Scott | Falling Like Stars | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 379 Seiten

Scott Falling Like Stars


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2522-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 379 Seiten

ISBN: 978-3-7363-2522-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie hielt ihr verletztes Herz fest verschlossen - bis sie es an den größten Star Hollywoods verlor

Rowan wollte immer schon Kostümdesignerin werden, doch nach einem Schicksalsschlag begrub sie ihre Träume unter einem Berg aus Schmerz und Schuldgefühlen. Bei einem Job als Produktionsassistentin trifft sie an einem Filmset den gefeierten Hollywood-Star Zackary Butler. Vom ersten Moment an spürt sie eine tiefe Verbindung zu ihm. Auch Zack trägt unsichtbare Narben mit sich herum, aber hinter der glamourösen Fassade des Schauspielers entdeckt sie einen Mann voller Herzenswärme und Aufrichtigkeit. Doch Rowan weiß, dass sie sich zuerst der Trauer stellen muss, die sie seit Jahren in einem selbstzerstörerischen Teufelskreis gefangen hält, wenn sie ihrer Liebe eine Chance geben will.

Der neue Einzelband von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Emma Scott



Emma Scott schreibt am liebsten Geschichten mit nicht so perfekten Charakteren, über Menschen mit einer Künstlerseele, Menschen, die Bücher lieben und schreiben. Diversität, Toleranz und Offenheit sind ihr ein wichtiges Anliegen.

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PROLOG


Rowan

Niemand glaubt, dass sich das Leben so schnell verändern kann – dass es in einem einzigen Augenblick in Millionen Teile zersplittern kann –, bis es geschieht. In einer Minute läuft dein Leben in eine Richtung, im Davor, und dann findest du dich plötzlich wieder im Danach, und du weißt nicht, wie du da hingekommen bist. Ein Schleudertrauma für die Seele kann man es nennen.

Als mein Dad starb, fühlte es sich so an. Wie eine Explosion, die meine Mom und mich durch die Luft wirbelte. In einer Sekunde war er hier, und in der nächsten war er fort. Meine Mutter ist, medizinisch gesehen, noch am Leben, aber sie hat den Aufprall nicht überlebt. Nicht wirklich. Sie ist zwar noch hier, aber meistens dort. Untot. Was mich betrifft, hat es mich hochgerissen über die Trümmer, und hier schwebe ich nun wie eine Astronautin im All, die ihre Verbindung zum Mutterschiff verloren hat. Vielleicht werde ich auf ewig so umhertreiben.

Davor und Danach. Hier und Dort.

Irgendwann, hoffe ich, werde ich wieder auf festem Boden landen. Und ich weiß, dass Josh dort sein wird, um mich aufzufangen.

*?*?*

»Du frierst«, sagt Josh.

»Mir geht’s gut. Hier, schau mal.« Ich tippe auf meine Zeichnung. »Du wirst eine rote Weste tragen, siehst du? Und Stiefel …«

»Warum sehen wir aus wie Zombies?«

»Untote.«

»Wo ist der Unterschied?«

»›Zombie‹ klingt platt. Untot ist eleganter.«

Josh lacht. »Wenn du das sagst.«

Es ist noch eine Woche bis Halloween. Josh und ich werden als Alice und der Märzhase aus Alice im Wunderland gehen, allerdings etwas abgewandelt.

»Jeder hat Alice im Wunderland schon hundertmal gesehen«, sage ich. »Wir müssen anders sein.«

Ich fröstele. Josh sieht mich wissend an, was ich ignoriere. Meine Cousinen in Michigan glauben, dass es in Los Angeles immer warm ist, aber die Nächte im späten Herbst und Winter können kalt werden, wie an diesem Abend. Und laut. Wir wohnen in Tarzana, und es ist, wie es in dem Song von Tom Petty heißt: Eine Autobahn verläuft mitten durch den Garten. Nicht buchstäblich, aber fast. Die 101 ist ganz in der Nähe, mit einer endlosen Reihe vorbeiziehender Autos.

Wir bemerken sie kaum noch. Ich bemerke ohnehin nicht viel, wenn Josh bei mir ist – weder den Lärm noch ob ich friere. Ich bin nur bei ihm. Sein Körper ist meinem ganz nah, während wir zusammen auf der Schaukelbank auf der Veranda meines Elternhauses sitzen.

