Shalvis | Weil du ein zärtlicher Mann bist | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Shalvis Weil du ein zärtlicher Mann bist


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4561-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4561-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die ehrgeizige Corinne ist es gewohnt, sich in einer Männerwelt durchzusetzen: Sie ist Astronautin. Und wenn sie mal ganz Frau sein will und Lust auf Sex hat - dann ist es für sie auch kein Problem, einen Partner für eine Nacht zu finden. Aber was sie mit dem Fremden erlebt, der ihr in einem überfüllten Hotel anbietet, sich das Zimmer zu teilen, übertrifft ihre kühnsten Erwartungen. Denn er ist nicht nur ein unglaublich guter Liebhaber, sondern schenkt ihr das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein. Trotzdem ist sie am nächsten Morgen, als er erwacht, bereits wieder auf dem Weg. Ein wichtiger Auftrag wartet - sie soll den neuen Piloten für die nächste Weltraummission ausbilden. Corinne ahnt nicht, wie gut sie Mike Wright bereits kennt ...



New York Times-Bestsellerautorin Jill Shalvis lebt in einer Kleinstadt in Sierras, voller verschrobener Mitmenschen. Jegliche Ähnlichkeit mit den Quirky Charakters in ihren Büchern ist, naja, meistens zufällig. Besuchen Sie sie auf ihrer Website www.jillshalvis.com, um mehr über Jills Bücher und ihre Abenteuer als Berge erklimmendes Stadtkinde zu lesen.

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1. KAPITEL

Er würde niemals den ersten Blick auf sie vergessen. Und auch nicht den zweiten. Sie kam herein, als gehörte ihr die Bar, und trotz des Trubels um ihn herum, bemerkte Mike Wright sie sofort.

Es hatte sich ihm alles unauslöschlich eingeprägt: das heftige Gewitter draußen, der Regen, der gegen die beschlagenen Fenster der Hotelbar prasselte, die Lampen, die bei jedem Blitz und Donner flackerten, das laute Dröhnen der Musik von Bruce Springsteen, die aus den Lautsprechern an der Wand ertönte, und die noch lauteren Stimmen der Menschen um ihn herum, die redeten, lachten und flirteten.

Er war völlig in Gedanken versunken gewesen, bevor er sie sah, beschäftigt mit dem glücklichen Umstand, der ihn hier nach Huntsville in Alabama verschlagen hatte: Es betraf seine Lebensaufgabe, das Fliegen eines Spaceshuttles. Der erste Pilot der STS-124 hatte sich beim Fallschirmspringen ein Bein gebrochen, und sein Ersatzmann war an Hepatitis erkrankt. Übrig blieb Mike, der somit vom zweiten Ersatzmann an die Spitze gerückt war. Er war aus Russland zurückbeordert worden, wo er die letzten zehn Jahre von der NASA an die russische Raumfahrtbehörde ausgeliehen worden war.

Mike liebte seinen Beruf als Astronaut, liebte sein Leben, in dem er hauptsächlich von Männern umgeben war. Aber er liebte auch die Frauen: sämtliche Frauen, in allen Größen, Farben und Rassen. Doch alles andere verblasste, als sie jetzt in den Raum trat – das Gewitter, die Menge, der Lärm, einfach alles.

Sie war völlig durchnässt. Die dunklen Haare klebten ihr am Kopf, die Sachen an ihrem Körper. Noch ein bedauernswertes Opfer des Wetters in Huntsville.

Er fühlte mit ihr, da er gerade aus dem sehr viel beständigeren Kontinentalklima Russlands gekommen war. Aber diese Frau sah nicht aus wie ein bedauernswertes Opfer mit ihrer selbstbewussten, entschlossenen Haltung.

Einfach vom schlechten Wetter überrascht worden, vermutete Mike. Und darüber schien sie jetzt verärgert zu sein. Amüsiert sah er ihr dabei zu, wie sie sich durch die dichte Menge drängte und die Leute ihr trotz ihrer kleinen Körpergröße Platz machten.

Es mochte daran liegen, dass sie eine Frau war, während es hier in der Bar von Männern wimmelte. Zudem noch von Männern auf der Suche nach einem schnellen Abenteuer. Doch Mike glaubte eher, dass es ihr Auftreten war.

