Schulz | Sabbatical auf See | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Schulz Sabbatical auf See

Eine Familie setzt die Segel
3. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7688-8341-2
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Familie setzt die Segel

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-7688-8341-2
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es ist eine ganz normale Familie, die ein ganz normales Familienleben führt – bis REGINA zu ihnen stößt, die wunderbare Segelyacht, die Ängste und Zweifel verblassen und Träume wirklich werden lässt. Voller Humor und Selbstironie, absolut nachvollziehbar und mit großer Ehrlichkeit berichtet Leon Schulz, wie sich diese wirtschaftlich abgesicherte und im Alltag verwurzelte Gemeinschaft aus Vater, Mutter und zwei schulpflichtigen Kindern in eine Blue-Water-Crew verwandelt. Nicht ohne Bedenken geben sie ihre Jobs auf, verkaufen ihr Haus, segeln über den Atlantik und erleben in der Karibik, wie Lebensfreude, neue Freunde und einige Wagnisse ihnen unschätzbare Kräfte und Zuversicht schenken.

"Sabbatical auf See" ist ein einzigartiges Buch, das den Leser zu neuen Lebenserfahrungen ermuntert, ohne die damit verbundenen Schwierigkeiten und Mutproben zu beschönigen – ergänzt mit wertvollen Ratschlägen aus der Praxis der Fahrtensegelei, damit die Nachahmer eigene Segelabenteuer gut gerüstet realisieren können.

Aus dem Inhalt

• Eine Fahrtenyacht wählen und ausrüsten
• Die Bordschule
• Versicherungen
• Seekrankheit
• Proviantieren für den Atlantik
• Routen aus der Karibik
• Bürokratie und einklarieren

Schulz Sabbatical auf See jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2

In dem wir unser altes Leben wegpacken

Planen


Es war schon Mai, und die Umsetzung des zweiten Schrittes vom Planen zum tatsächlichen Segeln lag nur noch wenige Wochen entfernt. Unser damaliges Leben als chaotisch zu beschreiben, wäre eine glatte Untertreibung. Wie konnte es dazu kommen? Wir hatten uns bis dahin für gute Organisatoren gehalten und unser Leben im Griff gehabt. Überstieg das Segelprojekt unsere Fähigkeiten? Erwarteten wir zu viel vom Leben und von uns? Und wenn es schon in der Planungsphase so chaotisch zuging, wie sollte dann erst unser Segelabenteuer enden?

In nicht mehr als zwei Wochen sollte eine Umzugsfirma unser Heim leeren: jedes Möbelstück, jedes Betttuch, jede Winterjacke, alle unsere Bücher und Ordner, unsere Töpfe und Pfannen – alles, was wir an Bord nicht benötigten – sollten in irgendeinem Lager verschwinden. Was für ein Schritt: Nur sechs Wochen zuvor hatten wir noch nicht einmal den Entschluss gefasst gehabt, unser Haus zu verkaufen. Jetzt kämpften wir mit den Folgen des Hausverkaufs, und plötzlich wurde sehr deutlich, dass Planung nicht nur Organisationstalent, sondern auch Mut und Flexibilität erfordert. Erst kürzlich hatten wir mit einer Seglerfamilie gesprochen, die mit ihren zwei Töchtern drei Jahre lang um die Welt gesegelt war.

Sie hatten uns gefragt: »Warum wollt ihr euer Haus unbedingt behalten? Warum verkauft ihr es nicht?«

Wir konnten diese Frage nicht beantworten. Vielleicht gab uns das Haus ein Gefühl der Sicherheit, falls wir die Notbremse ziehen wollten? Doch in den folgenden Gesprächen erkannten wir, dass dies ein Trugschluss war. Wir waren nicht einmal mehr sicher, ob wir überhaupt in unser Haus zurückkehren wollten, denn es war für heranwachsende Kinder nicht gerade ideal. Warum also ein Haus behalten, das unseren Bedürfnissen zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht gar nicht mehr entsprechen würde? Und schon entwickelte sich der nächste Gedanke: Die Welt ist so groß und schön, warum sollten wir überhaupt unbedingt in dieselbe Kleinstadt zurückkehren? Das Haus könnte sogar zu einer Last werden, Mieter könnten vielfältige und unangenehme Probleme verursachen und damit unsere Handlungsfreiheit bei der Rückkehr stark einschränken. Mit jedem Schritt und mit jeder Entscheidung, die wir trafen, wurde unsere innere Welt größer, unsere persönlichen Grenzen verschoben sich. Unsere privilegierte Lebenssituation, Entscheidungen nach persönlichen Vorstellungen frei treffen zu können und das Leben kreativ zu gestalten, anstatt fremdbestimmt in eng gesetzten Grenzen handeln zu müssen, erfüllte uns mit immer größerer Freude. Doch es schlich sich manchmal auch der Zweifel ein, ob wir nicht zu viel veränderten und uns damit überforderten. Es ist nicht einfach, mit Freiheit sinnvoll umzugehen.

