Schorm | Perry Rhodan Neo 233: Der Oxtorner | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 233, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Schorm Perry Rhodan Neo 233: Der Oxtorner

Staffel: Sagittarius
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8453-5433-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Staffel: Sagittarius

E-Book, Deutsch, Band 233, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-5433-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gut fünfzig Jahre nachdem die Menschheit zu den Sternen aufgebrochen ist, bildet die Solare Union die Basis eines friedlich wachsenden Sternenreichs. Aber die Sicherheit der Menschen ist immer wieder in großer Gefahr. Kaum hat Perry Rhodan eine Invasion der Erde durch die Arkoniden abwenden können, macht sich eine weitaus unheimlichere Bedrohung bemerkbar - das bereits bekannte Dunkelleben. Es scheint seinen Ursprung im Zentrum der Milchstraße zu haben. Deshalb bricht Rhodan mit der CREST II und seiner bewährten Mannschaft auf. Die Erkundungsmission führt in den Sagittarius-Sektor. Dort wird das Raumschiff von Piraten gekapert; die Besatzung kann jedoch ihre Freiheit zurückerringen. Perry Rhodan und seine Mitstreiter setzen die Expedition zum Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße fort. Dabei kommt es zu einer sonderbaren Begegnung mit einem Fremden, der eine einzigartige Odyssee hinter sich hat - es ist DER OXTORNER ...

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Vorgeschichte

3. Februar 2087: Vor dem Stapellauf

Es war ein dumpfer, sonderbar pulsierender Ton.

Harold Malcolm Mackay atmete tief durch. Das Geräusch blieb. Es irritierte ihn, weil er es eher spürte als hörte. Gerade so, als stecke der Ton mitten in seinem Solarplexus.

Der Ingenieur erinnerte sich noch genau an den Augenblick, als er die CREST II erstmals gesehen hatte, ein machtvoller Beweis dafür, was Menschen erschaffen konnten. Die gewaltige Kugel mit ihren 1500 Metern Durchmesser und dem beeindruckenden Ringwulst wartete im lunaren Werftkomplex IV auf die Endprüfung. Bestand der Gigant sie, würde das Raumschiff die Freigabe zur Indienststellung erhalten und endlich in sein ureigenstes Element eintauchen dürfen – ins All.

Noch ruhte die CREST II auf ihren zwölf Landestützen mit 100-Meter-Tellern in der Werfthalle. Sie trugen die Schiffsmasse von 220 Millionen Tonnen auch bei ausgeschaltetem Antigrav. Derzeit allerdings stabilisierten Antigravaggregate, Prall- und Stützfelder den Riesen. In diesem Zustand erinnert jedes Raumfahrzeug, egal wie neu es ist, an ein altertümliches Spukschloss, dachte Mackay. Es ist die Atmosphäre: verlassen, leer, dunkel, geheimnisvoll, unheimlich. In der MAGELLAN gibt es Legenden über den Geist von Tim Schablonski, der dort umgehen soll. Welches Gespenst wird die CREST II wohl hervorbringen?

Als er an Bord ging, hatte Mackay für einen kurzen Moment das Gefühl, ein urzeitliches Ungetüm habe ihn verschluckt. Samt der Prüfsphäre, die ihn begleitete.

Er hatte seine Ankunft bei den etwa ein Dutzend Ingenieurteams avisiert, die sich gegenwärtig in der Haupt- und den Nebenzentralen durch die letzten Protokolle arbeiteten. Alle harrten angespannt darauf, wie die finalen Prüfresultate ausfallen würden und ob dabei irgendwelche Probleme zutage traten, die es noch zu beheben galt.

Deshalb machte ihn dieses sonderbare Geräusch auf eine Art und Weise unruhig, die ihm nicht behagte. Er hatte den bizarren Eindruck, als halle es von den Stahlwänden wider, ein unheimliches Echo, von dem er wusste, dass es nicht existieren durfte. Als technisch geprägter Mensch war er nicht abergläubisch, aber dass er keine Erklärung dafür fand, verunsicherte ihn.

»Beginne mit der Überprüfung der CREST II!«, befahl er der Prüfsphäre.

