Schreiber | Star Wars: Solo | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 216 Seiten

Reihe: Star Wars

Schreiber Star Wars: Solo

A Star Wars Story
Neuauflage 2018
ISBN: 978-3-7367-9968-4
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

A Star Wars Story

E-Book, Deutsch, 216 Seiten

Reihe: Star Wars

ISBN: 978-3-7367-9968-4
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf diese Geschichte warteten Star Wars-Fans seit vielen Jahren. Ein junger Han Solo und sein treuer Freund Chewbacca erleben ihre ersten gemeinsamen Abenteuer im legendären Millennium Falken. Der offizielle Jugendroman zum Kinohighlight des Jahres. Enthält exklusive Szenen und farbige Fotoseiten!

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1. Kapitel

Die Nacht hatte Augen. Irgendwo über dem Narro-Sienar-Boulevard scannte ein imperialer Patrouillengleiter die Schwärze und seine Scheinwerfer schnitten auf der Suche nach Aufrührern durch Wolken aus industriellen Abgasen. Der Junge wich der Patrouille mühelos aus, huschte links um eine Ecke und verschwand in den Schatten. Die Bande würde drei Blocks entfernt nach ihm Ausschau halten, bei der Unterführung, wo ihr Geschäft geplatzt war. Er musste nur eins tun: ihnen einen Schritt vorausbleiben – und er glaubte nicht, dass das ein Problem sein sollte. Schließlich trickste er solche zwielichtigen Gestalten schon aus, seit er denken konnte – es war schlicht eine Frage des Überlebens.

Sein Name war Han und Stehlen gehörte zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Hinter ihm erhoben sich Lagerhäuser und Wohnblocks in die Nacht. Ihre Umrisse wirkten wie dunkle Schatten vor der Stadtlandschaft. In der Ferne heulten Sirenen, aber Han achtete kaum darauf. Wer hier aufwuchs – auf der Straße, inmitten der Werften von Corellia –, der lernte schnell, sich an die Gerüche und Geräusche der Stadt zu gewöhnen. Dies war sein Zuhause.

Irgendwo über ihm ruckte der Scheinwerferstrahl herum, als der Patrouillengleiter für einen zweiten Überflug tiefer ging, aber das war schon nicht mehr wichtig – Han hatte bereits gefunden, wonach er gesucht hatte.

Der M-68-Landgleiter war genau, wo er ihn zuvor gesehen hatte, eine unwiderstehliche Verlockung, die nur darauf wartete, von den richtigen Händen gestartet und davongeflogen zu werden. Er huschte neben den Speeder, duckte sich und kroch darunter, alles in einer fließenden Bewegung, dann zückte er Handschuhe und Werkzeug. Die Stablampe zwischen den Zähnen, machte er sich daran, das Alarmsystem des Gleiters auszuschalten und seine Sicherheitsmechanismen zu überbrücken.

Dreißig Sekunden später sprang Han auf den Fahrersitz, wo er die Verschalung der Steuersäule löste, um an die Zünd- und Batteriekabel heranzukommen. Funken flogen, als er die Isolierung ablöste, die Drähte kurzschloss und den Startknopf drückte.

Einen Moment lang saß er einfach nur da und lauschte dem zum Leben erwachenden Repulsorliftantrieb des Gleiters. Sein Gesicht war mit Ruß und Asche verschmiert, die Nase blutete stark und das linke Auge war etwas geschwollen – sie hatten ihn bei den Docks ziemlich übel zugerichtet. Aber diese Verletzungen waren bereits vergessen. Hinter dem Steuer fühlte er sich wie neugeboren, wacher und lebendiger als in seinem ganzen Leben.

Ein schiefes Lächeln umspielte Hans Lippen. Er griff in die Tasche, zog zwei goldene Würfel mit Aurodiumauflage heraus und hängte sie an der daran befestigten Kette über den Rückspiegel des Gleiters. In den Augen des Jungen passten sie perfekt dorthin – sie verhießen eine bessere Zukunft, die gleich hinter der nächsten Ecke wartete. Glück … Reichtum und Ruhm … Was immer es ist, dachte er, ich werde es mir nehmen.

