Sexton | Promises - Nur mit dir | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Sexton Promises - Nur mit dir


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8025-9224-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

ISBN: 978-3-8025-9224-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jared Thomas hat sein ganzes Leben in der Kleinstadt Coda in Colorado verbracht. Sosehr er seine Heimat liebt - ein Problem gibt es leider: Der einzige andere dort, der wie er auf Männer steht, ist doppelt so alt wie Jared (und zudem sein ehemaliger Mathelehrer). Als jedoch der attraktive Polizist Matt Richards in die Stadt zieht, ist Jared augenblicklich von ihm fasziniert. Doch kann er ihn davon überzeugen, dass zwischen ihnen mehr ist als nur Freundschaft?

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Die ganze Sache hatte wegen Lizzys Jeep begonnen. Wenn der Wagen nicht gewesen wäre, hätte ich Matt vielleicht nicht kennengelernt. Und er hätte vielleicht nicht das Bedürfnis verspürt, sich zu beweisen. Und es wäre vielleicht niemand verletzt worden.

Aber eins nach dem anderen. Wie gesagt, es begann mit Lizzys Jeep. Lizzy ist die Frau meines Bruders Brian, und die beiden erwarteten im Herbst ihr erstes Kind. Lizzy beschloss, dass ihr alter Wrangler, den sie seit dem College fuhr, einfach nicht als Familienauto geeignet war. Also parkte sie ihn mit einem handgeschriebenen Zu-verkaufen-Schild im Fenster vor unserem Laden.

Gegründet hatte den Laden mein Grandpa. Ursprünglich war es ein Eisenwarenladen gewesen, aber irgendwann waren auch Autoteile hinzugekommen. Als mein Grandpa starb, übernahm mein Dad den Laden, und als er starb, ging er an Brian, Lizzy und mich.

Es war ein herrlicher Frühlingstag in Colorado, und ich hatte die Füße auf die Theke gelegt und wünschte, ich könnte draußen den Sonnenschein genießen, als er hereinkam. Er erregte definitiv sofort meine Aufmerksamkeit, einfach weil er nicht von hier war. Ich habe mein ganzes Leben in Coda verbracht, abgesehen von den fünf Jahren, die ich in Fort Collins an der Universität war, und ich kannte jeden in der Stadt. Also besuchte er entweder jemanden in der Gegend, oder er war nur auf der Durchreise. Wir sind keine Touristenstadt, aber manchmal verirrt sich jemand hierher, der entweder auf der Suche nach einer Allradstrecke oder auf dem Weg zu einer der Gast-Ranches ist, die weiter die Straße hoch liegen.

Er sah nicht wie einer dieser Trottel mittleren Alters aus, die die Gast-Ranches besuchten. Er war schätzungsweise Anfang dreißig, ein Stück größer als ich – also knapp über eins achtzig –, hatte militärisch kurz geschnittenes schwarzes Haar und einen dunklen Dreitagebart auf den Wangen. Er trug eine Jeans, ein schlichtes schwarzes T-Shirt und dazu Cowboystiefel. Breite Schultern und kräftige Arme zeigten, dass er trainierte. Er sah toll aus.

»Läuft dieser Jeep?« Seine Stimme war tief und hatte einen ganz leichten Akzent. Kein breites Südstaaten-Amerikanisch, aber die Vokale waren etwas länger gezogen als die von jemandem aus Colorado.

»Darauf können Sie wetten. Er läuft super.«

»Mmmh.« Er schaute aus dem Fenster zu dem Wagen hinüber. »Warum verkaufen Sie ihn?«

»Nicht ich. Meine Schwägerin. Sie meint, sie würde hinten keinen Kindersitz reinbekommen. Sie hat sich stattdessen einen Cherokee gekauft.«

Das schien ihn ein wenig zu verwirren, woraus ich schloss, dass er selbst keine Kinder hatte. »Er fährt also gut?«

»Perfekt. Wollen Sie mal Probe fahren? Ich habe die Schlüssel hier.«

Er zog die Augenbrauen hoch. »Klar! Brauchen Sie ein Pfand oder so was? Ich kann meinen Führerschein hierlassen.«

