Singh | Geheimnisvolle Berührung | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 12, 448 Seiten

Reihe: Psy Changeling

Singh Geheimnisvolle Berührung


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8025-9204-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 12, 448 Seiten

Reihe: Psy Changeling

ISBN: 978-3-8025-9204-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Vergessen Sie alles, was Sie bislang zu wissen glaubten! Über Geheimnisse. Über Rache. Über Verlust und Schmerz. Der Tag der Abrechnung ist gekommen! Ein Roman, der die Welt der Gestaltwandler erschüttern wird - mit der schockierenden Antwort auf eine explosive Frage, die schon jetzt die Leserinnen in aller Welt in Atem hält. Die sensationelle Fortsetzung von Nalini Singhs Gestaltwandlerserie ist ein Muss für jeden Fan!



Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

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Kaleb Krychek war Kardinalmedialer mit telekinetischen Kräften, ein Mann, dem niemand gern allein im Dunkeln begegnete. Sieben Jahre, drei Wochen und zwei Tage hatte er seine Beute gejagt, selbst im Schlaf hatte sein Bewusstsein das geistige Netzwerk durchkämmt, das pulsierendes Herz und unentrinnbares Gefängnis der medialen Gattung war. Nicht einen Tag, nicht einmal eine Sekunde hatte er mit der Suche ausgesetzt oder gar vergessen, was ihm genommen worden war.

Wer immer darin verwickelt gewesen war, würde sterben müssen. Niemand würde Kaleb entkommen.

Doch im Augenblick hatten andere Dinge Vorrang: Die über Jahre gesuchte Person saß in einer Ecke eines fensterlosen Raums in seinem Haus am Rande von Moskau. Kaleb beugte sich vor zu ihr und hielt ihr ein Glas Wasser an den Mund. »Trink.«

Die Frau rückte nur noch weiter an die Wand, obwohl das kaum möglich schien, und zog die Knie noch höher. Seit er sie vor einer Stunde aus der Gefangenschaft befreit hatte, wiegte sie sich rhythmisch vor und zurück und sagte kein Wort. Ihr Haar war vollkommen verfilzt, ihre Oberarme waren von frischen Kratzern und alten Narben verunziert.

Noch immer maß sie höchstens knapp über einen Meter fünfzig … das vermutete er jedenfalls. Sicher konnte er nicht sein, denn schon vor der Teleportation hatte sie sich in dieser Kauerstellung befunden und war später nur noch mehr in sich zusammengekrochen. Die mitternachtsblauen Augen wichen seinem Blick aus, sobald er in ihr Blickfeld kam.

Die Frau senkte den Kopf, und die hüftlangen Haare – von Natur aus glänzend schwarz mit leuchtend rotgoldenen Strähnen – fielen stumpf und fettig über den Schädel mit seinen hohlen Wangen und hervorstechenden Knochen und der durchscheinenden, blassen Haut. Die Fingernägel waren abgekaut und trotzdem blutverkrustet – wahrscheinlich hatte sie sich dennoch heftig gekratzt, vielleicht auch jemand anderen oder auch beides.

Nun war auch klar, warum der Netkopf und der Dunkle Kopf sie nicht gefunden hatten, obwohl Kaleb ihnen so viele Informationen wie möglich gegeben hatte, um die Suche zu beschleunigen. Die beiden Wesenheiten kannten jeden Winkel des unendlich weiten geistigen Netzwerks, das alle Medialen mit Ausnahme der Abtrünnigen verband, doch sie hatten die Frau nicht wiedererkannt. Ohne den unzweifelhaften Beweis hätte nicht einmal er selbst es vermocht, obwohl er zur Teleportation in ihr Bewusstsein hatte eindringen müssen, denn sie war nicht mehr dieselbe, war nicht mehr das Mädchen, das er einst gekannt hatte.

Ob der verbliebene Rest ihrer Persönlichkeit mehr als nur eine zerbrochene Hülle war, ließ sich noch nicht beantworten.

