Schneider | Cool Girls can't die | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

Schneider Cool Girls can't die


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-4574-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 276 Seiten

ISBN: 978-3-7448-4574-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nova liegt reglos auf dem Boden, ihre Augen starren ins Leere. Was ist in dieser Nacht passiert? Die einzigen Zeugen schweigen und Nova selbst kann ihre Geschichte nicht erzählen, weil sie seither bewusstlos ist. Doch Daniel ahnt, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Zusammen mit Novas bester Freundin Jessi macht er sich auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit. "Gutes Thema. Gute Geschichte. Gut erzählt." (Monika Feth)

Anna Schneider wurde 1966 in Bergneustadt geboren und ist seit Kindertagen ein Bücherfan. Schon als Jugendliche schrieb sie Gedichte, die in Anthologien veröffentlicht wurden. Nach Studium und Promotion in Trier sowie verschiedenen beruflichen Stationen als Personalberaterin, Dozentin und Coach, entschloss sie sich 2008, wieder zu schreiben. Gleich mit ihrer ersten Krimi-Kurzgeschichte gewann sie einen Literaturwettbewerb. Das nahm sie als Zeichen und sattelte beruflich um. Heute verbringt sie ihre Zeit am liebsten in ihrem Schreibzimmer, um sich bei einer Tasse Kaffee und Schokolade spannende Geschichten auszudenken. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München und in Nordholland.
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Autoren/Hrsg.


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Tobi stand inmitten der Partygäste, die sich in dem abgedunkelten Raum wie ferngelenkt zur Musik bewegten. Die lachenden Gesichter erschienen ihm aufgesetzt, seltsam fremde Fratzen. Er war zum Haus gerannt, hatte die Balkontür aufgestoßen und hineingebru¨llt, dass draußen jemand lag und Hilfe brauchte. Aber entweder hatte er keinen Ton herausgebracht oder – was viel schlimmer war – es hatte tatsächlich niemanden interessiert.

Er blickte sich hektisch um, konnte den Laptop oder iPod, von dem die Musik abgespielt wurde, jedoch nicht finden. Bei diesem La¨rm würde niemals jemand von ihm Notiz nehmen. Scheiße!

Er stieß die Tanzenden unsanft zur Seite, ignorierte ihre Beschimpfungen. Irgendwo musste das dämliche Ding doch stehen. Verdammt, warum war es so dunkel und eng hier drinnen? Er fragte verschiedene Leute nach dem Computer, aber keiner wusste Bescheid. »Ist doch cool, die Musik« oder »Keine Ahnung« brüllte man ihm genervt entgegen.

Um eine bessere Sicht zu bekommen, machte er sich schließlich daran, auf das Sofa zu steigen. Verärgert kickte er den Fuß eines Mädchens, das dort saß, weg und sprang mit einem Satz auf die wacklige Sitzfläche. Er hatte einfach keine Zeit!

»Verdammt! Hört denn hier keiner zu? Stellt doch mal die Musik ab, Mensch!«, schrie er gegen den dröhnend lauten Beat an. »Da draußen liegt ein Mädchen! Wir brauchen Hilfe!!!«

Kaum hatte er den Satz beendet, zog ihn jemand am Pulli vom Sofa herunter und herrschte ihn mit einer fiesen Fahne an: »Beweg deinen Arsch hier weg und erzähl das irgendwem, den das interessiert, du Spast! Wir feiern hier nämlich ’ne Party, verstanden?«

»Ach Scheiße, de hat b’stimmt nur einen su viel gesoffn und pennt sein’ Rausch aus«, lallte ein Mädchen. Tobi war wütend, aber sich jetzt mit diesem Kerl anzulegen, brachte nichts. Er murmelte: »Schon gut, schon gut«, wand sich aus dem Klammergriff des Betrunkenen und stand einen Moment unschlüssig inmitten der grölenden, feiernden Masse. Es roch nach Parfum und Schweiß, nach Alkohol und Dope, und Tobi begriff, dass er im Haus nur Zeit vergeudete. Es war besser, sich wieder in Richtung der Türen zu kämpfen und tatsächlich jemanden anzurufen. Hier drin war es einfach zu laut und er wollte nicht, dass man seinen Anruf für einen Partyscherz hielt.

