E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Senf Die Wiederentdeckung des Lebendigen
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-89845-789-7
Verlag: Verlag "Die Silberschnur"
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Erforschung der Lebensenergie durch Reich, Schauberger, Lakhovsky, Schmidt, Plocher, Herbert und Knapp
E-Book, Deutsch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-89845-789-7
Verlag: Verlag "Die Silberschnur"
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Bernd Senf ist Professor für Ökonomie, Reich-Kenner, Lebensenergieforscher und Bioenergetiker. Er ist bekannt für seine allgemeinverständliche und lebendige Vermittlung komplexer Zusammenhänge. Sein besonderes Engagement gilt der Herausarbeitung tieferer Ursachen der Störungen des Lebendigen und wesentlicher Grundlagen zu ihrer Überwindung - damit es sich mehr und mehr entfalten kann.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
– 1 –
Einführung
1.1Krankheit und Heilung
Die Menschheit befindet sich in einer Phase tief greifender, umfassender Zerstörungsprozesse, die die ganze Erde erfasst haben und die sich in vielfältigen Krisensymptomen äußern: wachsendes soziales Elend und Hungerkatastrophen, Eskalation von Gewalt in Kriegen und Bürgerkriegen, zunehmende Gewalt in den Städten, verheerende Dürren und Waldbrände, wütende Orkane und große Überschwemmungen, Winter- und Sommersmog und sterbende Wälder, vergiftete Böden, Gewässer und »Lebensmittel«, sich ausbreitende Wüsten, wachsendes Ozonloch und eine erschreckende Zunahme bedrohlicher Krankheiten.
Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Katastrophenmeldungen überschlagen sich mittlerweile derart, dass es einem fast den Atem verschlägt, wenn man noch nicht vollends abgestumpft ist. Und vieles davon ereignet sich nicht mehr nur in weiter Entfernung von uns, zum Beispiel in der Dritten Welt, sondern zunehmend in unserer unmittelbaren Umgebung, in den industriell hochentwickelten und hochtechnisierten Ländern der Ersten Welt. Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt scheint immer weniger in der Lage, die sich zuspitzenden Krisen zu handhaben oder auch nur ihre tieferen Ursachen zu begreifen.
Was ist passiert mit der Menschheit, dass sie sich und das Leben auf diesem Planeten an den Rand des Abgrunds gebracht hat? Lassen sich die globalen Zerstörungsprozesse noch aufhalten oder gar umkehren, gibt es Wege, die aus den Krisen herausführen, gibt es Möglichkeiten zur Wiederbelebung der sterbenden Natur, Heilung für die kranke Menschheit und die kranke Erde? Die Antwort, die ich in diesem Buch geben werde und zu begründen versuche, lautet: Ja! Es gibt Wege der Heilung, auf den verschiedensten Ebenen, und dennoch auf der Grundlage gleicher Funktionsprinzipien: Heilung kranker Menschen, die als »unheilbar« gelten, Vorbeugung gegen chronische Krankheiten, Vorbeugung gegen Gewalt, Wiederbelebung kranker Gewässer und Böden, Heilung einer kranken Atmosphäre von Dürre und Smog.
So vielfältig und unterschiedlich die Ebenen sind, auf denen sich die Zerstörungsprozesse vollziehen, so sehr lässt sich doch auf ganz erstaunliche Weise eine gemeinsame Wurzel für sie finden, ohne deren Verständnis es keine tief greifenden Heilungsprozesse geben kann. Diese Wurzel liegt in der chronisch gewordenen Erstarrung des Lebendigen. Der gemeinsame Schlüssel für Heilungen der verschiedensten Art liegt demnach in der Auflösung oder Vermeidung von Erstarrungen, liegt in der Befreiung und Entfaltung dessen, was durch starre Strukturen an seinem natürlichen Fließen gehindert und dadurch in destruktive Bahnen umgelenkt wird: in der Befreiung der Lebensenergie aus ihren Blockierungen in uns, zwischen uns und in der übrigen Natur.
Die Lösung (der Blockierung) ist die Lösung! Durch Lösung von Blockierungen löst sich von selbst eine Fülle von Problemen, die erst aus der Blockierung entstanden sind. Das ist vielleicht der tiefere Sinn des Wortes »Lösung«. Wir brauchen dieses Wort nur wörtlich zu nehmen – es beinhaltet den Schlüssel zu Heilungen vielfältiger Art. Das ganze Geheimnis tiefer gehender, ganzheitlicher Heilungen liegt im Loslassen, im Fließenlassen, im Mitbewegen mit dem natürlichen Fluss der Lebensenergie.
Die Heilungen, die allein dadurch möglich sind, erscheinen vielen Menschen unbegreiflich. Das hängt damit zusammen, dass in einer über mehrere Jahrtausende sich entwickelnden »Kultur« und »Zivilisation« unser Weltbild, unsere Wahrnehmung, unser Denken und Fühlen so geformt wurden, dass darin für das spontane Fließen der Lebensenergie kein Platz ist. Wenn es dann dennoch geschieht, können viele Menschen die davon ausgehenden Wirkungen und Heilungen nicht verstehen und spalten sie als »Wunder« aus ihrer bewussten Wahrnehmung ab – oder leugnen schlicht und einfach deren Realität. Menschen, die dennoch – entgegen dem »Zeitgeist« – auf der Realität solcher Ereignisse beharren oder gar diese Energie beeinflussen können, wurden und werden immer wieder ausgegrenzt: als Spinner, Betrüger, Scharlatane, Hexen oder Wahnsinnige.
