Simon | Helfen kann nur Dr. Herold | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1975, 100 Seiten

Reihe: Mami

Simon Helfen kann nur Dr. Herold

Mami 1975 - Familienroman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7409-5927-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Mami 1975 - Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 1975, 100 Seiten

Reihe: Mami

ISBN: 978-3-7409-5927-2
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami. Fröhlich winkte Mareike Ammann ihren Kolleginnen vom Wochenenddienst zu, als sie durch die große Empfangshalle des Städtischen Krankenhauses eilte. Vor ihr lag ein langes unbeschwertes Wochenende, auf das sie sich freute. Wegen des chronischen Personalmangels kam es nicht sehr häufig vor, daß Mareike zweieinhalb Tage hintereinander frei hatte. Trotzdem machte ihr die Arbeit als Krankenschwester Spaß, und der Verdienst war nicht übel. Mit dem Geld, das Mareikes Verlobter Mirko Wolff als Elektroinstallateur verdiente, konnte eine komfortable Mietwohnung bezahlt werden; außerdem blieb genügend Geld für Urlaub und andere Vergnügungen übrig. Mareike hatte ihren Mirko ein Jahr zuvor kennengelernt und sich sofort in den jungen Mann mit dem gewinnenden Lächeln verliebt. Vor etwa einem Vierteljahr hatte Mirko dann vorgeschlagen, sich richtig altmodisch zu verloben und zusammenzuziehen. Während Mareike ihren kleinen Wagen durch die Straßen lenkte, warf sie immer wieder einen Blick zur Uhr. Hoffentlich war Mirko nicht schon zu Hause, wenn sie kam. Sie wollte ihn nämlich mit einem tollen Essen überraschen, und dazu mußte sie noch zum Supermarkt. Als sie dann endlich die Wohnung erreichte, sah Mareike bereits im Flur, daß Mirko schon da war. Wie üblich hatte er seine Jacke achtlos auf die kleine Anrichte geworfen, und seine Schuhe standen mitten im Weg, so daß Mareike darüber hinwegsteigen mußte, um nicht zu stolpern. »Wo warst du denn so lange?« fragte er und nahm ihr freundlicherweise die schweren Einkaufstüten ab. »Mußtest du wieder länger in der Klinik bleiben?« »Nein, im Supermarkt war es so voll.« Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küßte ihn. »Schade, ich dachte, ich wäre mit dem Kochen fertig, wenn du heimkommst.« Er grinste breit. »Wenn unser Chef sich nicht erbarmt und uns alle etwas früher ins Wochenende geschickt hätte, wäre ich noch längst nicht zu Hause.

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Fröhlich winkte Mareike Ammann ihren Kolleginnen vom Wochenenddienst zu, als sie durch die große Empfangshalle des Städtischen Krankenhauses eilte. Vor ihr lag ein langes unbeschwertes Wochenende, auf das sie sich freute. Wegen des chronischen Personalmangels kam es nicht sehr häufig vor, daß Mareike zweieinhalb Tage hintereinander frei hatte.

Trotzdem machte ihr die Arbeit als Krankenschwester Spaß, und der Verdienst war nicht übel. Mit dem Geld, das Mareikes Verlobter Mirko Wolff als Elektroinstallateur verdiente, konnte eine komfortable Mietwohnung bezahlt werden; außerdem blieb genügend Geld für Urlaub und andere Vergnügungen übrig.

Mareike hatte ihren Mirko ein Jahr zuvor kennengelernt und sich sofort in den jungen Mann mit dem gewinnenden Lächeln verliebt. Vor etwa einem Vierteljahr hatte Mirko dann vorgeschlagen, sich richtig altmodisch zu verloben und zusammenzuziehen.

Während Mareike ihren kleinen Wagen durch die Straßen lenkte, warf sie immer wieder einen Blick zur Uhr. Hoffentlich war Mirko nicht schon zu Hause, wenn sie kam. Sie wollte ihn nämlich mit einem tollen Essen überraschen, und dazu mußte sie noch zum Supermarkt.

Als sie dann endlich die Wohnung erreichte, sah Mareike bereits im Flur, daß Mirko schon da war. Wie üblich hatte er seine Jacke achtlos auf die kleine Anrichte geworfen, und seine Schuhe standen mitten im Weg, so daß Mareike darüber hinwegsteigen mußte, um nicht zu stolpern.

