E-Book, Deutsch, 208 Seiten
Schuler Überleben als Lustbefriedigung
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7557-0928-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gedankenspiele zu Sigmund Freuds Drei-Instanzen-Modell mit Hinzufügen der Moral
E-Book, Deutsch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-7557-0928-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jeder hat "Über-Ich" schon einmal gehört. Und "Es" vielleicht auch. Nehmen wir einmal an, Sigmund Freud hätte Recht. Und es gibt dieses "Es, Ich und Über-Ich". Und was, wenn es zwischen "Ich" und "Über-Ich" noch so etwas wie eine "Moral" gibt? Eine Art "personalisiertes Über-Ich". Wie würde es aussehen, wenn Es, Über-Ich und Moral gleichzeitig existieren, jeder der drei will bestimmen und das Ich ist immer mitten drin? Und abschließend die Frage: Sind die "psychischen Störungen" eine Folge einer zu stark gewordenen Instanz? Sei es ein zu starkes Es, Über-Ich oder eine zu starke Moral? In diesem Buch geht es um ein paar Gedankenspiele zu diesem Thema. Teils tiefgründig, teils humorvoll. Mit Beispielen, die man sich gut merken kann. Wie dem Anti-Mönch oder ob eine Frau immer erst ein Kind gebären muß, um einen Lustgewinn zu spüren. Und es gibt hier und da ein paar Fragen zum selber darüber nachdenken. Schlendern Sie geistig auf den Gedanken-Wegen von Martin Schuler, erforschen Sie sich, Ihre Welt und vielleicht haben Sie hier und da diesen "A-ha!"-Effekt. Es lohnt sich, die Dinge zu hinterfragen. Vielleicht sind Sie bald ein "Follower" von Martin Schuler. Ein Mann, der auch langjährige Weggefährten mit seinen Ideen immer wieder auf's Neue überraschen kann.
Martin Schuler, Jahrgang 1971, ist Dipl.-Ing. (FH) der technischen Informatik, Betriebswirt Sozialmanagement und Heilpraktiker für Psychotherapie. Dazu kommen noch Auszeichnungen wie der "Distinguished Toastmaster", "Outstanding Toastmaster", "Europameister im Stegreifreden", seine Tätigkeit als Coach für freie Rede und seine knapp zehnjährige Erfahrung bei der Behandlung bestimmter psychischer Störungen. Mehr aus einer Laune heraus hat sich Martin Schuler auf dem Gebiet der Psychotherapie weitergebildet. Durch erste Erfolge bei spielerischen Therapieübungen kam in ihm der Gedanke auf, ob die Psyche, genauso wie der Verstand, einer Logik folgen. Später in seiner "Praxis Lebensfreude" hat sich der analytisch denkende Mensch bei seinen Patienten häufig die Frage gestellt: "Was ist die Triebfeder hinter den Störungen? Warum reagiert der Mensch in diesen Situationen so? Welchen Einfluss haben Werte, Umfeld, Moral usw. auf das, von außen betrachtete, irrationale Verhalten?" Martin Schuler hat sich in den letzten acht Jahren verschiedene Gedanken zum Verhalten von Menschen und Tieren gemacht, die Menschen mit ihrem Verhalten beobachtet und versucht, bestimmte Regeln daraus abzuleiten. Zum einen, um seinen Kunden mehr Leistung bieten zu können. Zum anderen, um Menschen außerhalb seiner Praxis ins Nachdenken zu bringen. "Sind die Dinge immer so, wie sie scheinen?" Denn Martin Schuler liebt es, Dinge in Frage zu stellen, hinter die Kulissen zu blicken und ganz neue Wege zu gehen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Der Einfluss der neu definierten Moral auf das bisherige Wertesystem
Ein Wertesystem wird durch Erfahrungen, Vorbilder, Zucht oder das Vorleben anderer gebildet. Jede Handlung, die die beiden Attribute hat führt zu einer Triebbefriedigung und kollidiert nicht mit der bisherigen Moral wird zur Moral hinzugefügt. Eine Bestrafung kann davon abhalten die Handlung zur Moral hinzuzufügen. Wenn ein Kind ein Eis aus dem Supermarkt stiehlt, weil es Lust darauf hat (Triebbefriedigung) und es bislang noch nichts von „nicht stehlen“ weißt (kollidiert also nicht mit der bisherigen Moral, weil in der bisherigen Moral Diebstahl nicht als schlecht geführt wird), so würde diese Handlung, also das Stehlen des Eis, erst einmal zur Moral hinzu kommen (Triebbefriedigung mit Ausbleiben von