Schlüter | Survival – Der Schatten des Jaguars | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 240 Seiten

Reihe: Survival

Schlüter Survival – Der Schatten des Jaguars

Band 2
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7336-4954-8
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 240 Seiten

Reihe: Survival

ISBN: 978-3-7336-4954-8
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie haben den Flugzeugabsturz überlebt. Doch jetzt sind sie verloren im Dschungel! Band 2 der neuen Abenteuerserie von Erfolgsautor Andreas Schlüter: actionreich und atemberaubend spannend! Mit vielen coolen Survival-Tipps und -Tricks! Mike, Elly, Matheus und Gabriel stoßen in den Tiefen des Dschungels auf einen Stamm Indios. Die Kinder schöpfen Hoffnung: Vielleicht können sie ihnen helfen, aus dem riesigen Amazonas-Regenwald heraus zu finden? Doch die Ureinwohner scheinen sich von der Zivilisation fernhalten zu wollen. Sollen die vier Freunde bei ihnen bleiben oder sich wieder alleine den Gefahren des Dschungels stellen? Bei Antolin gelistet Alle Bände der Serie: Band 1: Survival - Verloren am Amazonas Band 2: Survival - Der Schatten des Jaguars Band 3: Survival - Im Auge des Alligators Band 4: Survival - Unter Piranhas Band 5: Survival - Im Netz der Spinne Band 6: Survival - Der Schrei des Affen Band 7: Survival - Von Haien umzingelt Band 8: Survival - In den Krallen des Leguans Serie bei Antolin gelistet

Bevor Andreas Schlüter, geboren 1958, mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. 1994 feierte er mit dem Kinderroman »Level 4 - Die Stadt der Kinder« einen fulminanten Erfolg. Seit über dreißig Jahren ist er als Autor tätig.
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Krankheit


Elly lag mit hohem Fieber in der kleinen Hütte, die sich etwas abseits von der großen Gemeinschaftshütte des Indigenenstammes befand. Mike und seine Freunde Matti und Gabriel hatten zuerst nur aus sicherer Entfernung einen Blick auf sie werfen dürfen. Jetzt aber schien der Schamane zu der Überzeugung gelangt zu sein, dass Elly von keiner ansteckenden Krankheit befallen war. Das vermutete Mike jedenfalls. Vielleicht wusste der Schamane auch nichts von ansteckenden Krankheiten, und es hatte einen ganz anderen Grund, dass er und die beiden Brüder nun endlich zu Elly gehen durften. Ellys Stirn glänzte schweißnass. Ihre Augen starrten irgendwo ins Leere, und sie phantasierte vor sich hin. Erst stöhnte sie nur leise, dann brabbelte sie unverständliche Worte und warf ihren Kopf hin und her, bis sie sich schließlich zu beruhigen und einzuschlafen schien. Doch schon im nächsten Moment riss sie erneut die Augen auf, und das Stöhnen und Brabbeln begann von neuem. Bestürzt betrachtete Mike seine Schwester und wandte seinen Blick ratlos und hilfesuchend zu Matti. Immerhin war dessen Vater Arzt. Vielleicht konnte er diese beängstigenden Symptome besser deuten?

Doch Matti zog die Schultern hoch. Er hatte auch keine Ahnung. »Dass sie phantasiert, muss nicht am Fieber liegen«, versuchte er trotzdem, Mike zu beruhigen, »sondern an den Drogen, die der Schamane ihr verabreicht hat.«

»Drogen?«, schreckte Mike auf. Das wäre ja noch schlimmer als die Krankheit, fand er.

Matti winkte ab. »Na ja, letztlich ist jede Medizin eine Droge. In anderen Dosierungen wären die meisten Medikamente, die wir kennen, pures Gift. ›Risiken und Nebenwirkungen‹. Kennt man doch aus dem deutschen Fernsehen. Der Schamane nutzt bestimmte Pflanzen zur Betäubung oder zur Heilung. Wir können froh sein, dass wir offenbar auf einen Stamm getroffen sind, der noch einen alten Schamanen hat.«

Mike verstand nicht so recht, was Matti ihm damit sagen wollte.

Mattis Bruder Gabriel erläuterte es ihm: »Viele indigene Stämme sind vom Aussterben bedroht. Sie werden immer weniger. Und mit ihnen stirbt das Wissen der alten Stämme. Auch hier siehst du, wie klein der Stamm ist.«

Indigene Völker Brasiliens

Früher lebten in Brasilien 11 Millionen Menschen in etwa 2000 verschiedenen Völkern. Hundert Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme wurden 90 % der indigenen Völker – der Ureinwohner Brasiliens – durch eingeschleppte Krankheiten wie Grippe, Masern oder Pocken ausgerottet. Weitere Zigtausende starben bei der harten Arbeit als Sklaven auf Zuckerrohr- und Kautschukplantagen.

