Schmitz | Kommissar Lüppi - Band 7 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 417 Seiten

Schmitz Kommissar Lüppi - Band 7

Das falsche Opfer
11. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7575-4047-0
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Das falsche Opfer

E-Book, Deutsch, 417 Seiten

ISBN: 978-3-7575-4047-0
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Kriminalhauptkommissar Martin Lüpke, Spitzname Lüppi, und sein Team werden zu einem Toten in der Buchhaltung einer Baufirma gerufen. Schnell steht fest, der junge Mann ist nicht eines natürlichen Todes gestorben. Nur einen Tag später wird ein weiteres Opfer gefunden, beide starben auf die gleiche Weise. Beide kannten sich nicht und es scheint keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Noch merkwürdiger wird es, als eine Woche später, Opfer Nummer drei hinzukommt. Folgende Frage beschäftigt ab dann das Team, gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen den Todesfällen... Weitere Informationen unter www.MarkusSchmitz.site

Markus Schmitz. Ich bin 1964 in Essen geboren und lebe seit einigen Jahren mit meiner Verlobten in Bochum. Von Beruf bin ich Konstrukteur und habe viele Jahre lang Modellbau betrieben. Im Jahr 2016 entschloss ich mich mit dem Modellbau aufzuhören und habe das Schreiben wieder angefangen. Die ersten drei Bücher 'Der Rennfahrer Mark Kirchheim' handeln von Motorsport und der organisierten Kriminalität. Neben 'Kommissar Lüppi', meiner erste Kriminalromanreihe, ist die zweite Kriminalromanreihe der 'Privatdetektiv J.W. Göthe' hinzugekommen. Weitere Informationen unter www.MarkusSchmitz.site
Schmitz Kommissar Lüppi - Band 7 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1


18. September 1995, Montag, 10.10 Uhr
Polizeipräsidium Essen

Die zwei Urlauber, Petra und Lüppi, waren zurück in der KK11 und waren von den Kolleginnen und Kollegen nach deren Urlaub gefragt worden. Auch ihnen war die Kurzfassung von Petra erzählt worden. Lüppi hatte sich zwischendurch die angesammelten Akten der vergangenen Fälle flüchtig angesehen. Als Ruhe eingekehrt war erkundigte er sich, wo denn der Björn wäre.

„Der kommt heute Morgen später. Der hatte einen Wochenendeinsatz“, teilte Heike mit.

„Was für einen Wochenendeinsatz?“, fragte Lüppi und es betraten die Herren Kriminalrat Eckerhard Schuster und
Kriminaldirektor Lothar Bäumler den Raum. Nach der Begrüßung und der Freude von Herrn Bäumler, dass Lüppi und Petra Wilkerling gesund und munter wieder zurück waren, schilderte Heike ihm von der Gruppe ‚Neues Reich‘.
Anschließend erfuhr er von dem Todesfall von Evelyn Peterschal, was ja irgendwie im Zusammenhang damit stand.

„Uns wurde eine Frauenleiche in Essen Freisenbruch, im Spervogelweg Nr. 10, gemeldet“, fing Gördi mit dem Bericht an. „Die Evelyn Peterschal war die Tochter von Hannelore Benning und wollte von ihrer toten Mutter den Keller ausräumen und sich als erstes umsehen.
Evelyn Peterschal ist am 4. Mai 1943 geboren worden und wohnte in Essen-Überruhr in der Nockwinkel Straße. Im Keller ihrer Mutter hat sie eine alte Flak-Kiste aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt, die aber eigentlich gar nicht ihrer Mutter gehört hat, sondern einem langjährigen Bekannten der Mutter, Namens Walther Halmer, alias Zeller und alias Cremer. Er war im Krieg SS-Standartenführer. Er wohnt auf der anderen Seite im Haus. Frau Evelyn Peterschal war unbeabsichtigt im falschen Keller. Die beiden Keller sind vor einiger Zeit getauscht worden. In diesem Kellerraum hat sie in der alten Kiste Zigaretten der Marke ‚Fräulein‘ entdeckt, die mit einer ‚88‘ auf der Packung versehen war. Wie wir inzwischen wissen, dienten diese Zigaretten der Marke ‚Fräulein‘ zur heimlichen Tötung des Gegners oder im Falle einer Ergreifung zur Selbsttötung, um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Diese Zigaretten waren mit Cyankalium Blausaures Kalium versetzt. Davon hat sie sich eine angesteckt…“, sagte Gördi und Lüppi vollendete den Satz.

