E-Book, Deutsch, 584 Seiten
Shackleton 21 Meilen vom Südpol
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7526-8217-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Geschichte der britischen Südpol-Expedition 1907/09
E-Book, Deutsch, 584 Seiten
ISBN: 978-3-7526-8217-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ernest Shakletons legendäre Nimrod-Exepedition verbrachte den Winter 1908 im Mc-Murdo-Sund, 32 Kilometer nördlich der Discovery-Winterquartiere. Im Herbst bestieg eine Truppe den Mount Erebus und nahm Vermessungen seiner verschiedenen Krater vor. Im antarktischen Frühling und Sommer 1908 bis 1909 verließen drei Schlittenexpeditionen die Winterquartiere. Die erste drang nach Süden vor und erreichte die südlichste Breite, welche jemals Menschenfuß betreten hat; die zweite erreichte zum ersten Male den magnetischen Pol, und eine dritte nahm die Vermessungen der westlich vom Mc-Murdo-Sund gelegenen Höhenzüge vor.
Sir Ernest Henry Shackleton (1874-1922), britischer Polarforscher, gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten des sogenannten "Goldenen Zeitalters der Antarktisforschung". Er nahm an vier Antarktisexpeditionen teil, von denen er drei selbst leitete. Expeditionsleiter tätig war. Er starb auf seiner letzten Expedition in Südgeorgien und ist in Grytviken bestattet.
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Kapitel II
Die Teilnehmer an der Expedition Das Personal einer derartigen Expedition ist ein Faktor, von dem in bedeutendem Maße der Erfolg abhängt. Die auszuwählenden Leute müssen für diese Art Arbeit im allgemeinen und im besonderen für physische wie mentale Tätigkeit unter polarischen Verhältnissen qualifiziert sein. Es ist unerläßlich, daß in der langen Zeit der Isolierung von der Außenwelt die Harmonie nicht gestört wird, doch muß dabei in Erwägung gezogen werden, daß Menschen, bei denen Wunsch und Sehnsucht nach den dunklen, unerforschten Erdteilen obwalten, ausgeprägte Individualcharaktere besitzen. Unter diesen Umständen war die Zusammensetzung des Stabes kein leichtes Geschäft, zumal über vierhundert Anträge für eine Teilnahme an der Expedition einliefen. Ich wollte zwei Ärzte bei der Landungstruppe dabei haben, fernen einen durchaus fähigen Biologen und Geologen, da das Studium dieser zwei Aufgaben der Expedition von besonderer Wichtigkeit für mich war. Nach sorgfältigen Erwägungen hatte ich bald eine Landungstruppe von 11 Mann zusammengesetzt. Von diesen waren mir nur Adams, Wild und Joyce bekannt, besonders die zwei letztgenannten als Teilnehmer an der Discovery-Expedition. Jeder einzelne war mir in höchst lobender Weise empfohlen worden, ebenso die Offiziere, welche ich für die »Nimrod« auswählte. Es waren diese folgenden 11 Herren (ich füge ihre spezielle wissenschaftliche und andere Stellung in der Expedition bei): J. B. Adams, Reserveleutnant zur See (Meteorologe); Baron Sir Philip Brocklehurst (Assistenzgeologe und atmosphärischer Beobachter); Bernard Day (Elektro- und Automobiltechniker); Ernest Joyce (Magazinverwalter, Aufseher über die Hunde, Schlitten und geologischen Sammlungen); Dr. A. F. Mackay (Arzt); Dr. Eric Marshall (Arzt und Kartograph); G. E. Marston (Kunsthandwerker); James Murray (Biologe); Raymond Priestley (Geologe); William Roberts (Koch); Frank Wild (Proviantverwalter). Nachdem die Expedition Neuseeland erreicht hatte und