»Wo warst du denn so lange?« fragte er und nahm ihr freundlicherweise die schweren Einkaufstüten ab. »Mußtest du wieder länger in der Klinik bleiben?«

»Nein, im Supermarkt war es so voll.« Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küßte ihn. »Schade, ich dachte, ich wäre mit dem Kochen fertig, wenn du heimkommst.«

Er grinste breit. »Wenn unser Chef sich nicht erbarmt und uns alle etwas früher ins Wochenende geschickt hätte, wäre ich noch längst nicht zu Hause. Was gibt es denn Schönes?«

»Wird nicht verraten.« Sie schob schnell die Einkaufstüten in die Ecke. »Während ich koche, könntest du etwas aufräumen.«

Mirko verzog das Gesicht. »Du weißt doch, daß mir Aufräumen nicht liegt – du kannst das viel besser als ich.«

»Schon gut, ich kümmere mich später darum«, gab sie gutmütig zurück. Auch, wenn sie sich oft genug über Mirkos Unordnung ärgerte –, richtig böse sein konnte sie ihm deswegen nicht. Er gehörte eben zu den Männern, denen es nichts ausmachte, wenn Kleidung auf dem Fußboden lag oder der Couchtisch im Wohnzimmer überfüllt war mit benutzten Gläsern, Zeitschriften und überquellenden Aschenbechern.

Obwohl Mareikes Beruf sehr anstrengend war und sie sich oft kaum noch auf den Beinen halten konnte, wenn sie Feierabend hatte, hatte sie stillschweigend die Rolle der Hausfrau übernommen.

Zufrieden ging Mirko zurück ins Wohnzimmer, um weiter fernzusehen. Mareike klapperte derweilen emsig mit den Kochtöpfen und gähnte unterdrückt. Nach dem Essen gab es noch jede Menge im Haushalt zu tun. Lieber hätte sie sich für eine Stunde hingelegt und geschlafen. Doch daran war nicht zu denken, denn ein ganzer Korb Bügelwäsche wartete im Schlafzimmer. Und am Samstag und Sonntag würde sie keine Lust mehr haben, die leidige Arbeit zu erledigen.

Mirko war begeistert von dem Sauerbraten, seinem absoluten Lieblingsgericht. Er behauptete sogar, daß Mareike dieser Braten besser gelang als seiner Mutter – und das sollte schon etwas heißen.

»Wir können nachher ja zur Multimedia-Ausstellung gehen«, schlug er nach dem Essen vor. »Da soll diese neue Videokamera vorgestellt werden.«

Mareike hob mit einer bedauernden Geste die Schultern. »Tut mir leid, das klappt heute nicht. Du weißt doch, was ich hier noch alles zu tun habe.«

Er verzog den Mund. »Das kannst du doch heute abend machen. Am Wochenende ist die Ausstellung hoffnungslos überfüllt.«

Mareike interessierte sich weniger für Technik, doch sie hätte Mirko trotzdem begleitet, wenn der Haushalt nicht gewesen wäre. Sie strich ihm zärtlich über den Arm und sagte: »Wenn du zurück kommst, bin ich mit allem fertig, und wir können uns einen gemütlichen Abend machen. Du erzählst mir, was du gesehen hast, dann habe ich einen kleinen Anteil daran.«

»Na schön«, sagte er wenig überzeugt. »Wenn du unbedingt putzen willst, kann ich dich wohl nicht daran hindern.«

Sie lachte. »Von wollen kann keine Rede sein, mein Schatz. Aber du möchtest doch schließlich am Montag nicht mit zerknittertem Overall zur Arbeit gehen.«

Nachdem Mirko die Wohnung verlassen hatte, gönnte sich Mareike noch eine Verschnaufpause. Sie blickte auf den Küchentisch mit dem schmutzigen Geschirr und seufzte. Manchmal beneidete sie Mirko darum, daß er ein Mann war und sich vor der Arbeit zu Hause drücken konnte.

*

Sie fuhr hoch, als die Wohnungstür geöffnet wurde. Verwirrt registrierte sie, daß sie eingeschlafen war, als sie sich mit einigen Wäschestücken zum Ausbessern hingesetzt hatte.

Mirko kam breit lächelnd ins Wohnzimmer und ließ sich in einen Sessel fallen. In der Hand hielt er einen Stapel bunter Prospekte, die er nun auf den Tisch warf. »Junge, Junge, da war vielleicht was los!«

Eilig legte Mareike die Wäschestücke in den Nähkorb zurück und fragte: »Hast du alles gesehen, was du sehen wolltest?«

Er nickte und tippte auf die Prospekte. »Und ob. Diese Kamera, von der ich dir erzählt habe, muß ich unbedingt haben. Damit ist Filmen ein Kinderspiel.«

»Aber du hast dich bisher nicht für selbst gemachte Videoaufnahmen interessiert«, warf sie verwundert ein. »Wozu brauchst du so ein Ding?«

