E-Book, Deutsch, 150 Seiten
Simon / Eberling / Raue Kick-off Nachhaltigkeit
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-6796-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Startschuss für die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie
E-Book, Deutsch, 150 Seiten
ISBN: 978-3-7568-6796-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nachhaltigkeit ist die Herausforderung des Jahrzehntes. Kunden, Investoren, der Gesetzgeber und nicht zuletzt die eigenen Mitarbeiter verlangen dies oder setzen Nachhaltigkeitsinitiativen mittlerweile als Standard voraus. Viele Unternehmen wollen auch aktiv werden, wissen aber nicht, wie und wo sie starten sollen. Gerade der Mittelstand ist davon betroffen. Mit diesem Buch wollen wir einen Beitrag leisten, Unternehmen Wege zu zeigen, wie sie erfolgreich Nachhaltigkeitsinitiativen starten können. Dabei beleuchten wir die Felder der Strategieentwicklung, der ISO 26000 und das Berichtsformat des DNK. Operativ zeigen wir, welche Rolle Nachhaltigkeit bei Themen wie Verpackungen, Kunststoffen und in der HR spielen.
Robert Simon arbeitete nach seinem Studium zum Dipl. Betriebswirt (FH) mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Controlling in Führungspositionen im Personal- und Finanz- bzw. Rechnungswesen, u. a. als kaufmännischer Leiter in einem mittelständischen Handelsunternehmen und später als Führungskraft in der Zeitarbeit. Robert Simon kann auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Rekrutierung, Personalentwicklung / Weiterbildung, Unternehmenskultur, Personalvermittlung und Zeitarbeit zurückgreifen. Regelmäßige berufliche Fortbildungen, beispielsweise Wirtschaftsmediation, Unternehmenskultur, strategische Unternehmensplanung, CAS Studium Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeitsmanager (TÜV) runden sein Profil ab. Bei Expense Reduction Analysts ist Simon seit 2012 in den Bereichen Rekrutierung, Zeitarbeit, Outsourcing, Prozessoptimierung, Personalentwicklung, Mitarbeiterbindungskonzepte, Employer-Branding erfolgreich tätig. Neben der Kostenoptimierung legt Robert Simon den Fokus auf Transparenz, zuverlässige und passgenaue Rekrutierung, Verbesserung der Besetzungsqualität, Mitarbeiterzufriedenheit und Prozessoptimierung.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
3. Das Berichtsformat Deutscher Nachhaltigkeitskodex
Claus Eberling
Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig?
Seit der Veröffentlichung des Berichtes „Die Grenzen des Wachstums“ im Jahr 1972 des Club of Rome mu¨ssten wir alle wissen, dass wir bewusster mit unserer Erde und ihren Ressourcen umgehen mu¨ssen. In den letzten Jahren zeigen uns die Unwetter, die schmelzenden Gletscher, die trockenen Sommer in Mitteleuropa, dass sich unser Klima wandelt. Bereits seit 1961 berechnet das Global Footprint Network mit dem „Earth Overshoot Day“, den Tag im Jahr, ab dem alle Menschen3 auf der Erde mehr Ressourcen verbraucht haben, als fu¨r ein ganzes Jahr reichen sollte. Noch nie fiel dieser Tag auf so ein fru¨hes Datum wie im Jahr 2022: der 28. Juli. Es wurde schon viel geändert, aber die bisherigen Schritte reichen bei Weitem noch nicht aus. All dies zeigt auf, dass alle Organisationen und nicht nur die Unternehmen, welche ihre gesellschaftliche Verantwortung u¨bernehmen, zur nachhaltigen