die finanziellen Bedenken durch freigebige Unterstützungen von Seiten der australischen und neuseeländischen Regierungen behoben werden konnten, war ich in der Lage, den Stab der Expedition zu verstärken. Ich engagierte Douglas Mawson, Dozent für Mineralogie und Petrologie (Gesteins lehre) an der Universität Adelaide, als Physiker, und Bertram Armytage für allgemeine Arbeiten der Expedition. Professor Edgeworth David von der Universität Sydney, Mitglied der Royal Society, willigte ein, uns bis zu den Winterquartieren zu begleiten und dann mit der »Nimrod« zurück zukehren, doch ich vermochte ihn schließlich zu überreden, bei uns zu bleiben; seine Mithilfe bei unseren wissenschaftlichen Aufgaben, besonders auf dem geologischen Gebiete, erwiesen sich von unschätzbarem Werte. Leo Cotton, ein junger Australier, willigte ein, mit uns zu kommen und uns bei den Vorbereitungsarbeiten bis zur Rückkehr der »Nimrod« nach Neuseeland zu helfen, und im letzten Augenblicke entschloß sich auch George Buckley, der in Neuseeland zu Hause ist, uns auf der Seereise nach Süden zu begleiten und mit dem Schlepper zurückzukehren. Als die »Nimrod« England verließ, setzte sich ihr Stab aus folgenden Leuten zusammen: Rupert England, Kavallerieleutnant der Reserve (Kapitän); John R. Davis (erster Offizier); A. L. U. Mackintosh (zweiter Offizier); Dr. W. A. R. Michell (Arzt); H. I. L. Dunlop (Oberingenieur); Alfred Cheetham (dritter Offizier und Bootsmann). Kapitän England, den ich zum Kommandanten der »Nimrod« ernannte, war erster Offizier auf der »Morning« gewesen, als dieses Schiff sich auf die Suche nach der »Discovery« begab, und verfügte somit über Kenntnisse der antarktischen Regionen. Bis kurz vor seiner Teilnahme an der Nimrod-Expedition stand er in Regierungsdiensten an der Westküste von Afrika. Davis, erster Offizier und späterer Kapitän, war niemals zuvor im Antarktik gewesen, doch ein erstklassiger Seefahrer. Machintosh trat aus den Diensten der Peninsular- und Oriental-Dampfschiffahrt-Gesellschaft aus. Er wurde später der Landungstruppe zugewiesen, doch ein bedauerlicher Unglücksfall verhinderte ihn, bei uns zu bleiben. Dr. Michell, der Schiffsarzt, war von Geburt ein Kanadier und Dunlop, der Oberingenieur, ein Irländer. Cheetham, der dritte Offizier und Bootsmann, hatte ebenfalls an der Morning-Hilfsexpedition teilgenommen; von den Matrosen waren ebenfalls einige schon im Antarktik gewesen. Als die »Nimrod« Neuseeland erreichte, schloß sich A. E. Harbord, ein Engländer, der Expedition als zweiter Offizier des Schiffes an Mackintoshs Stelle an, den ich, wie bereits gesagt, zur Landungstruppe versetzen wollte. Die nun folgenden kurzen Lebensgänge der einzelnen Mitglieder der Landungstruppe dürften wohl von Interesse für die Leser sein: Ernest Henry Shackleton, Führer der Expedition, wurde im Jahre 1874 geboren und auf dem Dulwich-Kolleg erzogen. Trat mit sechzehn Jahren in die Dienste der Handelsschiffahrt, wurde zum Leutnant der Reserve der Königlichen Marine ernannt und schloß sich 1901 der Britisch National-Antarktik-Expedition unter Kapitän Scott an. War ein Teilnehmer der Landtruppe, die den südlichsten Rekord aufstellte, erkrankte aber nach der Rückkehr dieser Expedition zu den Winterquartieren. Er rüstete die von der Admiralitätsbehörde ausgesandten Discovery-Hilfsexpeditionen aus und assistierte auch bei der Vorbereitung der