In der Tür drängelte er sich an einem Jungen vorbei, der auch nach draußen strebte.

»Hey, hey! Mal langsam!« 

Wieder einer, der einen halben Kopf größer war.

Aber mit dem schnieken Polohemdchen unter der Jeansjacke wirkte der nicht so, als würde er Probleme machen. Um diese Uhrzeit und bei dem Pegel, den die Partygäste mittlerweile hatten, musste Tobi dennoch auf der Hut sein.

»Sorry, aber ich muss dringend Hilfe rufen!« Tobis Hirn lief auf Hochtouren. »Verdammt, wo sind wir hier überhaupt?« Er war mit Magnus gefahren und hatte natürlich weder auf die Straße noch auf die Hausnummer geachtet. Er wusste nur, dass sie in Sachsenhausen waren.

»Unterster Zwerchweg 28. Wieso? Was ist denn los? Kann ich dir helfen?«

»Ein Mädchen ist umgekippt, sie liegt im Garten«, antwortete Tobi und ließ das Handy wieder sinken.

»Bring mich hin. Ich arbeite in einem Krankenhaus. Vielleicht kann ich was tun.«

Erleichtert schlug Tobi dem Jungen auf die Schulter und rannte in Richtung der dichten Lorbeersträucher, hinter denen man von hier aus weder Sebastian noch Nova sehen konnte. Also hatte man auch nichts von dem, was zuvor dort passiert war, sehen können, stellte Tobi beruhigt fest.

»Hat sie zu viel getrunken? Oder nichts gegessen? Wegen so was kippen Mädchen meistens um«, wollte der Typ im Laufen wissen.

»Keine Ahnung«, erwiderte Tobi. »Ich kenne sie nur flüchtig und wir haben sie erst vor ’ner guten Stunde oder so getroffen.«

Sie gingen um das Gebüsch herum und obwohl Tobi wusste, was ihn erwartete, stockte ihm der Atem: Sebastian lag jetzt mit nacktem Oberkörper eng an Nova gepresst neben ihr auf dem Boden.

Er hatte offenbar sein Hemd ausgezogen und ihr ordentlich über die Beine gelegt. Ihre Armeejacke, die sie ganz lässig getragen hatte, war nun bis zum letzten Knopf geschlossen. Und sie lag auch anders. Mit ganz geraden Gliedern, nicht mehr so verdreht wie zuvor. Wie aufgebahrt, schoss es Tobi durch den Kopf.

Irritiert schaute er zur Uhr. Er war länger weg gewesen, als er gedacht hatte. Was hatte Sebastian nur gemacht? Der Polohemd-Typ kniete bereits auf Novas linker Seite und fühlte ihren Puls, den Blick mit gerunzelter Stirn auf seine eigene Uhr gerichtet.

»Unserer Prinzessin ist auf einmal ganz kalt geworden!«, murmelte Sebastian, dessen Augen halb geschlossen waren. Seine Stimme klang viel höher als vorhin.

»Du musst einen Krankenwagen rufen«, forderte der Typ Tobi auf. »Schnell. Und sag, dass ihr Puls ziemlich flach geht.« Dann richtete er sich an Sebastian »Wie lange liegt sie schon hier?«

»Keine Ahnung«, antwortete der und grinste seltsam. »Ich hab nicht auf die Uhr gesehen.«

Hoffentlich fing Sebastian jetzt nicht an zu lachen. Tobi betete, dass der Polohemd-Typ keinen Verdacht schöpfte. Es wäre doch besser gewesen, mit Magnus abzuhauen. Diese Geschichte wurde immer brenzliger.

Seine Hand zitterte stark, immer wieder drückte er die falschen Tasten. sagte er sich, aber ihm war plötzlich, als würde er ebenfalls ohnmächtig werden. Was war heute nur los? Lief denn einfach alles schief?

Erleichtert ließ er sich schließlich das Handy aus der Hand nehmen, als der Junge mit dem Polohemd neben ihn trat und völlig ruhig den Notruf wählte. Gefasst und präzise gab er Auskunft, so als hätte er das schon öfter gemacht. Während offenbar am anderen Ende noch jemand wartete, hielt er das Mikro zu und raunte: »Wisst ihr wenigstens, wie sie heißt?«

Tobi nickte. »Nova Jacobs.«

Der Typ wiederholte den Namen und bestätigte, dass er auf den Krankenwagen warten würde.

