Schlegel | Gesammelte Werke | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 919 Seiten

Schlegel Gesammelte Werke


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-3530-5
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 919 Seiten

ISBN: 978-3-8496-3530-5
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August Wilhelm von Schlegel war ein deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph. Mit seinem Bruder Friedrich Schlegel gilt er als Mitbegründer der deutschen Romantik. Diese Edition beinhaltet sein Bühnenwerk 'Jon' und seine schönsten lyrischen Werke in folgenden Sammlungen: Vermischte Gedichte Todten-Opfer für Augusta Böhmer Die Sprache der Liebe Lieder und Romanzen An Sophia Müller, Schauspielerin des k.k. Hoftheaters in Wien, während ihrer Anwesenheit in Berlin Sonette Geistliche Gemählde Die italiänischen Dichter Gemählde Cervantes Rhythmische Gedichte Die Silbenmaße Das Grab der Medicis Scherzhafte Gedichte Als das Carnaval in Bonn untersagt worden war Epigramme und litterarische Scherze auf Zeitgenoßen An Garlieb Merkel Auf Veranlaßung des Briefwechsels zwischen Goethe und Schiller Das Lied von der Glocke Anhang Der Entfernten

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Lebensmelodien



Der Schwan.

Auf den Waßern wohnt mein stilles Leben,

Zieht nur gleiche Kreiße, die verschweben,

Und mir schwindet nie im feuchten Spiegel

Der gebogne Hals und die Gestalt.

Der Adler.

Ich haus' in den felsigen Klüften,

Ich braus' in den stürmenden Lüften,

Vertrauend dem schlagenden Flügel

Bei Jagd und Kampf und Gewalt.

Der Schwan.

Mich erquickt das Blau der heitern Lüfte,

Mich berauschen süß des Kalmus Düfte,

Wenn ich in dem Glanz der Abendröthe

Weich befiedert wiege meine Brust.

Der Adler.

Ich jauchze daher in Gewittern,

Wenn unten den Wald sie zersplittern,

Ich frage den Blitz, ob er tödte,

Mit fröhlich vernichtender Lust.

Der Schwan.

Von Apollos Winken eingeladen,

Darf ich mich in Wohllautströmen baden,

Ihm geschmiegt zu Füßen, wenn die Lieder

Tönend wehn in Tempe's Mai hinab.

Der Adler.

Ich throne bei Jupiters Sitze;

Er winkt und ich hol' ihm die Blitze,

Dann senk' ich im Schlaf das Gefieder

Auf seinen gebietenden Stab.

Der Schwan.

Von der sel'gen Götterkraft durchdrungen,

Hab' ich mich um Leda's Schooß geschlungen;

Schmeichelnd drückten mich die zarten Hände,

Als ihr Sinn in Wonne sich verlor.

Der Adler.

Ich kam aus den Wolken geschoßen,

Entriß ihn den blöden Genoßen;

Ich trug in den Klauen behende

Zum Olymp Ganymeden empor.

Der Schwan.

So gebar sie freundliche Naturen,

Helena und euch, ihr Dioskuren,

Milde Sterne, deren Brüdertugend

Wechselnd Schattenwelt und Himmel theilt.

Der Adler.

Nun tränkt aus nektarischem Becher

Der Jüngling die ewigen Zecher;

Nie bräunt sich die Wange der Jugend,

Wie endlos die Zeit auch enteilt.

Der Schwan.

Ahndevoll betracht' ich oft die Sterne,

In der Flut die tiefgewölbte Ferne,

Und mich zieht ein innig rührend Sehnen

Aus der Heimat in ein himmlisch Land.

Der Adler.

Ich wandte die Flüge mit Wonne

Schon früh zur unsterblichen Sonne,

Kann nie an den Staub mich gewöhnen,

Ich bin mit den Göttern verwandt.

Der Schwan.