Ich glaube, an dem Punkt hätte er mich zu allem überreden können. Meine Knie waren ein wenig wacklig. Ich versuchte herauszufinden, ob diese stahlgrauen Augen tatsächlich leicht ins Grünliche gingen, und hoffte, dass ich lässig klang, als ich erwiderte: »Ich komme mit. Ich kenne die Straßen hier in der Gegend. Wir können mit ihm eine der leichten Strecken fahren, dann können Sie das Fahrverhalten ausprobieren.«

»Was ist mit dem Laden? Ich will nicht, dass Sie zur Hauptgeschäftszeit unterbesetzt sind.« Er zog eine Augenbraue hoch, deutete auf den leeren Verkaufsraum, und ein Mundwinkel zuckte kaum merklich nach oben. »Wird Ihr Boss nicht sauer, wenn Sie gehen?«

Ich lachte. »Ich bin einer der Besitzer, daher kann ich es auch mal ruhiger angehen lassen, wenn ich will.« Ich drehte mich um und rief in Richtung Hinterzimmer: »Ringo!«

Unser einziger Angestellter kam misstrauisch nach vorne. In meiner Anwesenheit war er immer ein wenig unsicher, und wenn Lizzy nicht da war, hielt er bewusst Abstand. Ich glaube, er fürchtete, dass ich ihm an die Wäsche gehen könnte. Er war siebzehn, hatte strähniges schwarzes Haar, schlechte Haut und war ein ziemlich dünner Hering. Ich brachte es nicht übers Herz, ihm zu sagen, dass er nicht mein Typ war.

»Ja?«

»Halt die Stellung. Ich werde in etwa einer Stunde zurück sein.« Ich wandte mich wieder meinem großen, dunklen Fremden zu. »Fahren wir!«

Sobald wir im Jeep saßen, streckte er mir seine Hand entgegen. »Ich bin Matt Richards.«

»Jared Thomas.« Sein Händedruck war stark, aber er war keiner von diesen Kerlen, die einem die Hand brechen mussten, um zu beweisen, was sie für Machos sind.

»Wohin?«

»Biegen Sie links ab. Wir fahren einfach zum Felsen rauf.«

»Was ist das?«

»Das, wonach es klingt – ein verdammt großer Felsen. Es ist nichts Spektakuläres. Die Leute machen da oben Picknick. Und die Teenager fahren natürlich manchmal rauf, um es im Auto zu treiben oder sich mit irgendwelchem Stoff zuzudröhnen.«

Bei diesen Worten runzelte er leicht die Stirn. Ich bekam langsam den Eindruck, dass er nur selten lächelte. Ich dagegen wusste, dass ich von einem Ohr zum anderen grinste. Für ein paar Minuten aus dem Laden zu kommen, vor allem um in die Berge zu fahren, reichte schon, um mir den Tag enorm zu versüßen. Und es konnte sicher nicht schaden, das in Gesellschaft des bestaussehenden Mannes zu tun, den ich seit einer verdammt langen Zeit zu Gesicht bekommen hatte.

»Also, was führt Sie in unsere schöne Metropole?«, fragte ich ihn.

»Ich bin gerade hergezogen.«

»Wirklich? Warum um alles in der Welt sollten Sie das tun?«

»Warum denn nicht?« Sein Ton war beiläufig, obwohl sein Gesicht immer noch ernst wirkte. »Sie leben doch auch hier, oder? Ist es denn so schlimm?«

»Eigentlich nicht. Ich fühle mich hier wohl. Deshalb bin ich auch nie fortgegangen. Aber wissen Sie, die Stadt stirbt. Wir haben mehr Leute, die wegziehen, als Leute, die herziehen. Die Städte entlang der Front Range boomen, aber hier oben will niemand wohnen, weil man dann zur Arbeit pendeln muss.«

»Ich habe gerade beim Police Department von Coda angeheuert.«

»Sie sind Polizist?«

Er sah mich mit einer hochgezogenen Augenbraue an und erwiderte belustigt: »Ist das ein Problem?«

»Eigentlich nicht, aber ich wünschte, ich hätte Ihnen nicht gesagt, dass die Jugendlichen hier raufkommen, um sich mit irgendwelchem Stoff zuzudröhnen.«

»Keine Sorge«, sagte er und zog wieder eine Augenbraue hoch. »Ich werde ihnen nicht stecken, dass Sie der Verräter sind.« Der gute Beamte war nicht völlig humorlos. »Sie haben also Ihr ganzes bisheriges Leben hier verbracht?« Er klang nicht neugierig, sondern eher so, als würde er einfach versuchen, eine zwanglose Unterhaltung zu führen.

