Shakespeare | Ein Wintermärchen | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 328 Seiten

Shakespeare Ein Wintermärchen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-2599-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

ISBN: 978-3-8496-2599-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



William Shakespeares spätes Stück Das Wintermärchen (engl. The Winter's Tale) wurde von den Herausgebern der ersten Folioausgabe von 1623 den Komödien zugeordnet. Leontes, König von Sizilien, verdächtigt seine schwangere Frau Hermione der Untreue mit ihrem gemeinsamen Freund Polixenes, dem König von Böhmen. Er beauftragt Lord Camillo damit, Polixenes, der zu Besuch in Sizilien weilt, zu vergiften; Camillo verspricht zwar Gehorsam, offenbart dann aber seinem Opfer den Plan und beide fliehen aus Sizilien. Derweil lässt Leontes seine Frau ins Gefängnis werfen. Um sich ihrer Schuld zu versichern, lässt er das Orakel von Delphi befragen. In der Zwischenzeit bringt Hermione im Kerker ein kleines Mädchen zur Welt, welches Leontes jedoch nicht als sein eigenes Kind anerkennt ... (aus wikipedia.de)

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Erste Szene

Feld. Cleomenes und Dion treten auf.

CLEOMENES.

Der Himmelsstrich ist lieblich, süß die Luft,

Die Insel fruchtbar, und der Tempel schöner,

Als es der Ruf verkündet. 

DION.

Preisen werd' ich,

Entzückend war's, die himmlischen Gewänder,

Denn so muß ich sie nennen, und die Würde

Der ernsten Priester. Oh, das Opfer dann!

Wie prunkvoll heilig war und überirdisch

Der Tempeldienst! 

CLEOMENES.

Vor allem doch das Krachen

Der Ohr betäubenden Orakelstimme,

Verwandt mit Jovis Donner, schreckte mich

Ganz aus mir selbst. 

DION.

Ist der Erfolg der Reise

So glücklich für die Kön'gin – wär' er's doch! –,

Als sie für uns schön, schnell und lieblich war,

So war die Zeit gut angewandt. 

CLEOMENES.

Apollo

Mög' alles glücklich wenden! Dies Gericht,

Das so der Kön'gin aufdringt ein Verbrechen,

Gefällt mir nicht. 

DION.

Solch heftig Treiben endet

Den Handel oder klärt ihn auf; wird kund

Der Spruch, versiegelt von des Gottes Priester,

So wird sein Inhalt etwas Wundervolles

Den Menschen offenbaren. – Frische Pferde!

Und glücklich sei der Ausgang!

Sie gehn ab.

Zweite Szene

Ein Gerichtshof.

Leontes, Herren vom Hofe, Beamte, Gerichtsdiener.

LEONTES.

Dies Staatsgericht, mit Kummer sagen wir's,

Greift uns ans eigne Herz: die Angeklagte,

Die Tochter eines Königs, unsre Gattin,

Zu sehr von uns geliebt. – Es spricht uns frei

Vom Schein der Tyrannei der offne Gang

In diesem Rechtsfall, der auf gradem Weg

Zur Rein'gung oder zur Verdammung führt. –

Bringt die Gefangne her!

BEAMTER.

Die Majestät heißt jetzt die Königin

Persönlich vor Gericht allhier erscheinen. 

Allgemeines Stillschweigen.

Hermione kommt mit Wache, von Paulina und anderen Hofdamen begleitet.

LEONTES.

Lest nun die Klage!

BEAMTER. »Hermione, Gemahlin des erlauchten Leontes, Königs von Sizilien, du bist hier angeklagt und vor Gericht gestellt wegen Hochverrats, indem du Ehebruch begingst mit Polyxenes, dem Könige von Böhmen, und dich verschwurst mit Camillo, das Leben unsers hohen Herrn, deines königlichen Gemahls, zu verkürzen. Da diese Bosheit durch Umstände zum Teil entdeckt wurde, hast du, Hermione, der Pflicht und Treue eines redlichen Untertans entgegen, ihnen geraten und geholfen, zu ihrer größern Sicherheit bei Nacht zu entfliehen.«

HERMIONE.

Da, was ich sagen will, nichts andres ist,

Als dem, des man mich anklagt, widersprechen,

Und mir kein ander Zeugnis steht zur Seite,

Als was ich selbst mir gebe, frommt mir kaum

Zu rufen: »Frei von Schuld!«: da hier für Lüge

Gilt meine Lauterkeit, wird, was ich sage,

Auch also heißen. Doch – wenn Himmelsmächte

Sehn unser menschlich Tun (sie schaun herab),

Dann zweifl' ich nicht, die Unschuld macht erröten

Die falsche Klag', und Tyrannei erbebt

Vor der Geduld. – Mein Fürst, Ihr wißt am besten,

Scheint Ihr auch jetzt am wenigsten zu wissen:

So rein und treu war mein vergangnes Leben,

Wie ich jetzt elend bin, und das ist mehr,

Als die Geschichte und Erdichtung, noch

Das Schauspiel kennt, die Menge zu bezaubern.

Denn schaut mich an, –

Genossin königlichen Betts, der halb

Der Thron gehörte, eines Königs Tochter,

Die Mutter eines edeln Prinzen, – steh' ich

Und sprech' und schwatze hier für Ehr' und Leben,

Vor jedem, der es hören will. Mein Leben,

Es drückt mich wie mein Gram, gern miss' ich beide;

Doch Ehr', ein Erbteil ist sie für die Meinen,

Sie nur verdient mein Wort. Ich mahn' Euch, Herr,

Fragt Eu'r Bewußtsein, eh' Polyxenes

An Euern Hof kam, wie Ihr mich geliebt,

Und wie ich es verdient; seit er gekommen,

Mit welch unziemlichem Entgegentreten

Verging ich mich, daß man mich also deutet;

Wenn's nur ein Haar breit war jenseit der Ehre,

Sei's Tat, sei's Wille nur, im Weg des Unrechts,

So werde Stein das Herz jedweden Hörers,

Und ekel sei mein Grab dem nächsten Blutsfreund!