„Und ist an dem Zyankali nach wenigen Sekunden bewusstlos geworden und nach wenigen Minuten an Herzstillstand gestorben. Richtig?“

„Stimmt. Kennst du die Wirkung von Zyankali oder hattest du schon mal einen Fall damit?“, fragte Heike nach.

„Ja, vor vielen, vielen Jahren ist schon einmal eine Schachtel Zigaretten der Marke ‚Fräulein‘ aufgetaucht“, sagte Lüppi und sah dabei zu Eckerhard.

„Du müsstest dich doch noch daran erinnern, Eckerhard, denn schließlich war es dein Fall. Ihr müsst nämlich wissen, unser Eckerhard war nicht immer Kriminalrat, nicht wahr?“

„Mist, deshalb kam mir die Marke so bekannt vor“, sagte Eckerhard.

„Na, Klasse! Das darf doch wohl nicht wahr sein!“, sagte Gördi.

„Das muss ich jetzt aber auch sagen, Herr Schuster!“, meinte Kriminaldirektor Lothar Bäumler.

„Weißt du auch wie das Cyankalium Blausaures Kalium, sprich Zyankali, noch genannt wird?“, wollte Heike von Lüppi wissen.

„Ja, Kaliumcyanid ist auch gebräuchlich“, sagte Lüppi.

„Herr Lüpke“, sagte Herr Bäumler im Scherz. „Ihr Urlaub ist ab sofort auf Lebenszeit gestrichen. Sie fahren ab jetzt nie wieder in den Urlaub, das kann ich gar nicht verantworten.“

„Dann muss ich kündigen“, war die Antwort von Lüppi.

„Okay, dann sprechen wir noch mal über Ihre Urlaubstage.“

„Sprechen können wir immer…“, sagte Lüppi in einem gewissen Tonfall.

„Apropos sprechen, Frau Buhrmann und Herr Schwarz haben doch bestimmt schon erzählt, dass wir von Ihrem Urlaubseinsatz gehört haben, nicht wahr?“, fragte Herr Bäumler.

„Ja, Heike und Gördi sprachen bereits davon… was möchten Sie wissen?“

„Ihre Frau hat einen der Bosse der Genua Organisation erschossen?“

„Stimmt, mit einer langen Ausführung der Beretta 92. War aber eher zum Selbstschutz.“

„Erzählen Sie doch mal bitte mit Ihren Worten.“

„Wir waren bei dem Leitenden Hauptkommissar Marco Morelli, um mit ihm die Identität von Annette Lange zu überprüfen. Was wir auch getan haben, währenddessen kam Santino Martinelli, der Oberleutnant der Carabinieri, bei ihm zu Besuch für einen gemeinsamen Einsatz. Santino hat schnell verstanden, wer wir waren.“

„Wer bitte ist wir?“, fragte Herr Bäumler.

„Na, wir vier“, antwortete Lüppi wie selbstverständlich.

„Ah, da war Ihre Frau schon mit dabei?“

„Na, klar doch. Wir hatten ja alle zusammen Urlaub, daher war sie, die ‚Sonderermittlerin‘ der KK11 mit.“

„Okay und weiter…“, bat er.

„Wir sind dann schnell mit Santino ins Gespräch gekommen und haben uns auch über die sizilianische Organisation ausgetauscht“, sagte Lüppi und berichtete mit Petra ziemlich detailliert über den Ermittlungsurlaub.
Nach knapp einer weiteren Stunde war er fertig und Herr Bäumler verabschiedete sich mit den Worten.

„Schön, dass sie beide wieder da sind und Herr Schuster, Sie kommen um 12 Uhr mal bitte zu mir.“
Eckerhard musste schlucken.
Petra´s Telefon schellte, es war Marcel, der Oberstaatsanwalt, der Lüppi bat, er möge mal bitte zu ihm kommen. Kaum hatte Petra ihrem Vater das ausgerichtet, wollte Eckerhard wissen, was er denn jetzt für ein Auto hätte.

