Siebert | Der Gott des Krieges | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 93 Seiten

Siebert Der Gott des Krieges


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8476-0581-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 93 Seiten

ISBN: 978-3-8476-0581-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach seinem Sieg über Boldar die Bestie bricht Larkyen, der Sohn der schwarzen Sonne, gen Westen auf. Dort will er sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen und die Heimat seiner Ahnen bereisen. Sein Weg führt ihn durch das Gebirgsreich Kanochien, wo er sich einem schier übermächtigen Gegner stellen muss. Denn Nordar, der Gott des Krieges, fordert Rache für ein von Larkyen verübtes Massaker. Doch der Kriegsgott verfolgt noch andere Ziele, deren Erfüllung das Ende der Welt bedeuten würde. Gemeinsam mit neuen Verbündeten stellt sich Larkyen der Bedrohung.

Bereits seit seiner Kindheit begeistert sich Uwe Siebert für Literatur. Im Verlauf seines Lebens entwickelte er ein großes Interesse für archaische Mythen und Sagen, die er in das Konzept seiner Romane einfließen ließ. Zwischenzeitlich betrieb er diverse berufliche Tätigkeiten, u. a. einen Underground Mailorder für Rock - und Heavymetal Bands. Er lebt im Landkreis Kassel. Jedes Jahr verbringt er einige Zeit in Norwegen und erfreut sich an ausgedehnten Wandertouren durch das Hochgebirge.
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Kapitel 1 – Im Reich des Löwen


Zwanzig Tage waren vergangen, seitdem Larkyen begonnen hatte, von Norden aus an der Grenze des Landes Majunay entlang zu reiten. Die zerklüftete Berglandschaft grenzte zum Westen hin an das rauhe Land Kanochien, das sich über einen Teil des beinahe endlos erscheinenden Altoryagebirges hinweg erstreckte. Die felsigen Regionen boten nicht viel Raum für Zivilisation. Nur wenige Siedlungen, hatten die Kanochier inmitten eines von harten Wintern gepeinigten Hochlandes gründen können.

Der Pass nach Westen war ein gefahrvoller Weg, doch Larkyens kedanisches Pferd erwies sich als ausdauernd und zuverlässig. Und längst hatte er eine Art Zuneigung zu dem riesenhaften Ross entwickelt.

Larkyen war stets wachsam, und seine Sinne so scharf wie die besten Klingen der Völker des Ostens. Immer wieder spähte er unter der Kapuze seines weiten Umhangs auf die umliegenden Felsgipfel.

Bei den wenigen Menschen, die ihm bisher begegnet waren, handelte es sich meist um zwielichtige Händler. Sie alle hatten Larkyen gemieden, denn auch wenn sein Leib wie der eines Menschen aussah, so war er doch keiner.

Schulterlange kastanienbraune Haare umrahmten sein kantiges Gesicht, das die Augen eines Raubtiers barg. Unter den dichten Brauen schimmerten sie auf fremdartige Weise in dunklem Grün.

Larkyens Haut war glatt und frei von Makeln und erinnerte an das Antlitz einer marmornen Statue.

Der Lederhandschuh an seiner Linken verbarg ein pechschwarzes Mal auf dem Handrücken, in Form einer lodernden Sonne – ein Zeugnis der Übermenschlichkeit.

Denn einst, vor über zwanzig Wintern, war Larkyen im Schein einer schwarzen Sonne geboren worden. Und wie alle, die in ihrer Finsternis zu atmen begonnen hatten, besaß auch Larkyen außergewöhnliche Gaben.

Doch neben der gewaltigen Körperkraft, die seinen drahtigen Leib erfüllte, den Selbstheilungskräften und der ewigen Jugend, war die Gabe, die Kraft anderer Lebewesen aufzunehmen und diese Kräfte als die eigenen zu gebrauchen, die unheimlichste seiner mannigfaltigen Fähigkeiten. Trotzdem konnte er nicht verleugnen, wie sehr er seine übernatürliche Macht genoss.

Das Ziel seiner Reise, war das Land Kentar. Die Heimat seiner Vorväter, gelegen im Westen der Welt. Der Weg dorthin war weit, aber Larkyen gelangte schneller voran, als es ein Mensch je hätte schaffen können. Längst verspürte er nicht mehr den Drang, essen, trinken oder schlafen zu müssen, denn der Leib eines Kindes der schwarzen Sonne benötigte nichts dergleichen. Eine Rast legte er nur ab und zu seinem Pferd zuliebe ein, und der kräftige Hengst benötigte davon nur wenig.