Sie kämpfte sich näher und steuerte direkt auf die Bar und damit zufällig auf ihn zu.

„Etwas Heißes“, bestellte sie beim Barkeeper und legte ihre Tasche und eine Hand auf den Tresen, um einen Platz für sich zu beanspruchen, obwohl es keinen gab. Herausfordernd sah sie sich erst nach links, dann rechts um und wartete offensichtlich darauf, dass jemand sich von seinem Barhocker erhob, damit sie sich setzen konnte.

Grinsend stand Mike auf. „Bitte“, meinte er und deutete auf seinen Hocker.

„Danke.“ Würdevoll und gar nicht so, als sähe sie aus wie eine nasse Katze, nahm sie Platz und warf sich mit einem Ruck das lange Haar zurück. Als der Barkeeper ihr etwas zuschob, das wie Irish Coffee aussah, nickte sie und nippte daran. Und dann seufzte sie. Es war ein sündhaftes Seufzen. Ihre Schultern entspannten sich, als wäre gerade die Last der ganzen Welt von ihr abgefallen.

Nach einer Weile schien sie Mike zu bemerken. Ihr kühler, abschätzender Blick, mit dem sie ihn bedachte, stand im krassen Gegensatz zu ihrem wohlgeformten, sinnlichen Körper.

„Kein Mantel?“, fragte er und bezog sich auf die Tatsache, dass sie nur eine schwarze Seidenbluse und einen Rock trug. Beides klebte vor Nässe an ihr und hätte nicht enger sitzen können, wenn es aufgemalt gewesen wäre. Was eigentlich ein sehr konservatives, geschäftsmäßiges Outfit sein sollte, war zu einem ausgesprochen erotischen Ensemble geworden, zumal sie über Kurven verfügte, die einen erwachsenen Mann auf die Knie zwingen und zum Betteln bringen konnten.

„Jemand hat ihn mir auf dem Flughafen gestohlen.“ Sie verzog abfällig das Gesicht. „Ich hasse Flughäfen. Sagen wir einfach, dass dies ein Tag ist, den ich gern vergessen möchte.“

Sie besaß nicht den schleppenden Südstaatenakzent der meisten anderen Menschen hier in der Bar. Also auch eine Fremde, genau wie er. „Sie sind wohl vom Gewitter überrascht worden, was?“

„Ja, und ich hasse Überraschungen.“

Ihre Stimme war ebenfalls kühl. Tief und ein wenig heiser. Aber zusammen mit all den anderen weiblichen Attributen stellte die Frau eine unwiderstehliche Mischung aus Gegensätzen dar. Feuer und Eis. Unnahbar und gleichzeitig höllisch sexy.

Obwohl Mike eigentlich nur vorgehabt hatte, ein Bier zu trinken, bevor er auf sein Zimmer gehen und noch einmal gründlich ausschlafen wollte, ehe die stressige Woche begann, blieb er, wo er war, auch wenn sein Glas bereits leer war. Und als der Typ hinter ihm seinen Barhocker frei machte, setzte Mike sich wieder.

„Geben Sie sich keine Mühe“, sagte die Frau, ohne ihn anzuschauen, während sie weiterhin an ihrem Irish Coffee nippte.

Mike setzte sich etwas bequemer hin und fragte lächelnd: „Wobei soll ich mir keine Mühe geben?“

„Versuchen Sie gar nicht erst, Ihren Charme spielen zu lassen, um mich ins Bett zu locken.“

Mike lachte. Die Frau war nicht nur teuflisch sexy, sondern obendrein noch witzig. Eine Seltenheit. „Nun, warum sollte ich das tun?“, fragte er und tat unschuldig, obwohl er jetzt, wo sie ihn auf die Idee gebracht hatte, an nichts anderes mehr denken konnte.

