E-Book, Deutsch, Band 2, 144 Seiten
Reihe: Detektiv auf vier Pfoten
Schwencke Rettet das Tierheim!
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-417-22838-0
Verlag: R.Brockhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 144 Seiten
Reihe: Detektiv auf vier Pfoten
ISBN: 978-3-417-22838-0
Verlag: R.Brockhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Friederike Schwencke, Jahrgang 1983, ist Diplom-Sozialpädagogin. Beim SCM-Wettbewerb für Nachwuchsautoren belegte sie einen der ersten fünf Plätze. Sie lebt mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern in Wolfsburg.
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Kapitel 4
Geld wächst nicht auf Bäumen …
Vielleicht, wenn Johanna und Julius mitkämen, dachte sich Oliver, dann wären die Krokos möglicherweise aushaltbar.
„Was? Wir sollen mit dir in die Kirche? Ich wusste gar nicht, dass du da hingehst“, staunte Julius.
Oliver wusste nicht so recht, wie er es erklären sollte. „Nee, also ich würde da ja auch zum ersten Mal hingehen, und ich dachte, ihr könntet mitkommen.“
Johanna sah ihn misstrauisch an: „Traust du dich nicht allein, oder was?“
Oliver überlegte. „Mmh, so ähnlich. Könnt ihr nicht einfach mitkommen und keine Fragen stellen?“
Julius zuckte mit den Schultern: „Sorry, Oliver, aber ich hab mittwochs Tischtennis-Training. Ich kann nicht.“
„Und du, Johanna?“ Oliver sah seine Freundin flehend an.
„Hast du eine Frage zu der Aufgabe, Oliver?“ Herr Hartmann stand plötzlich vor Olivers Pult und sah übelgelaunt drein.
Oliver musste Johanna später fragen. Im Unterricht wurde man bei privaten Gesprächen ja doch immer gestört.
„Äh, ja, yes, mein ich. What page?“ Oliver versuchte die Situation zu retten und hoffte, Herr Hartmann würde ihm glauben.
Doch keine Chance. „Weißt du, Oliver, nur weil du ein Star bist, wegen dieser Vierer-See-Bahn und auf ‚Du und Du‘ mit dem Bürgermeister stehst, heißt das nicht, dass du dich hier nicht an die Regeln halten musst, verstanden?“ Herr Hartmann blickte ihn grimmig an.
Oliver schluckte. Was hatte denn das mit dem Englischunterricht zu tun? Und was meinte Herr Hartmann damit, dass er ein „Star“ sei? Oliver senkte den Kopf und murmelte ein verwirrtes „Sorry“.
Johanna schielte zu ihm hinüber. Das war alles mehr als merkwürdig! Herr Hartmann übertrieb ganz gewaltig! Oder war da noch etwas anderes im Busch?
Am Mittwoch schlurfte Johanna schicksalsergeben Oliver hinterher. „Na gut“, hatte sie gesagt, „dann gucken wir uns diesen Kroko-Verein mal an, vielleicht wird’s ja ganz witzig. Und wenn nicht, gehen wir halt nicht mehr hin!“ Johanna war da einfach praktisch veranlagt und ging offen an die Dinge ran. „Aber du musst auch wirklich meine Mathehausaufgaben machen, ja? Wie du es versprochen hast!“
Es hatte eben doch einer kleinen Bestechung bedurft.
Oliver hatte ja bereits beschlossen, die Krokos nicht zu mögen und musste nun doch hingehen. Wie kompliziert das doch alles war!
Die beiden betraten zögerlich das Gemeindehaus und folgten einfach den Geräuschen: Es wurde geplaudert, gelacht, Geschirr klirrte, irgendjemand klimperte auf einem Klavier.
Im Türrahmen blieb Oliver stehen, er kam sich seltsam vor, dass er einfach so hereingeschneit kam. Bestimmt sah man ihm an der Nasenspitze an, dass er keine Ahnung von Jesus und so hatte. Naja, ein bisschen vielleicht, Nick hatte ihm ja einiges erzählt. Zum Beispiel, dass Jesus an einem Kreuz getötet wurde und dann wieder lebendig geworden war.
