Schlesier | Bürger zweiter Klasse? | Buch | 978-3-412-22362-5 | sack.de

Buch, Deutsch, Band 89, 600 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 238 mm, Gewicht: 978 g

Reihe: Industrielle Welt

Schlesier

Bürger zweiter Klasse?

Juden auf dem Land in Preußen, Lothringen und Luxemburg

Buch, Deutsch, Band 89, 600 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 238 mm, Gewicht: 978 g

Reihe: Industrielle Welt

ISBN: 978-3-412-22362-5
Verlag: Böhlau


Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lebte die Mehrheit der Juden in der preußischen Rheinprovinz, Lothringen und dem Großherzogtum Luxemburg auf dem Land. Die Studie untersucht in vergleichender Perspektive, welche Veränderungen die rechtliche Gleichstellung mit den christlichen Bürgern mit sich brachte und berücksichtigt in diesem Kontext auch transnationale Zusammenhänge zwischen den Grenzregionen. Inwieweit waren Kontakte zwischen Juden und Christen im wirtschaftlichen, religiösen und gesellschaftlichen Leben eine Konsequenz der Emanzipation? Die Autorin zeigt, dass die jüdisch-christlichen Beziehungen sich infolge der Gleichstellung teilweise intensivierten, aber auch strukturelle Faktoren, das Handeln der Behörden und der Wunsch der Landbewohner nach Separation sie entscheidend prägten.
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Danksagung
1. Einleitung
1.1 Landjudentum – von einem historischen Phänomen und seiner Historiografie
1.2 Fragestellung und Herangehensweise
1.3 Aufbau und Quellen
2. Ein umstrittener Weg: der Kampf um die Gleichberechtigung
2.1 Das Ancien Régime. Von Schutzherrschaft und Aufklärung
2.2 Gemeinsame Wege: von der Revolution zu Napoleon
2.2.1 Der Weg zur gesetzlichen Gleichstellung unter französischer Herrschaft
2.2.2 Die Rücknahme der individuellen Gleichstellung: Napoleons Dekrete
2.3 Getrennte Wege: die Entwicklung der jüdischen Emanzipation bis 1870
2.3.1 Ein andauernder Kampf: die preußische Rheinprovinz
2.3.1.1 Einer von vielen preußisch-jüdischen Sonderwegen: die Fortdauer der französischen Gesetze bis 1847
2.3.1.2 Die Vereinheitlichung der Gesetze gegenüber den Juden in Preußen 1847
2.3.1.3 Von der Revolution zur Gleichberechtigung im Norddeutschen Bund im Jahr 1869
2.3.2 Frankreich: der Weg zur umfassenden Gleichstellung
2.3.2.1 Die Konflikte um die Abschaffung des „décret infâme“
2.3.2.2 Von der Restauration zur Julirevolution: der Weg zum gleichberechtigten Kultus
2.3.2.3 Der Wegfall der letzten Trennungen und organisatorische Veränderungen
2.3.3 Zwischen Holländern, Deutschen und Franzosen: der luxemburgische Fall
2.4 Die Folgen des Jahres 1871
2.5 Unterschiedliche Kämpfe. Ein erstes Fazit
3. Bedingungen des Lebens auf dem Land: die Juden als Teil der Dorfbevölkerungen und ihr Platz im dörflichen Leben
3.1 Der jüdische Bevölkerungsanteil im Wandel
3.1.1 Vom Wachstum zur Abwanderung. Die Untersuchungsorte in der Rheinprovinz und Lothringen
3.1.1.1 Wenig Kontrolle in der Praxis: der preußische Fall
3.1.1.2 Freiwillig auf dem Land: in Lothringen
3.1.2 Jüdische Ansiedlung auf dem Land durch Zuwanderung: der luxemburgische Fall
3.2 Der Ort der Juden im Dorf. Von topografischer Konzentration und Zerstreuung