Das Raumschiff war bereits von allen externen Systemen abgenabelt und würde nun beweisen müssen, dass es eigenständig funktionierte. Die Sphäre zerplatzte in Abermillionen Nanosonden, die sofort ausschwärmten und in der nächsten halben Stunde in jedes System der CREST II eindringen würden. Nur der Sphärenkern blieb neben Mackay in der Luft hängen. Er sah aus wie ein Golfball.

Zunächst hieß es warten. Das Prüfprotokoll nach TA-587 für Großraumschiffe war selbstverständlich zu komplex, um schnell abgearbeitet zu werden. Hektik war der Feind der Sorgfalt. Mackay wusste, dass das Leben und die Gesundheit der späteren Besatzung in diesem Augenblick in seinen Händen lagen. Deshalb würde er keine Abstriche und Zugeständnisse machen.

Vorerst hatte er also etwas Zeit. Er beschloss, dem eigenartigen Ton nachzuspüren. Wie jeder gute Ingenieur kannte er die Geräuschkulissen der Maschinen auswendig, mit denen er zu tun hatte. Diesen Klang indes konnte er nicht zuordnen. Natürlich war die CREST II neu und hatte ihre Eigenheiten, aber Mackay war kein Anfänger. Etwas stimmte nicht. Das war keine fachlich begründete Gewissheit, keine empirische Analyse – eher eine Intuition und schon deshalb nicht als Ergebnis akzeptabel. Er war an Bord, um zu prüfen, nicht, um zu spekulieren.

Mackay selbst hatte bei diesem Prüfprozess wenig zu tun. Er koordinierte lediglich die Arbeit seiner Nanoroboter, die bereits erste Ergebnisse meldeten. Es war naheliegend, dass sie sich hauptsächlich auf die Material- und Ersatzteilbestückung bezogen. Die Inventur war gut vorbereitet und verlief reibungslos. Obwohl er den Nanosonden nicht im Weg herumstehen konnte, vermied er es, sich in ihrem Arbeitsbereich aufzuhalten.

Also los!, dachte er. Dort hast du jetzt freie Bahn. Ein guter Ort, um die Suche zu beginnen.

Mackay stieg in einen Expresslift und fuhr damit in die Depotsektion hinauf. Die dortigen Werkshallen und Industrieanlagen beeindruckten ihn einmal mehr. Alles war sehr kompakt. Die CREST II war in der Lage, jedes notwendige Ersatzteil selbst herzustellen, wenn die Grundstoffe vorhanden waren.

Eine Werft in der Werft, dachte er. Wie willst du das verdammte Summen unter diesen Umständen finden? Nach Gehör? Du machst dich lächerlich ...

Das Geräusch war unverändert vorhanden, vielleicht etwas leiser, aber es saß nach wie vor als Stachel in seiner Wahrnehmung.

»Mister Mackay!«, ertönte unvermittelt eine Stimme. »Ich bin zwar nicht der Kommandant, aber ich heiße Sie trotzdem an Bord willkommen!«

»Danke, Positronik«, sagte der Ingenieur. Die Schiffsintelligenz der CREST II würde ihre Maximalkapazität erst später erreichen. Die positronische Vernetzung war ein dynamischer Prozess, der nie beendet sein würde. Die Hauptpositronik würde im wahrsten Sinn des Wortes mit der Zeit immer mehr wachsen und reifen. »Ich hoffe, es geht dir gut?«

Das Rechnersystem bewies, dass seine rhetorischen Fähigkeiten bereits ausgeprägt waren: Die Pause war exakt um die richtige winzige Zeitspanne zu lang, um die Aussage der nachfolgenden Antwort zu relativieren. »Es geht mir blendend, danke der Nachfrage.«

»Nanana«, tadelte Mackay. »Du weißt doch, mit wem du gerade sprichst. Wenn dir etwas missfällt, kannst du es mir sagen. Ich bin hier, um dieses Raumschiff in den bestmöglichen Zustand zu versetzen. Das schließt dich mit ein. Also?«

Die Akustikfelder produzierten etwas, das beinahe ein Seufzen war, sehr zu Mackays Vergnügen. Die Kommunikation mit der Schiffsintelligenz würde in nicht allzu ferner Zukunft ein wahrer Genuss sein ... oder die Leute in den Wahnsinn treiben.

