Schlereth | Gedichte  & Kurzgeschichten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 204 Seiten

Schlereth Gedichte & Kurzgeschichten


1. Auflage 2020
ISBN: 978-91-8007-177-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 204 Seiten

ISBN: 978-91-8007-177-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wäre ich ohne den Krieg so ein introvertierter Mensch und Einzelgänger geworden? Eine müßige Frage. Nicht müßig ist es, Überlegungen anzustellen, wie dieser Junge, mit 5 Jahren eingeschult, isoliert in einem nicht-christlichen Elternhaus bis zum. 1. Januar 1945 aufgewachsen, urplötzlich in das Inferno der Flucht geschleudert wurde. Die vier Monate bis zum Mai mit ständigen Bombenangriffen auf den Straßen mit toten Menschen und Pferden links und rechts. Anfang November in den streng katholischhen Hexenkessel in Bayern geworfen, als Polacken beschimpft und von jungen Mädchen verprügelt, weil ich nicht in ihre Kirche ging. Nach einem weiteren Volksschuljahr ins städtische Gymnasium gewechselt als jüngster unter viel älteren Schülern, was viel Prügeleien bedeutete. Das zwang mich zu einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit dem Christentum., das ich ganz allein überwand und ablehnte. Frühzeitig interessierten mich eher soziale, politische und internationale Fragen, was mich völlig unbeeinflusst auf sozialistische Ideen brachte. Wie das möglich war, ohne linke oder sozialistische Bücher, ohne Rundfunk oder Freunde, war und ist mir ein Rätsel. Erst als Werkstudent lernte ich ausländische Linke und Kommunisten kennen. Mich interessierten alle Revolutionen Algerien, Kuba, Korea, Vietnam etc. und in Schweden auf der Höhe der Vietnam Demos stieß ich auf Marx. Und ich begann ein zweites Studium in Sozialismus, während ich gleichzeitig Schwerstarbeit in Fabriken leistete und auch noch Vater wurde. Damals hörte ich auf, Gedichte zu schreiben. Ich verfasste meinen ersten poltischen Artikel, der später in Frankfurt/M vom SDS veröffentlicht wurde. Wer mehr über mich wissen will, kann meinen Blog lesen (einartysken - wo auch meine Autobiographie bis 1995 liegt).

82 Jahre Einar Schlereth Geburtstag: 18. Dezember 1937 Wohnort: Klavreström/Kronoberg/Schweden Meine Arbeit: Verfasser, Journalist, Übersetzer, Blogger, Friedensaktivist Interessen: Garten, Wandern, Pilze, Ski- und Schlittschuhfahren, Literatur und Politik. Motto: Mich interessiert nicht, was die Leuten sagen, was sie SIND, sondern ich will sehen, WAS sie tun. Übriges: Mitglied in der Palästina- und Irak-Solidarität, wo wir mitarbeiten, um Kindern mit Kriegsschäden zu helfen. Mitglied in der Indien- und Afghanistan-Solidarität und der anti-Nato-Vereinigung in Växjö. Hat mehrere Bücher über Indonesien, Tansania und China herausgegeben. Wer mehr wissen will, findet auf meinem Blog einartysken eine längere Bio und eine Autobiographie bis 1995.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Ein Kinderbuch:

Wenn die Großen klein werden ....


Es war einmal an einem wunderschönen Sommermorgen, dass Grete aufwachte, sich die Augen rieb, gut gelaunt wie immer und ihren Bruder mit einem furchtbar lauten Pfiff aufweckte. Hans fuhr hoch und warf, schlecht gelaunt wie immer, seiner Schwester einen wütenden Blick zu. Und da ... ja, was war denn das? Er schaute einmal und sie schaute einmal und beide schauten noch einmal, sie rieben sich die Augen und Hans vergaß, dass er schlechte Laune hatte, und fing furchtbar an zu lachen. Seine kleine Schwester war nicht mehr seine kleine Schwester, sondern eine große Schwester. Und wie groß! Und die lachte auch.

“Warum lachst du denn so blöd?” fragte Hans plötzlich. Grete prustete: “Wie siehst du denn aus? Du hast ja einen Kopf wie ein Pferd.” - “Und du wie ein Ochse.” Und Grete hörte sofort auf zu lachen, langte sich an die Ohren und merkte, dass sie auch über Nacht zu einer großen Frau geworden war. Und aus ihrem kleinen Bruder war über Nacht ein großer, starker junger Mann geworden. Sie sprangen aus den Betten und schrien und machten einen Freudentanz: “WIR SIND ERWACHSEN! WIR SIND ERWACHSEN!”