Unser Einzug an Bord, der aus einem nie enden wollenden Packen und Verstauen bestand, zeigte uns auch die Kehrseite eines Aufbruchs und Abschieds vom geliebten Haus und unserer Heimat. In den wenigen ruhigen Minuten, die wir vor unserer Abreise noch zum Nachdenken fanden, fragte ich mich im Geheimen, warum wir kein größeres Boot gekauft hatten. Wo sollten wir alles verstauen? Kiste um Kiste verließ unser Haus und wurde an Deck unserer REGINA abgestellt, und irgendwie geschah das Wunder, dass leere Kartons wieder den Weg an Land fanden. Falls deren Inhalt sich nicht in der feuchten Hafenluft aufgelöst hatte, musste er sich doch irgendwo an Bord versteckt haben, oder? Wir erstellten endlose Listen, um den Verbleib unserer Habseligkeiten zu dokumentieren. Würden wir sie je wiederfinden?

Todmüde fielen Karolina und ich jeden Abend spät ins Bett und fragten uns immer wieder: Warum tun wir uns all dies an? Warum haben wir unser Haus verkauft? Warum haben wir unsere Firma aufgegeben? Warum gaben wir unser bequemes Leben auf, mit dem regelmäßigen Einkommen, guten Freunden, guten Weinen und mit einer Schule, die den Kindern doch so gefiel? Doch die am schwierigsten zu beantwortenden Fragen für uns waren: Warum freuten sich Jessica und Jonathan so sehr und konnten den Einzug an Bord und den Beginn unseres Segelabenteuers kaum erwarten? Waren wir alle verrückt geworden?

Es versteht sich von selbst, dass ich zu diesem Zeitpunkt von unserem Vorhaben nicht mehr ganz so überzeugt war. Das Selbstvertrauen, das ich mir während der vielen Jahre aufgebaut hatte, schien unter der schweren Bürde der Verantwortung für das zukünftige Wohlergehen meiner Familie sowie der zermürbenden Müdigkeit dahinzuschmelzen. Ich war erschöpft von der Arbeit im Büro, erschöpft von den Vorbereitungen des Umzuges und von dem endlosen Verstauen unserer Utensilien an Bord, erschöpft davon, Versicherungen abzuschließen, den Unterricht der Kinder für unterwegs vorzubereiten, Ersatzteile und Werkzeuge zu beschaffen; erschöpft vom Einscannen unendlich vieler Seiten aus Bedienungsanleitungen, von Kochrezepten, Fotos und wichtigen Dokumenten, damit sie alle auf der Festplatte unseres Computers mitreisten, und müde von der nie enden wollenden Auswahl von Kleidern, Büchern, CDs und Teddybären, mit denen wir den engen Platz an Bord teilen wollten.

Was wir an Land zurückließen, schien immer weniger Bedeutung für uns zu haben. Unzählige bisher für notwendig gehaltene Dinge, die wir weder verschenken, verkaufen noch wegwerfen wollten, verschwanden in besonders gekennzeichneten Kisten und wurden auf dem Dachboden von Karolinas Eltern in Sicherheit gebracht. Und gleichzeitig erhob sich die Frage: Warum behielten wir all dies? Für unsere Enkelkinder? Wir wussten es nicht. Viele Aspekte unseres alten Lebens verloren in dieser Anfangszeit der Reise immer mehr an Wert. Neue Steuergesetze, politische Querelen, Wirtschaftszahlen, Börsenkurse …, die früher für uns so wichtigen TV-Sendungen, die wir mit Interesse verfolgt und die unser Leben beeinflusst hatten, erreichten uns kaum mehr, wir schenkten ihnen einfach immer weniger Beachtung. Vielleicht waren wir viel zu beschäftigt und zu sehr auf unseren Abreisetermin konzentriert, an dessen mögliche Einhaltung wir kaum mehr glaubten.

