Silver | Yuna und das Bandagenmädchen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten

Reihe: Eternal Shadows Chroniken

Silver Yuna und das Bandagenmädchen


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7565-9573-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten

Reihe: Eternal Shadows Chroniken

ISBN: 978-3-7565-9573-0
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Mit der Atmung kommt Stille. Der Klang der Stille webt den Zauber«, flüsterte Yuna. Ihr Herzenswunsch führt Yuna in den Norden des sagenumwobenen Kontinents Ferune. Sie möchte lernen, Magie zu weben. Auf der Mihosane Akademie für Magisches und Anormales findet sie den Anschluss und die Freundschaft, welche sie ihr Leben lang missen musste. Um die nötigen Münzen für ihre Laufbahn aufbringen zu können, nimmt sie ein Jobangebot an, das viel zu gut scheint, um wahr zu sein. Nachts soll sie ein krankes Mädchen hinter einer Laborscheibe beobachten. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, welches Übel sich hinter dem Bandagenmädchen und ihrem Grimoire verbirgt. Durch ihr Doppelleben entsteht schnell Chaos, das nicht weniger als dazu im Stande ist, ihr Leben für immer zu verändern.

Hinter dem Autorensynonym Michael Silver verbirgt sich der österreichische Autor Michael Silberschneider. Sein Debüt feierte der Autor im Jahre 2021 mit 'Eternal Shadows - Die magische Träne'. Seitdem arbeitet er hauptsächlich an der Chroniken-Reihe zum Eternal Shadows Universums - die Lore-akkurate Buchreihe.
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Das Mädchen, das vom Himmel fiel


Die sanft vibrierende Fensterscheibe hatte sie zuerst in den Schlaf gewogen. Die Strecke des Zuges wurde in der letzten halben Stunde holpriger.

Sie hatte geträumt, nicht nur irgendeinen Traum. Oft hatte sie den Start ihres Abenteuers im Schlaf erneut durchlebt. Ihr Hirn hatte es noch nicht zur Gänze verarbeitet. Dabei war es schon einen halben Erntewechsel her, seitdem ihr mithilfe dieser Fremden die Flucht gelungen war.

Darauf war sie ein Stückchen weiter in den Norden gezogen. Bei ihrer Freundin Ayako hatte sie Schutz gesucht, ein Heim gefunden. Drei Monde war sie geblieben, hatte sich danach aufgepäppelt und mit den nötigen Utensilien im Koffer aufgemacht, ihren Traum zu verfolgen. Nun war sie auf der besten Schiene.

Sie öffnete ihre Augen und beachtete kurz den Fettfleck, den ihre Stirn auf der Scheibe hinterlassen hatte. Schnell zog aber die Außenwelt den Fokus auf sich.

Die Zugstrecke verlief durch einen dichten Dschungel. Die Vegetation verwehrte eine weite Sicht. Etwas bereitete es ihr schon Sorgen, dass zwischen den Schienen und dem Dickicht nicht einmal ein dünner Grünstreifen zu sehen war. Die halbe Zeit schlugen Blätter gegen den Zug.

Das Ganze gefiel ihr nicht und so zog sie eine Zeitung unter ihrem Sitz hervor. Sie beschloss, zu lesen. Das würde ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

Wie der Zufall es so wollte, handelte es sich um ein regionales Schriftstück. Sie würde sich also schon ein wenig in die Gegend einlesen können.

»Konflikt eskaliert ...«, lass sie die Schlagzeile. »... Zwielichtzone leidet unter den Machtfantasien von Prinzessin Luana.«

Sie blätterte weiter. Ganze acht Seiten berichteten vom Kriegsgeschehen im Meeresgrenzgebiet zwischen Kanterra und Ferune. Ein Glück war sie davon relativ weit entfernt.

Die Zeitung behandelte außerdem Themen wie den Anstieg der Preise für Magie, Engpässe an Ressourcen, die wegen dem Krieg eingezogen wurden und so anderswo fehlten und so weiter.

Sie schloss das Magazin. Nicht einmal Horoskope konnte sie darin finden. Nicht das sie daran glaubte, sie las sie nur gerne. Es erheiterte oft ihr Gemüt.

Als sie wieder durch das dreckige Fenster sah, traute sie ihren Augen nicht. Gewiss hatte sie sich über das Folgende informiert, doch verblieb sie im Unglauben, bis zu diesem Moment, in dem sie es selbst sah.