„Einen Fiat 131 Supermirafiori in Blau Metallic. Den behalte ich aber nicht, den übernehmen Petra und Mario.“

„Einen blauen Fiat 131 Mirafiori hatte ich früher auch mal, nur keinen Supermirafiori“, sagte Eckerhard und überlegte.
„Wenn du jetzt zu Marcel rüber gehst könntest du mir den Fiat ja mal kurz zeigen. Wo steht er denn?“

„Vor dem Präsidium“, sagte Lüppi.
Beide gingen vor die Tür des Präsidiums und Lüppi zeigte ihm den Fiat 131. Er setzte sich ans Steuer und sah auf dem Armaturenbrett die dunkelblaue Baseballkappe aus Italien mit der Aufschrift ‚io amo l'Italia‘ liegen.

„Die schenke ich dir, Eckerhard. Du bist doch ein ganz großer Italien Fan“, sagte Lüppi.

„Echt, danke schön“, antwortete er, freute sich sichtlich und setzte sie sofort auf.
Er stieg aus dem Auto aus und fragte. „Wie sehe ich aus?“

„Sie steht dir“, war die Antwort. „Ich muss zu Marcel. Hier ist der Schlüssel vom Auto, gib ihn gleich Petra.“

„Mache ich, schaue mir noch den Wagen etwas an.“
Dann ging Lüppi und überquerte die Straße. Ein silberfarbiger 3er BMW mit zwei schwarzen Streifen an den Seiten kam die Straße heruntergefahren. Der Beifahrer zielte und drückte dreimal ab. Björn, der gerade auch angekommen war, sah was passierte und schoss sofort zurück und traf zweimal. Dann fielen drei weitere Schüsse.
Es knallte, dem Geräusch nach zu urteilen war ein Fahrzeug irgendwo gegen gefahren.

Dann war Ruhe…

Oben im Büro hatten die drei die acht Schüsse gehört, wie auch alle anderen im Polizeipräsidium.

„Scheiße!“, schrie Petra auf und ahnte, was passiert sein musste.
Sie sprang sofort auf und rannte die Treppe im Treppenhaus hinab. Unten angekommen hielt sie der wachhabende Streifenkollege mit den Worten auf.

„Halt, Petra! Bleib hier, ich glaube es hat Lüppi erwischt!“

„NEIN, mein Papa…!“, schrie sie und wollte trotzdem an ihm vorbei.
Er versuchte sie aufzuhalten, was aber nicht ganz einfach war. Stattdessen fragte sie ihn.

„Wer ist denn draußen bei ihm?“

„Weiß nicht… irgendjemand hat zurückgeschossen…“

„Das ist jetzt nicht dein Ernst? Gib mir mal deine Waffe… na, los!“
Nur sehr zögerlich gab der wachhabende Kollege seine Dienstwaffe an Petra weiter. Sie nahm sie, entsicherte sie und ging vor die Tür. Da der Fiat nicht direkt vor der Tür stand, sondern noch drei Fahrzeuge davor ging sie in die Hocke und schaute sich um.
Währenddessen kamen Gördi und Heike und drei weitere Streifenpolizisten im Eingangsbereich dazu.

„Wo ist Petra?“, fragte Gördi den wachhabenden Kollegen.

„Vor der Tür.“

„Wer ist bei ihr?“

„Sie hat… hat meine Waffe…“

„WER IST BEI IHR, HABE ICH GEFRAGT!“, schrie Gördi ihn an.

„Keiner… ich muss doch… hier…“, weiter sprach er nicht.

„Ja, tickst du Armleuchter noch ganz sauber?“, fragte Heike ihn.
Dann gingen beide mit drei Streifenpolizisten und gezogenen Waffen vor die Tür.
Petra war inzwischen in gebückter Haltung an den drei Autos vorbeigelaufen und schaute zwischen dem dritten Wagen und dem Fiat hindurch.

„Scheiße, nein!“, schrie sie auf und sah, wer dort lag.
Langsam richtete sie sich auf und schaute sich weiter um. Sie sah Björn, der bei dem verunfallten 3er BMW stand. Der Wagen war auf einer Verkehrsinsel schräg gegenüber dem Präsidium gegen einen großen Baum gefahren. Der Vorderwagen war völlig zerstört. Sie schrie zu Björn hinüber.

„Björn, wo ist Lüppi?“

„Ich bin hier, Petra“, sagte seine Stimme hinter ihr.
Sie drehte sich um und sah ihn an.

„Wie geht es ihm?“, fragte er seine Tochter.

„Ich weiß nicht… ich habe nach dir gesucht“, kam ihre Antwort.
Gördi und Heike kamen zu den beiden, gefolgt von den anderen dreien.

„Schnell einen RTW!“, rief Lüppi. „Schnell!“
Einer der Streifenkollegen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.