E-Book, Deutsch, 403 Seiten
Schmitz Kommissar Lüppi - Band 8
12. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7584-3800-4
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Die Rache des Jungen
E-Book, Deutsch, 403 Seiten
ISBN: 978-3-7584-3800-4
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Markus Schmitz. Ich bin 1964 in Essen geboren und lebe seit einigen Jahren mit meiner Verlobten in Bochum. Von Beruf bin ich Konstrukteur und habe viele Jahre lang Modellbau betrieben. Im Jahr 2016 entschloss ich mich mit dem Modellbau aufzuhören und habe das Schreiben wieder angefangen. Die ersten drei Bücher 'Der Rennfahrer Mark Kirchheim' handeln von Motorsport und der organisierten Kriminalität. Neben 'Kommissar Lüppi', meiner erste Kriminalromanreihe, ist die zweite Kriminalromanreihe der 'Privatdetektiv J.W. Göthe' hinzugekommen. Weitere Informationen unter www.MarkusSchmitz.site
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
‚Seine Gedanken, die er sich um seine Mitmenschen machte, wurden ihm leider zum Verhängnis. Nicht nur die Hunde und Katzen in Mülheim Saarn werden diesen Herzensguten Menschen vermissen.‘
M. Lüpke
„Wie wahr, wie wahr“, resümierte Marcel mal wieder.
„Ich bin von deinen berühmten Abschlusssätzen immer wieder begeistert“, gestand Lothar.
„Ich bin mir nicht sicher, aber man könnte den Eindruck bekommen, alle Frauen, die mit Vornamen Kerstin heißen, sind irgendwie verstrahlt im Kopf“, ließ Gördi von sich hören.
„Du denkst dabei an Kerstin Habig, die Ex von Torti´s Dirk?“, fragte Heike nach.
„Ganz genau, die ging so in die Richtung von Kerstin Maiwald.“ (Kommissar Lüppi - Band 4)
„Da stimme ich dir zu.“
„Die hat aber niemanden umgebracht“, warf Petra ein.
„Zumindest wissen wir noch nichts davon“, fügte Lüppi an.
„Was nicht ist, kann noch werden“, ergänzte Mario.
„Apropos, was ist denn jetzt eigentlich mit dem Nachbarn Paul Vetter“, fragte Marcel. „Mario hat mir erzählt, der vermietet an die Gruppe ‚Neues Reich‘ eine große Halle in Duisburg?“
„Stimmt, das hat gestern Frau Maiwald ausgesagt“, bestätigte Lüppi. „Kümmern wir uns drum. Wenn wir dort nichts in unserem Bereich finden sollten, also ich meine Waffendelikte mäßig, dann geben wir es weiter an die KK31 zu Karin und Hans.“
„Wir sollten auch noch mal nachhören, warum der nette Herr Vetter uns belogen hat, er wäre um den Nachbargarten in den von Herrn Herrmann gelaufen. Denn wie wir jetzt wissen, geht das ja gar nicht“, machte Petra darauf aufmerksam.
„Das wüsste ich auch gerne“, sagte Mario.
„Was ist denn jetzt eigentlich mit dem Apotheker Jakob Tondorf? Mario hat mir auch davon erzählt“, sagte Marcel.
„Jasmin!“, rief Lüppi, ohne sie anzusehen.
Diese Art des Umgangs bemerkte Lothar und schaute Lüppi direkt an. Ihre Blicke trafen sich und Lothar sah, mit Jasmin lief es nicht rund. Fragen tat er nicht, da er zuvor im Treppenhaus auf Marcel und Mario getroffen war und Mario schon nach Meik und Jasmin gefragt hatte. Mario hatte ohne Umschweife das wiedergegeben, was er Zuhause erzählt bekommen hatte.
Als Jasmin am Schreibtisch von ihm stand sagte sie.
„Da bin ich.“
„Unser Oberstaatsanwalt hat eine Frage gestellt, die du bestimmt gehört hast. Erzähle uns bitte, was du bis jetzt zu dem Apotheker Tondorf herausgefunden hast“, bat Lüppi.