Je näher der Tag des Abschiedes heranrückte, desto größer wurden meine Zweifel. Was würden zum Beispiel unsere Freunde und Bekannten wirklich denken, wenn wir ihnen verkündeten, zukünftig nur noch über Satellitentelefon erreichbar zu sein, sodass sie nie wissen konnten, ob sie uns gerade im Kampf mit Sturmwinden auf dem Atlantik erwischten, oder ob wir in den Tropen beim Schnorcheln waren? Würden sie sich fragen: Warum machen die das? Würden sie uns für verantwortungslos und verrückt halten?

Unsere REGINA allerdings war uns noch nie so bezaubernd und attraktiv vorgekommen: nahezu startbereit für das große Abenteuer. Es fehlten nur noch die Lebensmittel, wobei Karolina das Proviantieren perfekt beherrschte. REGINA schien zu lächeln, ich konnte es genau fühlen. Es waren bald nicht mehr die Reisevorbereitungen, die uns noch festhielten, sondern es war nur unser altes Leben, das uns noch festhielt. Immer wieder verstrickten wir uns in als wichtig erscheinende, noch in letzter Minute zu bewältigende Aufgaben. Warum konnten wir nicht einfach loslassen und auslaufen? Mit ein bisschen Glück wollten wir in Kürze an Bord umziehen; es gab wirklich nur noch wenige abschließende Probleme an Land zu lösen, während wir auf den Ferienbeginn unserer Kinder warteten. Wenn die Schule im kommenden Herbst für ihre Klassenkameraden wieder losging, würde für Jessica und Jonathan alles anders sein. Erstens würden dann ihre eigenen Eltern zu ihren Lehrern. Aber auch ganz andere Lehrmeister sollten den Unterricht prägen: bisher unbekannte Orte, neue Kulturen, fremdartige Mentalitäten und aufregende Erlebnisse.

Wie werden unsere Kinder diese neue Erlebnispädagogik bewältigen? Werden sie davon profitieren? Inwiefern werden wir uns alle verändern? Was wird das Leben uns lehren, auf einem 40-Fuß-Boot lebend, so intensiv und eng beieinander, ohne Möglichkeit des Rückzugs und der Flucht, ständig untewegs? Warum wollten wir uns den Naturgewalten so unmittelbar aussetzen und vom gut situierten Bürger zum Vagabunden werden? Warum wollten wir nicht einfach wie unsere Freunde und Verwandten den bisher üblichen Lebensweg fortsetzen?

Die vielseitige und von Schönheit geprägte Mutter Natur wird nun unsere unmittelbare Nachbarin werden – eine große Chance für die Erweiterung sozialer Kompetenzen, besonders für die Eltern. Jedoch war unser bisheriger Alltag sicherlich mit viel weniger Problemen behaftet gewesen, als sich ständig deren Launen auszusetzen. Doch allen Bedenken und Zweifeln zum Trotz: Wir sehnten den Zeitpunkt immer ungeduldiger herbei, an dem wir unseren Heimathafen sachte im Kielwasser verschwinden sehen würden, und ich hoffte inständig, dass wir bis dahin noch deutlicher erkennen könnten, warum wir all dies auf uns nahmen.

Eine Fahrtenyacht wählen und ausrüsten


Die Wahl einer Fahrtenyacht sollte mindestens so sehr mit dem Herzen wie mit dem Verstand und Schiff verbindet oftmals eine besondere Beziehung, eine hohe Affinität. In unserem Fall ist REGINA zum Synonym für unser Alle in...


