einmal deinen Wachposten verlässt, werde ich nicht so nachsichtig sein.«

Maria wagte einen kurzen Blick, dann schlug sie die dunkelbraunen Augen nieder, seiner Dominanz hatte sie nichts entgegenzusetzen. »Darf ich zu Lakes Einundzwanzigstem?«

»Es bleibt dir überlassen, wie du die eine Stunde nutzt.« Ja, das war bitter. Sie würde den größten Teil vom Fest ihres Freundes verpassen, dabei war die Beziehung der beiden noch ganz frisch; aber Maria hatte genau gewusst, welche Konsequenzen ein Machtkampf mit einer Kameradin haben würde.

Die Wölfe waren ein starkes Rudel, weil jeder dem anderen den Rücken freihielt. Weder Dummheit noch Arroganz würden das Fundament aushöhlen, das Hawke aufgebaut hatte, nachdem blutige Ereignisse ihm beide Eltern genommen und dem Rudel so zugesetzt hatten, dass mehr als ein Jahrzehnt der vollkommenen Isolation notwendig gewesen war, um sich wieder davon zu erholen.

Nur mühsam hielt er seine Wut im Zaum und wandte sich an Sienna. »Du hattest doch ausdrücklich den Befehl, dich nicht auf körperliche Auseinandersetzungen einzulassen«, sagte er, und es klang mehr wie das Knurren eines Wolfs.

Sienna erwiderte nichts. Das war auch nicht nötig er spürte ihre Wut so heiß auf seiner Haut brennen wie einen Wüstensturm. Wenn sie so wie jetzt ihre wilde Seite gerade noch zurückhielt, war kaum mehr vorstellbar, dass sie vollkommen in Silentium zum Rudel gestoßen war; damals waren ihre Gefühle unter einer dicken Schicht Eis begraben gewesen, und sein Wolf hatte getobt.

Maria trat einen Schritt vor.

»Hast du etwas zu sagen?«, fragte er die junge Frau, die zu den Besten zählte, solange sie ihrem aufbrausenden Temperament Zügel anlegte.

»Ich hab angefangen.« Hochrote Wangen, verspannte Schultern. »Sie hat sich nur «

»Nein.« Sienna klang ruhig und sehr bestimmt, sie hielt ihren Zorn mit eiserner Entschlossenheit zurück. »Es ist auch meine Schuld, ich hätte mich zurückhalten können.«

Hawke kniff die Augen zusammen. »Lass uns allein, Maria.«

Die Rekrutin zögerte kurz, aber sie war eine untergeordnete Wölfin, sie musste dem Befehl des Leitwolfs gehorchen, auch wenn sie Sienna gern beigestanden hätte. Hawke gefiel diese Loyalität viel zu sehr, als dass er sie für ihr kurzes Zögern zurechtgewiesen hätte.

Mit einem leisen Klicken fiel die Tür hinter Maria ins Schloss in dem totenstillen Büro klang das wie ein Pistolenschuss. Hawke wartete auf eine Reaktion von Sienna. Doch sie rührte sich nicht.

Er nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und drehte ihr Gesicht ins Licht. »Noch mal Glück gehabt. Dein Jochbein hätte leicht gebrochen sein können.« Die Haut unter ihrem Auge schimmerte in sämtlichen Purpurtönen. »Weitere Verletzungen?«

»Mir geht es gut.«

Er griff fester zu. »Weitere Verletzungen, raus mit der Sprache.«

»Maria hast du auch nicht gefragt.« Trotzig und stur.

»Maria ist eine Wölfin, sie kann fünfmal mehr aushalten als eine Mediale und wäre immer noch auf den Beinen.« Deshalb hatte er Sienna auch befohlen, körperliche Auseinandersetzungen mit den Wölfen zu meiden. Ein weiterer Grund war, dass sie ihre todbringenden Fähigkeiten nicht vollkommen unter Kontrolle hatte. »Spuck’s endlich aus oder ich sperre dich wirklich zu den Zweijährigen. Darauf kannst du Gift nehmen.« In der Krippe eingesperrt zu sein war äußerst demütigend. Sienna zitterte vor Wut.

