Silver | Wild Side | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 475 Seiten

Reihe: Rose Hill

Silver Wild Side


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2516-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 475 Seiten

Reihe: Rose Hill

ISBN: 978-3-7363-2516-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SIE HASSEN SICH LEIDENSCHAFTLICH -
UND KÖNNEN DOCH DIE FINGER NICHT VONEINANDER LASSEN

Tabitha liebt ihren kleinen Neffen über alles, und als sie Gefahr läuft, das Sorgerecht für ihn an ihren größten Feind Rhys Dupris zu verlieren, greift sie zu extremen Mitteln - sie heiratet ihn. Einen Mann, der so schweigsam wie geheimnisvoll ist, manchmal für Wochen verschwindet, dann mit Verletzungen wieder nach Rose Hill zurückkehrt und nicht darüber reden will. Doch als sie unter einem Dach leben, entdeckt Tabitha auch eine andere Seite an Rhys, eine liebevolle und fürsorgliche. Und das macht es immer schwerer für die junge Frau, ihren Ehemann zu hassen, und sehr leicht, sich in ihn zu verlieben ...

»Elsie Silvers Schreibstil ist eine wahre Offenbarung!« ALI HAZELWOOD

Band 3 der ROSE-HILL-Reihe von TIKTOK-Sensation und SPIEGEL-Bestseller-Autorin Elsie Silver



Elsie Silver ist eine kanadische Autorin, die mit ihrer Familie in Vancouver lebt. Sie liebt Kochen, Reisen und Zeit mit ihren Jungs zu verbringen. Elsie schreibt moderne und spicy Small-Town-Liebesgeschichten und liebt einen guten Book-Boyfriend sowie starke Heldinnen, die sie in die Knie zwingen.

Silver Wild Side jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. Kapitel


RHYS

Ich höre, wie es an der Tür klingelt. Und bleibe sitzen. Was auch immer sie mir da verkaufen wollen, ich will es nicht.

Also zappe ich weiter lustlos durch die Fernsehkanäle. Nach Ted Lasso fällt es mir schwer, mich auf etwas anderes einzulassen, und da ich wegen einer Verletzung nicht trainieren kann, langweile ich mich zu Tode.

Jetzt klopft es sogar dreimal kräftig an die Tür. Doch ich habe immer noch keinen Bock, sie zu öffnen. Schließlich bin ich hierher aufs Land gekommen, um allein zu sein, also tue ich so, als hätte ich nichts gehört. Hausierer ziehen schließlich immer irgendwann weiter.

Dieser hier allerdings nicht.

Jetzt klopft es fünfmal.

Wütend stehe ich auf und gehe durch den Wohnraum nach vorn, wobei ich den scharfen Schmerz in meinem Knie ignoriere.

»Was auch immer es ist, ich bin nicht inte…« Ich reiße die Tür auf und sehe … niemanden. Freier Blick auf die Straße.

»Hi. Ich bin Tabitha«, sagt eine feste Stimme, und ich senke den Kopf in die Richtung, aus der sie kommt. »Rhys, richtig?«

Vor mir steht eine Frau. Sie hat dunkles, fast schwarzes Haar. Onyxfarbene Brauen, zusammengekniffene schokoladenbraune Augen mit dichten Wimpern. Sie ist klein – was die meisten Leute im Vergleich zu mir sind –, aber ihre Körperhaltung lässt sie größer erscheinen.

Sie hat das, was man wohl »Präsenz« nennt.

Ich sage nichts, doch sie streckt trotzdem die Hand aus, um meine zu schütteln. Ohne unhöflich sein zu wollen, schaue ich darauf hinab und frage mich, was zum Teufel sie wohl von mir will. Dieses Haus hier ist mein sicherer Rückzugsort. In Kanada kennt mich niemand.

Hier in Emerald Hill lassen die Leute mich in Ruhe.

Und genau so mag ich es.

»Hi? Hallo?« Sie streckt erneut die Hand aus und erinnert mich so daran, dass ich immer noch hier stehe und sie wortlos anstarre. »Falls du kein Englisch sprichst, kann ich noch ein halbwegs passables Französisch anbieten. Ansonsten hole ich mein Handy raus, damit es übersetzt.«

Meine Lippen werden schmal, und ich ergreife ihre kleine Hand. »Ich spreche Englisch«, murmle ich, als unsere Blicke sich erneut begegnen. »Hatte bloß niemanden erwartet.«

Ich kann die Schwielen an ihrer Hand spüren, als sie meine drückt. Fest. Es ist ein guter, ordentlicher, ehrlicher Händedruck. »Wer mag es nicht, überrascht zu werden, hm?«

»Ich. Ich mag keine Überraschungen.«

Sie sieht mich nach wie vor an, so als würde sie mich mustern – abschätzen, ob ich es wert bin. Was genau ich wert sein soll, kann ich allerdings nicht sagen.