1.2Die Verschüttung und Wiederentdeckung des Lebendigen
Das Wissen oder die Weisheit um die Existenz und Wirkungsweise einer Lebensenergie, die uns und alle Natur durchströmt und bewegt, war in früheren Kulturen über den ganzen Erdball verbreitet vorhanden, und die Menschen haben im Einklang mit den Funktionen dieser Lebensenergie gelebt. Dieses Wissen ist nicht einfach verloren gegangen, es wurde vielmehr mit unglaublicher Brutalität durch einige Jahrtausende hindurch ausgerottet, bis es fast völlig in Vergessenheit geriet und ziemlich jede Spur davon verwischt war. Die über Jahrhunderte sich vollziehenden Hexenverbrennungen in Europa sind nur ein historisches Beispiel für diesen Vernichtungsfeldzug gegen das Wissen um die Lebensenergie. Die Zerstörung von Naturreligionen durch Ausrottung von Naturvölkern oder durch deren Missionierung und Unterwerfung im Zuge des Kolonialismus ist ein anderes.
Auch die westliche Wissenschaft, die sich mit dem aufkommenden Rationalismus vor einigen Jahrhunderten als Emanzipation von kirchlichem Machtanspruch und Dogmatismus verstand, hat mit dem von ihr geprägten »mechanistischen Weltbild«1 nichts dazu beigetragen, dieses verschüttete Wissen wiederzuentdecken und wiederzubeleben. Im Gegenteil; in ihren Hauptströmungen (besser gesagt: in ihren dogmatischen Erstarrungen) leugnet sie bis heute die Existenz einer Lebensenergie und grenzt Forscher, die dieser Energie wieder auf die Spur gekommen sind, aus der »Gemeinde der Wissenschaftler« aus. Viele der etablierten Wissenschaftler haben sich eingemauert wie in einer Festung von scheinbar unerschütterlichen, absoluten Dogmen, und jeder, der an ihren Grundfesten rüttelt, läuft heute noch Gefahr, von ihnen mit Pech und Schwefel überschüttet zu werden. Robert Anton Wilson spricht in diesem Zusammenhang von der modernen Wissenschaft als einer »Zitadelle« und von einer »neuen Inquisition«.2
Und dennoch gab es immer wieder Menschen, die – unbeirrt von Ausgrenzung und Spott, von Bedrohungen und Anfeindungen – konsequent ihren Weg gegangen sind, den Weg der Wiederentdeckung der Lebensenergie und des Lebendigen. Vergleicht man diese Wege miteinander, so haben sie oft an ganz verschiedenen Punkten begonnen, und anfangs schienen die Wegstrecken überhaupt nichts miteinander gemein zu haben. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich viele dieser verschiedenen Wege schließlich immer mehr annäherten, dass sich immer mehr Gemeinsamkeiten zeigten in Bezug auf die Funktionen, die der wiederentdeckten Lebensenergie beigemessen wurden, und in Bezug auf deren vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Es verhält sich so wie mit einem Berg, den man auf verschiedenen Routen besteigen kann und bei dem man dennoch am gleichen Gipfel anlangt, mit einem Ausblick, den niemand haben kann, solange er oder sie sich nur unten im Tal oder am Fuß des Berges befindet .
Vieles scheint vom Gipfel aus einfacher und klarer, schöner und hoffnungsvoller, erfüllt und bewegt von Liebe anstatt von Hass, Angst und Gewalt. Und dennoch – oder gerade deswegen – tun oder lassen Menschen immer wieder alles mögliche, um den Aufstieg zum Gipfel zu vermeiden und sich stattdessen in großer Geschäftigkeit mit der großen Masse um den Berg herumzubewegen, oder auch in Trägheit zu verharren; und um diejenigen, die sich auf den Weg zum Gipfel machen und sich davon angezogen fühlen, immer wieder zurückzuzerren. Viele sind deshalb wieder umgekehrt, manche sind abgestürzt, und nur wenige sind trotz aller Hindernisse den Weg weitergegangen.
1.3Die Angst vor dem spontanen Fließen
Es scheint eine weitverbreitete und tief sitzende Angst zu geben vor dieser »Gipfelerfahrung«, ganz ähnlich wie es bei vielen Menschen eine tiefe Angst vor dem sexuellen Gipfelerlebnis des Orgasmus gibt, weil sie in ihrer sexuellen Entwicklung auf dem Weg dorthin immer wieder mit Strafen, Schuldgefühlen, mit Gewalt und Angst beladen und zurückgezerrt worden sind. Und tatsächlich besteht ein tiefer Zusammenhang zwischen dem Zurückschrecken vor der Wiederentdeckung der Lebensenergie und der unbewussten Orgasmusangst. Keiner hat diesen Zusammenhang meines Wissens so überzeugend aufgedeckt wie Wilhelm Reich.3
Charakterpanzer, Körperpanzer und Orgasmusangst
Die Lebensenergie, die die ganze Natur, den ganzen Kosmos durchströmt und bewegt und seine Teile zu einem einheitlichen Ganzen verbindet, durchströmt und bewegt auch uns in unserem tiefsten Inneren, bewegt das Plasma in den Zellen unseres Organismus. Wenn wir uns diesen Strömungen...