Bestrafung und ohne Kollision mit Über-Ich und Moral). Später kann „Stehlen von Eis“ aus weiteres Stehlen ausgeweitet werden, solange die Aktion nicht gegen die beiden oben erwähnten Attribute verstößt. Wenn die Eltern das Stehlen des Kindes jedoch mitbekommen und „Stehlen“ gleich welcher Art gegen deren Moral verstößt (weil sie auf Grund ihrer Lebenserfahrung bzgl. Stehlen mehr Erfahrungen, Vorbilder, Zucht, Vorleben hatten) und dem Kind eine Ohrfeige geben, weil es gestohlen hat und das Kind die Liebe der Eltern als Triebbefriedigung mit hoher Gewichtung ansieht, wird es das Stehlen lassen. Also eine Handlung mit relativ niedriger Gewichtung der Triebbefriedigung (Eis stehlen) auslassen, um eine Triebbefriedigung mit höherer Gewichtung (Liebe durch die Eltern) nicht zu verlieren. Beachte „Gewichtung der Triebbefriedigungen“ und „Moral“: Wenn der Mönch Menschen aus dem KZ rettet und dafür mit dem Tode bestraft wird, dann sind zwar beide oben aufgeführten Attribute einer Handlung erfüllt („Triebbefriedigung“ weil Menschen gleich welcher Art weiter leben können und Handlung verstößt nicht gegen die eigene Moral), es findet auch eine Bestrafung statt, aber der Mönch empfindet keine Triebbefriedigung mit höherer Gewichtung durch die Liebe der KZ-Wärter. Für ihn hat das Retten eines Menschenleben eine Triebbefriedigung mit einer so hohen Gewichtung, dass sie jenseits der Liebe der Menschen ist. Kein Mensch kann also dem Mönch eine Triebbefriedigung mit einer so hohen Gewichtung geben, dass er dafür die Handlung aufgibt, die ihm eine Bestrafung einbringt. Das Ausbleiben einer Bestrafung bei einer Handlung, die beide obige Attribute enthält, wird dazu führen, dass die Handlung zu den Handlungen mit „richtiger Moral“ hinzugefügt wird. Würde der Mönch also die Bestrafung im KZ überleben und seiner Moral treu bleiben, so würde er bei nächster Gelegenheit wieder Menschen aus dem KZ retten. Weil die Triebbefriedigung stärker als die Bestrafung ist und die Belohnung für das Handeln im Jenseits die Bestrafung im Diesseits übersteigt. Zumindest laut der Überzeugung des Mönchs. Eine Triebbefriedigung kann eine Anerkennung sein, die dadurch befriedigt wird, dass man für „richtiges“ Verhalten von der Gruppe / Eltern / Vorgesetzten etc. belohnt wird. Eine Bestrafung kann direkt erfolgen (z.B. Schläge durch den Vater) oder durch ein Gewissen (z.B. „Wenn der liebe Gott das sieht, dann kommst Du in die Hölle“), weil gegen die Moral verstoßen wurde. Eine Selbstbestrafung durch das Ich, das die begangene Handlung zur Triebbefriedigung des Es mit der geltenden Moral oder dem Über-Ich vergleicht und die Handlung mindestens einem der beiden zuwider lief. Eine Form der Anerkennung kann auch das Ausbleiben einer Bestrafung sein. Weil wir, wie vorgeschrieben, mit dem Auto an einer roten Ampel stehen bleiben, bekommen wir keinen Strafzettel. Es kommt aber nicht jedes mal, wenn wir an einer roten Ampel anhalten, statt über die Kreuzung zu fahren, ein Polizist an unser Fenster und belohnt uns mit einer Tafel Schokolade. Als Beispiel für eine „Moral“ sei hier das Fremdgehen. Ein verheirateter Mann geht fremd, befriedigt seinen Trieb und weil die Ehefrau davon nichts erfährt und der Mann nur auf seine eigene Triebbefriedigung ausgerichtet ist, wird er das Fremdgehen als positive Verstärkung ansehen (ausbleiben von Bestrafung / kein Verlust von Liebe durch die Ehefrau.). Je nachdem wie stark das Gewissen ist, welches aus der Moral herauskommt und das Ich an seine Überzeugungen erinnern soll, wird der Mann ins Nachdenken kommen. Ist der Mann Es-dominiert, so wird er schnell Erklärungen finden, die sein Fremdgehen rechtfertigen. Diese Erklärungen können z.B. sein: meine Frau weiß nichts davon und ich habe doch keinem weh getan vielleicht geht meine Frau auch fremd und sie hat mir nichts gesagt? wir leben in einer offenen Beziehung. ich war bei einer Prostituierten, das zählt nicht als Fremdgehen, weil keine Liebe im Spiel war. etc. (Parallele zum Eis-stehlenden Kind: „Die Eltern haben es mir zwar verboten, aber wenn sie es nicht mitbekommen, dann ist es doch nicht schlimm, oder?