Schenk | Pferdesoldaten 07 - Unter zwei Flaggen | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 217 Seiten

Reihe: Pferdesoldaten

Schenk Pferdesoldaten 07 - Unter zwei Flaggen


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7427-0813-7
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 7, 217 Seiten

Reihe: Pferdesoldaten

ISBN: 978-3-7427-0813-7
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Die Pferdesoldaten' bietet spannende Western aus der Zeit der nordamerikanischen Indianerkriege. Die in sich abgeschlossenen Abenteuer stellen die U.S. Reitertruppen in den Jahren zwischen 1833 und 1893 vor. Entgegen der üblichen Western-Klischees bietet der Autor dabei tiefe Einblicke in Ausrüstung, Bewaffnung und Taktiken, die sich im Verlauf der Jahre immer wieder veränderten. Schicke gelbe Halstücher und Kavallerie mit Repetiergewehren wird der Leser hier nicht finden, wohl aber Action mit einem ungewohnten Maß an Authentizität.

Michael Schenk, Jahrgang 1955, schreibt Fantasy, Science Fiction, Horror und historische Romane. Seine Militär-Western zeichnen sich durch ein ungewöhnliches Maß an Authentizität aus und bieten Spannung, weit jenseits der üblichen Klischees. Auf seiner Homepage michael-h-schenk.de stellt er nicht nur seine Person und seine Romane vor, sondern bietet auch viele Hintergrundinformationen, Grafiken und ausführliche Leseproben.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 1 Staub


Pferdesoldaten 07

Unter zwei Flaggen

Military Western

von

Michael H. Schenk

© M. Schenk 2018

Man sagte Thomas Gwendolyn Farling eine gewisse Ähnlichkeit mit Robert E. Lee nach. Zum Teil lag es sicher an seinem weißen Haupthaar und Vollbart, auch wenn das Gesicht ein wenig schmaler geschnitten war. Die Haut war tief gebräunt. Farling trug die Uniform eines konföderierten Generals und einen jener breitkrempigen und sehr flachen Hüte, wie sie in seinem Heimatstaat Louisiana modisch waren.

Farling war jetzt dreiundsechzig Jahre alt und befehligte ein Corps der Konföderierten. Ein Corps, welches nun die weiten Ebenen und Berge von Kansas verließ und über die Grenze nach Nebraska vordrang. Der General war erleichtert in diesem Staat auch wieder auf ausgedehnte Wälder zu stoßen. Wälder, die der Bewegung seiner Truppe etwas Deckung gaben. Er war mit einer Kavalleriekompanie vorausgeritten, um sich einen Eindruck von dem Land zu verschaffen, durch welches er seine Einheiten führen musste. Einheiten, die tief in die Gebiete der Indianer vorstoßen mussten, um den Yankees überraschend in die Flanke zu fallen.

Es war das Jahr 1863 und obwohl der Süden manche Schlacht für sich entschieden hatte, wurde die Summe der Kämpfe vom Norden gewonnen. Es zeichnete sich keine Entscheidung ab. Doch die Blockade der konföderierten Häfen durch die Unionsflotte zeigte Wirkung und die Kriegsmaschinerie der Yankees war auf vollen Touren angelaufen. Der Süden brauchte eine baldige Entscheidung. Einen Sieg, der ihm endgültig die Anerkennung und Unterstützung europäischer Staaten bringen sollte. Einen Sieg, der die kriegsmüde Stimmung in großen Teilen der Union in die Bereitschaft zum Frieden wandeln würde. Im Süden und Osten sammelten sich die Truppen. Bei vielen Regimentern war die Verpflichtungszeit abgelaufen. Überall im Norden und Süden warb man um Freiwillige. Der Norden verfügte über mehr Industrie und er verfügte über mehr Mensachen, dennoch glaubte die konföderierte Führung um Jefferson Davis, eine Schwachstelle entdeckt zu haben: Die Unruhe unter den zahlreichen Indianerstämmen, denen es nicht entgangen war, dass die Weißen untereinander Krieg führten.