Schon zum nächsten Herbst hin, so hoffte Larkyen inständig, würde er endlich die Heimat seines Volkes mit eigenen Augen erblicken können. Oftmals versuchte er sich in Gedanken auszumalen, wie das kleine Land an den Ufern des grauen Meeres heute wohl aussah.

Wie tief mochten die Spuren sein, die der einst im Westen herrschende große Krieg hinterlassen hatte?

Vor wenigen Tagen hatte endlich das Tauwetter eingesetzt. Der Schnee schmolz vereinzelt und legte mit Felsgestein durchsetzte Wiesen frei. In großer Zahl plätscherten Bäche an den umliegenden Hängen hinab.

Am Rande eines lichten Waldstücks legte Larkyen die erste Rast in Kanochien ein.

Und während das Pferd graste, wollte sich Larkyen wieder einmal in der Kampfkunst üben.

Er zog sein Schwert aus der Scheide. Die magische Klinge trug den Namen Kaerelys und glitzerte auf unnatürliche Weise in kühlem Blau.

In Larkyens Händen war jene Waffe ein verheerendes Werkzeug der Massenvernichtung.

Während sich der Blick seiner Raubtieraugen auf dem makellosen Stahl widerspiegelte, hörte er im Geiste wieder die Todesschreie seiner Feinde.

Mit dem Schwert Kaerelys in der Hand, vollführte Larkyen einen Tanz tödlicher Präzision. Dabei achtend auf Haltung, Angriff und Verteidigung. Seine Bewegungen verursachten nicht den geringsten Laut.

Wäre er beobachtet worden, hätten die anderen lediglich einen rasenden Schatten inmitten der Wildnis erblickt und einen immer wieder durch die Luft fahrenden blauen Blitz.

Mit Ehrerbietung dachte er bei jeder seiner Übungen an seinen Lehrmeister Khorgo zurück, einen Veteranen der Reiterhorden Majunays. Vieles hatte Larkyen durch ihn in der Kampkunst erlernt. Und bereits als er das erste Mal ein Schwert in die Hand nahm, wusste er, dass er für den Kampf bestimmt war. Der Umgang mit der Waffe und das Töten des Feindes waren für ihn nichts, woran er sich erst hätte gewöhnen müssen. Vielleicht lag ihm der Kampf tatsächlich im Blut, wie der Lehrmeister an jenem Tage gesagt hatte.

Dennoch galt es für ihn, im Streben nach stetiger Verbesserung, die erlernte Kampfkunst auch weiterzuentwickeln.

Denn jene, die nicht strebten und sich jeglicher Entwicklung verschlossen, würden an ihrem eigenen Stillstand zugrunde gehen. – Eine Weisheit der Krieger.

Ein plötzliches Knacken im Unterholz ließ Larkyen innehalten. Sein grasendes Pferd wurde unruhig und schnaubte. Beinahe zeitgleich hatten sie etwas gewittert.

Das Knacken wurde lauter, kam näher und näher.

Larkyen erspähte im Wald einen Bären. Doch das Tier war bei weitem größer als seine Artgenossen. Anhand grauweißer Streifen, mit denen das braune Fell durchsetzt war, erkannte Larkyen einen der gefürchteten Gebirgsbären.

Es gab Berichte, dass diese mächtigen Raubtiere nicht davor zurückschreckten, in ihrem Hunger nach Beute, sogar Handelskarawanen der Menschen anzugreifen.

Noch im selben Moment brach der Bär durch das Dickicht und sprintete auf das Pferd zu.

Der Hengst bäumte sich abwehrend auf. Er traf den Bär mit seinen Hufen.

Nur kurz wich der Bär zurück. Er schüttelte seinen rundlichen Kopf. Dann öffnete sich sein Maul zu einem Brüllen. Mit einer seiner furchteinflößenden Tatzen, holte er zum Schlag aus. Die Krallen würden dem kedanischen Hengst eine verheerende Wunde reißen, die früher oder später unweigerlich zum Tod führte.

Doch bevor sein Pferd ein Opfer des Gebirgsbären werden konnte, stellte sich Larkyen dem Raubtier in den Weg.

Er sah dem Bär direkt in die Augen. Das Tier knurrte und senkte die Tatze wieder.

„Ruhig“, flüsterte Larkyen.