»Trink, oder ich lass dich in deinem Dreck verkommen.«

Früher hätte sie darauf reagiert – aber wer konnte wissen, ob dieser Teil von ihr noch existierte. Die Akte, die er so sorgsam über die Jahre zusammengetragen hatte, die er immer wieder gelesen hatte, bis er im Schlaf hersagen konnte, was darin stand, war vollkommen nutzlos. Sie war nicht mehr das Mädchen mit dem glänzenden Haar und den Mitternachtsaugen, die unter die Haut drangen und erkannten, was sich dahinter verbarg.

»Scheint dir ja zu gefallen, wie ein Mülleimer zu stinken.«

Sie schaukelte schneller vor und zurück.

Vernünftig wäre es gewesen, so rasch wie möglich einen spezialisierten M-Medialen hinzuzuziehen. Doch das würde er auf keinen Fall tun. Er vertraute nur sehr wenigen Leuten, und in Bezug auf diese Frau traute er niemandem. Da er bislang nicht zu ihr durchgedrungen war, versuchte er etwas anderes, denn er hielt nie an Entscheidungen fest, die ihn nicht weiterbrachten.

»Deine Lippen sind aufgesprungen, und du hast seit mindestens vierundzwanzig Stunden nicht genügend Flüssigkeit zu dir genommen.« In dem Sekundenbruchteil, in dem er in den vollkommen weißen, durch eine Deckenleuchte in gleißendes Licht getauchten Raum teleportiert war, hatte er die zerbrochenen Flaschen und den feuchten Boden bemerkt.

Erst hatte er angenommen, die Helligkeit sei der normale Zustand, aber es konnte auch eine Strafe gewesen sein, der Versuch, ihren Willen zu brechen. Es sagte eine Menge über die Frau aus, die sich weigerte, mit ihm in irgendeiner Weise Kontakt aufzunehmen, und zeigte, dass ihr Wille nicht gebrochen war.

»Wenn du dich umbringen willst, ist Verdursten nicht das Einfachste«, sagte er und beobachtete sie aufmerksam, um nicht die kleinste Reaktion zu übersehen. »Oder bist du zu dumm, um das zu begreifen?«

Das rhythmische Schaukeln wurde noch schneller.

»Ich kann dich auch festhalten und dir Wasser in den Mund schütten. Dazu müsste ich dich nicht einmal berühren.«

Sie zischte nur, und es blitzte dunkelblau unter dem verfilzten Schopf auf.

Er zuckte nicht mit der Wimper, verriet mit keiner Bewegung die Befriedigung darüber, dass sie endlich reagiert hatte, wenn auch nicht mit Worten. »Trink. Ich bitte dich nicht noch einmal darum.«

Sie weigerte sich noch immer. Damit hatte er nicht gerechnet. Selbst wenn ihr Verstand gebrochen war, war sie doch nicht dumm, das war sie nie gewesen. Selbst die Lehrer hatten Schwierigkeiten gehabt, mit ihrer Intelligenz Schritt zu halten. Ihr musste doch klar sein, dass Widerstand zwecklos war. Kardinale TK-Mediale verfügten über unbegrenzte Kräfte. Ein Gedanke von ihm reichte, um ihr jeden Knochen im Leib zu brechen, oder sie zu Staub zu zermalmen, wenn es ihm gefiel. Und selbst wenn sie das nicht mehr begriff, musste sie doch bei der Teleportation bemerkt haben, über welche Kräfte er verfügte. In ihrer prekären Lage konnte sie darüber nicht hinwegsehen.

Sie blickte kurz das Glas an und biss sich auf die Lippen, griff aber nicht nach dem Wasser, das sie so dringend brauchte. Warum bloß?

Kaleb überlegte, in welchem Zustand er sie vorgefunden hatte. »Es enthält keine Betäubungsmittel«, teilte er einem Antlitz mit, in dem keine Spur von Wiedererkennen aufleuchtete, kein Anzeichen der Erinnerung an die letzte blutige Begegnung, bei der sie vor Schmerzen so laut und lange geschrien hatte, dass ihre Stimmbänder Schaden genommen hatten.