»So ist es. Bis auf die Jahre, die ich am College verbracht habe.«

»Und der Laden gehört Ihnen?«

»Mir, meinem Bruder und seiner Frau, ja. Es ist nicht gerade eine Goldgrube, aber wir kommen zurecht. Brian ist Steuerberater und hat noch andere Kunden, daher kümmert er sich meistens nur um die Buchhaltung. Lizzy und ich betreiben den Laden.«

»Aber Sie waren auf dem College?« Jetzt klang er aufrichtig neugierig.

»Ja, ich habe die Colorado State besucht. Ich habe einen Lehramtsabschluss in Physik.«

»Warum sind Sie dann nicht Lehrer?«

»Ich wollte Brian und Lizzy nicht im Stich lassen.« Das stimmte nicht ganz, aber ich mochte ihm den wahren Grund nicht verraten: dass ich nicht mit den Konsequenzen leben wollte, die es mit sich brachte, ein schwuler Highschool-Lehrer in einer Kleinstadt zu sein. »Es gibt sonst niemanden, der sich um den Laden kümmern würde. Wir können uns keinen Vollzeitangestellten leisten. Das heißt, wir könnten schon, wenn sie keine Sozialversicherung haben wollten, aber das wollen sie. Also haben wir stattdessen nur Ringo auf Teilzeitbasis. Die Hälfte seines Lohns fließt zu uns zurück, weil er seine Gehaltschecks für Sachen für sein Auto ausgibt, daher funktioniert das ganz gut.« Ich lachte. »Ringo! Das kann doch nicht sein richtiger Name sein.« Mir wurde bewusst, dass ich faselte. »Tut mir leid, ich rede so viel. Ich langweile Sie bestimmt.«

Er sah mir direkt ins Gesicht und sagte ernsthaft: »Ganz und gar nicht.«

Wir hatten das Ende des Weges erreicht. »Sie müssen hier wenden.«

Er hielt den Jeep an und schaute sich argwöhnisch um. Es war kein anderes Auto in der Nähe. »Ich sehe keinen Felsen.«

»Er ist ein kleines Stück weiter den Weg rauf. Wollen Sie hingehen?«

Seine Miene hellte sich ein wenig auf. »Darauf können Sie wetten.«

Also gingen wir den Weg hinauf, zwischen Gelbkiefern, Douglastannen und Espen hindurch, die gerade zu knospen begannen, und erreichten schließlich einen der Felspfeiler, von denen die Rockies ihren Namen bekommen haben mussten. Die Berge Colorados sind voll von diesen riesigen, hoch aufragenden Felsnadeln, die abgerundet und von trockenen, graugrünen und rostfarbenen Flechten bedeckt sind. Dieser hier war hangabwärts etwa sieben Meter hoch. Wenn man von oben kam, konnte man praktisch direkt rauflaufen. Aber wo blieb da der Spaß? Diese Felsen schrien förmlich danach, erklommen zu werden.

Sobald wir oben angelangt waren, setzten wir uns hin. Die Aussicht war von dort nicht viel anders. Wir konnten über den Weg bis zu dem Jeep hinunterblicken, aber davon abgesehen erstreckten sich vor uns lediglich noch mehr Bäume, noch mehr Felsen und noch mehr Berge. Ich liebe Colorado, aber diese Art von Aussicht hat man hier an Hunderten...


Sexton, Marie
Marie Sexton liebt junge Männer, die übereinander herfallen - insbesondere das Football-Team der Denver Broncos, vom denen sie und ihr Mann kein Spiel verpassen. Sie lebt in Colorado und wurde für ihre Romane mehrfach preisgekrönt.

Marie Sexton liebt junge Männer, die übereinander herfallen - insbesondere das Football-Team der Denver Broncos, vom denen sie und ihr Mann kein Spiel verpassen. Sie lebt in Colorado und wurde für ihre Romane mehrfach preisgekrönt.



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