Ein Junge wie Han, der mit seinen knapp achtzehn Jahren hinter jedem Traum herjagte, der ihn von dieser Kloake von einem Planeten fortbringen könnte, der sah in einem gestohlenen Gleiter und einem Paar billiger Goldwürfel den ersten Schritt auf dem Weg zum Ziel.

Sekunden später raste Han bereits den Narro-Sienar-Boulevard hinunter, mit einem Tempo, das nur knapp unter Lichtgeschwindigkeit lag – nun, zumindest fühlte es sich so an. Seine Brust zog sich zusammen und eine vertraute Anspannung baute sich in ihm auf: das Gefühl der winkenden Freiheit. Direkt voraus gabelte sich die Straße und links konnte er das verheißungsvolle Schillern des Raumhafens Coronet sehen, wo gewaltige Passagierkreuzer darauf warteten, in ferne Systeme aufzubrechen. Rechts führte die Straße in das dichte, industrielle Dickicht der corellianischen Slums, wo verzweifelte und geknechtete Wesen in zerfallenden Wohnblöcken hausten – Leute wie, nun ja, wie er.

Hin und her gerissen blickte Han erst die goldenen Würfel an, dann den leeren Beifahrersitz. Qi’ra gehörte auf diesen Sitz, das wussten sie beide. Er würde sie nicht hier zurücklassen. Da diese Entscheidung also getroffen war, zog er quer über die Straße und raste bei der Gabelung nach rechts, auf die Slums zu – sein Zuhause, ob es ihm nun gefiel oder nicht.

Für die verlorenen Seelen, die dort aufgewachsen waren, stellte die Höhle der Weißwürmer eine versiffte Zuflucht vor einer verkommenen Welt dar. Zumindest war es ein Ort, wo sie ein wenig sicherer vor ihren Feinden waren – sofern ihre Freunde sie nicht zuerst umbrachten. Han war kaum aus dem Gleiter gestiegen, da hörte er auch schon das Fauchen der corellianischen Hunde auf der anderen Seite der Tür. Diese spezielle Rasse, die Sibianer, wogen bis zu hundert Kilo, der Großteil davon Zähne, Kiefer und Muskeln. Die Wühlratten – so wurden die Straßenkinder genannt, die in der Höhle lebten – konnten darauf zählen, dass diese Hunde ihr Gebiet gegen Fremde verteidigten. Ob sie Han am Leben lassen würden, nachdem er mit Lady Proxima gesprochen hatte – das war eine andere Frage.

„Han!“, rief jemand.

Als der Junge den Kopf hob, sah er zwei der älteren Bandenmitglieder der Weißwürmer, Cosdra und LeKelf, die nahe dem Eingang der Höhle auf einem Dach standen. Proxima belohnte sie für ihre Loyalität, indem sie sie als Wachposten einsetzte. So konnten sie ein wenig frische Luft genießen – oder zumindest Luft, die etwas frischer war als unter der Oberfläche –, während sie im Auge behielten, wer kam und ging.

„Was ist denn mit deinem Gesicht passiert?“, wollte Cosdra wissen und klang dabei eher misstrauisch als besorgt.

Han winkte ab. „Nur ein kleines Missverständnis.“ Er huschte durch den schmutzigen Eingang und an den Hunden vorbei. Rings um sich konnte er nun das Gemurmel der Wühlratten hören, die sich gegenseitig ihre Beute des Tages zeigten. Schmuck, Credits, Kleidungsstücke, Seidenschals, Taschen – was immer sie ihren arglosen Opfern abgenommen hatten. Nichts war zu groß oder zu klein, um gestohlen und hierhergebracht zu werden, damit Lady Proxima es persönlich in Augenschein nehmen konnte.