Mit noch 36000 Angehörigen sind die Tikuna das größte Amazonas-Volk Brasiliens, aber viele Amazonas-Völker haben heute längst weniger als 1000 Mitglieder. Die Awá haben zum Beispiel weniger als 500, die Akuntsu sogar nur noch vier (!) Angehörige.

Die Abholzung des Regenwalds, und damit die Vernichtung des Lebensraums der indigenen Völker, schreitet immer schneller voran. Zudem erkennt die brasilianische Regierung den noch verbleibenden Landbesitz der indigenen Völker nicht als deren Eigentum an. Systematisch werden weiterhin Dörfer abgebrannt und die heimatlosen Bewohner vertrieben, gejagt und getötet.

Gabriel zeigte in Richtung Hütteneingang. »Ich schätze mal, fünfzig Leute oder so. Früher waren das sicher mal ein paar hundert. Es kann sein, dass der Schamane der Letzte ist, der was von Heilkunde versteht. Wenn der mal stirbt, ist das Wissen weg. Für immer verloren.«

Mike hörte ihm bedrückt zu.

Matti nickte unterstützend. »Unser Vater hat mal erzählt, es gibt hier am Amazonas einen Indigenenstamm, der besteht nur noch aus einer einzigen Person. Er ist tatsächlich der letzte Verbliebene.«

Es fiel Mike schwer, sich das vorzustellen. »Ein einzelner Mann ist der gesamte Stamm?« Sein Opa hatte einen uralten Abenteuerroman in seinem Bücherbord, erinnerte Mike sich. Der hieß: . Hier also war der Titel Wirklichkeit geworden. Der letzte Indigene eines Stammes!

Elly riss ihn aus seinen Gedanken. Sie hob den Kopf, stierte immer noch ins Leere und stöhnte: »Durst!«

Schon ließ sie ihren Kopf wieder zurücksinken, ohne den Blick von dem fernen unsichtbaren Fixpunkt abzuwenden.

»Haben wir etwas zu trinken?«, fragte Mike und schaute sich nach einer Flasche um. Doch er fand keine.

Auch Matti und Gabriel hatten nichts dabei und sahen sich um, allerdings nicht nach einer Flasche, was Mike zunächst gar nicht bemerkte. Erst als Gabriel auf etwas zeigte und rief: »Da!«

Er hob einen Beutel in die Höhe, der – das konnte Mike nicht genau erkennen – vielleicht aus Leder war oder einem Stoff. Vielleicht bestand er aber auch aus Rinde oder Blättern.

Gabriel schüttelte den Beutel, goss ein wenig der Flüssigkeit auf den Boden, hielt den Finger darunter und kostete. »Das ist Wasser!«

»Regenwasser?«, fragte Mike.

»Keine Ahnung!«, antwortete Gabriel. Er verstand, worauf Mike hinauswollte: War das Wasser hygienisch genug, um es zu trinken? Aber sie hatten keine Wahl. »Wenn die Leute hier es trinken, wird es wohl gut sein.«

Am Eingang der kleinen Hütte warteten drei Frauen, die sie beobachteten und wohl jederzeit bereit waren, hereinzukommen und Elly zu helfen, wenn sie Hilfe benötigte.

Gabriel hielt den Wasserbeutel halb in die Höhe und deutete mit fragender Geste darauf. Die drei Frauen nickten ihm zu.

»Bist du sicher, die wissen, was du gefragt hast?«, hakte Mike zweifelnd bei Gabriel nach.

»Nein«, gab Gabriel zu. »Vermutlich verstehen sie unser Problem gar nicht und fragen sich, weshalb man Wasser nicht trinken sollte.«

Die drei Jungs wechselten kurz Blicke, dann beugte sich Gabriel zu Elly hinunter und wollte ihr soeben aus dem Beutel zu trinken geben.

Im selben Augenblick standen zwei der drei Frauen neben ihm. Die eine nahm ihm den Wasserbeutel aus der Hand. Die andere hielt eine Schale, obwohl Mike sich sicher war, dass keine der Frauen zuvor etwas in Händen gehalten hatte. In der Schale waberte eine milchig-weiße, etwas angedickte Flüssigkeit, die die Frau Elly jetzt zum Trinken reichte. Dazu hob sie mit der linken Hand Ellys Kopf ein wenig an und führte ihr mit der rechten die Schale an die Lippen. Wie eine Krankenschwester, schoss es Mike durch den Kopf. Vermutlich hatten die drei Frauen genau diese Funktion.

Elly trank gierig, doch die Frau achtete darauf, ihr die Flüssigkeit nur schlückchenweise zu verabreichen.

»Was ist das für ein Getränk?«, fragte Mike.

Gabriel schaute ihn an. »Woher soll ich das wissen? Weißt du das, Matti?«

»Nein«, antwortete Matti ehrlich. »Aber ich denke, die wissen, was sie tun.«

»Hoffentlich!«, murmelte Mike leise.