Billig weicht dem Tod ein sanftes Leben;

Wenn sich meiner Glieder Band' entweben,

Lös't die Zunge sich: melodisch feiert

Jeder Hauch den heil'gen Augenblick.

Der Adler.

Die Fackel der Todten verjünget:

Ein blühender Phönix, entschwinget

Die Seele sich frei und entschleiert,

Und grüßet ihr göttliches Glück.

Die Tauben.

In der Myrten Schatten

Gatte treu dem Gatten

Flattern wir und tauschen

Manchen langen Kuß.

Suchen und irren,

Finden und girren,

Schmachten und lauschen,

Wunsch und Genuß.

Venus Wagen ziehen

Schnäbelnd wir im Fliehen,

Unsre blauen Schwingen

Säumt der Sonne Gold.

O wie es fächelt,

Wenn sie uns lächelt!

Leichtes Gelingen!

Lieblicher Sold!

Wende denn die Stürme,

Schöne Göttin! Schirme

Bei bescheidner Freude

Deiner Tauben Paar!

Laß uns beisammen!

Oder in Flammen

Opfre uns beide

Deinem Altar.

Die Stunde vor dem Abschiede



Aus deinen Augen sah ich Thränen fließen:

Unglücklicher! ich hatte sie erregt,

Von zärtlichem Verlangen hingerißen

Dein Innerstes zu ungestüm bewegt.

Es nahte schon des Abschieds bange Stunde,

Verschwunden dieser Tage kurzes Glück;

Aus unserm, wie im Flug geschloßnen Bunde

Sahst du auf deinen öden Weg zurück.

O daß der Gram zerrütten soll mit Schmerzen

Der Wonne Sitz, den lieblich blühnden Leib!

Daß irgend wer zerrüttend deinem Herzen

Mit Haß zu nah getreten, zartes Weib!

Laß deine Thräne sanft hinweg mich trinken,

Laß mich sie trocknen mit gelindem Hauch!

Sieh schon sie hier in meinem Auge blinken:

O gieng' in mich dein Leiden über auch!

Dem Mann, der seinem Glücke stürmt entgegen,

Ziemt auch der Kampf mit feindlichem Verdruß;

Doch schonend sollte Ruh des Weibes pflegen,

Denn still erwartet sie der Freude Gruß.

Willst du mir deinen Schmerz im Kuße reichen?

Gern nähm' ich Herbes von so süßem Mund.

Der Kummer müßte dem Entzücken weichen,

Der Freundin Schmachten würd' in mir gesund.

Warnung



Ja, ich gestehe mir es mit Entzücken,

Ich bin dir hingegeben:

Doch, süßer Freund, bewahr' es wie dein Leben.

Der Lieb' ist nichts so eigen,

Als sich mit holder Schüchternheit umschleiern.

Hat sie schon nicht zu sorgen,

Und dürfte kühn sich zeigen,

Will sie geheim doch ihre Weihe feiern

Und bricht der helle Morgen

Auf günst'ge Schatten ein, die sie verborgen

So wird verstört, mit Beben,

Auch ihrer Träume zartester entschweben.

Ich scheue nicht das Necken

Gespitzter Zungen, noch des Pöbels Tadel.

Das wollt' ich muthig leiden

Uns aller Welt entdecken,

Stolz auf die Wahl und meines Herzens Adel.

Allein von diesen Freuden

Beneid' ich Andern selber das Beneiden,

Kein fremder Sinn soll streben,

Zur Ahndung unsers Glücks sich zu erheben.

Wohl muß es bitter schmerzen,

Erlischt, in des Vergeßens Strom getauchet,

Der Liebe schönes Glühen.

Doch wenn aus stillem Herzen

Du von den Lippen erst das Wort gehauchet,

Kannst du's zurück nicht ziehen:

Drum werde nimmer dem Verrath verziehen;

Vergeßen sei vergeben,

Wenn neue Wünsche seinen Schlaf beleben.

Es drängen sich die Seelen

Der Liebenden im...



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