“) Ist der Mann aber Moral-dominiert, die Moral lehnt Fremdgehen ab und der Akt des Fremdgehens war ein kurzer Sieg des Es um einen Trieb zu befriedigen, der von seiner Frau nicht befriedigt werden kann, so wird der Mann ins Nachdenken kommen. Er wird sich schuldig fühlen. Die Frage ist: fühlt er sich schuldig gegenüber seiner Frau? oder fühlt er sich schuldig gegenüber seiner Moral im Ganzen? Dass er schwach gewesen ist und sich entgegen seiner Werte verhalten hat? (Parallele zum Eis-stehlenden Kind: „Meine Eltern haben es mir verboten, aber ich habe es trotzdem gemacht. Hoffentlich sagt es keiner meinen Eltern, sonst mögen sie mich nicht mehr“). Beim Es-dominierten Mann wird der Mann weiter fremdgehen, denn er sieht es nicht als schlecht an. Solange er nicht dabei erwischt wird. Der Moral-dominierte Mann hingegen wird mit sich hadern. Frage Dich: wie argumentiert das Es-dominierte Kind beim nächsten Eis stehlen, wie argumentiert das Moral-dominierte Kind beim nächsten Eis stehlen? Wie verhält sich aber das Es/Ich/Über-Ich, wenn ein „Unfall“ passiert? Wenn eine Handlung, die der eigenen Moral zuwider läuft, unbeabsichtigt erfolgt. Der Mann trifft sich z.B. mit einer Gruppe. Alle trinken ein bisschen zu viel, der Mann nähert sich einer anderen Frau, sie landen im Bett und haben Sex. Die Männer der Gruppe erfahren davon und loben ihn für sein „männliches“ Verhalten (die Frau war nicht die Ehefrau/Freundin eines der Männer). Wenn die Bestrafung ausbleibt und gleichzeitig zu der Handlung eine Anerkennung des Umfeldes stattfindet, kann diese Handlung als vorbildlich angesehen werden (z.B. wenn im entsprechenden Kulturkreis das Fremdgehen des Mannes als etwas Gutes angesehen wird). Diese Handlung kann als vorbildlich im Konjunktiv angesehen werden. Wenn das „Ich“ keine Befriedigung in Anerkennung von außen sieht und die Handlung, für die es die Anerkennung im Außen bekommt, der eigenen Moral widerspricht, wird es der Anerkennung für diese Handlung von außen keine Bedeutung geben (da geringe bis gar keine Gewichtung). Und somit auch nicht als so wertvoll ansehen, dass das Ich dafür seine Ressourcen einsetzt. Es ist also, wie anfangs beschrieben, nur eine der beiden Attribute erfüllt. Es fand zwar eine Triebbefriedigung statt, aber diese Handlung lief der bisherigen Moral zuwider. Auf diesen Bildungsprozess nehmen Es und Über-Ich Einfluss. Zum einen kann das Es eine Triebbefriedigung spüren, wenn es sich entsprechend der Werte des Über-Ichs verhalten hat. Also wird das Befolgen dieses Wertes als „gut“ empfunden und beibehalten. Sofern bisher keine entgegengesetzte Moral vorhanden ist und / oder das Ich zu schwach ist und die entgegengesetzt Moral dem den Seitensprung gut heißenden Über-Ich beugt. Für den Fall einer weiteren Triebbefriedigung. Zum anderen kann es seinen Trieb befriedigt und dabei Werte des Über-Ichs ignoriert haben. Das ist z.B. bei einem Diebstahl der Fall. Hier „überrennt“ das dominante Es sogar ein Über-Ich und wenn das Es das Ich dominiert, dann kann unter Umständen diese Handlung sogar einer Moral zugefügt werden. Die Moral erlaubt dann den Diebstahl, das Über-Ich ist dagegen. Vorsicht! Eine Moral muss nicht immer objektiv „gut und edel“ sein! Sie ist eine Ansammlung von entsprechenden Werten. So wie die Moral des Mönchs zur Handlung verleitet, Menschen vor den Maßnahmen des Über-Ichs zu retten (Handlung „Menschen aus / vor KZ retten“ im Diesseits, Belohnung im Jenseits und die Triebbefriedigung durch die Handlung hat eine höhere Gewichtung als die Zuneigung der anderen, die durch die Handlung eingeschränkt wird bzw. komplett verloren geht), so kann die Handlung „Diebstahl“ mit der höchsten Gewichtung der Triebbefriedigung im Diesseits, dem nackten Überleben, das Über-Ich ignorieren und diese Handlung der Moral hinzugefügt werden. Hierbei: Handlung im Diesseits, Belohnung im Diesseits! Frage...




