Schmidt | Bazilla - Fee wider Willen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 208 Seiten

Reihe: Bazilla

Schmidt Bazilla - Fee wider Willen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7517-0201-0
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 208 Seiten

Reihe: Bazilla

ISBN: 978-3-7517-0201-0
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine fröhliche Kinderbuchreihe über Anderssein, Freundschaft und den Mut, du selbst zu sein

Das Beste aus zwei Welten: Feen und Vampire!

Bazilla wird 10 Jahre alt - und damit endlich ein richtiger Vampir! Ganz Burg Morchelfels feiert. Doch an ihrem Geburtstag erlebt Bazilla eine riesige Überraschung: Statt der heiß ersehnten Vampirzähne wachsen ihr plötzlich durchsichtige Flügel! Und so kommt heraus, dass sie eigentlich eine Fee ist. Schleimiger Krötzenrotz aber auch! Als wäre das nicht schon schrecklich genug, muss sie nun auch noch aufs Feen-Internat gehen. Die freche Bazilla unter rosa gekleideten Feenkindern - ob das gutgeht?

Mit vielen tollen Bildern von Angela Gstalter

Dieser Titel ist bei Antolin gelistet.



Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt in Oberbayern. Nach einem Psychologiestudium war sie zunächst als Journalistin tätig, ehe sie ein Stipendium an der Drehbuchwerkstatt München erhielt. Seitdem arbeitet sie erfolgreich als freie Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Nach Der zauberhafte Eisladen folgt mit Bazilla nun der Auftakt ihrer neuen Reihe. Angela Gstalter studierte zunächst Modedesign in Berlin und arbeitete anschließend als Grafikdesignerin für einige Jahre in einer Werbeagentur. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Heidelberg und hat sich mit dem selbstständig gemacht, was sie am allerliebsten tut, dem Illustrieren von Kinderbüchern.
Schmidt Bazilla - Fee wider Willen jetzt bestellen!

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er Vollmond stand rund und hell über dem Finsterwald, und sein bleiches Licht beleuchtete die Zinnen von Burg Morchelfels. Gerade als sich eine schwarze Wolke vor den Mond schob, fing die Uhr im Burgturm an zu schlagen. Der erste hallende Glockenton drang durch die schmalen Fenster der dicken steinernen Burgmauer.

Bazilla schlug die Augen auf. Um sie herum herrschte absolute nachtschwarze Finsternis. Nicht der kleinste Lichtstrahl drang an ihre Augen. Leise zählte sie die Glockenschläge mit: »Drei, vier, fünf …«

Noch etwas schlaftrunken traf sie die Vorbereitungen, um aufzustehen. Doch – halt! War da nicht ein Geräusch?

Klack, klack, klack … Bazilla spitzte die Ohren. Was war denn das für ein Klappern, das sich näherte? Gleich darauf ertönte ein Schleifen und Scharren. Ein heller Streifen Fackellicht fiel auf ihr Gesicht, und Bazilla kniff geblendet die Augen zusammen.

»Geisterstunde«, dröhnte eine tiefe Stimme. »Sie kommen, um dich zu hoooolen!«

Vorsichtig öffnete Bazilla die Augen – und schaute direkt ins Gesicht eines Ritters. Er klapperte mit seiner Rüstung, und durch einen Schlitz in seinem eisernen Visier blickte er Furcht einflößend auf sie herunter. Kichernd setzte Bazilla sich auf. »Darauf falle ich nicht rein, Sir Toby! Da kannst du deine Stimme verstellen, bis du klingst wie ein … ein untoter Walfisch!«

»Ach Menno«, grummelte der Angesprochene. Er schnaubte enttäuscht, und geisterhaft blauer Nebeldampf drang aus dem Visier der Ritterrüstung. Sir Toby war nämlich ein Geist. Besser gesagt ein Geisterritter und auf diese Bezeichnung legte er großen Wert. Wie bei fast jedem Gespenst war seine Gestalt beinahe durchsichtig. Trotzdem sah man anhand seiner – ebenfalls geisterhaften – Ritterrüstung, dass er nicht nur ziemlich klein, sondern auch ganz schön dick war. Jetzt rasselte er davon – sichtlich beleidigt, weil er Bazilla nicht hatte erschrecken können.

In diesem Moment schlug die Glocke zum zwölften Mal.

Mitternacht, dachte Bazilla zufrieden. Endlich! Sie rieb sich die Augen und gähnte herzhaft, ehe sie ihre schwarze Bettdecke zurückschlug. Dann rekelte und streckte sie sich in ihrem Sarg, der mit violettem Samt ausgekleidet war.