Immer noch blicken wir uns händeschüttelnd an, auch wenn diese Geste sich mittlerweile deutlich länger hinzieht als nötig.

»Nun, Überraschung!«, ruft sie plötzlich. »Ich bin die Schwester deiner neuen Mieterin. Ich helfe ihr gerade nebenan beim Einzug und muss kurz mit dir reden, solang sie weg ist.«

Blinzelnd lasse ich die Hand sinken. Ihr Tonfall vermittelt mir das Gefühl, als hätte ich irgendwas angestellt. Dabei wollte ich in der anderen Hälfte des Doppelhauses doch bloß jemanden haben, der mich möglichst in Frieden lässt und sich um alles kümmert, wenn ich nicht hier bin. Und jetzt habe ich eine kleine Terrorschwester vor der Tür stehen, die aussieht, als wollte sie mich ins Kreuzverhör nehmen.

»Wie wär’s, wenn du mich reinlässt? Wir klären, was wir klären müssen, und schon bist du mich wieder los.«

Jetzt lächelt sie.

Und dieses Lächeln ist wirklich blendend. Nicht unterwürfig oder schüchtern, nein, es ist eine Waffe, und diese Frau weiß genau, was sie tut, als sie diese jetzt auf mich richtet.

Vorhin habe ich nichts gesagt, weil ich automatisch misstrauisch bin, wenn fremde Leute vor meiner Tür stehen. Jetzt sage ich nichts, weil mein Hirn einen Kurzschluss hat und meine Augen beschäftigt sind. Sie wandern über glänzende dunkle Haare, braune Haut und geschwungene Hüften.

Ja. Tabitha, die Schwester meiner neuen Mieterin, ist heiß, sieht aus, als glaubte sie, ich könnte ein paar Leichen im Keller haben, und weiß, wie man einem die Hand schüttelt.

Irgendwie gefällt mir das.

Also trete ich beiseite und bedeute ihr reinzukommen.

Mit einem Mal wirkt sie sanfter. Ein erleichtertes Lächeln gleitet über ihre vollen Lippen, und sie wischt sich nervös die Hände an ihrer Jeans ab. Mit einem Kopfnicken und einem leisen »Danke« tritt sie ins Haus und streift die Sandalen von ihren Füßen.

Ich erwidere ihr Nicken und weise mit der Hand Richtung Küche. Die Fenster auf der hinteren Seite meines Hauses gehen auf den See hinaus. Die Aussicht ist der Hammer, und ich kann verstehen, dass sie stehen bleibt, um sie zu bewundern.

»Das ist wunderschön.«

Ich betrachte ihr Profil, wobei ich mir gar nicht erst die Mühe mache, mein Interesse zu verbergen. Ihre Schultern sind gestrafft, die vollen Lippen leicht geöffnet. »Ja, das ist es.«

Mein Blick bleibt an ihrem Mund hängen, der sich zu einem verschlagenen Lächeln verzieht, als sie sich jetzt mit einer hochgezogenen Augenbraue zu mir umdreht und ihren Blick genauso offensichtlich über mich gleiten lässt, wie ich es gerade bei ihr getan habe.

»Ein Mann weniger Worte, hm?«

»Möglich«, erwidere ich und wende mich zum Kühlschrank. »Was zu trinken?«

»Danke, aber so lange bleibe ich nicht.« Ich kann die Belustigung in ihrer Stimme hören, während sie sich auf einen Hocker an der Kücheninsel setzt.

Ich nehme mir eine kleine Flasche Mineralwasser, öffne sie und lehne mich gegen die Anrichte, sodass ich Tabitha ansehen kann. Sie legt die Hände auf die Granitplatte, verschränkt die Finger und presst die Lippen zusammen.

»Also …«, sagt sie, und ich warte.

Und warte.

Ihr Blick folgt der Bewegung meiner Hand, als ich einen Schluck Wasser trinke. Dann verschränke ich die Arme vor der Brust und sehe Tabitha an.

»Also«, wiederhole ich mit einem leichten Zucken um die Mundwinkel.

