Anders reisen und dabei das Besondere entdecken: Mit den aktuellen Tipps aus den Michael-Müller-Reiseführern gestalten Sie Ihre Reise individuell, nachhaltig und sicher. Wanderbar! Zwischen Ägäis und Libyschem Meer prunkt die legendäre Insel des Zeus gleich mit drei grandiosen Gebirgsketten. Unsere Autoren Marie Luise und Gunnar Schuschnigg gehören zu den Pionieren in Sachen geführter Kreta-Touren. In diesem Buch verraten sie Ihnen alles über die 35 schönsten Wege ihrer Wahlheimat. Wenn Sie mehr wollen als den Gänsemarsch durch die Samaria-Schlucht, liegen Sie mit diesem Titel genau richtig.
Luisa Schuschnigg
Jahrgang 59, geboren in Wolfsberg in Kärnten, Österreich. Schon während der Schulzeit wollte sie nur 'raus' und nutzte die Ferien für Au-pair-Aufenthalte in Südfrankreich, Holland und der Schweiz. In den 80ern arbeitete und wohnte sie mit Familie in der Ex-DDR und Russland. Ganz nach dem Motto 'Berge scheinen Klarheit in das Herz' lebt sie heute ihre Leidenschaft im Alltag auf Kreta aus. Gemeinsam mit Ehemann Gunnar führt sie in Kapetaniana, einem Bergbauerndorf in 800 m Seehöhe ein Gästehaus. Hier treffen sich Freizeitaktivisten wie Kletterer, Wanderer aber auch Ruhesuchende. Sie bevorzugt für Reisen den Himalaja und erfreut sich in den letzten Jahren wieder vermehrt an 'Sommerfrische' in der grünen Heimat.
Gunnar Schuschnigg
Jahrgang 56, geboren in St. Andrä in Kärnten, Österreich. Nach dem Abschluss der Kochlehre erfolgte eine Umschulung auf Maschinenbau-Elektrotechnik. Gunnar Schuschnigg zog für Arbeitsaufenthalte nach Saudi-Arabien, in die Ex-DDR und nach Libyen. Seine Leidenschaft sind die Berge und das Sammeln von alter Reise-Literatur. Seit 1984 lebt er mit Familie auf Kreta, renovierte ein altes Bauernhaus, das seit 1991 als Gästehaus fungiert, bekocht die Gäste professionell und arbeitet als Wanderführer.
Schuschnigg
Kreta Wanderführer Michael Müller Verlag jetzt bestellen!
Weitere Infos & Material
Wandern auf Kreta
Legendäres Kreta! Die Faszination, die Kreta auf Kulturfreunde ausübt, wirkt auf Wanderer geradezu magisch. Die fünftgrößte Insel im Mittelmeer bezaubert mit ihren vielen Gegensätzen. Hier wandert man nicht nur durch besondere Landschaften, sondern erfährt mit Augen und Füßen etwas von der Erd- und Menschheitsgeschichte. Besonders beliebt sind die Wanderungen im Frühling und im Herbst. Kretas Pflanzenreichtum ist weithin bekannt, und das Unterwegssein im Frühling führt durch wahre Augenweiden. Zudem garantiert ein Bad im Meer Erfrischung pur. Der Herbst bietet sommerwarme Wassertemperaturen und sonnengereifte Früchte am Wegrand. Die Natur geizt noch mit Blüten und wartet sehnsüchtig auf den ersten Regen, der meist im Oktober kurz, aber heftig eintrifft. Nur von Wanderungen im Hochsommer möchten wir im schattenlosen Gelände ausdrücklich abraten. Ansonsten begleitet Sie dieser Wanderführer auf alten Pfaden durch steinige Gebirge und auf Feldwegen durch Kultur- und Ackerland, durch märchenhafte Schluchten und entlang den Klippen über dem Meer. Entdecken Sie Kreta - und haben Sie Spaß dabei!