Josh küsst mich auf die Schläfe. »Du bist ein Genie in so was. Und du zitterst.«

»Mir geht’s gut.«

»Ich hol dir meinen Hoodie.«

Er steht auf, aber ich halte ihn am Ärmel seines Flanellhemds fest. »Du kannst mich auch anders wärmen, weißt du?«

»Wie denn?«, fragt er, und seine blauen Augen funkeln. Er will mich nur ärgern, denn er weiß, dass ich solchen Kitschkram nicht leicht über die Lippen bekomme.

Ich blicke hinunter auf meine Zeichnung. »Mit gewissen Handlungen.«

»Willst du, dass ich meinen Arm um dich lege, Rowan Walsh?«

Ja, immer.

Ich zucke mit der Schulter, und er legt seine Finger unter mein Kinn, damit ich ihn ansehe. Er lächelt, natürlich. Sein Lächeln ist das beste. Sogar seine Augen lächeln, und mit diesen Augen sieht er mich immer an. Er legt einen Arm um meine schmalen Schultern und küsst mich sanft. Seine Küsse sind auch die besten, obwohl ich keinen Vergleich habe. Josh Bennett ist der Einzige, den ich geküsst habe und den ich jemals küssen will. Ich bin zwar erst fünfzehn, aber manche Dinge weiß man einfach.

Der Kuss wird tiefer, atemlos, dann zieht Josh sich zurück.

»Nicht, dass deine Mom uns sieht.« Sein Blick huscht zum Fenster hinter uns. Es ist dunkel. In unserem Haus ist es immer dunkel. Es brennt nur Licht, wenn ich es anschalte.

»Mom schläft«, sage ich, obwohl es erst kurz vor halb acht ist.

Josh drückt mich fest, denn er weiß, wie es ist. Seit mein Dad vor zwei Jahren gestorben ist, hat Mom mit dem Leben abgeschlossen. Sie ist hier und doch nicht hier.

Ein Zombie. Ohne jede Eleganz.

»Immerhin legt sie dir nicht jeden Tag die Klamotten für die Schule raus wie meine Mom«, sagt Josh.

»Tut sie das wirklich?«, frage ich lachend.

Josh schaut breit grinsend zu seinem Elternhaus auf der anderen Straßenseite, in dem es warm ist und lebhaft zugeht und alle Lichter angeschaltet sind. »Wahrscheinlich drückt sie mir sogar Zahnpasta auf meine Zahnbürste.«

Ich stupse ihm den Ellbogen in die Seite, dankbar, dass er da ist und versucht, mich aufzumuntern, indem er es so darstellt, als würde seine Mom ihn zu sehr bemuttern, damit ich mich nicht so schlecht fühle, weil ich alles allein machen muss. Zum Bemuttern braucht es eine Mutter. Ein kleines bisschen würde ich das gern ab und zu spüren.

»Wir sind spät dran, also werden wir zu Goodwill gehen und nach so etwas für dich suchen«, sage ich, während ich die Hose des Märzhasen schraffiere. »Aber die Weste nähe ich selbst.«

»Du nähst das?« Josh schüttelt verblüfft den Kopf. »Nicht, dass mich das überraschen würde. Du bist echt gut darin.«

Er küsst mich wieder auf die Schläfe. Ich grinse meine Zeichnung an, und ein klitzekleines bisschen Stolz lässt meine Wangen warm werden. Für das aufwendige Kostüm würde ich eigentlich mehrere Wochen brauchen, aber die Herausforderung nehme ich an. Es ist meine Leidenschaft, wunderschöne Stücke aus einem Haufen Stoff zu kreieren, sodass sie eine Geschichte erzählen. Josh sagt immer, das sei eine besondere Gabe, aber für mich ist es einfach etwas, was ich liebe.

So wie ihn. Ich liebe ihn. Ich sollte mich bedanken für sein Kompliment oder ihn ebenfalls küssen, aber er sorgt dafür, dass meine Muskeln nutzlos werden und mein Gehirn aussetzt. Das gelingt nur ihm. Der Rest der Welt kann draußen bleiben – sie hat meinen Vater ohne jede Vorwarnung genommen und aus meiner Mutter eine Schlafwandlerin gemacht. Diesem Leben kann man nicht trauen. Nur Josh …

Ihm vertraue ich mein Leben an.

