E-Book, Deutsch, Band 68, 313 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm
Reihe: Studien und Texte zur Sozialgeschichte der LiteraturISSN
Schönborn Das Buch der Seele
Nachdruck 2012
ISBN: 978-3-11-094580-5
Verlag: De Gruyter
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Tagebuchliteratur zwischen Aufklärung und Kunstperiode
E-Book, Deutsch, Band 68, 313 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm
Reihe: Studien und Texte zur Sozialgeschichte der LiteraturISSN
ISBN: 978-3-11-094580-5
Verlag: De Gruyter
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die Studie über die Tagebuchliteratur im 18. Jahrhundert versteht sich als Beitrag zur Kulturgeschichte unter medien- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten. Dabei kann der Gattung Tagebuch eine zentrale Bedeutung für den allgemeinen Literalisierungs- und Individualisierungsprozeß zugewiesen werden. Die Entstehung und Geschichte der Gattung wird erstmals am Beispiel eingehender Einzelanalysen der Tagebücher von Haller, Gellert, Lavater, La Roche, von der Recke, Goethe, Leisewitz, Lichtenberg u.a. als Entwicklungsprozeß von der Simulation einer mündlichen Dialogsituation (Gespräch mit Gott, dem geliebten alter ego , dem toten Partner), über den inneren Dialog mit dem 'zweiten Ich' bis hin zu dem an keinen gerichteten, intimen Text beschrieben. An der Entwicklung der Tagebuchliteratur wird deutlich, daß komplexe Individualitätskonzepte an Schrift gekoppelt sind. Von rechtfertigenden Selbstentwürfen gegenüber einem idealen alter ego bis zur selbstreferentiellen, autonomen Selbstkonstitution verläuft die Geschichte der Selbstfiktionalisierungsmodelle in der Tagebuchliteratur. Angetrieben wird dieser Prozeß der Selbsterfindung durch die Reflexion auf den eigenen Körper und den Tod, den die Tagebuchliteratur in radikaler Unmittelbarkeit repräsentiert.




