Scott | We Reach for the Light | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Angels and Demons

Scott We Reach for the Light


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7363-2187-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 416 Seiten

Reihe: Angels and Demons

ISBN: 978-3-7363-2187-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wahrhaft Böses kann nur von wahrhaftiger Liebe besiegt werden

Der sensible Künstler Cole hat die Hoffnung auf Erfolg schon fast aufgegeben, als die mitternächtliche Begegnung mit einem Wesen der Nacht alles verändert. Er ahnt nicht, dass seine Seele in Gefahr ist. Denn der Dämon Ambri entfacht in ihm ein kreatives Feuer, dass er so nie kannte - und noch viel mehr. Auch Ambri bleibt nicht unberührt von Cole. Obwohl er den Auftrag hat, Cole zu korrumpieren, kann er sich den Gefühlen nicht entziehen, die der junge Maler in ihm weckt. Aber den Mächten der Finsternis wurde eine reine Seele versprochen, und sie kommen, um diese einzufordern ...

»Diese betörende Geschichte zweier gequälter Seelen, die miteinander Heilung und Frieden finden, eine Geschichte, die all die komplizierten und wundervollen Emotionen auslöst, die ich beim Lesen fühlen möchte.« SUNNY SHELLY READS

Abschlussband der ANGELS & DEMONS-Dilogie



Emma Scottschreibt am liebsten Geschichten mit nicht so perfekten Charakteren, über Menschen mit einer Künstlerseele, Menschen, die Bücher lieben und schreiben. Diversität, Toleranz und Offenheit sind ihr ein wichtiges Anliegen.

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PROLOG


Ambri


Paris, 1786

Auf dem Weg zur Bastille lief mir der Schweiß unter der Perücke hervor, und ich zerrte an meinem Rüschenkragen. Es war untypisch warm für einen Mainachmittag, und im Gefängnis würde es noch schlimmer sein.

Am Eingang rückte ich meinen feinen roten Rock zurecht und teilte dem Kerkermeister mit, dass ich zu Monsieur Armand Rétaux de Villette wollte. Man führte mich durch steinerne Gänge zu einer mit Stroh ausgestreuten Zelle, die nach Pisse und Scheiße roch. Armand packte seine wenigen Habseligkeiten in einen Rucksack. Er roch nicht weniger übel, aber das würde ein parfümiertes Bad in meiner Wohnung schnell richten.

»Un moment, s’il vous plaît«, sagte ich zu den Wachen.

Sie betrachteten meine Aufmachung, die der eines Adligen entsprach, dann zogen sie sich ein paar Schritte in den Gang zurück. Hinter den Gitterstäben ließ Armand sich auf die einzige Bank in der Zelle sinken, den Rücken mir zugekehrt.

»Was willst du, Ambri?«, fragte er müde.

Ich runzelte die makellosen Augenbrauen angesichts dieser dummen Frage. Ich wollte nur eines: ihn.

»Ich weiß, das Urteil ist hart«, fing ich an. »Vor allem da deine Rolle in der Angelegenheit so unerheblich war …«

»Unerheblich? Ich habe Briefe in der Handschrift der Königin gefälscht. Das würde ich kaum unerheblich nennen.«

»Natürlich nicht«, verbesserte ich mich schnell. »Du hast ein außergewöhnliches Talent. Ich wollte nur damit sagen, dass du nichts verbrochen hast! Ein paar Briefe … na und? Aber betrachte deine Verbannung als ein Geschenk. Als Möglichkeit zu einem Neuanfang. Du und ich, wir können uns zusammen ein neues Leben aufbauen …«

»Leben?« Armand drehte sich zu mir um, seine blauen Augen funkelten ungläubig. »Was für ein Leben? Meine Liebste soll gefoltert und ins Gefängnis geworfen werden, und ich bin gezwungen, Paris zu verlassen.«

Ich wand mich bei meine Liebste. Er liebte mich, nicht diese Hure und Gaunerin Jeanne de la Motte, die Drahtzieherin des kleinen Schwindels, der dazu geführt hatte, dass wir alle gefangen genommen und wegen Fälschung, Hochverrats und Verschwörung zwecks Betrug an ihrer Majestät der Königin Marie Antoinette verurteilt worden waren.

Mit Ausnahme von mir natürlich.

Nur Jeannes wegen wurde Armand in die Verbannung geschickt; sah er das nicht? Die letzten paar Monate in Gefangenschaft mussten ihm mehr zugesetzt haben, als ich angenommen hatte.