3.3 Handel und sozialer Aufstieg. Erwerbstätigkeit und Sozialstruktur
3.3.1 Jüdische Erwerbsstrukturen im Vergleich. Vom Wandel im Handel
3.3.2 Die Folgen der jüdischen und der christlichen Erwerbsstruktur: gegenseitige Abhängigkeiten vs. Konkurrenz
3.3.3 Ein langsamer Aufstieg: die jüdischen Sozialstrukturen im Vergleich
3.3.3.1 Die Entwicklung der jüdischen Sozialstrukturen
3.3.3.2 Jüdische und christliche Sozialstrukturen im Vergleich
4. Die Binnenstrukturen der jüdischen Gemeinden
4.1 Die Kultuseinrichtungen und ihre Unterhaltung
4.1.1 Die Synagogen
4.1.2 Friedhöfe und Mikwen
4.2 Die Gemeindebediensteten und ihre Stellung
4.2.1 Die Multifunktionalität des jüdischen Lehrers in der Rheinprovinz
4.2.2 Vom „chantre“ zum „ministre du culte“: Lothringen
4.2.3 Auf sich alleine gestellt: die jüdischen Landgemeinden in Luxemburg
4.3 Die Organisation der jüdischen Gemeinden und ihre Verhältnisse zu den weltlichen Behörden bzw. den übergeordneten jüdischen Institutionen
4.3.1 Weitgehende Autonomie. Jüdische Gemeinden in der Rheinprovinz
4.3.2 Zwischen konsistorialer Kontrolle und behaupteter Eigenständigkeit. Die Landgemeinden Lothringens
4.3.3 Späte Selbstständigkeit. Das luxemburgische Konsistorium und die Landgemeinden
4.4 Tradition ohne Stillstand: die Religiosität der Landjuden
4.5 Fazit: ähnliches religiöses Leben unter verschiedenen Bedingungen
5. Dörfliches Miteinander? Die christlich-jüdischen Beziehungen im Wandel der Zeit
5.1 Orte der christlich-jüdischen Begegnung
5.1.1 In der Nachbarschaft
5.1.2 Der Handel: zwischen Konflikt und Vertrauen
5.1.3 In den Wirtshäusern
5.1.4 Die Schulen: vom Wunsch, Abstand zu wahren
5.2 Die Auswirkungen der Religion auf das Zusammenleben
5.2.1 Begräbnisse und Hochzeiten: zwischen Missachtung und Anteilnahme
5.2.2 Die Ambivalenz religiöser Feierlichkeiten und antijüdische Traditionen
5.2.3 Der Umgang mit der Sonntags- und Feiertagsruhe
5.3 Das Vereinswesen: zwischen Interessen und Geselligkeit
5.3.1 Vereinigungen zur Durchsetzung lokaler Partikularinteressen
5.3.2 Zwischen Freizeitvertreib und Patriotismus: Gesang und Sport, Feuerwehr, Schützen- und Veteranenvereine
5.3.3 Ein Randphänomen auf dem Land: wissenschaftliche Gesellschaften und Provinzakademien
5.3.4 Das jüdische Vereinswesen
5.4 Die Mitwirkung an der Gemeindepolitik
5.5 Die Behandlung der jüdischen Gemeinden bzw. „der Juden“ als Kollektiv im Rahmen der Zivilgemeinden
5.5.1 Die Allmende
5.5.2 Die Verantwortung für die Armen
5.5.3 Die Stellung der jüdischen Schulen
6. Ergebnisse und Thesen
Anhang
I) Abkürzungsverzeichnis
II) Quellen- und Literaturverzeichnis
a) Ungedruckte Quellen
b) Gedruckte Quellen und Literatur vor 1914
c) Zeitungen, Zeitschriften und Jahrbücher vor 1914
d) Sekundärliteratur
e)Elektronische Literatur
III) Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen


Schlesier, Stephanie
Stephanie Schlesier forschte in Berlin, Paris, Trier sowie Mainz und ist momentan in der Arbeitsgruppe Regionalgeschichte der Stasi-Unterlagen-Behörde tätig.

Stephanie Schlesier wurde mit dieser Studie an der Universität Trier promoviert und ist momentan in der Arbeitsgruppe Regionalgeschichte der Stasi-Unterlagen-Behörde tätig.


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