Nick entdeckte ihn und kam sofort auf ihn zu. Oliver stellte Johanna vor.
Nick freute sich sehr, dass Oliver gleich seine Freundin mitgebracht hatte: „Hey, endlich lerne ich dich mal persönlich kennen. Olli hat schon oft vor dir erzählt!“
Johanna lächelte und sah sich dann im Jugendraum um. Sah eigentlich ganz gemütlich aus: bunt zusammengewürfelte Sofas, ein Kickertisch, eine Darts-Scheibe, Poster an den Wänden.
Außer Nick war noch Alexandra da, eine Mitarbeiterin aus der Gemeinde. Sie stellte sich Oliver und Johanna vor. Von den Kindern kannte Oliver einige flüchtig vom Spielplatz oder vom Sehen aus der Schule.
Die sahen gar nicht so seltsam aus, wie er vermutet hatte. Eher normal. Aber wie sah man denn aus, wenn man zur Kirche ging? Mama war ja auch ganz normal und Nick sogar sein Freund. Und der war Pastor und trotzdem cool.
Die Krokos begannen mit einem Stuhlkreis, jeder wurde begrüßt und durfte von seiner Woche erzählen.
Als Johanna an die Reihe kam, stockte sie. Tief vergrub sie ihre Hände in den Taschen ihrer Jacke. „Hi, ich bin Johanna. Ich bin zum ersten Mal hier. Meine Woche war ganz gut und jetzt geb ich weiter an Olli.“
Oliver rückte nervös seine Brille zurecht, sein Herz klopfte: „Tja, ich bin Oliver und meine Woche war auch ganz gut … bisher …“
Geschafft.
Patrick saß neben ihm und berichtete von seinem Fußballspiel mit dem FC Kleefeld, bei dem er am Samstag ein Tor geschossen hatte.
Als alle etwas gesagt hatten, sprach Nick ein Gebet und dankte für alle guten Sachen in der letzten Woche. Dann wurde gesungen, Alexandra spielte dazu Gitarre. Oliver und Johanna kannten kein einziges der Lieder. Oliver traute sich sowieso keinen Ton zu singen. Nicht mal zu Hause unter der Dusche. Selbst Rudis Jaulen hörte sich besser an als Olivers Gesang.
Aber als danach Schokoladenwettessen gespielt wurde, war Johanna Feuer und Flamme und auch Oliver ertappte sich beim Lachen. Dabei wollte er doch gar keinen Spaß haben … Mist. Johanna kaute lachend Schokolade, während sie ihre zerzausten Haare ordnete. So schlecht waren die Krokos bislang gar nicht. Vielleicht, ganz vielleicht würden sie am nächsten Mittwoch wieder kommen. Nur wegen der Luther-Fahrt natürlich.
Doch erst einmal drehte er am nächsten Dienstag seine gewohnte Runde mit Nick, Davey und Rudi durch den Park.
Diesmal war es Nick, der Neuigkeiten zu berichten hatte: „Stell dir vor, Olli, ich hab mir einen Urlaub gebucht!“ Nick strahlte. „Zwei Wochen Skiurlaub in den bayrischen Alpen im Januar.“
Oliver freute sich für seinen Freund. „Cool! Kannst du Ski fahren?“
„Ich war als Kind immer mit meinen Eltern im Skiurlaub. Ich kann quasi Ski fahren, seit ich laufen kann“, lachte Nick.
Oliver, der noch nie auf Skiern gestanden hatte, staunte.