LEONTES.

Dem fehlte nie, der freche Laster übte,

Die Unverschämtheit, seine Tat zu leugnen,

Mit der er sündigte. 

HERMIONE.

Das ist sehr wahr;

Doch niemals kann ein solcher Spruch mich treffen.

LEONTES.

Du läßt ihn gelten nicht. 

HERMIONE.

Mehr, als mir eignet

Und mir als Fehl entgegen tritt, kann nimmer

Ich anerkennen. Ihn, Polyxenes,

Ich sag' es frei, mit dem Ihr mich beschuldigt,

Liebt' ich, wie er in Ehren fodern durfte,

Mit einer solchen Liebe, wie's geziemlich

Für eine Frau gleich mir, mit einer Liebe,

So und nicht anders, als Ihr selbst befahlt;

Und tat ich's nicht, so hätt' ich mich zugleich

Als undankbar gezeigt und ungehorsam,

Euch und dem Freund, des Liebe deutlich sprach,

Von früher Kindheit, seit ihr Sprache ward,

Sie sei ganz Euer. Nun, der Hochverrat,

Ich weiß nicht, wie er schmeckt, tischt man ihn gleich

Mir auf, davon zu kosten: das nur weiß ich,

Stets ward Camillo ehrenvoll befunden;

Warum er Euch verließ, ist selbst den Göttern,

Wenn sie nicht mehr als ich drum wissen, fremd.

LEONTES.

Ihr wußtet seine Flucht, so gut Ihr wußtet,

Was Ihr zu tun beschlossen, war er fort.

HERMIONE.

Herr,

Die Sprache, die Ihr sprecht, versteh' ich nicht:

Mein Leben ist's, was Eure Träum' erzielen,

Gern werf' ich's ab. 

LEONTES.

Nur deine Taten träum' ich;

Du hast 'nen Bastard von Polyxenes,

Ich träumt' es nur: – wie du der Scham entfremdet,

Wie alle deiner Art, bist du's der Wahrheit;

Sie leugnen liegt dir ob, doch frommt dir nicht;

Denn wie dein Balg, der nur sich selbst gehört,

Als vaterlos ward ausgestoßen (freilich,

Mehr dein als sein Verbrechen), so sollst du

Empfinden unsern Rechtsspruch; noch so milde,

Erwarte wen'ger nicht als Tod! 

HERMIONE.

Spart Euer Drohn:

Das Greu'l, womit du schrecken willst, erbitt' ich;

Mir kann das Leben kein Geschenk mehr sein.

Die Kron' und Lust des Lebens, Eure Liebe,

Die geb' ich auf: ich fühl' es, sie ist hin.

Doch wie, das weiß ich nicht; mein zweites Glück,

Der Erstling meines Leibs, ihn nimmt man mir,

Als wär' ich angesteckt; mein dritter Trost

Wird durch unsel'ger Sterne Kraft mir von der Brust,

In ganz unschuld'gem Mund unschuld'ge Milch,

Zum Mord geschleppt. Ich selbst an jeder Ecke

Als Metze ausgeschrien; mit rohem Haß

Des Kindbettrechts beraubt, das man doch Weibern

Von jeder Art vergönnt: – zuletzt gerissen

In freie Luft hieher, bevor ich noch

Die nöt'ge Kraft gewann. Nun sagt, mein König,

Welch Glück kann mir das Leben wohl noch bieten,

Daß ich den Tod soll fürchten? Drum fahrt fort!

Doch hört noch dies, versteht mich recht: – Mein Leben,

Ich acht' es nur wie Spreu: – doch meine Ehre,

Nur die möcht' ich befrein. Werd' ich verurteilt

Bloß auf Verdacht, da jedes Zeugnis schläft,

Das Eure Eifersucht nicht weckt, so sag' ich,

's ist Tyrannei, kein Recht. – Ihr Edlen, hört,

Daß ich auf das Orakel mich berufe:

Apollo sei mein Richter! 

ERSTER HERR.

Dies Begehren

Ist ganz gerecht; so bringet denn herbei,

Und in Apollos Namen, das Orakel!

Einige Beamte gehn ab.

HERMIONE.

Der große Kaiser Rußlands war mein Vater:

Oh, wär' er noch am Leben, hier zu schauen

Die Tochter vor Gericht! Oh, säh' er doch,

Wie tief mich Elend beugte; doch mit Augen

Des Mitleids, nicht der Rache!

Der Beamte kommt mit Cleomenes und Dion.

BEAMTER.

Schwört hier auf diesem Schwerte des Gerichts,

Daß ihr, Cleomenes und Dion, beide

In Delphi wart, und daß von dort versiegelt

Ihr dies Orakel bringt, das euch der Priester

Des hohen Phöbus gab, und daß seitdem

Ihr freventlich das Siegel nicht erbracht,

Noch den geheimen Inhalt saht. 

CLEOMENES UND DION.

Wir schwören

Dies alles. 

LEONTES.

Brecht das Siegel nun und lest!

BEAMTER liest. »Hermione ist keusch, Polyxenes tadellos, Camillo ein treuer Untertan, Leontes ein eifersüchtiger Tyrann, sein unschuldiges Kind rechtmäßig erzeugt, und der König wird ohne Erben leben, wenn...



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