Dann rief Grete: “Mensch, die Eltern wissen das noch gar nicht!” - “Oh, ja.» Beide stürzten los ins Schlafzimmer ihrer Eltern und ... plumps ... fliegen beide auf die Nase. Wer war denn der kleine Zwuckel, über den sie beide da gestolpert waren? Wie waren sie erstaunt, dass der kleine Zwuckel niemand anders als ihr Papa war und sie schauten zum Bett hinüber und da guckte eine kleine Zwuckelin ganz verschüchtert unter der Bettdecke hervor und das war niemand anderes als ihre Mama. Das fanden Grete und Hans so komisch, dass sie noch lauter als vorher lachen mussten. Plötzlich hörte Hans auf, wurde sehr ernst und schrie seinen Mini-Papa an: «Kannst du nicht besser aufpassen, du Idiot?” Hans stand auf und rieb seine große Beule am Kopf. Papa stand auch auf und sagte: “Ja, aber ...» Hans schrie: “Keine Widerrede. Anziehen, los, ein bisschen dalli.” Eigentlich hatte Hans das nur so im Spass gemeint. Daher staunte er sehr, als Papa ohne ein Wort seine kleinen Sachen nahm und ins Badezimmer verschwand.

“Nanu, was ist denn das?” sagte Grete und beide mussten wieder laut wiehern. Endlich stand Grete auf, tröstete die ganz verschüchterte Mama und meinte dann zu Hans: “Komm, bis zum Frühstück gehen wir noch in den Garten.“ Beide rannten wie ein Wirbelwind hinaus, die Treppe hinunter, unter dem Birnbaum hindurch und da ... da hörte Grete hinter sich einen schrecklichen Schrei. Natürlich Hans. Der hatte ganz vergessen, wie groß er jetzt war, und war mit voller Wucht gegen den untersten Ast des Birnbaums gerannt. Jetzt saß er heulend da und hatte schon zwei Beulen am Kopf. Er wischte sich die Tränen ab und fragte Grete ganz ernst: “Sag’ mal, dürfen Erwachsene denn auch heulen?” Grete musste lachen: «Na klar dürfen sie. Manchmal heulen sie noch viel lauter als Kinder.”

Hans glaubte ihr nicht recht, aber da sie gerade zum Frühstück gerufen wurden, vergaß er schnell seinen Kummer. Die Eier schmeckten wunderbar, denn sie waren gerade richtig gekocht, nicht zu hart und nicht zu weich. Als Papa sich ein zweites Ei grabschen wollte, bekam er von Hans sofort eins auf die Finger. Papa war sehr empört und fing furchtbar an zu schimpfen. Das half ihm aber gar nichts, weil er selbst immer gesagt hatte: “Die Großen bekommen zwei und die Kleinen bekommen eins. Das ist ein guter alter Brauch und an dem wird nicht gerüttelt.” Klein-Papa heulte verzweifelt: “Was soll ich denn sonst auf ’s Brot nehmen?” - «Marmelade!” sagte Hans kurz und bündig und legte sich zwei dicke Wurstscheiben auf sein Brot. Aus Trotz hörte Papa auf zu essen, Grete kicherte und Mama kapierte gar nichts mehr, weshalb sie anfing, Staub zu wischen. Als Hans und Grete gemütlich zu Ende gegessen hatten, stand Papa auf und sagte: “Ich geh’ den Wagen in Ordnung bringen.” Aber bevor er an der Tür war, sagte Grete: “Aber erst, wenn der Tisch abgeräumt ist! Und Mama, du machst dich fertig. Du hast doch gesagt, dass wir einkaufen gehen.” Grete und Hans verdrückten sich und überlegten eifrig, was Grete mitbringen könnte. “Einen Kranwagen für die Eisenbahn,” meinte Hans. “Au ja,” sagte Grete, “und eine Weiche brauchen wir auch noch. Die alte ist doch kaputt.” Dann drängte Hans: “Los, du musst dich beeilen, sonst machen die Geschäfte zu, es ist doch Samstag heute.”

Grete rief nach Mama: “Mama, bist du fertig?” Als sie ins Schlafzimmer kam, stieß sie einen Schrei aus: “Wie siehst du denn aus? Wie eine Vogelscheuche!” Sie riss ihr den Hut vom Kopf: “Der sieht aus wie ein Nachttopf. Und diese Bluse! Unmöglich! Passt überhaupt nicht zu den Strümpfen. Nun los, mach’ schon. Es ist doch Samstag heute!” Mama jammerte: «Was soll ich denn anziehen? Ist doch alles viel zu groß.” Grete ging an ihren Schrank: “Hier gibt es genug Klamotten.” Und sie warf ihr zu, was sie gut fand. Mama musste anziehen, was Grete gut fand und am Ende sah sie aus wie ein Buntspecht. Aber Grete sagte: “So gefällst du mir.” Dann gingen beide los. “Vergiss nicht den Kranwagen,” rief ihr Hans hinterher.

