Buch, Deutsch, 144 Seiten, KART, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
Psychotherapie nach Unfall mit Verletzung. Ein Behandlungsmanual
Buch, Deutsch, 144 Seiten, KART, Format (B × H): 170 mm x 240 mm
ISBN: 978-3-87387-795-5
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Behandlungsmanual für psychische Unfallfolgen Nach einem Unfall beginnen die eigentlichen Probleme der Patienten häufig erst mit der Entlassung aus der Klinik. Welche bleibenden körperlichen Schäden gibt es? Kann der Beruf weiter ausgeübt werden? Aber auch finanzielle oder Eheprobleme infolge eines Unfalls sind nicht selten. Nicht immer sind die Unfallschwere oder der Schweregrad der Verletzung maßgeblich dafür, ob und in welchem Ausmaß ein Patient später psychische Probleme entwickelt. Entscheidend sind vielmehr sein Unfallerleben und seine persönliche Vorgeschichte. Auch leicht oder bei einem Unfall gar nicht verletzte Patienten entwickeln unter gewissen Voraussetzungen psychische Folgeprobleme. Das vorliegende Behandlungsmanual basiert auf Studien am IFOM der Universität Witten/Herdecke. Es ist kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, bezieht aber integrative Elemente aus der Traumatherapie mit ein und ist für den stationären und ambulanten Einsatz geeignet. Es richtet sich an Therapeuten, die über fundierte kognitiv-verhaltenstherapeutische Kenntnisse verfügen. Auch grundlegende Kenntnisse bei der Diagnose und der verhaltenstherapeutischen Behandlung von PTSD, Angststörungen und Depressionen werden vorausgesetzt.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Theoretische Hintergründe
Frühintervention bei Posttraumatischer Belastungsstörung
Depression und Angst als Folge eines traumatischen Erlebens
Diagnosestellung
Posttraumatische Belastungsstörung
Depression
Angst
Generalisierte Angststörung
Panikstörung und Agoraphobie
Psychotherapie bei stationär unfallchirurgisch behandelten Unfallverletzten
Einstieg in die Therapie: Inhalte für die ersten zwei bis drei Stunden
Symptomübergreifende Themen und ihre Behandlung
Beschäftigung mit Symptomen direkt nach dem Unfall
Beschäftigung mit dem Unfall selbst
Auseinandersetzung mit den Verletzungen und dem Heilungsverlauf
Auseinandersetzung mit der Krankenhaussituation selbst
Externe Faktoren
Langfristige Folgen des Unfalls
Das Thema Trauer
Wiederauftreten alter Lebensthemen
Symptomspezifische Behandlungsmethoden
PTSD
Allgemeines
Übersicht über die Behandlung
Behandlung von PTSD: Arbeitsblätter und Techniken
Patienteninformation
Stabilisierung
Diagnostik der aufrechterhaltenden Verhaltensweisen
Exposition in Sensu: Grundregeln des Wiedererlebens
Umgang mit Vermeidungs- / Sicherheitsverhalten
Kognitive Umstrukturierung dysfunktionaler Annahmen
Umgang mit Ärger und Schuld
Depression
Allgemeines
Depression: Arbeitsblätter und Techniken
Patienteninformation
Das ABC-Schema
Grübel-Stopp
Aufgabenzentriertes Training
Angst
Allgemeines
Zur Behandlung von Angststörungen
Behandlung von Panikattacken
Behandlung von generalisierten Angststörungen
Behandlung von Agoraphobie und von speziellen Phobien
Angst: Arbeitsblätter / Techniken
Patienteninformation: Was versteht man unter einer Angststörung?
Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen - Kurzfassung
Atementspannung bei Angst
Arbeitsblatt: Teufelskreismodell - Zusammenhang zwischen Angst und Stress
Angstverlaufskurven
Angsttagebuch
Sorgentagebuch
Hinterfragen von Sorgen
Symptomübergreifende Therapiemethoden
Problemlösetechniken
Das Problemlösetraining nach D`Zurilla und Goldfried
Problemlöseprozess bei Problemen vorwiegend im zwischenmenschlichen Bereich
Arbeit mit Ressourcen
Das vorliegende Buch ist das Ergebnis mehrerer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bzw. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderter Studien, die vom Juli 1996 bis heute am Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM, Leiter: Prof. Dr. E.A.M. Neugebauer) der Universität Witten/Herdecke durchgeführt wurden (bis 2005: Biochemische und Experimentelle Abteilung der Universität zu Köln). Ausgangspunkt der damaligen Überlegungen war die Tatsache, dass jedes Jahr mehrere Millionen Menschen (allein 9 Millionen im Jahr 2000) einen Unfall mit Verletzungen erleiden, von denen mehr als 15% (1,6 Millionen im Jahr 2006 [Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung 2006]) vollstationär behandelt werden müssen. Die Schwerstverletztenrate in Deutschland liegt bei jährlich 32.500 bis 38.000 Personen (Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung 2006). Von diesen verletzten stationär behandlungsbedürftigen Patienten entwickelt eine nicht unerhebliche Anzahl psychische Folgeprobleme wie Posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD), Depressionen und/oder Angststörungen mit zum Teil erheblichen persönlichen und finanziellen Folgen für die Betroffenen, aber auch für die Allgemeinheit (Arbeitsausfall, Arbeitsunfähigkeit, Kosten für Therapien etc.). Unser Anliegen am IFOM war es, Methoden zu entwickeln, um diesen Patienten möglichst frühzeitig Hilfe anzubieten, um die Entwicklung von Störungsbildern nach Möglichkeit bereits im Vorfeld schon zu verhindern oder doch die Folgen abzumildern und einer Chronifizierung der Störungen entgegenzuwirken.