Vorsichtig bewegte er sich auf den Bären zu, versuchte fortwährend Blickkontakt zu halten.

Er kam den Kopf des Tieres so nahe, dass er dessen heftige Atmung in seinem Gesicht spüren konnte. Kurz öffnete der Gebirgsbär sein Maul und stieß ein leises Grollen aus. Lediglich ein Bissen von ihm würde genügen, um den Kopf eines Menschen zu verschlingen.

Doch längst hatte der Gebirgsbär in Larkyen ein übernatürliches Wesen erkannt. Tiere wussten instinktiv, wann sie sich einem überlegenen wie auch gleichartigen Geschöpf gegenübersahen.

Und so streckte der Unsterbliche seine Hand zu einer Berührung aus, die das eben noch so gefährliche Raubtier über sich ergehen ließ.

Das Fell war dick und buschig, die Muskeln darunter hart. Larkyen fühlte den Herzschlag des Bären in seinen Fingerspitzen.

Die Lebenskraft des Raubtiers war beeindruckend. Larkyen hätte sie in diesem Augenblick nehmen können, doch nur ungern wollte er einem Tier den Tod bringen.

Es waren die Tiere, die sich ihrer Natur anpassten, mit ihr im Einklang lebten und ihrer Bestimmung nachkamen. Larkyen bewunderte sie dafür, und darum verdienten sie das Leben mehr, als manche unter den Menschen.

Als Larkyen seine Hand zurücknahm, zuckte der Gebirgsbär für einen Moment zusammen.

Noch einmal wandte er seinen rundlichen Kopf zu dem Pferd, das sich abermals aufbäumte, bevor er sich in den Wald zurückzog.

Larkyen sah der Größten aller Bärenarten noch lange nach.

Die Umgebung wurde mit dem Verlauf des weiteren Weges immer ebener. Die wenigen Wiesen waren hier zumeist von hüfthohen Steinmauern umgeben, um die Kühe und Schafe, denen sie als Weideland dienten, beisammen zu halten.

An einer der Mauern stand ein Hirte und winkte Larkyen zu. Der Mann schien von Alter und schwerer Arbeit gebeugt. Sein bis zum Kinn hochgezogener Wollumhang schützte ihn vor der Kälte und betonte seine hagere Gestalt. Auf einen langen Stab gestützt, sah er zu Larkyen auf.

„He, Fremder“, rief der Hirte und entblößte beim Sprechen lediglich einige Zahnstümpfe. „Es kommt nicht alle Tage vor, dass meine müden Augen einen wie dich aus dem Osten reiten sehen.“

„Was heißt einen wie mich, alter Mann?“

Der Hirte lächelte und sagte: „Einen, der wie du aus dem Westen stammt, einen weißen Mann. Du willst wohl zum großen Fest? Du kommst spät, drei Tage dauert es nun schon an.“

„Von was für einem Fest sprichst du?“

„Natürlich vom Löwenfest“, antwortete der Hirte. „Es ist wieder soweit. Immer wenn der Winter sein Ende nimmt, lädt unser König Elay, mögen die Götter stets mit ihm sein, die Völker der Welt zu einem Wettstreit ein. Da wir ein neutrales Land sind, werden alle Fehden und Kriege außerhalb der Landesgrenzen für kurze Zeit vergessen. “

„Ich habe von diesem Fest gehört“, sagte Larkyen. „Als Höhepunkt bekommen die Gäste die Gelegenheit, sich abseits blutiger Kriege miteinander zu messen. Der Gewinner kann für sich den Titel beanspruchen.“

„Hat dich die Kunde also auch erreicht“, sagte der Hirte und setzte ein breites Grinsen auf. Dann fuhr er fort: „Sei ehrlich, Fremder. Um die Ehre des Titels geht es doch den wenigsten, viel eher um den Preis. Gierst auch du nach...


Siebert, Uwe
Bereits seit seiner Kindheit begeistert sich Uwe Siebert für Literatur. Kaum war er des Schreibens mächtig, ersann er bereits eigene Geschichten. Im Verlauf seines Lebens wuchs sein Interesse für fremde Kulturen, archaische Mythen und Sagen, und er ließ jenes Interesse in das Konzept seiner Romane einfließen. Er betrieb zwischenzeitlich diverse berufliche Tätigkeiten, so führte er u. a. einen Underground Mailorder für Rock - und Heavymetal Bands. Er lebt im Landkreis Kassel. Jedes Jahr verbringt



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