Für Klein-Mama war das gar kein Spaß, obwohl sie sich sonst immer auf das Einkaufen freute. Sie kam gar nicht mit Gretes großen Schritten mit, weil sie ja nun so klein war. Als sie um die Ecke bogen, erschrak Mama fast zu Tode. Da kam nämlich ein riesengroßer Hund auf sie zu, so groß wie ein Auto. Sie wollte schnell umdrehen, aber Grete hielt sie fest im Griff und Grete sagte: “Nun hab’ dich mal nicht so dämlich. Hast du noch nie einen Hund gesehen?” Und Grete hätte ihr fast den Arm ausgerissen, weil sie nicht schnell genug weiterlief. Beim Bäcker bestellte Mama ein Schwarzbrot, aber Grete fuhr dazwischen: “Nein, ein Weißbrot. Schwarzbrot mag ich nicht.” Die Bäckerin schaute verwundert drein. «Na, was denn nun?” Grete warf Mama einen strafenden Blick zu und sagte entschieden: «Ein Weißbrot natürlich!”

Beim Hinausgehen wäre Mama beinahe von der schweren Türe eingeklemmt worden. Aber Grete schimpfte nur und meinte: “Warum beeilst du dich nicht, du weißt doch, dass wir keine Zeit haben.” Mama ließ sie einfach schimpfen und schaute sich die Schaufenster an. Aber Grete kam angerannt und schrie: “Wo bleibst du denn nur?” Sie wurde von dem Kleidergeschäft mit seinen neuen Auslagen weggerissen, stolperte über ihre Füße und verlor einen Schuh. Sie zerrte Grete zurück, die dadurch noch wütender wurde und ihr eine hinter die Ohren gab. “Kannst du nicht besser aufpassen? Kannst wohl nicht mehr laufen, wie?“

Und so ging das immer weiter. Wo Mama stehenbleiben wollte, wollte Grete nicht stehenbleiben und umgekehrt. Schließlich hatten sie alles, was sie brauchten und manches, was sie nicht brauchten. Grete hatte nämlich Mama ein ganz neues Mützchen gekauft, was sie auf keinen Fall haben wollte. Aber Mama musste es aufsetzen, da half alles nichts. “Undankbares Ding. Nie kann man es euch recht machen.” Mama nahm sich vor, das süße Mützchen so schnell wie möglich zu verlieren.

Als sie nachhause kamen, wartete Hans schon ungeduldig. “Wo bleibt ihr denn nur? Nun gib schon her, ich habe die Eisenbahn schon aufgebaut. Und Hunger habe ich auch. Wann ist das Essen fertig?” Mama sauste wie ein Blitz in die Küche. “Ich beeile mich ja schon.” Die Kinder verschwanden in ihr Zimmer, wo sie unter großem Geschrei die Züge zusammenstoßen ließen. Bald rief Mutter zum Essen.

Wie sie sich gerade zu Tisch setzten, kam Vater schwitzend und verdreckt herein und wollte sich auch setzen. Da fing Hans wieder zu brüllen an: “Die Hände brauchst du dir wohl nicht zu waschen, wie? Wie siehst du denn aus? Hab’ ich dir nicht gesagt, du sollst auf deine Klamotten aufpassen?” Knurrend ging Papa seine Hände waschen.

Wie jeden Samstag gab es Gemüsesuppe mit Fleisch. Hans legte das Fleisch ganz selbstverständlich auf seinen Teller, um es aufzuschneiden und zu verteilen. Für sich und Grete schnitt er zwei große, dicke Scheiben ab, für Klein-Papa und Mama je eine dünne Scheibe. Als Mama protestieren wollte, sagte Grete: “Ruhe, beim Essen spricht man nicht.” Dann schöpfte Hans den Eltern viel Suppe raus, die sie natürlich nicht so gerne mochten wie das Fleisch. Papa druckste an seiner Suppe herum und schaute gierig auf die großen Fleischbrocken, die Hans und Grete sich in den Mund stopften. Papa jammerte: “Ich mag nicht mehr.” Hans antwortete: “Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.” Und so stopfte Papa die Suppe hinein, bis sein Kopf so dick und rot wurde wie eine Tomate.

Nach dem Essen mussten die Kleinen das Geschirr abwaschen und die Küche aufräumen und die Großen, nämlich Hans und Grete, luden sich eine Menge...



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