Wanderregionen auf Kreta
Kreta lässt sich, bedingt durch die Länge der Insel, geografisch grob in drei Hauptgebiete gliedern: Westkreta, Zentralkreta und Ostkreta. Dabei haben wir zwei dieser Gebiete nochmals nach Anfahrtsrichtung unterteilt und unterscheiden so folgende fünf Wanderregionen: Westkreta Nordhälfte, Westkreta Südhälfte, Zentralkreta Südküste/Hinterland Iráklion, Zentralkreta Ída-Massiv und Ostkreta.
Die besten Standorte für die jeweiligen Wanderungen finden Sie hier. Westkreta Nordhälfte und Südhälfte: Im Nordwesten Kretas befinden sich, wenn auch leider in den letzten Jahrzehnten erheblich reduziert, die meisten Waldgebiete. Regional gedeihen Kastanien und jede Menge Zitrusfrüchte. Ein besonderes Unikat der Gegend ist der kretische Erdbeerbaum (Tour 5), dessen Früchte nicht nur hübsch anzuschauen sind, sondern im reifen Zustand im Herbst auch hervorragend schmecken. Die zur Nordküste hin sanft auslaufenden Hügelketten (Tour 1 und 4) bilden kleine üppige Täler (Tour 2) mit teilweise altem Waldbestand aus Walloneneichen (Tour 1) und enden in flachen fruchtbaren Küstenebenen. Hier liegen auch die größten Städte der Region, Réthimnon, Chaniá und Kastélli (Touren 1 bis 3). In tieferen Lagen geben hauptsächlich Olivenhaine der Landschaft ihr Gepräge. Von den Ausläufern der karstigen Gebirgswelt der Weißen Berge bis hin zu sandigen oder felsigen Meeresufern wachsen Olivenbäume in Reih und Glied. Agrar-Grün dominiert auch die gesamte Westküste Kretas von Falássarna bis Elafonísi und einen Teil der südlichen Hälfte Westkretas, das Hinterland von Paleóchora bis Soúgia. Der Rest des Südwestens steht für Kretas einzigartige Wildheit. Hier dominiert der mächtige Gebirgsstock der Lefká Óri, der „Weißen Berge“, die Landschaft (Touren 6 bis 13). Mancher bezeichnet ihn liebevoll als „kretischen Himalaja“. Die zahlreichen über 2.000 m hohen Gipfel und ihre Vorberge bewirken, dass der Westen in den regenreichen Spätherbst- und Wintermonaten fast um die Hälfte mehr Regentage verzeichnet als der Osten. Von Norden nach Süden verlaufende Schluchten (Tour 11 und 12) ziehen tiefe Furchen (nicht alle sind unbedenklich zu passieren) und enden an winzigen Kieselstränden (Touren 7 bis 9). Geboten wird also eine mächtige Gebirgsszenerie vom Feinsten! Nur wenige steinige Pfade durchziehen den Hochwald aus Zypressen und Steineichen sowie die Kiefernwälder, die bis zur Küste reichen (Touren 6 bis 8). Beherrscher der wilden Region waren lange Zeit die kretische Wildziege und der Weißkopfgeier auf der Suche nach totem Getier. Zu Zeiten der Fremdbesatzung zogen sich auch immer wieder Freiheitskämpfer in die Gebirgsregion zurück, ihre Schlupflöcher waren die Karsthöhlen. Die Region der östlichen Léfka Óri, „Sfakiá“ genannt (Touren 9, 11 und 12), ist berühmt für ihre Partisanen. Aber keine Sorge, heute wandern Sie angstfrei mit unserem Buch in der Hand durch die Gegend. Auf keinen Fall versäumen sollten Sie eine Fahrt mit dem Fährschiff - vom Boot aus hat man mit Abstand den besten Blick auf die grandiose Gebirgswelt. Charakteristisch für die Südhälfte des Westens (aber auch für Zentral- und Ostkreta) ist der teilweise heftige Voriás aus dem Norden, der Wanderern als stürmischer Fallwind kräftig zu schaffen macht.
