Schlenz | Bekenntnisse eines Säuglings | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Schlenz Bekenntnisse eines Säuglings

Illustriert von Rattelschneck
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-641-01210-6
Verlag: Mosaik
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Illustriert von Rattelschneck

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

ISBN: 978-3-641-01210-6
Verlag: Mosaik
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



HIER KOMMT RUDI – UND KRIEGT JEDE MENGE AUFMERKSAMKEIT

Endlich erfahren wir, was wirklich vorgeht in Baby-Köpfen, dem Säugling Rudi sei Dank: Er lüftet das Geheimnis. Kester Schlenz reicht die schonungslosen Bekenntnisse des überaus sprachbegabten „Jungautors“ an uns weiter. Rudi berichtet von der Geburt bis zum ersten Geburtstag: Wie er vom Wickeltisch fällt, den kalten Entzug beim Abstillen durchmacht, sich beim Füttern total einsaut und beim Laufen-Lernen immer wieder auf die Nase fällt. Nichts wird ausgelassen – ob Schnuller-Sucht, Blasenschwäche, Busen-Fetischismus, die Lust an vollen Windeln oder das Tabu-Thema „Gewalt in der Krabbelgruppe“. Ein überaus amüsantes Buch, bei dessen Lektüre dem Leser so einiges klar wird …

Das ideale Geschenkbuch für alle, die selbst mal ein Säugling waren.
Schlenz Bekenntnisse eines Säuglings jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1;Foreword;10
2;Vorwort des »aufschreibenden Herausgebers« Kester Schlenz;10
3;Die Ankunft;13
4;Deutschland sucht das Super-Baby;17
5;Die Mutter aller Säfte;19
6;Das erste Mal;21
7;Draußen vor der Tür;23
8;Große, weise Augen;25
9;Kleine Landwirte;26
10;Rudi allein im Bett;27
11;Schrei, wenn du kannst!;29
12;Nennt mich Smiley;31
13;Ist »Fontanelle« ein italienisches Essen?;33
14;Mein Kopf ist zu groß;34
15;Gemeinsam sind wir wach;38
16;Faust;41
17;Rudi, der Redner;43
18;Overkill;44
19;Saug it to me, Baby;47
20;Gefallenes Kind;49
21;Ein Gedicht;52
22;Die Kacki-Wolke;54
23;Monster;57
24;Schief gewickelt;60
25;Voll im Eimer;66
26;Das Glied gehört nach unten;68
27;Horror-Pumpe;69
28;Das Zeigefinger-Mysterium;70
29;Gneis;71
30;Keine Macht den Schnullern;74
31;Holt mich hier raus – ich bin ein Baby;77
32;Der hat schon mal gesessen!;81
33;Ich fremdel gern;83
34;Falsche Rücksichtnahme;84
35;Mein Mund gehört mir – die orale Phase;85
36;Undicht;86
37;Der erste Entzug;87
38;Essen fassen;90
39;Zahnen bitte!;92
40;Fernziel Krabbeln;95
41;Fahrbare Untersätze;98
42;Magic Fingers;99
43;Mumpsimpfen;100
44;Wenn’s Arscherl brummt, ist’s Herzerl gsund;101
45;Terroristen im Liedgut;103
46;Lecker Sand;105
47;Das ist doch die Höhe!;106
48;Das Leben entrümpeln;109
49;Girls;111
50;Verzweifelter Bäcker;113
51;Ich bin fett;114
52;Wenn Erwachsene durchknallen;118
53;Passiv nuckeln;119
54;Bad Hair Day;120
55;Ducks;121
56;Gewalt in der Krabbelgruppe;122
57;Famous first words;124
58;Ich heiße Rudi und bin Popler;126
59;Ödipus;127
60;Frequently Asked Questions;128
61;Wurst;129
62;Scheißschweres Laufen;130
63;Christo und Jeanne-Claude;133
64;Neue Tapetenmuster – selbst geschmiert;134
65;Gute Worte;138
66;I had a dream;139
67;Schlusswort;143


(S. 68-69)

Ich weiß jetzt, warum Leute später Horror- oder Science-Fiction-Filme drehen. Wahrscheinlich hat einer wie Stephen Spielberg etwas Ähnliches in frühester Kindheit erlebt wie ich und das dann später künstlerisch verarbeitet. Ich meine diese Sache damals, als sie Mama an dieses Gerät angeschlossen haben. Wie in »Matrix«. Mami musste ihren Busen frei machen, und da kam dann so eine Glocke drauf, und dann waren da Schläuche und Kabel dran. Man hörte pumpende Geräusche, und die Milch aus der Brust lief durch die Glocke und die Schläuche in eine Flasche. Es war grauenhaft. Sie stahlen meine Milch.