Sarg? Logisch! Schließlich war Bazilla ein Vampirmädchen, und alle Vampire schlafen in Särgen. Etwas anderes ging gegen die Ehre.

Schwungvoll hüpfte Bazilla heraus, sodass der zurückgeschobene Deckel des Sargs mit einem lauten Knall endgültig auf dem Boden landete.

Gleich darauf erhoben sich drei weitere Gestalten aus ihrer jeweiligen Schlafstätte. Die schlanke Frau ganz links war Bazillas Mutter, Gräfin von Morchelfels. Ihre dunklen Haare waren zu einem perfekten Knoten geschlungen, und ihr dunkelrotes Kleid aus schwerem Samt hatte die gleiche Farbe wie das Innenfutter ihres Sargs. Sie blinzelte ins Fackellicht, und auf ihrer glatten weißen Stirn erschienen zwei winzige senkrechte Falten. »Oh, Bazilla! Wie oft habe ich dir gesagt: Contenance!«, seufzte sie. Doch schon beim Anblick des wilden Haarschopfs ihrer Tochter und ihrem frechen Grinsen musste die Vampirgräfin lächeln. An Bazilla prallten ihre Ermahnungen ab.

»Jetzt chill mal, Mama«, erwiderte sie fröhlich. Diesen Ausdruck hatte Bazilla erst neulich auf einem ihrer nächtlichen Ausflüge aufgeschnappt, als sie einer Gruppe halbwüchsiger Menschen begegnet war. Einer von ihnen hatte diesen Satz in ein schmales, rechteckiges Gerät gesprochen, das die Menschen Handy nannten. Mit dessen Hilfe konnten sie miteinander sprechen, auch wenn sie Kilometer voneinander entfernt waren. Wirklich erstaunlich. Aber Bazilla war weniger von der Technik als von dem Satz begeistert. »Chill mal, Mama«, klang einfach lässig, fand sie. Richtig cool! Das wollte sie von nun an öfter benutzen!

»Was muss ich da vernehmen? Gar ungehörig erscheinen mir deine Worte, mein liebes Kind!« Die mahnende Stimme gehörte Graf von Morchelfels, Bazillas Vater. Sein Haar war ordentlich gescheitelt, und sein grauer Anzug saß perfekt. Seine blankpolierten schwarzen Lackschuhe wiesen nicht den kleinsten Kratzer auf.

»Ach, Papa, du weißt doch, wie unsere Kleine ist«, tönte es aus dem Sarg ganz in der Ecke hinten rechts.

»He, Bronchus!«, schrie Bazilla vergnügt und warf sich in die Arme ihres älteren Bruders, nachdem der ausgiebig gegähnt hatte.

Er grinste und wuschelte ihr durch die Haare, die daraufhin noch zerzauster wirkten. »Hallo, Schwesterchen. Gut geschlafen?«

»Klar!«, rief Bazilla. »Nimmst du mich später wieder zu einem Rundflug mit?«

Bronchus seufzte. »Also gut. Aber ich bin wirklich froh, dass du bald Geburtstag hast und dann selbst fliegen kannst. Es ist ganz schön anstrengend, dich dauernd huckepack zu tragen!«

»Was glaubst du, wie froh ich erst bin?«, gab Bazilla zurück. »Dann kann ich endlich hinfliegen, wo ich will. Und so schnell, wie ich will. Du bist ja so eine lahme Ente!«

»Wie nennst du den edlen Nachkommen derer von Morchelfels? Vampir in fünfter Generation und hochwohlgeborener Graf?« Bronchus packte seine kleine Schwester blitzschnell an den Trägern ihrer schwarzen Latzhose und warf sie sich über die Schulter. Anschließend hielt er sie mit einer Hand an den Füßen fest und ließ sie kopfüber baumeln.

Bazilla hatte ein Kitzeln im Bauch und einen Drehwurm im Kopf. Vor lauter Kichern konnte sie kaum sprechen. »Lass mich runter, Bronchus! Du bist der tollste Flugkünstler, ich schwör’s«, japste sie.

»Kinder, nun ist es aber genug!«, rief die Gräfin energisch. »Ein solcher Lärm direkt nach dem Aufstehen verursacht mir Kopfschmerzen!«

»Hä? Du bist doch schon lange tot. Da kannst du doch kein Kopfweh mehr haben«, warf Bazilla ein. Sie stand wieder mit beiden Beinen auf dem Boden und sah ihre Mutter an.

