E-Book, Deutsch, Band 03, 320 Seiten
Reihe: Dive Bar
Scott Naughty, Sexy, Love
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0285-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 03, 320 Seiten
Reihe: Dive Bar
ISBN: 978-3-7363-0285-3
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wenn ein Bad Boy sein Herz verliert ...
Eric Collins ist ein Bad Boy, wie er im Buche steht. Keine Frau landet zweimal in seinem Bett, und eine feste Beziehung kommt für ihn nicht infrage - bislang zumindest. Denn als ein schwerer Schicksalsschlag sein Leben auf den Kopf stellt, beschließt er, sich zu ändern. Doch ausgerechnet da zieht die junge Jean Antal in die Wohnung nebenan ein. Sie ist wunderschön und schlagfertig, und sie bringt Erics Entschluss augenblicklich gehörig ins Wanken ...
'Eine bezaubernde Liebesgeschichte!' Romantic Times
Der Abschlussband der Dive-Bar-Reihe von Spiegel-Bestseller-Autorin Kylie Scott!
Kylie Scott ist ein großer Fan erotischer Liebesromane und zweitklassiger Horrorfi lme. Mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann lebt Kylie in Queensland, Australien. Sie war mit ihrer S-D-Reihe auf der NEWYORKTIMES-, der USATODAY- sowie der SPIEGEL-Bestseller-Liste vertreten. Weitere Informationen unter: www.kyliescott.com
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Kapitel 1
»Sieh’s ein, Eric. Du bist ein billiger Aufreißer.«
Ich wandte mich von dem wohlgeformten Hintern ab, den ich gerade abgecheckt hatte, und runzelte die Stirn. »Meine Güte, Nell, das klingt aber sehr hart, oder?«
»Nein, eigentlich nicht.« Liebevoll strich sie über ihren kleinen Babybauch.
Ich konzentrierte mich auf ihr Gesicht und blendete ihren Unterleib aus. Mit ihrer Schwangerschaft wollte ich mich einfach nicht beschäftigen. Natürlich freute ich mich für sie und ihren Mann. Schließlich waren wir alle zusammen zur Schule gegangen und schon ewig befreundet. Aber Babys und ich, das passte einfach nicht zusammen, aus einer ganzen Menge guter Gründe. Jedes Mal, wenn ich Nells Bauch betrachtete, machte ich mir Sorgen. Ich sprach ein kleines Gebet, dass diesmal bitte alles gutgehen möge mit ihr und dem Baby, und dann gab ich mir alle Mühe, nicht weiter daran zu denken – auch nicht an das Baby, das wir letztes Jahr verloren hatten. Hier in der Bar gab es genug Ablenkung, die einen deutlich fröhlicher stimmen und einen davon abhalten konnte, wieder in Trauer und Reue zu verfallen.
»… das sehe ich sogar mit geschlossenen Augen. Du bist absolut berechenbar. Ich sehe es daran, wie deine Augen aufleuchten, wenn eine Frau die Bar betritt: wie die einer Katze, wenn sie eine Maus entdeckt.« Sie schwieg kurz und schimpfte dann: »Eric? Eric!«
»Ja?«
Sie legte den Kopf schief. »Du hörst mir nicht mal zu, stimmt’s?«
»Natürlich tu ich das.« Aber vor allem war ich hin und her gerissen zwischen der Empörung über Nells Andeutung und dem unwiderstehlichen Drang, diesem perfekten Hinterteil nachzugehen.