„Warum? Hm. Vielleicht, weil ich Brüste habe? Ich weiß es nicht.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Aber das Anmachen scheint mir eine genetisch bedingte männliche Krankheit zu sein.“

Wieder musste Mike lachen. „Sie meinen, ich kann nichts dafür? Das ist ja praktisch eine Entschuldigung.“

Ihre Mundwinkel zuckten. „Das stimmt. Als Mann können Sie einfach nicht anders. Sie sind ein Sklave Ihrer körperlichen Gelüste. Wird Ihnen das helfen, heute Nacht Schlaf zu finden?“

„Oh ja. Vielen Dank.“ Mike lehnte sich etwas zurück und betrachtete sie sich genauer. So langsam schien es ihr warm zu werden, zweifellos durch den Drink, denn ihre Wangen begannen sich zu röten. Und als sie jetzt die Beine übereinanderschlug – ausgesprochen hübsche Beine, wie er nicht umhin konnte festzustellen –, sah er, dass ihre Kleidung auch langsam zu trocknen begann.

„Um ehrlich zu sein“, sagte er, „hatte ich gar nicht die Absicht, Sie zu verführen.“

Sie warf ihm einen zweifelnden Blick zu.

„Wirklich.“ Er hob beschwörend die Hände. „Bevor Sie kamen, wollte ich einfach nur ins Bett gehen.“

„Lassen Sie sich von mir nicht aufhalten.“

Doch genau das tat sie, wenn auch unbewusst. Und das lag nicht nur daran, dass ihre Brustspitzen sich unter der Bluse deutlich abzeichneten oder dass ihr Rock sich um ihre perfekt geformten Hüften spannte. Auch nicht, dass sie sündhaft duftete oder dass er instinktiv wusste, wie ihre Haut sich anfühlen würde und geradezu darauf zu warten schien, dass er sie mit seinen Händen und seinem Mund wärmte. Er hätte gar nicht genau sagen können, was ihn so sehr an ihr faszinierte, dass er auf seinem Hocker wie festgewachsen sitzen blieb.

An seinem Heimatland hingegen faszinierte ihn alles, und er genoss es, wieder hier zu sein, nachdem er so lange fort gewesen war. Auch wenn er in der nächsten Zeit keine freie Minute hätte, denn auf ihn wartete ein umfangreiches Training, das ihn Tag und Nacht bis zum Start, der schon in vier Monaten erfolgen sollte, in Atem halten würde. Zudem wäre er weit weg von zu Hause, doch in letzter Zeit lebte er ohnehin meist nur aus dem Koffer. Ehrlich gesagt, wusste er nicht einmal mehr genau, wo sein Zuhause war. Er und seine vier Brüder standen sich nahe, aber sie lebten alle in anderen Ländern und arbeiteten in unterschiedlichen militärischen Bereichen. Genau wie sein Vater.

Seine Mutter, eine geborene Russin, war gestorben, als Mike – den sie Mikhail genannt hatte – noch sehr klein gewesen war. Das war vermutlich auch der Grund dafür, dass er die Chance ergriffen hatte, nach Russland zu gehen und am Luftfahrtprogramm für die Internationale Raumstation mitzuarbeiten. Er liebte den besonderen Lebensstil, den sein Beruf mit sich brachte, doch plötzlich wurde ihm bewusst, wie selten er in letzter Zeit die Gesellschaft von Frauen genossen hatte.

Ein greller Blitz ließ die Gäste der Bar kurz verstummen. Ein gewaltiger Donnerschlag folgte, und nach einem weiteren Augenblick des Schweigens herrschte wieder der übliche Lärmpegel.

Wie auf ein Stichwort schob die Frau ihren Drink zur Seite, schüttelte sich, als ob sie fröre, und rieb sich die Arme. „Nun denn, zurück an die Arbeit“, sagte sie mit einem Seufzer.

Ja, das sollte er eigentlich auch. Er musste noch eine Menge Sachen lesen. Von jetzt bis zum Start würde er nur für diese Weltraummission leben, und er würde wie verrückt arbeiten müssen, um mit dem Rest der Mannschaft – die er bisher noch nicht getroffen hatte – aufholen zu können, da diese schon seit über einem Jahr zusammen trainierte. Er freute sich bereits auf seine Kollegen, doch in dem Moment, wo die Frau neben ihm sich erneut schüttelte, traten die Arbeit und alles, was damit zusammenhing, in den Hintergrund.

„Sie müssen um diese Uhrzeit noch arbeiten? Was machen Sie denn?“, fragte er neugierig, zog sich seine Jacke aus und legte sie ihr um die Schultern. Der strafende Blick, den sie ihm zuwarf, ließ ihn seine Hände sofort wieder zurücknehmen.

...



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