Buch, Deutsch, Band 11, 230 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 245 mm, Gewicht: 487 g
Reihe: Edition Islamstudien
Al-Gazalis Handlungstheorie personaler Freiheit
Buch, Deutsch, Band 11, 230 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 245 mm, Gewicht: 487 g
Reihe: Edition Islamstudien
ISBN: 978-3-946689-90-4
Verlag: Ditibverlag
In der vorliegenden Arbeit wird die Handlungstheorie und damit zusammenhängend die anthropologische Bestimmung des Menschen von al-Gazali herausgearbeitet. Es wird gezeigt, dass er den Menschen als ein Wesen versteht, welches mit seiner praktischen Vernunft und seinem Willen intentional in der Welt wirksam werden kann, wobei genau darin seine Freiheit und seine Wu¨rde begru¨ndet liegen.
Gezeigt werden soll daru¨ber hinaus, dass sich seine theologische Handlungstheorie als eine bestimmte Selbstbestimmung verstehen lässt. Dazu wird sein Ansatz in eine ideengeschichtliche Linie von der Antike u¨ber die Patristik, die islamische Spätantike und das europäische Spätmittelalter eingebunden. Ferner wird Al-Gazalis Ansatz vor dem Hintergrund des Denkens heutiger kompatibilistischer Philosophen und Theologen analysiert, deren Ansätze von einer stärkeren Bestimmtheit der Vernunft und des Willens durch Kultur und Natur geprägt sind und die dennoch einen gehaltvollen Begriff der Willensfreiheit verteidigen; besondere Beru¨cksichtigung findet dabei die aktuelle Diskussion zur Willensfreiheit in der Neurowissenschaft. So wird aufgezeigt, dass al-Gazali – herausgefordert durch das (natur-)philosophische und das theologische Wissen seiner Zeit – den Menschen als ein bestimmtes Wesen versteht, welchem aber zugleich eine gehaltvolle Freiheit zukommt.
In dem Bemu¨hen, den Menschen mit einer gehaltvollen Freiheit zu denken, unternimmt er eine anthropologische Neubestimmung der menschlichen Natur. Hierbei versteht er die Seelenteile Herz, Selbst, Geist und Vernunft nicht mehr als hierarchisch angeordnet; stattdessen begreift er sie als personale Einheit. Durch seine von Gott verliehene praktische Vernunft kommt dem Menschen eine besondere Wu¨rde zu. Der Mensch besitzt eine herausgehobene Stellung:
Er lebt in Beziehung zu Gott und ist erkoren Stellvertreter Gottes zu sein.




