Kompetenz und Wissensmanagement im Mittelstand
E-Book, Deutsch, 144 Seiten, PDF
Reihe: Wirtschaft und Bildung
ISBN: 978-3-7639-4675-4
Verlag: wbv Media
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Dieser Tagungsband beschreibt betriebliche Strategien und Instrumente für ein Kompetenzmanagement, das speziell den Erfordernissen von kleinen und mittleren Unternehmen angepasst ist. Die Autoren zeigen Instrumente für die Rekrutierung von Fachkräften durch interne Personalentwicklung des bestehenden Mitarbeiterstamms und Möglichkeiten der Optimierung der externen Personalsuche. Die vorgestellten Maßnahmen wurden in der Praxis erprobt.
Parallel zu diesem Band erscheint in der Reihe "Leitfäden für die Bildungspraxis" die Handreichung "Kompetenzmanagement im Mittelstand" für betriebliche Praktiker.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychologische Disziplinen Wirtschafts-, Arbeits- und Organisationspsychologie
- Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft Bereichsspezifisches Management Personalwesen, Human Resource Management
- Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft Management Wissensmanagement
- Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft Unternehmensorganisation, Corporate Responsibility Kleine und Mittlere Unternehmen
Weitere Infos & Material
Thomas Reglin: Vorwort
Katja Hessel: Der Mittelstand in Bayern braucht Fachkräfte
John Erpenbeck: Kompetenzmanagement in Aktion
Jan Hense & Heinz Mandl: Wissensmanagement - Instrumente, Implementation, Erfolgsfaktoren
Gerhart Hölbling, Regina Albrecht: Kompetenz-und Wissensmanagement in der Praxis
Bernhard Ufholz: Material- und Energieeffizienz in KMU erhöhen durch Wissensmanagement
Barbara Mohr, Regina Albrecht: Kompetenzmanagement im Mittelstand
Katharina Kucher, Janine Näder: Strategien für die Anwendung von Kompetenzpässen in Unternehmen
Kompetenzmanagement im Mittelstand – Ein Konzept zur Erschließung und Ent - wicklung von Qualifikationsreserven (S. 123-124)
Barbara Mohr, Regina Albrecht
Der Fachkräftemangel ist auch in Bayern spürbar. Die Arbeitskräfteknappheit wird die bayerische Wirtschaft in naher Zukunft vor große Heraus - forderungen stellen. Die Rahmenbedingungen für das personalwirtschaftliche Handeln der Unternehmen werden sich verändern: Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird sich einerseits das Angebot an jungen Fachkräften verknappen. Andererseits werden sich durch die zunehmende Alterung der Betriebsbelegschaften die Renteneintritte in den nächsten Jahren deutlich erhöhen, sodass mit einem zunehmenden Verlust von Kompetenzträgern zu rechnen ist.
Besonders kleine und mittlere Unternehmen haben bisher kaum Anstrengungen unternommen, Qualifikationsreserven zu er schlie ßen. Im Modellprojekt „Zukunftssicher mit strategischem Kompetenzmanagement“ des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung wurde gemeinsam mit kleinen und kleinsten Unternehmen ein Konzept zur Entwicklung wirkungsvoller betrieblicher Strategien mit dem Ziel eines optimierten Personaleinsatzes von kompetenten Arbeitskräften erarbeitet und in der Praxis erprobt.
Der Fachkräftemangel hemmt die wirtschaftliche Entwicklung
Der sich in den nächsten Jahren verschärfende Fachkräftemangel gefährdet das Wachstum und die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Bereits heute haben viele Betriebe Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Vorhandene Potenziale für die Erschließung neuer Wachstums- und Beschäftigungsfelder und damit für die Schaffung neuer Arbeitsplätze – auch für weniger Qualifizierte – können vielfach nicht ausgeschöpft werden.
Der Fachkräftemangel hat auch die bayerische Wirtschaft erreicht. Vor allem im Dienstleistungssektor, aber auch in der Metall- und Elektroindustrie nimmt die Zahl der unbesetzten Stellen zu. Besonders betroffen sind die kleinen und mittleren Unternehmen. Die Betriebe nennen als Ursachen für den Fachkräftemangel häufig fehlende oder unpassende Qualifikationen der Bewerber. Nach einer Um - frage der bayerischen Industrie- und Handelskammern unter knapp 3.000 Betrieben können derzeit 24 Prozent der Unternehmen ihre offenen Stellen nicht besetzen. In der Industrie und im Dienstleistungssektor klagen rund 30 Prozent über fehlende Fachkräfte. Schätzungen auf Grundlage der Umfrageergebnisse legen nahe, dass in Bayern derzeit etwa 25.000 Stellen nicht besetzt werden können.
Die beginnenden Auswirkungen des demografischen Wandels, der konjunkturelle Aufschwung und die in einigen Sektoren bestehende Dynamik werden die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiter steigern. Um der Innovationsund Wachstumsbremse Fachkräftemangel entgegenwirken zu können, müssen frühzeitig Maßnahmen zur Fachkräftesicherung ergriffen werden. Das Angebot an jungen Fachkräften wird jedoch aufgrund der rückläufigen Geburtenzahlen auf Dauer nicht ausreichen, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken. Erforderlich ist ein Maßnahmenmix.