Tobi starrte ihren erstaunt an und atmete auf. Das Schicksal meinte es doch noch gut. Wenn der jetzt das Kommando übernahm, konnte er endlich weg von hier.

Er schaute zu Nova, die noch eine Spur blasser wurde und immer mehr mit dem Untergrund zu verschmelzen schien, so als würde sie langsam versinken. Er wischte sich über die Augen, hielt die Lider geschlossen, aber ihr Bild war wie eingebrannt in diese Dunkelheit. Und ihre Augen schienen ihn dabei klagend anzustarren. Er schüttelte sich.

»Schon gut.« Der Polohemd-Typ legte ihm die Hand auf die Schulter. »Du hast alles richtig gemacht. Mehr können wir im Moment nicht für sie tun. Der Krankenwagen wird ja auch gleich hier sein. Wisst ihr vielleicht noch irgendetwas? War sie alleine hier? Hat sie was getrunken?«

»Keine Ahnung. Ich meine, wie gesagt, ich kenne sie nur von der Schule. Ich weiß fast nichts von ihr. Wir haben gequatscht, wie man das halt so macht auf einer Party. Keine Ahnung, was in ihrem Glas drin war, und schon gar nicht, was sie davor getrieben hat.«

Tobi sah auf die Uhr und trat unruhig von einem Bein auf das andere. Was würde der Typ denn noch alles fragen?

»Wenn du wegmusst, ich kann bleiben.« Seine Hand drückte fest Tobis Schulter, dann kniete er sich wieder neben Nova und roch an ihrem Mund.

»Riecht nicht so, als ob sie was getrunken hätte. Aber das kriegen die im Krankenhaus sowieso schnell raus.«

Tobis Blick traf den von Sebastian, in den auf einmal wieder Leben kam. Er erhob sich urplötzlich. Seine Augen waren zu Schlitzen verengt, auf seiner Stirn stand Schweiß, obwohl sich eine Gänsehaut über seinen gesamten Oberkörper zog. Ohne sein Hemd musste ihm verdammt kalt sein. Die Luft war bereits feucht und schwer. Vielleicht war das heute der letzte Sommertag gewesen.

»Ich muss weg. Verdammt spät geworden, und wenn der hierbleibt«, Sebastian deutete mit dem Kinn zu ihrem Helfer, »dann sollten wir besser die Düse machen. Ich hab keinen Bock auf Ärger mit meinen Alten.«

Er wies mit dem Kopf in Richtung Gartentor und wedelte mit der Hand, um Tobi anzutreiben.

Der Polohemd-Typ stand auf, gab Sebastian sein Hemd zurück und wollte Nova gerade seine eigene Jacke über die Beine legen, als ein heftiger Schauer ihren Körper durchschüttelte. Wieder fühlte er Novas Puls.

»Scheiße, Herzstillstand«, sagte das Polohemd und begann, Nova zu beatmen. Er streckte ihren Hals nach hinten durch, öffnete ihren Mund, holte tief Luft und beugte sich dann über ihr Gesicht. Tobi konnte nicht zusehen, wollte sich nicht an den letzten Kuss erinnern und schaute stattdessen irritiert auf Novas Knie.

Dort bemerkte er jetzt eine Verletzung, die feucht durch die kaputten Netzstrümpfe glitzerte. Sie hatte auch einen blauen Fleck am Oberschenkel. Hatte sie den zuvor auch schon gehabt? Er konnte sich nicht erinnern.

Als der Fremde mit der Herzmassage begann, sagte er keuchend: »Gebt mir nur noch kurz eure Namen und Adressen, bevor ihr geht. Nur für den Fall, dass jemand Rückfragen hat.«

Tobi rieb seine Hände über die Oberschenkel. »Was denn für Fragen? Was meinst du?«

»Keine Ahnung. Nur für den Fall. Ich heiße Daniel. Daniel Schmidt.«

Tobi strich sich die Haare aus dem Gesicht und suchte Sebastians Blick. Der knöpfte...



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