Wir begannen unsere Arbeit mit der Entwicklung eines Behandlungskonzeptes für Schwer- und Schwerstverletzte. Dieses Konzept boten wir zunächst nur stationär aufgenommenen Patienten einer unfallchirurgischen Klinik an. Es zeigte sich jedoch, dass wir zwar eine kurzfristige Besserung der Symptome bei betroffenen Patienten bewirken konnten, die aber über den Entlassungszeitpunkt hinaus nicht stabil war. Die eigentlichen Probleme der Patienten begannen nämlich oft erst nach der Entlassung aus der Klinik und nach der Rehabilitationsphase. Die Patienten mussten sich damit auseinandersetzen, dass nach einem Unfall eventuell bleibende körperliche Schäden aufgetreten waren, dass sie aufgrund mangelnder körperlicher Belastbarkeit ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben konnten, dass infolge des Unfalls finanzielle oder Eheprobleme auftraten etc. Das auf der Station im -therapeutischen Setting Gelernte war für die Patienten nicht immer übertragbar bzw. die Belastungen der Patienten waren teilweise so groß, dass weitere therapeutische Unterstützung notwendig war. Also erweiterten wir das Behandlungskonzept um Behandlungsangebote nach Rückkehr aus der Rehabilitationsklinik, die im ambulanten Setting angewendet werden können.
Im Laufe der Jahre lernten wir von unseren an den Studien teilnehmenden Patienten, welche Probleme sie auf Station und nach der Rückkehr aus der Klinik nach Hause bewegten. Deckungsgleich mit den Ergebnissen verschiedener Studien aus der Literatur zeigte sich, dass nicht nur die Unfallschwere und der Schweregrad der Verletzung einen Einfluss darauf haben, ob und in welchem Ausmaß eine Patientin nach einem Unfall psychische Probleme entwickelt, sondern dass dies in Abhängigkeit zum Unfallerleben und zur persönlichen Vorgeschichte der Patientin steht. Auch leicht- oder bei einem Unfall gar nicht verletzte Patienten entwickeln unter gewissen Voraussetzungen psychische Folgeprobleme.
Das vorliegende Behandlungsmanual ist das vorläufige Endergebnis der Erfahrungen aus unseren Studien am IFOM. Zwar sind ein großer Teil der Unfallverletzten, besonders der Schwerverletzten, Verkehrsunfallopfer. Unter unseren Studienpatienten fanden sich aber auch Opfer von Berufsunfällen (wie z.B. vom Dach gestürzte Dachdecker) oder Opfer schwerer Freizeitunfälle. Dieses Manual ist daher nicht ausschließlich für Verkehrsunfallopfer gedacht, sondern wurde konzipiert für Unfallopfer allgemein.
Das Behandlungsmanual ist kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, bezieht aber integrative Elemente aus der Traumatherapie mit ein. Es beinhaltet sowohl Behandlungselemente, die für die Arbeit mit stationär behandlungsbedürftigen verletzten Unfallpatienten und deren spezielle Problemen gedacht sind, enthält aber auch Elemente, die im ambulanten Setting angewendet werden können; hier auch bei Patienten, die zwar einen Unfall erlitten haben, dabei aber nicht verletzt wurden. Das vorliegende Behandlungskonzept trägt der Tatsache Rechnung, dass Unfallpatienten im Anschluss an einen Unfall nicht nur eine posttraumatische Belastungsreaktion entwickeln, sondern teilweise parallel dazu im Sinne einer Komorbidität oder als einzelnes Störungsbild Angststörungen oder Depressionen.
Es richtet sich an Therapeuten, die über fundierte kognitiv-verhaltenstherapeutische Kenntnisse verfügen. Grundlegende Kenntnisse bei der Diagnose und der verhaltenstherapeutischen Behandlung von PTSD, Angststörungen und Depressionen werden vorausgesetzt. Grundlegende Behandlungselemente der Behandlung von PTSD, Angststörungen und Depressionen werden hier noch einmal zusammengefasst unter besonderer Berücksichtigung der Symptomschwerpunkte, die wir bei unseren Studien bei Unfallpatienten kennengelernt haben, und ergänzt um die Behandlung von Symptomen, wie sie vorzugsweise im stationären Bereich bei Unfallopfern auftreten.
An dieser Stelle möchte ich allen Unfallpatienten danken, die sich bereit erklärt haben, an unseren Studien teilzunehmen und mit denen ich arbeiten durfte. Mit ihrer Offenheit und ihrem Vertrauen waren sie wichtige Lehrmeister, die mir viel über die Verarbeitung eines Unfalls vermittelt haben. Ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeitern aller unfallchirurgischen Kliniken, die im Rahmen der Studien am IFOM kooperiert haben, als da sind die Unfallchirurgischen Kliniken der Universitätskliniken der RWTH Aachen, der Universität zu Köln, der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie die Unfallchirurgische Klinik der Städtischen Kliniken Köln in Köln-Merheim.