»Nur Spurenelemente und Vitamine, die du brauchst«, fuhr er fort, »aber nichts Betäubendes. Im Koma nutzt du mir nichts.« Er sah ihr fest in die Augen, als sie ihn endlich anblickte, nahm selbst einen großen Schluck und hielt ihr das Glas hin.

Nur eine Sekunde später griff sie zu. Noch bevor sie das erste ganz geleert hatte, teleportierte er schon ein zweites Glas aus der Küche. Sie trank auch das bis zur Neige aus. Mühelos ließ er die Gläser telekinetisch verschwinden und stand dann auf. »Willst du erst essen oder erst duschen?«

Mit zusammengekniffenen Augen starrte sie ihn an.

»Schön, dann entscheide ich für dich.« Er holte einen Teller mit Obst und eine Scheibe Brot, dick mit Butter und Honig bestrichen. So etwas würde er selbst nicht essen – wie die meisten Medialen ernährte er sich von Energieriegeln, denn Geschmack war eine starke Empfindung, die Silentium nicht zuträglich war.

Das Silentium seines Gastes war jedoch schon lange zerstört. Sinnesempfindungen konnten sie vielleicht aus dem geistigen Ödland holen, in das sie sich zurückgezogen hatte, in dem ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten begraben waren. Er teleportierte ein Messer, schnitt das Brot in kleine Stücke und setzte sich zu ihr, um ihr den Teller zu reichen. Über eine Minute rührte sie sich nicht, dann nahm sie ein Stück, aber nicht hastig, wie er es erwartet hatte, sondern wählte mit Bedacht aus.

Nicht die Wärter hatten sie hungern lassen. Es war allein ihre Entscheidung gewesen.

Wieder agierte er telekinetisch in der Küche, setzte Wasser auf und machte ihr einen Tee, der gerade warm genug war, dass sie ihn trinken konnte. Drei Teelöffel Zucker tat er hinein. Diesmal zögerte sie nicht, barg den Becher sofort an der Brust.

Ihr war offensichtlich kalt. Er drehte den Thermostat höher, obwohl es schon ordentlich warm war. Ihre einzige Reaktion war der Griff nach einem weiteren Stück Brot. Sie kaute langsam, schien ihn abzuschätzen. Man hätte leicht auf den Gedanken kommen können, dass sie doch nicht so gebrochen war, wie sie wirkte, dass sie alles nur spielte, aber die kurzen Momente in ihrem Bewusstsein hatten ihm etwas anderes vermittelt.

Sie war innerlich vollkommen zersplittert.

Sie schätzte ihn mehr mit einem Teil des Hirnstamms ab, wie ein Lebewesen, das nur wusste, wie sich Raubtier von Beute unterschied, Gefahr von Sicherheit. Auf einer solchen Ebene konnte er nichts mit ihr anfangen, aber es war immerhin besser als katatone Starre oder tatsächliche Gehirnschädigungen.

Ihr Gehirn war in Ordnung. Der Geist war gebrochen.

Er nahm einen Apfel, aber ihre Augen suchten die Trauben. Kaleb sagte nichts, legte den Apfel wieder hin und drehte den Teller so, dass sie an die Trauben herankam. Sie aß vier davon, trank einen Schluck Tee und hielt dann inne.

Ein halbes Brot, vier Trauben, zwei Glas Wasser und einen Schluck Tee.

Das war besser, als er erwartet hatte.

»Ich lasse dir das Essen da«, sagte er und stellte den Teller auf den kleinen Tisch am Bett. »Wenn du mehr willst, musst du dir etwas aus der Küche holen.«

Nun reagierte sie.

Das Schaukeln hatte erneut begonnen, als er aufgestanden war, doch sie hielt jedes Mal inne, wenn sie zuhörte. Zur Vorbereitung ihres Zusammentreffens hatte er medizinische Zeitschriften der M-Medialen gelesen, hatte auch Vorlesungen zu dem Thema...


Singh, Nalini
Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.



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