Buch, Deutsch, 219 Seiten, GB, Format (B × H): 144 mm x 216 mm, Gewicht: 418 g
Buch, Deutsch, 219 Seiten, GB, Format (B × H): 144 mm x 216 mm, Gewicht: 418 g
ISBN: 978-3-8251-7868-0
Verlag: Urachhaus/Geistesleben
Als der Bootsbauer Virgile und seine Frau Victoria im Mai 1942 gebeten werden, Flüchtlingen über den Fluss zu helfen, verändert sich das Leben des kinderlosen Paares von einem Tag auf den anderen. Sie nehmen die zehnjährige Sarah und den gleichaltrigen Élie bei sich auf und verstecken sie – vor den Deutschen wie vor den kollaborierenden Landsleuten.
Zielgruppe
Leser von "Marie des Brebis"
Weitere Infos & Material
» Da Judith zögerte, nahm Victoria die Scheine und legte sie zurück in ihre Hand.
»Nun, nehmen Sie sie wieder zurück. Es wäre mir eine Freude.«
»Seit wir Paris verlassen haben, habe ich immer bezahlt«, murmelte Sarahs Mutter.
»Vielleicht«, sagte Victoria, »aber bei uns werden Sie nicht bezahlen.«
Judith streichelte den Kopf ihrer Tochter, die ihn endlich mit einem neugierigen Schimmer
in den Augen hob.
»Warum tun Sie das?«, fragte sie.
»Warum tun wir was?« Victoria drehte sich zu Virgile, als wollte sie ihn um Hilfe bitten.
»Würden Sie das nicht tun? Es ist keine Freude, Menschen im Leid zu sehen. Wir sind
nicht so erzogen worden. Bei uns waren wir viele zu Hause, aber jeder ist satt geworden.«
»Aber wir gehören nicht zu Ihrer Familie.«
»Und welche Rolle spielt das? Alles, was ich weiß, ist, dass es Leute gibt, die Ihnen Böses
wollen, und Sie sehen nicht aus, als hätten Sie irgendjemandem etwas getan. So, wir reden
nicht mehr darüber, ich zeige Ihnen, wo die Kleine schlafen wird.«
Ungläubig blieb Virgile sitzen. Sollte sein Haus nun tatsächlich ein Kind beherbergen,
über das sie Tag und Nacht zu wachen hätten?«