Wir waren immer schon die »Nachbarn gegenüber«. Seine und meine Eltern haben sich zu Barbecues und Dinnerpartys getroffen. Als Kleinkinder haben wir zusammen gespielt. Wir sind im Planschbecken in seinem Garten rumgehüpft und bei uns auf dem Trampolin gesprungen. Als wir elf waren, hat er mir einen Kuss gegeben und gesagt, dass er mich liebt. Ich habe ihn schockiert angesehen, weil ich am Abend zuvor das Gleiche in mein Tagebuch geschrieben hatte.

Ich liebe Josh, und zwar nicht wie einen Bruder. Es ist mehr. Ich liebe Josh von ganzem Herzen.

Ich habe es ihm umgekehrt nicht gesagt. Es ist eine Sache, es aufzuschreiben, aber eine andere, es jemandem von Angesicht zu Angesicht zu sagen. Doch Josh schien es nicht zu stören. Er hat gelächelt – immer lächelt er! – und gesagt: »Ist okay. Ich kenne dich, Rowan. Ich kann warten, bis du so weit bist.«

Richtig geküsst haben wir uns dann mit dreizehn Jahren, und wieder hat er mir gesagt, dass er mich liebt. Ich habe ihn fest umarmt und hätte es fast an seinem warmen Hals erwidert, doch mein Vater war gerade gestorben, und ich hatte so große Angst. Also habe ich geweint.

Josh hat meine Haare gestreichelt. »Wir haben Zeit. Du und ich, das ist für immer.«

Ich habe mich nur noch mehr an ihn geklammert, vor lauter Liebe und Dankbarkeit, etwas Echtes zu haben, woran ich mich festhalten konnte. Meine Welt lag in Trümmern nach dem Erdbeben, das der Herzinfarkt meines Vaters ausgelöst hatte, und die Nachbeben waren noch nicht vorbei.

Heute Abend, auf der Schaukel, zupft Josh an einer meiner blonden Locken. »Ich dachte, das sind Partnerkostüme. Ich wusste nicht, dass Alice und der Märzhase was am Laufen haben.«

»Haben sie auch nicht. Nicht so. Aber …«

»Aber Alice steht insgeheim auf Tiere? Sie will es mit dem Hasen tun?« Er tut so, als würde er ernsthaft darüber nachdenken. »Daran kann ich mich aus dem Englischunterricht nicht erinnern.«

Ich lache schnaubend, mit heißen Wangen trotz der kühlen Oktoberluft. Das ist noch so eine Sache, auf die Josh so rücksichtsvoll wartet: dass ich es mit ihm tun will. Manchmal sehne ich mich sehr danach, aber ich will zumindest warten, bis ich sechzehn bin. Sex scheint mir in emotionaler sowie körperlicher Hinsicht mit so viel Verantwortung verbunden zu sein, und ich kann nicht mit meiner Mom darüber reden oder sie um Hilfe bitten, damit ich die Pille bekomme.

Aber hier auf der Schaukel mit Joshs Arm um meinen Schultern füllt die Liebe zu ihm mich vollständig aus, und es fällt mir schwer, nicht schon jetzt alles mit ihm zu wollen. Ich bin bereit, meine Kindheit endgültig hinter mir zu lassen. Da Mom außer Dienst ist, bin ich ohnehin schon die Erwachsene im Haus, also ist es lächerlich, weiter so zu tun, als wäre es anders. Ich werde an die UCLA oder das Fashion Institute gehen, und dann werde ich in Hollywood arbeiten und Filmkostüme anfertigen. Josh wird Ingenieur, denn sein brillanter Kopf hat tausend Ideen, was er bauen will. Wir werden heiraten, Kinder bekommen, ein kleines Haus in einer ruhigen Straße. Es ist alles da, es ist nur noch nicht so weit. Wie eine Fata Morgana in der Wüste liegt alles in weiter Ferne vor uns.

»Ich will kein langweiliges, klischeehaftes Pärchenkostüm«,...


Scott, Emma
Emma Scott schreibt am liebsten Geschichten mit nicht so perfekten Charakteren, über Menschen mit einer Künstlerseele, Menschen, die Bücher lieben und schreiben. Diversität, Toleranz und Offenheit sind ihr ein wichtiges Anliegen.



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