Sie atmet hörbar ein und richtet sich ein wenig auf. Kurz schaut sie zur Seite, dann wieder zu mir. »Ich komme gleich zur Sache. Erika hatte es nicht immer leicht. Es ist nicht an mir, ihre Geschichte zu erzählen, aber ich muss einfach wissen, ob sie und ihr Sohn Milo hier sicher sind.«

Ich verlagere mein Gewicht ein wenig. »Okay. Ich lebe eigentlich im Ausland und bin nur hin und wieder mal hier. Aber es gibt eine Alarmanlage.«

»Das meinte ich nicht.« Sie beißt sich auf die Unterlippe und seufzt. »Hör zu, mir ist klar, dass ich hier eine Grenze überschreite, aber meiner Schwester geht es endlich halbwegs wieder gut, und ich weiß nicht, was sie …« Sie stöhnt und fährt sich durch die Haare. »Ich hasse mich selbst dafür, dass ich es anspreche, und Erika würde mich umbringen, aber … falls du irgendwas Stärkeres als Paracetamol im Haus hast, könntest du es bitte irgendwo lagern, wo es niemand findet?«

Meine Brauen sinken nach unten, und ich beuge mich vor. »Was?«

»Rezeptpflichtige Medikamente. Ich möchte nur sichergehen, dass sie nichts davon in die Finger bekommt.«

»Sie wohnt nebenan. Nicht hier bei mir.«

Tabitha zuckt mit den Schultern und blickt wieder zur Seite. »Sie ist charmant und wunderschön und endlich wieder auf Spur. Sag niemals nie.«

Diese Frau hat keine Ahnung, wie misstrauisch ich anderen Menschen gegenüber bin, wenn sie denkt, ich könnte es auf meine neue Mieterin abgesehen haben. »Ich habe keinerlei Ambitionen, deine Schwester anzugraben.«

Sie zuckt zusammen, hat aber kein Problem damit, mir direkt in die Augen zu schauen, als sie sagt: »Nun, diese Ambitionen müssen nicht zwangsläufig von deiner Seite ausgehen.«

»Bist du …«, setze ich an, weiß aber nicht recht, was ich eigentlich sagen will. Das ist das bizarrste Gespräch, das ich je mit einem fremden Menschen geführt habe.

»Ich bin eine überaus fürsorgliche Schwester, die sich jetzt seit zwei Tagen anhören muss, wie sie von dir schwärmt. Nick einfach, wenn du verstehst, was ich damit sagen will, und wir brauchen nie wieder ein Wort darüber zu verlieren.«

Ich habe bisher vielleicht dreißig Minuten mit Erika verbracht, als ich ihr das Haus gezeigt habe. Und ein paar weitere, als ich ihr den Schlüssel übergeben und ihren Sohn kennengelernt habe. Sie schien kein Problem damit zu haben, sich um die Post und den Garten zu kümmern, wenn ich nicht hier bin. Sie ist nett. Okay, sehr nett sogar.

Zu nett?

Und ihr Junge ist niedlich.

Aber ich habe wirklich keine Sekunde daran gedacht.

Trotzdem nicke ich.

Tabitha schlägt mit der flachen Hand auf die Platte, und ihr Mund verzieht sich zu einem triumphierenden Grinsen. »Perfekt. Großartig. Gut, dass wir gesprochen haben.« Sie rutscht vom Hocker, nicht jedoch, ohne vorher noch einen sehnsüchtigen Blick durch den Raum gleiten zu lassen. »Schöne Küche. Es gibt doch nichts Besseres, als mit einer guten Aussicht zu kochen.«

»Kochst du gern?«

Sie lächelt. »Könnte man sagen.«

Wie magisch angezogen von dieser schwer einzuschätzenden Frau gehe ich um die Kücheninsel herum, doch sie ist bereits auf dem Weg zur Tür.

Tabitha marschiert genauso wieder aus dem Haus, wie sie hereinmarschiert ist. Selbstbewusst und direkt, aber auch … vorsichtig.

Könnte man...


Silver, Elsie
Elsie Silver ist eine kanadische Autorin, die mit ihrer Familie in Vancouver lebt. Sie liebt Kochen, Reisen und Zeit mit ihren Jungs zu verbringen. Elsie schreibt moderne und spicy Small-Town-Liebesgeschichten und liebt einen guten Book-Boyfriend sowie starke Heldinnen, die sie in die Knie zwingen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.