Han atmete tief ein und wartete, bis die Augen sich an das schummrige Licht gewöhnt hatten. Wie oft musste er noch in dieses Höllenloch zurückkehren, bevor er es endlich für immer hinter sich lassen konnte? Er bahnte sich einen Weg durch das Labyrinth aus von Ungeziefer wimmelnden Tunneln und Korridoren und drängte sich an Wühlratten vorbei, die dort über ihr Diebesgut gebeugt saßen oder mit Würfeln und Gyrobällen darum spielten. Andere wiederum spielten mit dem Feuer – und zwar nicht nur sprichwörtlich: Sie gossen Treibstoff in brennende Fässer und lachten hysterisch, während das Licht der Flammen auf ihren Gesichtern flackerte.

Die Weißwürmer waren nicht wirklich Freunde, eher so etwas wie verbündete Soldaten im immerwährenden Krieg von Armut und Ausbeutung. Den Behörden aus dem Weg gehen, tun, was immer nötig war, um am Leben zu bleiben … Auf dieser Welt, wo niemanden interessierte, ob man lebte oder starb, hatten sie die Kunst der Selbsterhaltung perfektioniert.

Die Bandenmitglieder hatten die unterschiedlichsten Lebensgeschichten, aber sie alle wurden durch Not und Leid geeint und sie taten alles, um am Leben zu bleiben. Junge Diebe wie Hallon und Tunnel-Toli hatten entweder ihre Eltern verloren oder sie nie kennengelernt und die Gemeinschaft, die sie hier aufgebaut hatten, war das einzige Zuhause, das sie kannten. Dann war da noch Bansee, ein gemeines und humorloses älteres Mädchen, das Lady Proximas Aufmerksamkeit erregt hatte, weil sie so gut mit ihrer Waffe umgehen konnte, einem Rohr, das sie den „Rattenhammer“ nannte. Sie setzte ihn ohne Zögern ein, wenn jemand ihr Missfallen erregte. Der Dieb namens Chates war Sohn eines Farmers gewesen. Als er seinen Vater eines Tages nach Coronet begleitet hatte, war sein alter Herr beim Besuch einer Bank von Dieben getötet worden, und Chates war als Waise allein in der Stadt zurückgeblieben, wo er schließlich bei den Wühlratten landete.

Han drang tiefer in das Tunnelsystem vor. Gerüchten zufolge war die Höhle einmal eine Produktionsanlage gewesen und ein Teil der alten Maschinen stand noch in dunklen Ecken herum, verrostet, schweigend und unheilvoll. Auf die Elektrizität konnte man sich nicht verlassen und viele Lampen funktionierten ohnehin nicht mehr, aber dass es hier unten überhaupt etwas Strom und Licht gab, verdankte die Höhle ihrem hiesigen Genie, Hans inzwischen verstorbenem Freund Tsuulo. Vor seinem Tod hatte Tsuulo es geschafft, die Energieversorgung einer benachbarten Fabrik anzuzapfen, sodass sie einen Teil des Stroms für sich abzwacken konnten – manchmal jedenfalls.

Han ging zügig, aber vorsichtig weiter, wie immer, wenn er hier war. Er wusste, dass es in der Dunkelheit ringsum nur so kreuchte und fleuchte. Es wimmelte in der Höhle nur so von Vervikks, Schuttratten und anderem widerlichem Getier. Es war kein Zufall, dass Bansees Fähigkeiten als Rattenjägerin ihr die Position als Drittes Mädchen eingebracht hatten und sie und die anderen Wühlratten waren angehalten, das Ungeziefer zu jagen und zu Proximas Becken zu bringen, wo die Lady es zerkaute und an ihre kleinen Babywürmer verfütterte.

Als Han sich der Hitze des Ofens näherte, konnte er die Umrisse junger Leiber sehen, die auf dem Boden schliefen oder aneinandergedrängt in Hängematten und Betten lagen, erschöpft von Furcht und der schieren, hässlichen Brutalität des...



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