Eifrig blätterte Mirko in den Prospekten und fand schließlich, wonach er gesucht hatte. »Hier, das ist die Kamera.«

Mareike beugte sich über den Tisch und erblaßte. »Aber die kostet ja ein Vermögen!«

»Dafür ist sie auf dem neuesten Stand der Technik«, gab Mirko zurück. »Hier, sieh doch mal die vielen Bedienungsknöpfe, ist das nicht phantastisch?«

Mechanisch nickte Mareike und erwiderte leise. »Wenn du die Kamera kaufst, wird kein Geld mehr für unseren Urlaub übrig bleiben.«

Er winkte lässig ab. »Na und? Dann verzichten wir eben darauf. Zwei Wochen im Süden vergehen sowieso viel zu schnell.«

»Aber ich…«, stammelte sie,

»… ich habe mich doch schon so darauf gefreut. Kannst du diese Kamera nicht später kaufen?«

»Kommt nicht in Frage! Hast du eine Vorstellung, wie viele Vorbestellungen es dafür gibt? Nein, nein, ich will einer der Ersten sein, der sie in den Händen hält.«

Mareike versuchte, ihre Enttäuschung hinunterzuschlucken. Da hatten sie monatelang jeden Pfennig eisern gespart – und jetzt wollte Mirko das Geld für den geplanten Urlaub anderweitig ausgeben!

»Überleg doch mal, was für tolle Aufnahmen wir in Zukunft machen können«, sagte Mirko, und seine Augen glänzten vor Begeisterung. »Damit kann ich vor all meinen Kollegen angeben.«

Erst jetzt schien er Mareikes enttäuschtes Gesicht zu bemerken. Er rutschte zu ihr auf die Couch, nahm sie in den Arm und bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. »Ich verspreche dir, daß wir mit dem nächsten ersparten Geld machen, was du willst. In Ordnung?«

Sie nickte mit einem gequälten Lächeln, der Urlaub lief ja nicht weg. Daß Mirko maßlos egoistisch war, kam ihr gar nicht in den Sinn – dafür liebte sie ihn viel zu

sehr.

*

»Was? Ihr verzichtet auf Mallorca, weil ihr euch eine Videokamera kaufen wollt?« fragte Schwester Anne mit fassungslosem Gesicht. »Das kann doch nicht dein Ernst sein!«

Natürlich wollte Mareike vor der Kollegin und Freundin nicht direkt zugeben, daß sie lieber in die südliche Sonne gefahren wäre. »Mirko sagt, daß diese Kamera der Renner der Saison ist.«

»Aha, Mirko sagt das.« Anne schüttelte den Kopf. »Und du? Hast du auch eine eigene Meinung?«

Zum Glück wurden die beiden Frauen von dem sympathischen, neuen Oberarzt Dr. Herold unterbrochen. Mareike hätte auch gar nicht gewußt, was sie hätte antworten sollen.

Doch Annes Worte gaben ihr zu denken. Es ging nicht um die verschiedenen Pläne, was mit dem Ersparten gemacht werden sollte, sondern darum, daß sie wieder einmal das Nachsehen hatte. Es war nicht das erste Mal, daß Mirko seinen Willen durchsetzte. Er verstand es großartig, Mareike die Dinge schmackhaft zu machen, die er haben wollte; und früher oder später gab sie immer wieder nach.

Sie folgte Anne schweigend ins Schwesternzimmer, um sich von der Oberschwester Anweisungen für einige Neupatienten geben zu lassen. Doch dann ärgerte sich Mareike über das, was Anne gesagt hatte. Schließlich ging es niemanden etwas an, wie sie und Mirko über ihr gemeinsames Geld entschieden.

*

Zu Mirkos Enttäuschung war die Videokamera vergriffen, und er mußte sich auf eine längere Lieferzeit gefaßt machen. Daß er und Mareike im Urlaub auf dem Balkon anstatt am Sonnenstrand sitzen würden, schien ihn nicht großartig zu stören.

»Wir können Ausflüge in die Umgebung machen«, schlug er vor, als Mareike einmal einwendete, wie trist doch die Stadt im Hochsommer wäre. »Schade, daß wir die Kamera dann noch nicht haben. Du wirst sehen, es ist gar nicht so schlecht, zu Hause Ferien zu machen.«

Mareike nickte tapfer. Sie wußte, daß sie die meiste Zeit mit Hausarbeiten verbringen würde, für die sonst zu wenig Zeit war.

Mirko schien zu merken, wie deprimiert seine Verlobte war, und verhielt sich sehr liebevoll. Er räumte sogar freiwillig seine Sachen selbst weg, zumindest für eine Weile – und Mareike konnte ihm nicht böse sein.

An...



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