„Herr Tondorf hat ja ausgesagt, er habe sich Vergleichsangebote von anderen Herstellern geben lassen, um besser mit den Medikamenten-Herstellern verhandeln zu können. Das war gelogen. Alle Apotheken kaufen ihre Medikamente vom Großhandel und nicht von den Herstellern“, sagte Jasmin und fragte. „Soll ich weiter ausholen?“
„Gerne, das würde mich auch interessieren“, antwortete der Kriminaldirektor ihr.
„Die Hersteller verkaufen ihre Medikamente an eine Großhandelsfirma und diese wiederum dann an die Apotheken. Stellt sich nun die Frage, wieso kaufen die Apotheken dann nicht direkt bei den Herstellern ein? Ganz einfach“, sagte Jasmin und berichtete weiter.
„Die Hersteller verpacken ihre Ware nur in großen Verpackungseinheiten. Bei manchen Waren kommen diese Verpackungen auf Paletten oder in Containern. Die Verteilung überlassen die Medikamenten-Hersteller den vielen Großhändlern. Da sie ihre lokale Kundschaft mit eigenen Fahrzeugen beliefern, Rechnungen schreiben und noch Ware von anderen Herstellern dazu packen können. Gerade bei Apotheken kommt es manchmal auf Schnelligkeit an. Der Großhändler hat alles auf Lager und kann sehr viele Apotheken im Umkreis von 50 km mit Lieferungen versorgen. Es kommt regelmäßig vor, dass der Großhändler mehrfach am Tag eine Apotheke beliefert. Grundsätzlich ist der Einkauf für den Großhändler mit riesigen Mengen günstiger als wenn die Apotheken selbst beim Medikamenten-Hersteller einkaufen. Beim Großhändler bekommen sie bessere Preise. Somit war die Aussage von Herrn Tondorf eine Falschaussage.“
„Danke für die Ausführung“, sagte Lüppi und lächelte sie an.
„Somit hat der Herr Tondorf euch einen vom Pferd erzählt“, resümierte Mario.
„Fragt sich nur, warum er so schnell bereit war, hierher zu kommen?“, fragte Heike.
„Um uns dann irgendeinen Mist zu erzählen“, ergänzte Gördi.
„Werden wir noch herausfinden“, sagte Lüppi. „In aller Regel lassen die Antworten auf solche Fragen nicht allzu lange auf sich warten.“
„Ist Frau Dr. Schneider schon mit der Obduktion bei der älteren Dame aus dem Altenheim fertig?“, fragte Lothar.
„Ja, ist aber kein Fall für uns“, antwortete Heike.
„Sie ist also einfach so verstorben?“, fragte Marcel nach.
„Ganz genau“, bestätigte Gördi.
„Dann habt ihr ja jetzt nichts mehr zu tun“, machte Lothar die Feststellung.
„Was hast du denn, was du uns geben möchtest?“, erkundigte sich Lüppi bei ihm.
„Du, Lüppi oder ihr erinnert euch noch daran, dass ich von euch eine Zusammenstellung aller Fälle der letzten Jahre brauchte?“, fragte Lothar.
„Jetzt sag bitte nicht, die Zusammenstellung von unserem lieben Ex-Kollegen Peter Kordes war was für den Arsch“, bat Lüppi.
„Doch leider. Ich habe in der Aufstellung Fälle von anderen Kriminalkommissariaten gefunden“, fing der Kriminaldirektor an.
„Es sind Lücken im zeitlichen Ablauf, einiges ist unvollständig, ich könnte noch eine Stunde lang weitermachen. Fazit des Ganzen. Es muss neu gemacht werden“, sagte Lothar.
„Ach, du dicke Scheiße“, war von Lüppi zu hören.
„Wäre es für dich in Ordnung, wenn Frau Ambrose dies tun würde?“, fragte er bei Lüppi nach und sagte zu Jasmin.
„Sie haben so toll über die Apotheken recherchiert, ich glaube, Sie sind genau die richtige Person für eine solche Aufgabe. Das wird niemand besser können als Sie.“
Petra´s Telefon schellte. Da sie am Schreibtisch saß, nahm sie den Hörer ab und meldete sich.
„Kriminalkommissarin Petra Wilkerling, guten Morgen.“
„Hallo Petra, ich bin es“, sagte der wachhabende Kollege aus der Wache von unten.