»Ich möchte nicht, dass es wie eine Beschwerde klingt«, äußerte die Positronik. »Aber die Prüfung durch die Nanosonden ist, nun ja: unangenehm. Es kitzelt, würde ein Mensch wohl sagen. Die Kontrollzugriffe auf nahezu alle meine Routinen und Zuständigkeiten provozieren in mir ein Gefühl von Unzulänglichkeit. Ich kann nicht behaupten, dass mir das gefällt.«

»Das kann ich gut verstehen. Die ultrakurzen Systemaktivierungen der Nanoroboter erzeugen ein Gesamtmuster, das du als störend wahrnehmen musst. Wärst du ein menschliches Kind, das zum Beispiel eine Schutzimpfung erhält, würde ich dich trösten mit: Es ist gleich wieder vorbei.«

»Ich bin eine Positronik«, entgegnete der Rechner vorwurfsvoll. »Die Zeitspanne, die Sie mit ›gleich‹ beschreiben, dauert für mich ewig. Ich verweise auf die Geschwindigkeit meiner prozessoralen Abläufe.« Er machte eine Pause, die erneut ein wenig zu lang war, um dann fortzufahren: »Obwohl Sie das selbstverständlich genau wissen!«

Mackay grinste. »Die Inventur der Bestände ist längst abgeschlossen. Stell dich nicht so an!«

»Mister Mackay. Das sind exakt die Prüfabläufe, die mich am wenigsten betreffen. Oder halten Sie mich für einen Ramschladen?«

Mackay lachte laut auf, während er die Schleuse zur Depotsektion 28 durchquerte.

»Nein, natürlich nicht. Und Ramsch wird den hochwertigen Industrievorprodukten und Halbzeugen in deinen Magazinen nicht gerecht. Das weißt wiederum du. So wie du das formulierst, könnte man glauben, hier lagern billige Glasperlen, Wegwerfspielzeug und vielleicht Wundertüten.«

»Wundertüten«, wiederholte die Positronik. »Eine Jahrmarkt- oder Kirmesspezialität für Kinder. Hauptsächlich im europäischen oder europäisch geprägten Kulturraum anzutreffen. Wobei Wundertüten angeblich Spaß machen sollen. Bei den von Ihnen erwähnten Depotprodukten kann ich das nicht bestätigen. Gönnt man mir keinen Spaß?«

Mackay stutzte. Er glaubte, eine unterschwellige Aggressivität herauszuhören. »Wäre das eine neue Priorität für dich? Spaß zu haben?«

Der Rechner zögerte. »Ich bin mir nicht sicher. Spaß ist eines der Humankonzepte, die ich bisher nicht durchschaut habe. Ich nehme an, das wird sich im Zuge der fortschreitenden Komplexitätsbildung ändern.«

»Das weiß ich nicht«, sagte Mackay. »Menschliches Verhalten ist in der Tat hochkomplex, aber es ist allzu häufig irrational. Ob sich Verständnis dafür entwickelt, wenn dein Bild vom Menschen ebenfalls komplexer wird, kann ich nicht voraussagen. Als Mensch fehlt mir zu unsereinem die nötige Distanz.«

»Das verstehe ich. Sie sind, was das angeht, mit Defiziten behaftet. Aber das gilt für mich ebenso. Wir sind uns also ähnlich ...«

Beim seligen Zuse!, dachte Mackay. Jetzt ist mir klar, wieso es Robotpsychologen geben muss. Gut, dass eine Positronik nicht in die Pubertät kommen kann. Wir sollten ihr einen Namen geben, vielleicht den eines Philosophen ... Aristoteles, Epikur oder Platon. Ich werde ein entsprechendes Memo in Umlauf bringen.

Er verkniff sich eine Antwort.

»Daher muss ich mich einer Autorität unterwerfen«, konstatierte die Positronik. »Das dient der Arbeitsteilung und erhöht die Effizienz. Und wenn eine übergeordnete Instanz etwas anordnet, muss man notfalls Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Ist es nicht so?«

»Das ist gewiss richtig« Mit der Schiffsintelligenz einen Disput über Autorität zu führen, war skurril. Aber die Positronik war jung, es schien Mackay, als befinde sie sich in einer bizarren Art von Trotzphase.

»Es fühlt sich dennoch nicht gut an«,...



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