»Ich komme mit dir«, sagte ich und hörte die Verzweiflung in meiner Stimme. »Ich habe alles Geld der Welt. Dir wird es an nichts fehlen.«

Er schnaubte, anscheinend hatte er nicht zugehört. »Sie hätten mich auch gleich zum Tode verurteilen können, so viel haben sie mir genommen. Ich habe nichts. Nichts

»Du hast nicht nichts.« Ich schluckte. »Du hast mich.«

Armand starrte mich einen harten Moment lang an, dann fing er an zu lachen. Ein raues, schneidendes Lachen, das sich wie ein Messer in mich bohrte. Er drückte sein schmutziges Gesicht zwischen die schmutzigen Gitterstäbe.

»Und was bist du, Ambri? Ein Flittchen. Ein Spielzeug. Wir hatten unseren Spaß, aber sei bitte nicht albern.«

Ich schob das Kinn vor, auch wenn die Worte mir einen Stich versetzten. »Es war mehr als das. Was wir haben …«

»Sex, Ambri. Mehr hast du mir nie bedeutet. Eine nette Nummer. Eine der besten, wenn dich das irgendwie tröstet.«

Ich starrte ihn an, ausnahmsweise sprachlos.

Mehr hast du mir nie bedeutet.

Armand grinste schief und sah mich von oben bis unten an. »Jetzt guck nicht so bestürzt. Verzweiflung steht dir nicht.«

Er winkte den Wachen. Sie schoben mich zur Seite, nahmen ihn in die Mitte und begleiteten ihn durch den Gang. Mir lagen tausend Worte auf der Zunge, um ihn aufzuhalten – zu betteln und zu flehen –, aber es war zwecklos. Das Urteil war gefallen. Ich war der Strafverfolgung entgangen bei unserem großartigen Plan, wurde aber trotzdem bestraft. Getrennt von meiner Liebe. Ich sah, wie er mit dem Rücken zu mir und mit verschlossenem Herzen wegging.

Nein, nicht schon wieder! Nicht schon wieder!

In den ganzen vierundzwanzig Jahren meines Lebens hatte man mich wie eine Nebensache behandelt. Als wäre ich bedeutungslos. Ein Spielzeug, das man benutzen und liegen lassen konnte … genau wie mich auch mein Onkel behandelt hatte, als ich noch ein Kind war.

Ich kniff die Augen zusammen, als die Erinnerungen mich in einer Flut aus Scham und Angst bestürmten. Mein Onkel hatte das Unsägliche verbrochen, und doch hatten meine Eltern mich verstoßen. Derselbe Schmerz hallte im Klang von Armands Schritten, die sich von mir entfernten. Auch er hatte mich benutzt und dann weggeworfen wie einen alten Lumpen.

Ich rückte meinen Kragen zurecht und marschierte mit erhobenem Kopf aus der Bastille, während ich innerlich zusammenbrach. Wieder war ich verlassen worden. Doch wenigstens war Jeanne de la Motte zu öffentlicher Auspeitschung und lebenslangem Gefängnis verurteilt worden. Ich erwog, der Auspeitschung beizuwohnen, um mich aufzuheitern, entschied jedoch stattdessen, mich zu betrinken.

Die Nacht brach herein, während ich meinen Liebeskummer in einer Flasche Wein ertränkte und besoffen durch die gefährlichen Straßen von Paris wankte. Vormittägliche Proteste hatten sich zu einem richtiggehenden Aufstand ausgewachsen. Die Nachricht von den Urteilen hatte sich verbreitet; die Schmähschriften waren schon gedruckt und zirkulierten. L’affaire du collier de la reine – Die Halsbandaffäre. Angeblich hatte Marie Antoinette, obwohl das Volk hungerte, ein kostbares Diamantencollier in Auftrag gegeben und, sobald ihre Machenschaften aufgedeckt worden waren, eine Unschuldige bezichtigt: Jeanne. Dass Marie Antoinette überhaupt nichts mit Jeannes Verschwörung zu tun und das Collier sogar zwei Mal abgelehnt hatte, interessierte niemanden mehr.

Ein dreckiger Bauernmob, dachte ich, war nicht gerade dafür bekannt, sich eine nette kleine Ausschreitung von unbedeutenden Fakten verderben zu lassen.