Wie als hätte jemand eine Heckenschere angesetzt endete der Dschungel abrupt. Es war eine glatte Kante zwischen den Urwaldriesen und der Grasebene, worüber der Zug jetzt donnerte.

Keine Pflanze hier reichte einem Menschen über die Hüfte hinaus. Vereinzelt traute sich ein mutiges Gestrüpp auf diese Höhe zu wachsen. Dies war aber die Seltenheit.

Sie stand auf und spähte durch das Zugfenster. Wie in den Erzählungen ragten haushohe Kegel in regelmäßigen Abständen vom Boden empor. Sie waren nicht von natürlichem Ursprung. Das konnte man klar sehen. Die Oberfläche erschien zu glatt. Jeder Kegel war mit einer anderen Farbe bemalt.

Sie versuchte, einen Eingang zu erkennen. Die Konstrukte hatten aber scheinbar keinen. Betreten konnte man sie also nicht.

Es waren Hunderte oder gar Tausende. Willkürlich schienen sie nicht platziert worden zu sein. Da war sie sich sicher, auch wenn es ihr schwerfiel, ein Muster auszumachen.

Sie wusste, dass es Erntemaschinen für Magie waren. Womöglich wurden sie jeweils auf einem besonders magiereichen Stück Land platziert? Sie wusste zu wenig über diese Technologie, um sich diese Frage selbst zu beantworten.

Ohne Zweifel setzte aber nach so ungefähr fünfzehn Minuten Fahrtzeit ein gewisser Missmut ein. Das Erdreich so auszubeuten, erschien erstmal falsch.

Ob sie bei dieser Ansicht bleiben würde, war eine Frage, die mehr Nachdenkzeit bedarf.

Ihre Gedanken wurden Schal und Rauch, als sie eines dieser Tiere erblickte. Diese Kreatur war so groß wie eine Scheune. Von der Statur her hatte es etwas von einem Mastschwein. Die Hauer ähnelten aber einem Warzenschwein und die Behaarung kam der eines Büffels gleich.

Hinter sich her zog es einen Karren. Im Grunde war es ein großer Würfel mit zwei Rädern an jeder Seite.

Scheinbar geschah dies ohne das Zutun eines Reiters oder Kutschenführers. Was auch immer dieses Tier transportierte, es tat es selbstständig. Möglicherweise war es aber auch nur besonders gut abgerichtet.

Sie sah gespannt aus dem Fenster, als die Gleise genau neben dem Tier vorbeiführten. Zu ihrer Freude wartete es, bis der Zug passiert war. Muskulös genug, um den Zug entgleisen zu lassen, wirkte es ohne Frage. Sie atmete aus und setzte sich wieder.

Diese Kreaturen schienen selten zu sein. Zumindest war nur dieses eine Individuum auf der großen Ebene zu sehen. Nur durfte sie nicht vergessen, dass sie nur eine Seite des Zuges einsehen konnte und hinter den riesigen Magieerntern konnten sich theoretisch auch weitere verbergen.

Diese Gedanken beschäftigten sie nur kurzweilig, denn der Zug fuhr in die Stadt ein. Der veränderte Untergrund sorgte für eine angenehmere Fahrt. Trotzdem hatte sie bereits einen flauen Magen. Das Ziel ihrer Reise war aber so nah, dass sie einfach die Zähne zusammenbiss.

Die Stadt schien ihr recht verwinkelt, als sie aus dem Fenster sah. Sie bekam aber wie gesagt nur die Hälfte mit.

Als die Fahrt dann endlich ein Ende am einzigen Bahnhof weit und breit fand, stolperte sie schnell nach draußen und schnappte nach Luft.

Jeder Atemzug fühlte sich wie Balsam an. Trotzdem atmete sie langsam, denn jegliche zu heftige Reaktion, würde den Brechreiz wiederbringen. Sie setzte sich erst einmal auf eine Bank.

Dies war die Endstation. Sie würde sich also nicht beeilen müssen, um zum Kofferwagon zu schreiten. Nur ein paar Minuten wollte sie sich geben, um runterzukommen.

Die Luft schmeckte frisch und rein, aber auch nicht. Irgendetwas roch dort, das sie nicht im Stande war, zuzuordnen.

Nach ein paar Minuten sprang sie auf und spazierte zum ersten Wagon hinter dem Fahrerwagen.