Schulz, Leon
Leon Schulz segelt seit seinem 15. Lebensjahr, war mit 17 Jahren auf der 1955 in Stockholm gebauten S&S 62 Fuss Yawl »Refanut« als Crewmitglied ein paar Monate in Amerika unterwegs, hat mit 19 Jahren sein erstes eigenes Fahrtenschiff gekauft und ist seit über 40 Jahren dem Segeln treu geblieben - sowohl beruflich als auch privat. Nach dem Maschinenbaustudium in Göteborg und einigen Jahren als Ingenieur in der Schweiz, machte Leon Schulz sich mit seiner damaligen Frau als Marine Marketing Consultant selbstständig. Boots- und Schiffsausrüstung wurde seine Spezialität und er arbeitete mit vielen führenden Ausrüstungszulieferern zusammen. Heute noch erprobt er immer wieder neue Ausrüstungen auf seinem Fahrtenschiff. Mit 43 Jahren segelte er mit seiner Familie während einem Sabbatical in die Karibik und zurück (Buch: “Sabbatical auf See”). Vom grossen Abenteuer wiedergekehrt wurde Leon Schulz Editor in Chief einer internationalen maritimen Fachzeitschrift mit Sitz in Hamburg bevor er sich als Royal Yachting Association (RYA) Yachtmaster Ocean Instructor dem Fahrtensegeln vollberuflich gewidmet hat. Seit über 15 Jahren bildet er angehende sowie erfahrene Fahrten- und Blauwassersegler aus, die ersten Jahre als Chief Instructor von Malta Sailing Academy. Die letzten 10 Jahren hat er zwei eigene RYA Training Centers gegründet: einen in Lymington/UK und einen auf Malta und bildet auf seiner kommerziell klassifizierten Hallberg-Rassy 46 »Regina Laska« von Norwegen im Norden bis zu den Atlantischen Inseln in Süden im Fahrten- und Blauwassersegeln aus, wenn er nicht selbst mit seiner Partnerin Gaby Theile genussvoll die Ozeane besegelt. Um besonders Paaren (Freunden bzw. Partner) zu einem angenehmen Segeln zu verhelfen schrieb er mit seiner Partnerin und Psychologin Gaby Theile das Buch “Zu Zweit an Bord”. Leon Schulz’ Erfahrungsschatz basiert inzwischen auf mehr als 70.000 gesegelten Meilen. Vielen Gesprächen mit gleichgesinnten Seglern, Kursteilnehmern, Segelfreunden, beruflichen Profiseglerkollegen sowie Lieferanten und Herstellern von Yachten und Ausrüstung sei Dank, dass häufig gestellte Fragen zum neuen Buch: “Praxisguide Fahrtensegeln” geführt haben.

Leon Schulz segelt seit seinem 15. Lebensjahr, war mit 17 Jahren auf der 1955 in Stockholm gebauten S&S 62 Fuss Yawl »Refanut« als Crewmitglied ein paar Monate in Amerika unterwegs, hat mit 19 Jahren sein erstes eigenes Fahrtenschiff gekauft und ist seit über 40 Jahren dem Segeln treu geblieben - sowohl beruflich als auch privat. Nach dem Maschinenbaustudium in Göteborg und einigen Jahren als Ingenieur in der Schweiz, machte Leon Schulz sich mit seiner damaligen Frau als Marine Marketing Consultant selbstständig. Boots- und Schiffsausrüstung wurde seine Spezialität und er arbeitete mit vielen führenden Ausrüstungszulieferern zusammen. Heute noch erprobt er immer wieder neue Ausrüstungen auf seinem Fahrtenschiff. Mit 43 Jahren segelte er mit seiner Familie während einem Sabbatical in die Karibik und zurück (Buch: "Sabbatical auf See"). Vom grossen Abenteuer wiedergekehrt wurde Leon Schulz Editor in Chief einer internationalen maritimen Fachzeitschrift mit Sitz in Hamburg bevor er sich als Royal Yachting Association (RYA) Yachtmaster Ocean Instructor dem Fahrtensegeln vollberuflich gewidmet hat. Seit über 15 Jahren bildet er angehende sowie erfahrene Fahrten- und Blauwassersegler aus, die ersten Jahre als Chief Instructor von Malta Sailing Academy. Die letzten 10 Jahren hat er zwei eigene RYA Training Centers gegründet: einen in Lymington/UK und einen auf Malta und bildet auf seiner kommerziell klassifizierten Hallberg-Rassy 46 »Regina Laska« von Norwegen im Norden bis zu den Atlantischen Inseln in Süden im Fahrten- und Blauwassersegeln aus, wenn er nicht selbst mit seiner Partnerin Gaby Theile genussvoll die Ozeane besegelt. Um besonders Paaren (Freunden bzw. Partner) zu einem angenehmen Segeln zu verhelfen schrieb er mit seiner Partnerin und Psychologin Gaby Theile das Buch "Zu Zweit an Bord". Leon Schulz' Erfahrungsschatz basiert inzwischen auf mehr als 70.000 gesegelten Meilen. Vielen Gesprächen mit gleichgesinnten Seglern, Kursteilnehmern, Segelfreunden, beruflichen Profiseglerkollegen sowie Lieferanten und Herstellern von Yachten und Ausrüstung sei Dank, dass häufig gestellte Fragen zum neuen Buch: "Praxisguide Fahrtensegeln" geführt haben.



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