Elly hatte das Schälchen beinahe leer getrunken.

Die Frau legte Ellys Kopf sanft zurück auf die Liege. Oder wie immer man das bezeichnen sollte, worauf sie Elly gebettet hatten.

In der großen Gemeinschaftshütte hatte Mike im Vorübergehen eine Menge Hängematten baumeln sehen. Elly aber lag lediglich auf einem flachen, aus Ästen geflochtenen Gestell knapp über dem Boden. Vielleicht befürchteten die Indigenen, sie würde aus einer Hängematte im Schlaf herausfallen?

Die Frau mit der Schale sagte etwas, das Mike nicht verstand. Auch Matti und Gabriel kannten die Sprache nicht. Portugiesisch war es nicht. So viel stand fest.

Die Frau bedeutete ihnen mit einer Geste, die erstaunlicherweise exakt jener entsprach, die vermutlich auch jeder Europäer benutzt hätte, dass Elly müde war und jetzt Schlaf benötigte.

Die drei Jungs warfen Elly besorgte Blicke zu und verließen die kleine, recht dunkle Hütte. Draußen warf die Sonne so helles Licht auf die Lichtung, dass die drei sich schützend ihre Hände vor die Augen halten mussten und ins Tageslicht blinzelten. Erst dann erkannten sie, dass sich eine große Gruppe des indigenen Volkes dort aufgebaut hatte und die drei Jungs schweigend, aber durchaus neugierig musterte. Obwohl Matti und Gabriel gebürtige Brasilianer waren, hatten sie durch ihre deutschen Eltern doch auffallend hellere Haut als die Dorfbewohner. Der Blasseste aber war Mike, der nicht einmal sonnengebräunt war. Mike spürte sofort, dass er Aufsehen erregte. Jetzt sah er auch, dass nur einer der Männer Badeshorts trug. Alle anderen Indigenen hatten lediglich Schnüre um und über ihre Geschlechtsteile gebunden. Doch die Shorts galten Mike als Indiz dafür, dass dieses Volk mindestens schon ein Mal Kontakt zu Stadtmenschen gehabt haben musste. Denn die Hose war garantiert nicht in diesem Dorf hergestellt worden.

Zu Hause in seiner Schulklasse hätte das Bild der nackten Gruppe, das sich ihm bot, vermutlich Gelächter und Gejuchze ausgelöst. Doch hier verschwendete Mike keinen Gedanken an solche Albernheiten. Vielmehr schlussfolgerte er sofort, dass dieses Volk nur sehr selten Kontakt zu Stadtmenschen hatte. Mike wusste nicht, ob das für sie ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war. Das Zweite, was ihm auffiel, war die geringe Größe der Indigenen. Mike war mit seinen dreizehn Jahren in etwa so groß wie die erwachsenen Männer, die ihm gegenüberstanden.

Unschlüssig, wie sie reagieren sollten, schwiegen die drei ebenfalls und warteten ab, was nun geschehen würde. Doch es geschah – zunächst – nichts!

Die Mitglieder des kleinen Stammes blieben einfach so stehen und schauten die Fremden stumm an. Mike kam sich schon vor wie ein Alien, der mitten in einem Wohngebiet gelandet war. Vermutlich war er für dieses kleine...


Kampmann, Stefani
Stefani Kampmann, geboren 1971, zeichnete schon als Kind gerne und überall. Während ihres Studiums der Innenarchitektur nahm sie zahlreiche Aufträge als Illustratorin an und verfolgte diesen Weg danach weiter. Sie bebilderte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher und veröffentlichte zwei Graphic Novels. Außerdem gibt sie Comic-Workshops für Jugendliche. In ferne Länder ist sie schon einige Male gereist, zum Glück musste sie dort aber (fast) nie ums Überleben kämpfen.

Schlüter, Andreas
Bevor Andreas Schlüter, geboren 1958, mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. 1994 feierte er mit dem Kinderroman 'Level 4 – Die Stadt der Kinder' einen fulminanten Erfolg und ist seit fast fünfundzwanzig Jahren als Autor tätig.

Andreas SchlüterBevor Andreas Schlüter, geboren 1958, mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. 1994 feierte er mit dem Kinderroman 'Level 4 – Die Stadt der Kinder' einen fulminanten Erfolg und ist seit fast fünfundzwanzig Jahren als Autor tätig.
Stefani Kampmann
Stefani Kampmann, geboren 1971, zeichnete schon als Kind gerne und überall. Während ihres Studiums der Innenarchitektur nahm sie zahlreiche Aufträge als Illustratorin an und verfolgte diesen Weg danach weiter. Sie bebilderte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher und veröffentlichte zwei Graphic Novels. Außerdem gibt sie Comic-Workshops für Jugendliche. In ferne Länder ist sie schon einige Male gereist, zum Glück musste sie dort aber (fast) nie ums Überleben kämpfen.



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