Schwarz Maddrax - Folge 272
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8387-0571-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dieser Hunger nach Leben
E-Book, Deutsch, Band 272, 64 Seiten
Reihe: Maddrax
ISBN: 978-3-8387-0571-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Conquistadores, Tunichtgute, Mörder, Flüchtlinge, vom Gold Besessene... Sie alle fanden sich auf einer Karavelle wieder, die sie nach grauenvollen Erlebnissen in der Neuen Welt zurück nach Spanien bringen sollte. Doch knapp der Rache der Indios entkommen, verschlang sie ein noch viel furchtbareres Schicksal. Nun sind sie gefangen in einem Schattenreich, als Sklaven einer Macht, die nach Leben giert und deren unstillbarer Hunger der ihre geworden ist...
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" (S. 3-4)
Maria Weiß rieb sich die klammen Hände. Sie starrte über die Baracken, die sich in die tief verschneite Landschaft duckten, hinüber zur Flakstellung, an der ein SS-Mann drei noch nicht einmal sechzehnjährige Jungen einwies. Nicht weit von ihr vibrierte das Bohrgestänge. Ratternd brachte der Bohrer auf der Suche nach Erdöl immer neues Gestein aus der Tiefe. Plötzlich kam Unruhe in die Arbeiter, die das Gerät bedienten. Einer winkte aufgeregt. Die Geologin ging hinüber – und erstarrte. Inmitten des ausgeworfenen Gesteins lag ein faustgroßer, dunkelrot glühender Brocken! „Was um Himmels willen ist das?“, flüsterte sie. Gleich darauf war Maria Weiß tot.
Peter Hahn saß am warmen Ofen, die Füße auf den Schreibtisch gelegt, und blätterte in der neuesten Ausgabe des „Stürmers“1. Der drahtige, mittelgroße Endvierziger in Uniform grinste geringschätzig. Wie immer wurden die neuesten Erfolge der großdeutschen Truppen beschworen und mit abstoßenden Karikaturen die jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung an den Pranger gestellt. Als ob es momentan keine anderen Sorgen gäbe! Im Gegensatz zur Reichsführung hatte Hahn längst begriffen, dass der Krieg verloren war. Das Tausendjährige Reich lag in den letzten Zügen – nach noch nicht einmal einem Dutzend Jahren!
Auch die beste Propaganda würde das Blatt nicht mehr wenden. Und erst recht nicht, was da draußen vor sich ging. Öl sollten sie finden, um die zunehmenden Engpässe in der Versorgung der Panzer und Flugzeuge zu beheben. Er blickte zum Fenster hinaus auf den Bohrturm, der wie ein riesiges Skelett in der weißen Einöde stand. So wirst du auch bald dastehen, mein geliebtes Deutschland … Hahn beobachtete die Häftlinge, die den Bohrturm bedienten. Von den SS-Wachen sah er nichts, die saßen schön warm wie er selbst in der Wachbaracke."