Sie saugten meine Mutter aus. Sie wollten mich fertigmachen. Und dann waren Mama und Papa abends weg, und eine fremde, junge Frau von einem anderen Planeten gab mir die Milch aus eben dieser Flasche. Sie wollten mich damit sicher nur ruhig stellen und mich mit fremden Einzellern infizieren. Aber der Hunger war stärker. Ich trank vom Schierlingsbecher, und am nächsten Morgen taten meine Eltern, als ob nichts gewesen wäre. Die perfekte Verschwörung!

Das Zeigefinger-Mysterium

Schon früh in meinem ereignisreichen Leben wunderte ich mich über eine offensichtlich zwanghafte Handlung beider Elternteile.

Manchmal, wenn ich meinen Teddy aus dem Bett warf oder sonst irgendetwas machte, was Ihnen nicht gefiel – also dann machten sie auf einmal große Augen, lächelten, hoben den Zeigefinger und wedelten damit vor meinem Gesicht herum. Dazu riefen sie eine Art Mantra. Das klang so: »Dududu!« Was zum Teufel sollte das? Sollte ich mich mit ihrem Zeigefinger identifizieren? Erwarteten Sie ein Lob für eine eventuelle Maniküre? Sollte ich einen Popel bestaunen? Wollten Sie überprüfen, ob meine Pupillen dem vorbeihuschenden Finger folgten? Und warum wiederholten sie andauernd »Dududu«? Mir war schon klar, dass ich da vor ihnen in meinem Bettchen lag. Das musste nicht andauernd in dreifacher Ausfertigung wiederholt werden. Manchmal waren mir meine Alten echt ein Rätsel.

Gneis

Neulich waren wir beim Kinderarzt. Andere Kinder sollen ja Angst vor diesen wichtigen Menschen haben. Aber nicht euer Rudi. Kein Problem mit Impfen und all diesem Zeugs. Verstopfung fand ich viel schlimmer. Einmal ärgerte ich mich allerdings ziemlich beim Kinderarzt. Das war, als er zwischen meinen Haaren herumfuhrwerkte, dann an meiner Kopfhaut kratzte, meine Mutter ansah und mit lauter Stimme sagte: »Ihr Sohn hat Gneis.« Meine Mutter stutzte. »Er hat was?«, fragte sie zu Recht. »Gneis«, antworte der Doc ungerührt noch einmal, hub dann aber zu einer Erklärung an. Dies seien verhärtete Hautschuppen, die eine Art festen Belag auf der Kopfhaut bildeten. Ich hätte kotzen können.

Verhärtete Hautschuppen! Belag! Ich war ein süßes Baby von gerade vier Monaten und dann so was. Gneis! Wie das schon klang! Voll eklig. Wie eine Tropenkrankheit, die man sich in unsauberen Hotels einfängt. Ich sah schon den Text in Mamas Tagebuch vor mir: »Heute haben wir erfahren, dass Rudi Gneis hat. Wir müssen jetzt alle sehr tapfer ein.« Aber stattdessen fragte sie den Doc ganz nüchtern: »Und was kann man da machen?«


Schlenz, Kester
Kester Schlenz war bis vor Kurzem noch Redakteur und Ressortleiter beim Magazin Stern. Jetzt ist er Rentner, lehnt diese Bezeichnung aber für sich ab, weil sie ihm zu sehr nach »alter Knacker« klingt. Schlenz ist Autor zahlreicher Sachbücher, darunter die Bestseller »Mensch, Papa! Vater werden – das letzte Abenteuer« und »Alter Sack, was nun?«. Außerdem schreibt er mit seinem Kumpel Jan Jepsen erfolgreiche Krimis.

Rattelschneck
Rattelschneck, das sind Marcus Weimer und Olav Westphalen, die sich an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg kennengelernt haben. Sie arbeiten u.a. für die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT, die Titanic und fürs Fernsehen. Mehr zu Rattelschneck unter: www.rattelschneck.de



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