Da sie sich Zeit ließ, waren die meisten Fahrgäste bereits mit ihren Gepäckstücken aufgebrochen. Ihr Koffer stand sogar schon am Bahnsteig. Eine Ausweiskontrolle würde wohl genügen.

»Miss Akane.« Der Schaffner sah lange auf ihren Ausweis. »Willkommen in Lingo-Stadt.«

»Vielen Dank.« Yuna setzte ein breites Lächeln auf. Es war nicht einmal gespielt. Sie freute sich, hier zu sein.

Ein neues Kapitel in ihrem Leben brach soeben an und sie war gewillt, die ersten Zeilen mit einem Strahlen in den Augen zu schreiben.

Demnach nahm sie ihren Koffer, »Auf Wiedersehen.« , und schickte sich auf den Weg.

Als sie den Bahnhof verließ, war das Erste, das sie bemerkte der kühle Wind, der durch die kurvenreichen Straßen wehte. Sie zog sich die Kapuze ihres lilafarbenen Hoodies über den Kopf.

Sie zog einen Stadtplan aus der Seitentasche und öffnete diesen. Dass keine der Routen geradeaus führte und Kreuzungen mit rechtem Winkel nicht darauf zu finden waren, erleichterte die Orientierung nicht. Sie verglich die Straßenführung gerne mit einer Portion Spagetti Nudeln.

Ihr fielen die großen Löcher auf, die ab und an neben der Straße klafften. Es handelte sich hierbei um Höhleneingänge. Das Ende dieser Höhlen oder die maximale Tiefe sah Yuna nicht.

Aber sie wusste, dass sie überall in der Stadt zu finden waren. Ihre Bücher erzählten von einem riesigen Höhlensystem unter dem Gebiet.

Ob dies stimmte, war ihr nicht bekannt. Zugegeben waren es eher urbane Mythen, denen sie hier Glauben schenkte.

Ein Weilchen später kam sie bei einer Menschenansammlung vorbei. Diese war so klein, dass sie wenig Lärm machte, aber groß genug, sodass man sie beim Vorbeischreiten nicht zu übersehen vermochte. Auf den Schildern standen Ausrufe geschrieben.

Ein Kloß bildete sich in Yunas Hals.

Diese Menschen waren Protestanten, die ihren Unmut gegen das Weben von Magie zum Ausdruck brachten.

Sich nichts anmerkend lassend, ging sie schnell an der Ansammlung vorbei.

Ihr Lebensziel war schließlich konträr zu den hier laut gemachten Ansichten und Meinungen. Sie wollte Magieweberin werden. Das war ihr großer Traum.

Nach gewisser Zeit kam sie sogar gut mit dem Stadtplan zurecht. Sie folgte ihm zu einer nahen Kutschenhaltestelle. Diese lag auf einer Anhöhe angrenzend an den Bahnhof.

Yuna setzte sich auf die Bank der Haltestelle und wartete. Schnell wurde sie hibbelig und öffnete ihren Koffer. Sie suchte nach dem Schreiben, das ihr mitgeteilt hatte, dass sie angenommen wurde.

Dank der Ordnung in ihrem Gepäck fand die das Pergament schnell und faltete es auseinander. Sie überflog den Text. Sie war definitiv an der richtigen Haltestelle.

Trotzdem verlies sie die Sorge nicht. Was wenn sie etwas falsch gemacht hatte? War es der korrekte Tag und die rechte Uhrzeit? Sie prüfte alle Parameter mehrfach. Nichts deutete auf einen Fehler hin.

Sie beschloss, zu warten und auf ihren Fingernägeln zu kauen. Abwechselnd verbrachte sie die Zeit vor der Haltestelle und darin. Das kleine Gebäude war geformt wie ein runder Pavillon mit zwei Ein- beziehungsweise Ausgängen an jeder Seite.

Merkwürdig war nur, dass es an einem der Durchgänge gute drei Zwerge weit nach unten ging. Ein Schutzgeländer oder ein Warnhinweis fehlte gänzlich.

Das machte ihr aber die kleinste Sorge und so wartete sie und spielte an ihrem Rock herum, bis endlich etwas sie aus der Starre riss.

»Seht mal die da.«

Yuna sah auf. Da kamen Personen auf die Haltestelle zu. Ihre Augen wurden groß. Sie hatten Gepäck dabei. Noch dazu waren sie in ihrem...



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