Manche Indianer hofften darauf, dass die Weißen sich gegenseitig umbringen würden oder nutzten die unsichere Zeit, um sich in größeren oder kleineren Gruppen zu erheben. Das band viele Truppen der Union, welche die Grenzgebiete schützen mussten. Andere Stämme hingegen glaubten, durch eine Beteiligung am Krieg der Weißen ihre Freiheit erlangen zu können. Mancher glaubte den Versprechen der Union und griff für sie zu den Waffen, andere vertrauten wiederum den Worten der konföderierten Anwerber und darauf, dass in den grauen Uniformen eine andere Sorte von Weißen steckte, als in den blauen.

Farling gehörte zu jenen Generälen, denen es gelungen war eine indianische Truppe aufzustellen. Sein Corps bestand aus fast neuntausend Soldaten. Infanterie, Kavallerie und zwei Batterien leichter Sechspfünder-Geschütze. Viertausend seiner Kämpfer gehörten den Stämmen der Creeks, Choctaws und Cherokees an. Die Hälfte von ihnen kämpfte zu Fuß, ausgebildet und gekleidet als reguläre Linieninfanterie, die anderen waren beritten und, nach Farlings fester Überzeugung, die beste leichte Kavallerie, die man sich nur wünschen konnte. Vielleicht von J.E.B. Stuart´s Reitern abgesehen, doch der kämpfte in Virginia.

Die Cherokees verkörperten die Zerrissenheit der indianischen Völker. Die meisten ihrer Stämme hatten sich der Union angeschlossen, nur zwei von ihnen dienten nun in der konföderierten Armee. Doch diese indianischen Soldaten spielten eine bedeutende Rolle im Plan der Konföderation.

Farling´s Corps würde in Nebraska den Platte River überqueren, nach Osten einschwenken und die Grenzforts der Union überraschend angreifen. Farling beabsichtigte mit den ansässigen Stämmen zu verhandeln. Wenn diese sahen, dass die Yankees geschlagen wurden, würden sie sich sicher zu einem größeren Aufstand bewegen lassen. Das würde die Union zwingen erhebliche Kräfte einzusetzen, die ihr wiederum im Kampf gegen den Süden fehlten.

Der General war mit seiner Eskorte auf einen Hügel hinauf geritten und musterte das Land durch sein Fernglas. Trotz der Vergrößerung erschien ihm das Land unübersichtlich. Die Karten waren passabel, doch er war froh, unter den Cherokees ein paar Soldaten zu haben, die das Land von ihren Streifzügen gegen die ansässigen Stämme kannten. Vor allem die Sioux bereiteten Farling einige Sorgen, denn sie kämpften gegen jeden Eindringling und setzten ihr Leben ohne Rücksicht ein. Sie waren nicht umsonst gefürchtet und besaßen in den Cheyennes mächtige Verbündete.

In der Ebene im Süden stieg Staub auf. Er war auf viele Meilen nicht zu übersehen und wurde von den Hufen, Füßen und Rädern des Corps aufgewirbelt. Ein verräterisches Zeichen. Vor allem jetzt, wo man sich dem Gebiet feindlicher Indianer näherte.

Farling hörte das leise Schnauben eines Pferdes hinter sich. Die Kompanie der elften Louisiana-Kavallerie hielt Abstand, aber Roy Franks, ihr Captain, kam nun an die Seite seines Kommandeurs.

„Ein heißer Sommer, Sir“, meinte der blonde Offizier. „Da wird von dem trockenen Boden eine Menge Staub aufgewirbelt.“

Franks wusste, worauf es bei dieser Operation ankam und teilte die Sorgen des Generals. Eigentlich kein Wunder, denn sie beide kannten sich nun schon fast zwanzig Jahre. Farling gehörte eine der größten Tabakplantagen in Louisiana und Franks war einer seiner Vorarbeiter. Auf der Plantage waren hunderte von schwarzen Sklaven beschäftigt sowie fast hundert weiße Helfer und Aufseher. Ein Teil seiner weißen Mitarbeiter diente nun in Franks Kompanie.