Entwicklung beitragen mu¨ssen4. Dabei unterliegt die gesellschaftliche Verantwortung großen Veränderungen. In fru¨heren Jahrhunderten musste das Überleben durch Nahrungsmittelversorgung, sichere Unterbringung, Hygiene etc. sichergestellt werden. Mit der Industrialisierung kamen viele soziale Maßnahmen wie Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung hinzu. In den letzten Dekaden sind weitere Themen wie die Menschenrechte, Umweltaspekte, Konsumentenschutz und Bekämpfung von Betrug und Korruption von gesellschaftlichen Gruppen und der Politik adressiert worden. In den letzten Jahren gab es neue und stärkere Einflu¨sse auf die globale Entwicklung, beispielhaft sollen genannt sein: Globalisierung mit weltweiter Arbeitsteilung, weiteres Bevölkerungswachstum, Hungersnöte, Finanzkrise, Corona-Pandemie, Verteilungskämpfe um Wasserressourcen und Rohstoffe etc. Auf der anderen Seite wächst die Welt durch die erhöhte, weltweite Mobilität und neue, digitale Kommunikationswege zusammen. Es wird eine nie da gewesene Menge an Daten mit großer Geschwindigkeit ausge tauscht und es werden unglaublich viele Adressaten in ku¨rzester Zeit erreicht. Diese massiven Veränderungen und Krisen zeigen uns, dass alle gesellschaftlichen Gruppen und Akteure ihre Verantwortung wahrnehmen mu¨ssen. Weiterhin werden heute alle Organisationen viel stärker von Konsumenten, Kunden, Spendern, Investoren und Eigentu¨mern beeinflusst. Wie gehen wir, wie gehen die Organisationen mit dieser gesellschaftlich notwendigen Verantwortung um? In meinem Studium der Ökonomie während der zweiten Hälfte der 80’er Jahre habe ich gelernt, dass das wichtigste Unternehmensziel die Erhaltung des Unternehmens und deren Weiterentwicklung als Basis fu¨r die Zukunft ist und dafu¨r als Unterziel die Gewinnmaximierung herangezogen wird. Auch damals wurden bereits weitere Ziele im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung von uns diskutiert und es gab erste Theorien diese weiteren Ziele in der Unternehmensplanung zu beru¨cksichtigen. Mit dem 3-Säulen-Modell wird die gesellschaftliche Verantwortung der Nachhaltigkeit auf eine sehr breite Basis gestellt und dabei sehr gut umsetzbar und nachvollziehbar [siehe Kapitel Nachhaltigkeit – Was heißt das eigentlich?].5 Es geht nicht darum, nur eine Säule zu optimieren, z. B. die ökonomische Säule mittels der Gewinnmaximierung. Nein, es sollen alle drei Säulen gleichzeitig und im Gleichklang optimiert werden, sodass das Dach des Gebäudes „die Nachhaltigkeit“ von allen drei Säulen gleichmäßig getragen wird: Ökonomie plus Ökologie plus Soziales. Hinter den Säulen befinden sich viele Kriterien, welche gepru¨ft und weiterentwickelt werden sollen, um der nachhaltigen Verantwortung gerecht zu werden. Dies zeigt sich auch in der 2015 von der Weltgemeinschaft verabschiedeten Agenda 2030, um ein menschenwu¨rdiges Leben fu¨r alle zu ermöglichen mit gleichzeitiger, dauerhafter Bewahrung der natu¨rlichen Lebensgrundlagen.6 Um dies zu erreichen, wurden 17 Ziele, die Social Development Goals (SDGs) formuliert, welche die o. g. drei Säulen sowie spezifischen Handlungsfelder betreffen. Diese 17 SDG-Ziele finden sich auch im „Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) Bericht“ wieder. Weshalb ist die Erstellung eines DNK-Berichtes für das Unternehmen sinnvoll und notwendig?