„Es haben sich zwei Kollegen gemeldet, die nach Werden zu einer Alten-Residenz gerufen worden sind. Der Hausarzt vor Ort ist sich sicher, bei Herrn Pfeifer stimmt was nicht. Es müssten einer oder zwei von euch dort hin.“
„In Ordnung, wo ist das denn genau?“, fragte Petra nach.
Dies teilte ihr der wachhabende Kollege mit.
„In Ordnung“, erwiderte Petra.
„Kannst den Kollegen sagen, wir kommen.“
Alle sahen sie fragend an.
„Wir haben eine männliche Leiche in einer Alten-Residenz in Essen-Werden. Der Arzt hat die Kollegen kommen lassen.“
„Gut, Heike, Gördi und Meik, ihr fahrt dort hin“, legte Lüppi fest.
Wenige Augenblicke später gingen die drei.
Lothar Bäumler bat Jasmin bitte mitzukommen, er würde ihr die Aufgabe ganz genau erläutern. Die verdrehenden Augen konnte er da selbst einmal sehen.
Als auch Marcel und Mario weg waren, schaute Petra ihren Vater fragend an. Er sah ihre Blicke, sagen tat er erst einmal wieder nichts.
Sie lächelte ihn an, er lächelte zurück. Nach einer Minute der Stille sagte sie ihm.
„Ich könnte dich ja jetzt fragen, aber ich glaube, das ist gar nicht nötig…, daher sage ich jetzt nur zu dir…, wenn du fertig bist könnten wir von mir aus los.“
Lüppi lächelte sie nun noch mehr an. Er stand auf, sie tat das Gleiche, er fragte. „Block?“
„Habe ich.“
„Vorher anrufen?“
„Würde ich nicht“, erwidert sie.
„In Ordnung“, sagte er und beide gingen.
Auf dem Weg zum Auto sahen sie sich immer wieder an, miteinander sprechen taten sie nicht. Nachdem beide ins Auto gestiegen waren, fuhr er los.
Donnerstag, 10.00 Uhr
Mülheim an der Ruhr, Ortsteil Saarn
Beide waren in der Straße Oemberg eingebogen und stellten den Mercedes am Straßenrand vor dem Haus von Herrn Vetter ab. Sie stiegen aus und gingen auf das Haus zu. Lüppi hatte dabei so das Gefühl, das Haus würde irgendwie ‚still‘ wirken. Da er das selbst für ‚Blödsinn‘ hielt, teilte er es Petra gar nicht mit. An der Haustür angekommen drückte Petra auf die Türklingel. Es läutete hörbar. Sie warteten. Lüppi schaute sich um. Vor dem Haus stand der alte Opel Rekord von ihm. Petra drückte erneut auf die Klingel. Bei einem Blick über zwei Grundstücke hinweg erblickte er Frau Heigen an ihrem Küchenfenster. Ihm fiel die Aussage von Bernd Müller, dem Stiefsohn vom Mordopfer Herr Herrmann wieder ein, der da gesagt hatte, Frau Heigen würde in der Straße ‚das FBI‘ genannt. Um sie zu grüßen war er
gerade dabei den Arm zu heben, da verschwand sie vom Küchenfenster. Lüppi stutzte, er fand ihr Verhalten merkwürdig. Petra bemerkte, dass er was hatte.
„Was ist los?“, fragte sie ihn.
„Ich habe Frau Heigen am Küchenfenster gesehen als sie bemerkte, dass ich zu ihr sehe, ist sie vom Fenster verschwunden.“
„Du meinst, sie hat sich abgewendet?“
„Nein, nicht herumgedreht oder so, sondern bei Seite gegangen. So wie, huch, er hat mich gesehen.“
„Vielleicht war es ihr peinlich, dass du sie beim Beobachten erwischt hast“, glaubte Petra.
„Kann sein…“, sagte er zu ihr.
„Wir hätten doch vorher anrufen sollen“, meinte sie.
„Fällt dir etwas auf?“, erkundigte er sich bei ihr.
„Der Hund bellt nicht wie beim letzten Mal.“
„Genau....