„In Nebraska finden wir mehr und dichtere Wälder vor“, brummte Farling. „Ich hoffe, das bietet uns mehr Schutz vor Entdeckung.“

„Yankees werden wir wohl erst zu Gesicht bekommen, wenn wir den Platte River erreichen.“

„Mag so sein, Roy, aber wir erreichen jetzt das Gebiet der Osagen und Pawnees, und Colonel Cumber behauptet, dass sich hier gelegentlich sogar kleine Spähtrupps der Sioux herumtreiben können.“ Jackson Cumber war ein reinrassiger Cherokee. Er war getauft und zur Missionsschule gegangen und befehligte ein Batallion der indianischen Kavallerie. „Von den Pawnees hält der Colonel nicht viel“, fuhr Farling fort, „aber die Sioux bereiten ihm Sorgen. Natürlich würde er niemals zugeben, dass er sie fürchtet, doch die Eindringlichkeit, mit der er zur Vorsicht mahnt, sollte uns zu denken geben.“

„Yeah, die Sioux legen sich wohl mit Jedem an.“

„Und ziemlich erfolgreich. Bis jetzt jedenfalls.“ Farling schob das Fernglas ins Futteral zurück. „Wenn man die Burschen als Verbündete gewinnen oder wenigstens zum Aufstand verleiten könnte…“ Der General seufzte leise. „Leider sind sie nicht nur harte Kämpfer, sondern auch zu klug, um sich auf Versprechungen einzulassen.“

„Wir sind anders als die Yankees. Wir halten unser Wort.“

„Ich bin mir da nicht so sicher, Roy. Ich will es hoffen, aber seien wir doch ehrlich… Für die meisten von uns sind die Roten nichts anderes als angemalte Nigger.“

Franks lachte. „Wenn Jefferson Davies die Roten so gut behandelt, wie Sie unsere Nigger auf der Plantage, dann können die Indianer zufrieden sein.“

Farling hob eine Augenbraue. „Es braucht nicht viel, um die Schwarzen zufrieden zu stellen. Sie dürfen heiraten und Kinder bekommen, was unsere Arbeitskräfte auf natürliche Weise vermehrt, und wenn Sie sich besonders gut führen, dann schenke ich ihnen eine kleine Geburtstagsfeier. Sie wissen selbst, Roy, dass solche Dinge die Nigger besser motivieren, als die Peitsche des Aufsehers.“

„Nun, gelegentlich brauchen sie die Peitsche.“

„Mag so sein. Dennoch schätze ich die Peitsche nicht. Wer ausgepeitscht wird, der fällt für einige Zeit aus und muss versorgt werden. Das bringt Ausfall in der Ernte und kostet gute Dollars.“

„Ja, Sir, ohne Zweifel“, stimmte Franks zu. Er warf einen Blick zurück, zur Kompanie, die hinter ihnen in weiter Linie ausgeschwärmt war und die Gegend aufmerksam beobachtete. Die Männer sahen gut aus. Wie aus dem Ei gepellt. Kurz vor dem Einsatz waren sie aus dem Depot mit neuen Uniformen versehen worden. Himmelblaue Hosen, graue Jacken mit dem gelben Besatz der Kavallerie, breitkrempige Feldhüte mit dem gestanzten Staatswappen von Louisiana und schwarzes Lederzeug. Sie waren mit Nachbauten der Navy-Colts und der Sharps-Karabiner bewaffnet. Einheitliche Uniformen und Waffen, anders, als es bei vielen konföderierten Truppen der Fall war. Farling hatte einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Vermögens in Anwerbung, Ausbildung und Ausrüstung seines Corps investiert.

„Zwei Reiter, General“, meldete ein Sergeant und wies in Richtung der Staubwolke. „Sieht nach dem General und Colonel Cumber aus.“

Der General. Der andere General. Randall, der einen Stern unter Farling stand und sich damit offensichtlich nicht anfreunden konnte. Farling befehligte nur ein kleines Corps und wusste, wie sehr Randall ihm das Kommando neidete. Er musste ein aufmerksames Auge auf den Untergebenen halten, mit einer sehr kurzen Leine, denn Randall neigte zu Eigenmächtigkeiten.

„Ich frage mich, was die beiden...



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