auf die Suche nach der schwedischen Südpolexpedition entsandten argentinischen Expedition. Heiratete im Jahre 1904 und wurde dann Sekretär und Schatzmeister der Royal Scottish Geographical Society. Trat von dieser Stellung zurück, als er bei der Parlamentswahl 1906 zum konservativen Kandidaten des Wahlkreises Dundee aufgestellt wurde. Hierbei nicht erfolgreich, wurde er von Mr. William Beardmore, Seniorchef der Kriegsschiffbauanstalt und Panzerplattenfabrikant in Glasgow, zum persönlichen Assistenten ernannt. In dieser Stellung faßte er den Beschluß, eine eigene Expedition nach dem Antarktik zu unternehmen. Jameson Boyd Adams wurde 1880 in Rippingdale, Lincolnshire (England) geboren. Trat 1893 in Kauffahrdienste und war drei Jahre Leutnant in der Marinereserve, ehe er sich 1907 der Expedition anschloß. Wurde im Februar 1908 zum zweiten Kommandanten der Expedition ernannt. Unverheiratet. Bertram Armytage wurde 1869 in Australien geboren und auf dem Gymnasium in Melbourne und dem Jesus-Kolleg in Cambridge (England) erzogen. Nach einigen Dienstjahren in der Viktorialand-Landwehr und einem Dienstjahr bei der Viktorialand-Stehenden Artillerie wurde er zu den Karabiniers der sechsten Gardedivision versetzt und nahm mit diesem Regimente am Burenkriege teil. Schloß sich der Expedition in Australien an. Verheiratet. Baron Sir Philip Lee Brocklehurst wurde in Swythamley Park, Staffordshire (England) geboren und im Eton- und Trinity Hall-Kolleg, Cambridge, erzogen. Besitzt ein Offizierspatent im Derbyshire-Freiwilligenkorps und vertrat die Cambridge-Universität bei den Leichtgewichts-Boxerkämpfen in den Jahren 1905 und 1906. Unverheiratet. Thomas W. Edgeworth David, Mitglied der Royal Society, Professor der Geologie an der Universität Sydney, ist von Geburt ein Walliser und ungefähr 50 Jahre alt. Er wurde auf dem New-Kolleg in Oxford erzogen und studierte später Geologie auf dem Royal-Kolleg of Science. Begab sich dann nach Australien, um den Posten eines geologischen Vermessungsbeamten der Neusüdwales-Regierung zu übernehmen, in welcher Stellung er für die folgenden achtzehn Jahre bis zu seiner Teilnahme an der Expedition blieb. Er ist eine Autorität in Sachen der dynamischen Geologie und in Fragen der Eis- und Gletscherbildungen; machte auch die australischen Kohlenfelder zum Gegenstande eines Studiums. Verheiratet. Bernard E. Day wurde im August 1884 in Wymandham, Leicestershire (England), geboren und auf dem Wellingborough-Gymnasium erzogen. Er beschäftigte sich von 1903 bis September 1907 mit Ingenieurarbeiten, zuletzt im Dienste der Arroll Johnston Motor-Car Company, die er aufgab, um an der Expedition teilzunehmen. Unverheiratet. Ernest Joyce wurde 1875 geboren und ging im Jahre 1891 nach Absolvierung der Greenwich Royal Hospital School zur Marine über, avancierte zum Obermannsmaat und nahm mit der Marinebrigade am Burenkriege teil. Schloß sich am Kap der Guten Hoffnung der Discovery-Expedition an. Diente dann in der Walfisch-Insel-Schießschule. Nahm im Dezember 1905 seinen Abschied, trat jedoch im August 1906 wieder in die Marine ein, um sich schließlich im Jahr 1907 zwecks Teilnahme an der Expedition auszukaufen. Unverheiratet. Alistair Forbes Mackay wurde im Jahre 1878 als Sohn des verstorbenen A. Forbes Mackay, Oberst bei den 92. Gordon Highlanders, geboren und in Edinburg erzogen. Beschäftigte sich dann...