»Genau das meine ich«, sagte sie. »Verglichen mit dir hat eine Stechmücke eine riesige Aufmerksamkeitsspanne.«
»Reg dich ab. Ich hab doch gesagt, ich hör dir zu.«
»Und was habe ich gerade gesagt?«
»Na ja, im Grunde hast du mich ein Arschloch genannt«, sagte ich. »Und das tut mir weh.«
Nell verschränkte die Arme vor der Brust. »Ach, tatsächlich? Jetzt willst mir also weismachen, du hättest Gefühle?«
»Natürlich habe ich Gefühle.«
»Klar doch. Und warum halte ich dich für ein Arschloch?«
»Äh …« Ich sah über ihre Schulter hinweg und erhaschte noch einen Blick auf die Kehrseite der außergewöhnlich attraktiven Frau, die von Lydia an einen Tisch geführt wurde. Neben mir und Nell war Lydia die dritte Eigentümerin der Dive Bar. Doch die andere Frau war gerade weitaus wichtiger: Lange dunkle Haare fielen ihr bis auf die Schulterblätter, und ihr wohlgeformter Hintern schwang bei jedem Schritt. Gottverdammt. Der Sommer war schon ziemlich großartig, weil so viel nackte Haut zur Schau getragen wurde. Andererseits brachte der Winter enge Jeans und sexy Pullover mit sich, wie sie meine zukünftige beste »Freundin mit gewissen Vorzügen« gerade trug, und das war auch verdammt klasse. Zu schade, dass ich sie nur von hinten sehen konnte. Ich überlegte, wie es um ihre Oberweite bestellt sein mochte. Nicht dass ich da wählerisch gewesen wäre: voll, üppig, schlank, keck, weich, fest – alles war prima für mich. Ich pflegte zu sagen: Das Leben ist wie der Moment, in dem man einer Frau den BH auszieht. Man weiß nie, was einen erwartet, aber was es auch ist, es ist im Grunde immer toll.
»Eric?« Nell riss mich abrupt aus meinen Tagträumen, als sie nach einem Messer griff und damit voller Ungeduld auf ein Schneidebrett klopfte. »Ich warte.«
»Frauen und so«, sagte ich. Die naheliegende Antwort. »Du hältst mich für einen Arsch wegen Frauen und so.«
Sie kniff die Augen zusammen. »›Und so?‹«
»Lieg ich falsch?«
»Nein.«
Puh. »Na dann.«
»Ernsthaft, Eric. Eines Tages wirst du dir wünschen, es gäbe mehr in deinem Leben als nur den nächsten geilen Hintern.« Sie gestikulierte wild mit dem Messer in der einen Hand. Gefährlich. »Ich meine, am nächsten an einer festen Beziehung warst du mit Alex, und das auch nur, weil Joe deine Online-Identität gestohlen hat, um sie zu erobern.«
»Ha. Ha.« Ich wette, diesen Satz hatte sich Nell schon vor einer Woche zurechtgelegt und nur darauf gewartet, ihn auspacken zu können. »Kann ich jetzt weiterarbeiten?«
»Meinetwegen.« Sie knallte das Messer auf die Platte und wandte sich zum Gehen. »Du bist ein hoffnungsloser Fall. Ich geb’s auf mit dir.«
Gott. Sei. Dank.
Die Babyhormone machten Nell noch Furcht einflößender als sonst. Neulich erst hatte sie mir den Arsch aufgerissen, weil ich zu laut geatmet hatte. Jetzt bezeichnete sie mich als männliche Schlampe. Das war echt nicht fair. Okay, ich hatte mit einer Menge Frauen geschlafen. Ich mochte Frauen – sehr. Aber ich war mehr als nur mein Sexualleben. Dass eine meiner ältesten Freundinnen, mit der ich eine ganze Menge durchgemacht hatte, diese Ansicht nicht teilte, tat schon ein bisschen weh.
Aber egal, zum Teufel mit Nell und ihrer miesen Laune. Hier im Restaurant gab es angenehmere Pflichten, die erfüllt werden wollten. Es war mitten am Nachmittag und daher ziemlich ruhig. Niemand wartete an der Bar darauf, dass ich einen Cocktail mixte. Taka, der diensthabende Kellner, stand am Tresen und beschäftigte sich damit, Servietten zu falten und Besteck zu polieren. Ich war startklar.
»Ich komme hier schon klar, Lydia. Mach du ruhig Pause und setz dich einen Moment hin.«
Sie lächelte mich wissend an und knallte mir dann die Speisekarte vor die Brust. Dieses ganze Gerede darüber, dass Frauen das sanfte und schwache Geschlecht seien, war totaler Quatsch.