Ich fluchte und drängte mich durch Reihen von ungehobelten Bastarden, die nach Nachttopf stanken, weniger Steuern zahlen und Essen für ihre Kinder wollten und lauthals verlangten, dass die Köpfe des Königs und der Königin rollen sollten. Ein Haufen Schreihälse … und ich in ihrer Mitte.

Mit glasigem Blick suchte ich nach einem Straßenschild, sah jedoch nur wütende Gesichter. Ich wünschte, ich wäre in meine Wohnung zurückgekehrt, bevor ich meine Sorgen ertränkt hatte. An einem Pfahl hing eine Puppe, die die Königin darstellen sollte. Sie brannte lichterloh in der dunklen Nacht und warf tanzende Schatten, die das Chaos noch schlimmer machten. Man schubste mich. Ich war eine Forelle, die gegen den Strom schwamm, die Menge drängte mich zurück und besudelte meinen schönen roten Rock mit ihrem Dreck.

Dann fingen mich ein paar Männer in ihrem Netz.

»Wir haben einen adligen Herrn unter uns«, sagte einer von ihnen zu seinen Gefährten, die nach saurem Schweiß stanken und mich umzingelten. »Bist du ein Mann der Königin?«

»Verpiss dich«, lallte ich und versuchte, an ihnen vorbeizukommen.

»Das ist einer vom Hof, bien sûr«, sagte ein anderer, und der Ring um mich zog sich enger zusammen. »Stimmt’s etwa nicht, Monsieur Schönling?«

Er wagte es, mich mit seinen dreckigen Fingern anzufassen, und schubste mich. Zu betrunken, um das Gleichgewicht zu halten, stolperte ich rückwärts. Raue Hände fingen mich auf und schubsten mich vorwärts. Ein paar beängstigende Minuten lang warfen sie mich hin und her wie eine Lumpenpuppe. Dann nahmen sie mir die Weinflasche weg, rissen mir den Rüschenkragen vom Hals und die Perücke vom Kopf.

»Ah, ein Goldjunge«, rief ein Mann, griff in mein blondes Haar und zog daran, dass es wehtat. »Ein kleines Engelchen.«

»Verdammt sollt ihr alle sein!«, rief ich. Die Angst ließ den Alkohol verdunsten und hinterließ eine Panik, die sich wie ein Feuer in mir ausbreitete. »Nehmt eure dreckigen Hände weg. Wisst ihr, wer ich bin?«

Der Mann zog mein Gesicht dicht an seins.

»Wir wissen genau, wer du bist«, zischte er. »Du bist einer von denen

Mit einem fleischigen Finger zeigte er auf die brennende Puppe, die jetzt wild hin und her schwang. Gerade als ich hinsah, berührte sie das Dach einer Destillerie. Überraschte Schreie wurden laut, als das Feuer sich schnell über das Strohdach und das trockene Holz ausbreitete.

»Lasst es brennen!«, rief jemand, und der Ruf wurde aufgenommen. »Lasst es brennen! Lasst es brennen!«

Der Raufbold, der mich festhielt, wandte sich mir zu, die Augen so groß, dass man das Weiße sah. »Oui, lasst es brennen. Und ihn gleich mit!«

»Was? Nein!«

Der Mann zerrte mich zum Eingang der Destillerie, andere brachen die Tür mit ihren Schultern auf. Das ganze Gebäude brannte jetzt, der Rauch füllte die Straßen.

»Nein! Ich gehöre nicht zum Hof. Ich bin nicht einmal Franzose!«, schrie ich, und meine Fersen schleiften über das Kopfsteinpflaster, als sie mich dichter an das brennende Gebäude zerrten. »Ich bin Mitglied des britischen Adels, ihr Tiere!«

Was, im Nachhinein betrachtet, keine sehr geglückte Wortwahl war.

Die Augen des Mannes weiteten sich, er verzog die Lippen, und ein weiteres...


Scott, Emma
Emma Scott schreibt am liebsten Geschichten mit nicht so perfekten Charakteren, über Menschen mit einer Künstlerseele, Menschen, die Bücher lieben und schreiben. Diversität, Toleranz und Offenheit sind ihr ein wichtiges Anliegen.

Emma Scott schreibt am liebsten Geschichten mit nicht so perfekten Charakteren, über Menschen mit einer Künstlerseele, Menschen, die Bücher lieben und schreiben. Diversität, Toleranz und Offenheit sind ihr ein wichtiges Anliegen.



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