»Jedoch ist ein derartiges Gebaren zwei jungen Adligen nicht würdig«, machte Bazillas Vampirvater der Diskussion ein Ende.

Seine Sprösslinge tauschten einen Blick und rollten heimlich mit den Augen. Typisch Papa, sollte das heißen.

»Wir machen uns auf den Weg zum Essen«, bestimmte die Gräfin. »Bazilla, du wartest hier und machst bitte so wenig Unsinn wie möglich!«

»Mach ich doch nie, Mama«, sagte Bazilla und fügte schnell hinzu: »Ich setze mich in den Rittersaal und schreibe einen Wunschzettel für meinen Geburtstag. Schließlich werde ich morgen um Mitternacht zehn Jahre alt. Und dann werde ich endlich auch ein echter Vampir und darf mit euch mitfliegen!«

Sie zog ihre Oberlippe hoch und präsentierte die Zahnlücke links oben. »Seht ihr? Genau da wächst bestimmt ein extra-spitzer Superzahn!«

Ihr Vater nickte wohlwollend. »Schreib nur deine Wünsche nieder, mein Kind. Wie du weißt, ist dieser Geburtstag das bedeutendste Ereignis im Leben eines Vampirs!« Damit wandte er sich an Bronchus. »Bist du so weit, mein Sohn?«

»Gleich«, murmelte der. Wie jede Nacht versuchte Bronchus nämlich, seine dunkelblonden Haare mit Hilfe einer Tube Haargel, die er in seinem Sarg hortete, in Form zu bringen. Und wie jede Nacht ärgerte er sich darüber, dass er den Sitz seiner Frisur nicht überprüfen konnte.

»Schon blöd, dass Vampire kein Spiegelbild haben, stimmt’s?«, neckte Bazilla ihren Bruder.

»Du hast doch keine Ahnung, du kleine Kröte! Nur weil du niemals eine Frisur, sondern immer nur Haare haben wirst«, murrte Bronchus.

Bazilla lachte frech. »Na und? Ich muss mir wenigstens keine Gedanken machen, ob meine Frisur kuuuuuuuuhl ist«, ahmte sie ihren Bruder nach. Aber Bronchus hatte recht, denn seit sie Haare auf dem Kopf hatte, wuchsen die in alle Richtungen und widersetzten sich jedem Kamm. Deshalb war es Bazilla auch herzlich egal, dass es auf ganz Burg Morchelfels keinen einzigen Spiegel gab. Sie brauchte sowieso keinen.

»Genug. Wir brechen auf«, unterbrach die Gräfin die Kabbelei der Geschwister. »In spätestens zwei Stunden sind wir zurück.«

»Ist gut. Ich pass auf die Burg auf«, erwiderte Bazilla, während ihre Eltern und Bronchus die schwarzen Umhänge ausbreiteten und zum Fenster hinausflogen.

Fröhlich winkte sie ihnen nach, ehe sie sich umwandte. »Auf geht’s!«, rief sie laut. Aber – Moment mal: Da fehlte doch noch jemand! Bazilla beugte sich über ihren Sarg. »He, Elvis! Aufwachen, du faule Socke!«

Ein Rascheln war die Antwort, dann kam ein pummeliger Hamster schwerfällig aus dem Sarg geflattert. Geflattert? Ja, denn Elvis war ein Flederhamster und hatte Flügel! Schuld daran war ein Vampirgroßonkel von Bazilla. Der hatte nämlich vor ein paar Jahren, während seiner nächtlichen Jagd nach menschlichem Blut, versehentlich einen Betrunkenen erwischt. Als der Großonkel das jedoch merkte, war es schon zu spät, und er hatte bereits zugebissen. Alkohol bekam Vampiren nicht gut – das wusste jeder. Angeheitert war Bazillas Großonkel daraufhin ein paar Loopings über die Stadt geflogen. Da erblickte er auf dem Balkon eines Wohnhauses einen Hamster und bekam Appetit auf einen kleinen Snack vor dem Morgengrauen.

»Großonkel Inflatus hat ihn nicht wirklich gebissen, nur ein bisschen angeknabbert«, betonte Bazillas Vater jedes Mal, wenn er davon berichtete. Wie der Hamster später auf Burg Morchelfels gelandet war, blieb bis heute unklar.

Eigentlich war das auch ganz egal. Bazilla war froh, dass es Elvis gab, und hatte ihn von der ersten Sekunde an zu ihrem Haustier erklärt. Seither waren die beiden unzertrennlich. Mit seinen Fledermausflügeln, den langen Vorderzähnen und den dicken...



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