Nick redete mit einem Grinsen im Gesicht weiter: „Ich freue mich schon total darauf! Ich war seit drei Jahren nicht mehr im Urlaub, es ist echt mal wieder dran.“
„Klingt super“, pflichtete Oliver ihm bei. „Aber was machst du mit Davey? Nimmst du ihn mit?“
„Das wird nicht gehen. Er kann ja schlecht im Ski-Lift mitfahren“, scherzte Nick. „Aber es sind ja noch über drei Monate. Bis dahin überlege ich mir was.“
Oliver erklärte sich sofort bereit, auf Davey aufzupassen. „Aber wahrscheinlich erlauben meine Eltern das nicht, wegen unserer kleinen Wohnung. Davey ist ja viel größer als Rudi“, ergänzte er schnell.
Nick warf Davey seine Frisbee zu. „Ich schau mal nach einer guten Tierpension, denke ich.“
Oliver staunte: „Was ist das denn? Ein Hotel für Hunde?“
„Ja, so was in der Art. Wie ein Tierheim, aber eben so, dass vorher klar ist, dass man seinen Hund oder seine Katze nach einer bestimmten Zeit wieder abholt.“
Oliver wusste, dass es in Kleefeld ein Tierheim gab, denn da kam ja sein Rudi her. Aber ob die auch Hunde auf Zeit betreuen würden? Wenn er zu dieser Hundeschule ging, konnte er ja gleich mal nebenan beim Tierheim reinschneien und nachfragen, überlegte er. „Jedenfalls könnte ich Davey dort immer besuchen und ihn dienstags mit in den Park nehmen“, schlug Oliver vor.
„Das ist nett von dir, Kumpel. Wenn Davey gut versorgt ist, kann ich den Urlaub sicher doppelt genießen. Ach, wenn doch schon Januar wäre!“
Die beiden plauderten noch eine Weile über Urlaub und gute Hundesitter, bis graue Wolken aufzogen und sie sich beeilen mussten, nach Hause zu kommen.
Das Gewitter brach los, als Oliver gerade die Stufen zur Wohnung hinaufstapfte. Glück gehabt! Dumm nur, dass er jetzt keine Ausrede mehr hatte, draußen herumzustromern und stattdessen Zeit für die Hausaufgaben hatte.
„Hast du’s gut, Rudi! Nie hast du Hausaufgaben. Du gehst ja nicht zur Schule.“ Oliver tätschelte Rudi den Kopf.
Da fiel es ihm wieder ein: die Hundeschule! Er musste gleich mal seine E-Mails abrufen, ob die sich endlich zurückgemeldet hatten. Er schob seine Schulbücher beiseite und startete Papas Laptop. Eigentlich stand der Laptop im Büro, aber Oliver riss ihn sich ganz gerne unter den Nagel.
Er loggte sich in sein E-Mail-Konto ein: klapperstueck@hotmail.com. Dann tippte er das Passwort „rudiistderbeste“ und wartete gespannt. Doch auch heute wieder nichts.
Oliver war enttäuscht. Vielleicht sollte ich da einfach mal anrufen und nachfragen, dachte er. Auf der Internetseite fand er die Kontaktdaten der Hundeschule. Kurzerhand wählte er die Nummer.
Eine Männerstimme meldete sich: „Best Friend Hundeschule, Koslowski am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“
„Ja, äh, hallo, hier ist Oliver. Oliver von … nein, Oliver Klapperstück. Ich habe einen Hund und wollte gerne so einen Kurs machen, für Kinder“, stammelte Oliver unsicher vor sich hin. Er hasste es, irgendwo anzurufen, wenn er die Leute nicht kannte. Aber das mit der Hundeschule war ihm wichtig.
Der Mann notierte Olivers Namen und Telefonnummer. Dann sagte er: „Du kannst Freitag in drei Wochen vorbeikommen, da startet ein neuer Kurs.“
Oliver freute sich und fragte: „Muss ich irgendwas mitbringen?“
„Deinen Hund!“ Der Mann lachte. „Naja, und halt das ausgefüllte Anmeldeformular und die Einverständniserklärung deiner Eltern. Dann noch die 15 Euro Anmeldegebühr und...