»Geprellte Rippen«, stieß sie zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. »Geprelltes Brustbein, verrenkte Schulter. Gebrochen ist nichts. Müsste nach einer Woche wieder in Ordnung sein.«

Er ließ ihr Kinn los. »Streck die Arme aus.«

Sie zögerte.

Sein Wolf knurrte so laut, dass sie zusammenzuckte. »Von Anfang an habe ich dir viel zu viele Freiheiten gelassen. Aber jetzt ist Schluss damit.« Befehlsverweigerung wurde bei Jugendlichen bestraft und vergeben. Bei einer Erwachsenen, einer Soldatin noch dazu, war es ein weit schwereres Vergehen. Sienna wurde bald zwanzig, hatte sich in den Reihen der Rekruten bereits einen Rang erworben, er konnte ihr das einfach nicht durchgehen lassen. »Streck die verdammten Arme aus!«

Diesmal musste sein Ton den Ausschlag gegeben haben, denn sie gehorchte. Ein paar kleine Schrammen, aber keine tiefen Kratzer, wie Krallen sie schlugen. »Dann hat Maria ihre Wölfin zurückgehalten.« Falls nicht, hätte er sie sofort zurück ins Training geschickt. Es war eine Sache, seine Wut nicht zu beherrschen, aber wenn man seinen Wolf nicht beherrschte, konnte es böse enden.

Sienna ließ die Arme sinken und ballte die Fäuste.

Wieder sah er in schwarze Augen, in denen flüssige Lava wogte. Offensichtlich musste sie sehr an sich halten, um nicht auf ihn loszugehen. »Wie weit bist du gegangen?«, fragte er sie. Ihre Selbstkontrolle war beeindruckend und das ärgerte ihn mehr, als ihm lieb war. Doch wann war ihm der Umgang mit Sienna Lauren je leichtgefallen?

»Ich habe keine medialen Fähigkeiten eingesetzt.« Unter der Schlammkruste traten die Nackenmuskeln hervor. »Sonst wäre Maria jetzt tot.«

»Deshalb hast du auch mehr Ärger als sie.« Als er den Laurens nach ihrer Abkehr vom kalten Medialnet Zuflucht gewährt hatte, war das unter bestimmten Bedingungen geschehen. Unter anderem war es ihnen verboten, ihre geistigen Fähigkeiten gegen Rudelgefährten einzusetzen.

Seitdem hatte sich einiges geändert, und die Laurens waren ein auf allen Ebenen akzeptierter Teil des Rudels. Siennas Onkel Judd war sogar Offizier und schützte die Wölfe mit seinen telepathischen und telekinetischen Fähigkeiten. Den beiden jüngsten Familienmitgliedern, Siennas Bruder Toby und ihrer Cousine Marlee, hatte Hawke nie Fesseln angelegt, denn sie brauchten die geistigen Krallen, um sich gegen ihre raubeinigen Spielgefährten zu schützen.

Doch für Sienna durfte es keinen Freiraum geben. Hawke wusste, wozu sie fähig war. Sobald Judd dem Blutbund der Offiziere beigetreten war, hatte ihm die Loyalität dem Leitwolf gegenüber nicht mehr erlaubt, Geheimnisse vor ihm zu haben.

»Aber warum?«, fragte Sienna mit hochgerecktem Kinn. »Ich habe mich doch zurückgehalten.«

Natürlich gab sie nicht gleich klein bei. »Aber«, sagte er und hielt ein Knurren gerade noch zurück, »du hast den ausdrücklichen Befehl missachtet, dich nicht auf einen Kampf einzulassen obwohl du dich ihm hättest entziehen können, das hast du selbst zugegeben.«

Alle Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen. »Hättest du das denn getan?«

»Hier geht es nicht um mich.« Früher war er ein Hitzkopf gewesen und hatte mehr als einmal dafür Prügel bezogen bis sich alles verändert hatte und seine Welt von einer Welle aus Schmerz, Blut und schrecklichem Leid hinweggespült worden war. »Deine mangelnde Selbstkontrolle hätte weit Schlimmeres auslösen können, das weißt du genauso gut wie ich.« Denn das war ja das...


Singh, Nalini
Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.



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