Kartographien der Meere und die Herausbildung der globalen Welt
E-Book, Deutsch, 306 Seiten
ISBN: 978-3-8353-4820-2
Verlag: Wallstein
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit. Unter den Instrumenten und Medien, die seit dem beginnenden 19. Jahrhundert die Verdichtung transozeanischer Bewegungen möglich und wahrnehmbar machten, trugen Karten entscheidende Bedeutung. Seekarten, die sich den Präzisionsmaßgaben einer messenden und standardisierenden Geographie verschrieben, erlaubten es europäischen Seefahrern, Küsten zu erreichen, die sich vormals nur unter kaum vertretbarem Risiko ansteuern ließen. Zugleich ermöglichten Karten, die die Meere zur Herstellung von Übersicht in Atlanten, in Zeitschriften oder etwa an den Wänden von Kontoren zeigten und in immer neue Relationen zum kontinentalen Festland setzten, die Ausbildung einer Vorstellung von der Welt als eines durch die Ozeane verbundenen Möglichkeitsraums.
'Jenseits des Terrazentrismus' lädt dazu ein, die Formierung der globalen Welt vom Wasser aus zu betrachten – und von dessen Medialisierung in Karten. In geschichts-, literatur- und medienwissenschaftlichen Beiträgen regt das Buch eine maritim reflektierte Globalisierungsforschung an, die das Geschehen auf und die Beschäftigung mit den Meeren als konstitutiv für die Herausbildung von Globalität begreift.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Kolonialgeschichte, Geschichte des Imperialismus
- Geowissenschaften Geographie | Raumplanung Humangeographie Historische Geographie
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Geschichte der Schifffahrt
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Mentalitäts- und Sozialgeschichte
Weitere Infos & Material
1;Umschlag;1
2;Titel;4
3;Impressum;5
4;Inhalt;6
5;Iris Schröder, Felix Schürmann & Wolfgang Struck: Einleitung. Jenseits des Terrazentrismus – Globalität aus Salzwasser;8
6;Julia Heunemann: Strömungsreisen. Erfahrungen mariner Zeitlichkeiten in der Kartographie des Nordatlantiks;36
7;Felix Lüttge: Datenmeere. Ozeanographie im Archiv;58
8;Frederic Theis: Von nautischen Netzwerkern und reziproken Datenströmen. Kooperative Praktiken in der Seekartographie des 19. Jahrhunderts;86
9;Ruth Schilling: Orientieren, navigieren, rückversichern: Praktiken maritimen Kartenwissens auf einem Handelssegler im ausgehenden 19. Jahrhundert;118
10;Iris Schröder: Petermanns Inseln: Karten, Wissenschaft und die Politik des Pazifik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts;134
11;Sybilla Nikolow: »Die Bouvets liegen vor uns!« Die Kartierung einer besonders abgelegenen und unbewohnbaren Insel im Südatlantik durch die Deutsche Tiefsee-Expedition 1898/99;170
12;Wolfgang Struck & Elena Stirtz: Die gelehrten Poeten des Meeres, oder: Wie die See in den Atlas kam;200
13;Elena Stirtz: Menschverdrängendes Meer. Von Rahmensprengungen und spekulativen Linien;231
14;Felix Schürmann: Vom Kopf der Schlange zur Einheit der Welt: Kartierungen verschwimmender Übergänge an der Kongo-Mu?ndung, 1859–1887;263
15;Autorinnen und Autoren;297
16;Index;301