»Na klar doch, Eric«, sagte sie. »Aber vergraul sie nicht.«
»Wann habe ich je eine Kundin vergrault? Meine persönliche Anziehungskraft ist doch das Einzige, was diesen Laden am Laufen hält.«
Keine Antwort. Stattdessen nur ein langer Blick. Lydia machte auf dem Absatz kehrt und ging durch die Hintertür hinaus. Wahrscheinlich würde sie meine Unzulänglichkeiten brühwarm mit Nell diskutieren – und überlegen, wo im Wald sie meine Leiche verscharren würden. Das war der Nachteil, wenn man einen Betrieb zusammen mit zwei Frauen führte. Weil ich der Einzige mit einem Schwanz war, schob man mir für alles die Schuld in die Schuhe. Eine Lieferung kam zu spät – meine Schuld. Die Kasse machte Theater – auch meine Schuld. Jemand brach sich einen Fingernagel ab – schon wieder meine Schuld. Ich kriegte immer alles ab, und dabei hielt ich ehrlich mein Wort und schlief nicht mehr mit unseren Kellnerinnen. Ja, Mitarbeiterinnen waren tabu. Das war okay für mich. In der Vergangenheit war es allzu oft ungemütlich geworden, wenn die gemeinsame Zeit abgelaufen war. Auch wenn ich von Anfang an ganz offen damit umging, dass ich nur ein bisschen Spaß haben wollte und keine langfristige Beziehung.
Also, keine Eskapaden mehr mit den Mitarbeitern. Bei Gästen hingegen standen die Dinge anders.
»Hi«, sagte ich zu der kurvigen Brünetten.
Die Frau lächelte knapp, ohne mir in die Augen zu sehen. Sie hatte ein markantes, aber atemberaubendes Gesicht. Eine lange, gerade Nase, ein kräftiges Kinn. Nicht direkt hübsch, aber faszinierend. Trotz der Schatten unter ihren blauen Augen. Ich schätzte sie auf Mitte zwanzig.
»Ich bin Eric.« Mit einem lässigen Lächeln reichte ich ihr die Karte. »Willkommen in der Dive Bar.«
»Hi«, murmelte sie und wandte sich sofort der Speisekarte zu, während ich wieder ihren Körper musterte. Kein Ehering. Jede Menge Kurven. Der blaue Pullover spannte wunderschön über ihrem Busen. Da war definitiv mehr als eine Handvoll. Danke, Gott.
»Lass mich raten.« Ich stützte die Hände auf die Lehne des Stuhls gegenüber von ihr.
»Was soll ich dich raten lassen?«, fragte sie desinteressiert und ohne aufzusehen.
»Was du trinkst.«
»Wie kommst du darauf, dass ich etwas trinke?«
»Warum kommt man sonst in eine Bar?«, entgegnete ich und wartete darauf, dass sie endlich aufschaute. Es war schwierig, sie mit meinem gewinnenden Lächeln zu beeindrucken, wenn sie mich nicht ansah.
»Hier gibt es auch Essen, und zufällig habe ich Hunger.«
»Gutes Argument. Dann nimmst du also nur ein Eiswasser?«
Endlich löste sich ihr Blick von der Karte und blieb an mir hängen. Blaue Augen musterten interessiert jeden Zentimeter von mir. Ein leiser Anflug von Röte stieg ihr in die Wangen. Ausgezeichnet.
»Also gut, dann mal los«, sagte sie schließlich. »Was trinke ich?«
»Also … dein Stil ist eher dezent«, sagte ich und spannte dabei meine Armmuskeln leicht an, sodass es ihre Aufmerksamkeit erregte. Das war eigentlich der Hauptgrund, warum ich die Hemdsärmel hochgekrempelt trug. Ein unauffälliger, aber wichtiger Teil der Show. »Also gehe ich mal davon aus, dass du auf die Klassiker stehst. Einen Martini vielleicht, oder einen Old-Fashioned?«
»Nein«
»Nicht?« Ich ließ meinen Blick an ihr hinabwandern und bemühte mich, nicht nur auf ihren Vorbau zu starren, sondern jedes Detail wahrzunehmen. Das war nicht leicht, aber zum Glück verfügte ich über eine unglaubliche Selbstdisziplin. Augen nach oben. »Vielleicht bist du eher der unkomplizierte Typ. Wie wär’s mit einem Bier?«
Ein winziges Lächeln streifte ihre Lippen. »Gegen ein Bier habe ich nichts, aber es ist nicht das, was ich bestellen werde.«
»Hm. Eine Herausforderung. Ich mag Herausforderungen.«
»Mein Gott. Ich bin nun wirklich keine Herausforderung.« Sie atmete hörbar...