Die Umsetzung der Nachhaltigkeit heißt das Durchlaufen des klassischen Prozesses mit Analyse des Status quo, Ableitung von Maßnahmen und Zielen, Umsetzung, Soll/Ist Vergleichen und daran anschließend weiteren Optimierungsprozessen. Der DNK-Bericht ist ein bewährtes Instrument, welches auf Erfahrungen aus der Praxis basiert, um Organisationen aufzuzeigen, wo sie bei der Nachhaltigkeit stehen, Hinweise zu geben, was unternommen werden mu¨sste und um die gesetzlichen Anforderungen zu erfu¨llen.7 Hierbei ist das Ziel ein integriertes sowie glaubwu¨rdiges Nachhaltigkeitsmanagement aufzubauen und zu leben. Bisher wurden 2.221 DNK-Erklärungen von 883 Unternehmen abgegeben (Stand 13. September 2022). Der DNK-Bericht beinhaltet 20 qualitative Kriterien mit spezifischen, quantitativen Leistungsindikatoren, welche die SDGs widerspiegeln, und auf den Rahmen von Unternehmen abgestimmt sind. Bei der Bearbeitung der Kriterien inkl. der Leistungsindikatoren wird automatisch klar, wo das Unternehmen mit seiner Organisation steht und wo es Handlungsfelder gibt. Und ich will auf weiterfu¨hrende positive Aspekte bei der Erarbeitung des DNK-Berichtes sowie der nachhaltigen Handlungsfelder hinweisen: Das Unternehmen wird attraktiver fu¨r neue Mitarbeiter, die bestehende Belegschaft wird loyaler, die Anspruchsgruppen wie Investoren, Kreditgeber, Kunden, Politik etc. bewerten das Unternehmen positiver und unternehmensinterne Prozesse werden hinterfragt sowie optimiert. Insgesamt wächst das Image des Unternehmens mit entsprechenden positiven Folgen. Das Unternehmen zeigt mit dem Nachhaltigkeitsbericht seine Daseinsberechtigung auf und trägt mit der Erarbeitung von Produkten und Dienstleistungen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zur langfristigen Unternehmenssicherung bei. Mit dem Jahresabschluss fu¨r das Jahr 2017 mu¨ssen kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und Bilanzsumme von 20 Mio. € oder Umsatzerlösen von 40 Mio. € sowie haftungsbeschränkte Personengesellschaften und Genossenschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern nach dem CSRRUG (Corporate Social Responsibility-Richtlinie Umsetzungsgesetz) im Rahmen der Lageberichterstattung zu wesentlichen nicht finanziellen Aspekten Bericht erstatten, diese werden im DNK-Bericht entsprechend bearbeitet. Spätestens mit der Berichtsperiode des Jahres 2026 mu¨ssen Unternehmen, die an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen zwei der drei folgenden Kriterien erfu¨llen: eine Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. €, einen Nettoumsatzerlös von mehr als 40 Mio. € erzielen und mehr als 250 Mitarbeiter einen Bericht erstellen. Man schätzt, dass der Kreis der betroffenen Unternehmen von heute ca. 500 auf zuku¨nftig 5.000 in Deutschland wachsen wird.8 Alternative Berichtsformate – eine Übersicht
Organisationen haben sehr viele Möglichkeiten ihre Nachhaltigkeitsleistungen zu dokumentieren. Wir werden hier nicht alle Formate beru¨cksichtigen können, wollen aber eine Übersicht der wichtigsten Varianten zur Verfu¨gung stellen. In Deutschland haben sich u. a. zwei regionale Berichtsformate etabliert: Die WIN-Charta wurde als Instrument im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Wu¨rttemberg entwickelt. In Bayern gibt es die Möglichkeit sich am Umwelt- und Klimapakt zu beteiligen. International ist die Global Reporting Initiative (GRI) zu nennen, welche als Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gegru¨ndet wurde. Sie hat sich international als Standard fu¨r Nachhaltigkeitsberichte und als wertvolle Orientierungshilfe fu¨r andere Formate bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung etabliert. Die SDGs mit ihren 17 politischen Zielsetzungen der UN fu¨r die nachhaltige Entwicklung haben wir bereits erwähnt und sind weltweit anerkannt. Die European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) hat ein System von Leistungsindikatoren europaweit etabliert, welches zur Nachhaltigkeitsberichterstattung genutzt werden kann. Ausgangspunkt sind quantitative Indikatoren, wie Umweltverträglichkeit, Gesundheit und Sicherheit von Produkten, Nutzung erneuerbarer Energiequellen, Fehlquoten von Mitarbeitern, Korruption, Kundenzufriedenheit, Umsatzanteil neuer Produkte etc., um Unternehmen fu¨r Investoren besser vergleichen zu können. Das Zentrum fu¨r Nachhaltige Unternehmensfu¨hrung (ZNU) ist ein integrierter Managementprozess der Universität Witten/ Herdecke zum nachhaltigen Wirtschaften von Organisationen mit anschließender Zertifizierung. Die DIN 26000 wurde bereits zur Herleitung der Wichtigkeit der Nachhaltigkeit herangezogen und stammt aus dem Jahr...