Eine landschaftliche Besonderheit stellt der Palmenwald von Préveli (Tour 13) dar, ca. 50 km abseits des großen Gebirgsstocks an der Südküste. Er besteht aus der wildwachsenden Kretischen Dattelpalme (Phoenix theophrasti). Diese ist neben der Zwergpalme (Chamaerops humilis) die einzige europäische Palmenart. Zentralkreta Ída-Massiv sowie Südküste/Hinterland Iráklion: Fast genau in der Mitte der Insel liegt das Ída-Gebirge. Zu ihm gehört auch der höchste Gipfel der Insel, der Psilorítis (2.456 m). Im Gebirgsstock verborgen liegt am Rande der fast kreisrunden Nída-Hochebene die Idéon-Ándron-Höhle (Tour 16). Die Süd- und Südosthänge der Berge sind teilweise mit Steineichen und Zypressen bewaldet (Touren 17 bis 19). Schäfer treiben ihre Schaf- und Ziegenherden bis auf die Gipfel zum Weiden. Eine regionale Besonderheit sind die steinernen Sennhütten mit rundem Grundriss, auf Griechisch „mitáta“. Diese Kunstwerke (Touren 17 und 19) werden aus Kalkstein und ohne Mörtel gebaut; im oberen Teil werden flache Steinplatten eindrucksvoll zu einer Kuppel geschichtet. Viele kleine Bergdörfer schmiegen sich an die südlichen (Touren 14 und 15) und südwestlichen (Tour 18) Ausläufer des Gebirges. Der Gebirgsstock speichert in seinem Inneren viel Wasser. Höhlenforscher haben bis jetzt drei unterirdische Flusssysteme entdeckt, die Gegend ist dadurch reich mit Quellen gesegnet (Touren 17, 19 und 20). Kulturelle Kleinode aus byzantinischer Zeit wie die Klöster Vrondísi und Valsamónero sind weitere Attraktionen der Region (Tour 20). Der Süden der Präfektur Iráklion ist landwirtschaftlich geprägt, Millionen Ölbäume stehen auf der größten Tiefebene der Insel, der Messará-Ebene (50 km lang, breiteste Stelle 12 km). Sie wird zur Südküste hin von der lang gezogenen Gebirgskette der Asteroússia-Berge begrenzt. Dieses karstige Gebirgsmassiv, dessen höchste Erhebung der Kófinas ist (1.236 m), erscheint durch seine West-Ost-Ausrichtung und die Lage am Meer wie eine Miniatur-Ausgabe der Weißen Berge weiter westlich. In ihm liegen einige „Adlerhorste“ wie das Bergbauerndorf Kapetanianá (Tour 22 und 23), imposante Schluchten sowie abgeschiedene Klöster und Höhlenkirchen (Touren 22 bis 25). Einst einer der heiligsten Orte der Insel und heute eine - man möchte fast sagen: gottverlassene - Gegend ist die Region um das knapp 400 m hoch aufragende, spitz zulaufende Südkap (Tour 21). In der nur an dornigem Gestrüpp und Ziegen reichen Region soll ca. 60 n. Chr. der Apostel Paulus an Land gegangen sein und damit Europas Christianisierung ihren Anfang genommen haben. Die gesamte Region der Südküste ähnelt mit ihrer kargen steppenartigen Landschaft stark dem nahen Nordafrika, dessen Küste von hier aus fast genauso weit entfernt ist wie das griechische Festland (ca. 300 km Luftlinie). Das Hinterland Iráklions ist dank seiner fruchtbaren Erde ein ertragreiches Weinanbaugebiet. Vom Hausberg der Inselhauptstadt, dem Joúchtas (Tour 26), kann man als Wanderer wunderbar sowohl über die Stadt als auch über hügelige Weinberge schauen. Ostkreta: Das weitläufige Díkti-Gebirge, die markanteste landschaftliche Erscheinung des Ostens, ist gleichzeitig das dritthöchste Gebirgsmassiv der Insel. In ihm liegen drei über 2.000 m hohe Gipfel sowie fruchtbare Schwemmlandhochebenen wie die berühmte Lassíthi-Hochebene (Touren 28 und 29) mit der attraktivsten Höhle Kretas (Diktéon Ándron) und der kleinen Hochalm...