Scheib | Christlicher Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 57, 480 Seiten

Reihe: Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte (AKThG)

Scheib Christlicher Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich

Adolf Stoecker im Spiegel der zeitgenössischen Kritik

E-Book, Deutsch, Band 57, 480 Seiten

Reihe: Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte (AKThG)

ISBN: 978-3-374-06953-8
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Der evangelische Hofprediger und christlich-soziale Politiker Adolf Stoecker (1835–1909) war im deutschen Kaiserreich durch die Debatten um die sogenannte »Judenfrage« als ein Wortführer der christlich-konservativen und antisemitischen Weltsicht, kurz eines christlichen Antisemitismus, bekannt. Stoecker diente dabei auch als Zielscheibe für zeitgenössische jüdische und nicht-jüdische Kritiker aus Politik, Kirche und Gesellschaft, die sich den antijüdischen Aussagen entgegenstellten. Zwischen 1879 und 1900 durchlief die »Judenfrage« drei Phasen: Etablierung, Politisierung und Institutionalisierung. Exemplarische Auseinandersetzungen in diesen Phasen beleuchten die unterschiedlichen Akteure und Themen, sowie das komplexe Zusammenspiel von religiösen, sozialen, politischen und ökonomischen Dimensionen im Verhältnis von deutschen Juden und Protestanten im Deutschen Kaiserreich.

[Christian Anti-Semitism in the German Kaiserreich. Adolf Stoecker as reflected through his contemporary critics]
Adolf Stoecker (1835–1909) was a protestant court-priest and Christian-social politician. In his time he was known for his reformist political views based on Christian-conservativism as well as his anti-semitic agitation. His involvement in the debates around the so-called »Jewish Question« in the German Kaiserreich was marked by a decidedly Christian form of Anti-Semitism. His anti-Jewish statements were rebutted by people from diverse political, ecclesiastical and societal backgrounds including Jews and non-Jews. Between 1879 and 1900 the debates around the »Jewish Question« occured in three phases: an initial phase, a phase of politization, and a phase in which it became institutional. During these phases, particular conflicts exhibit various constellations of actors and topics, as well as the complex interaction between religious, social, political and economic dimensions in the relationship between German Jews and Protestants in the German Kaiserreich.
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INHALT

Abku¨rzungsverzeichnis 13

1 Einleitung 15
1.1 Gegenstand und Aufbau 15
1.2 Zur Quellen- und Forschungslage 27
1.2.1 Quellenlage 27
1.2.2 Forschungsstand 29
1.2.3 Das Desiderat 32
1.3 Bemerkungen zur Terminologie 33

2 Adolf Stoeckers christlicher Antisemitismus 37
2.1 Forschungsu¨berblick: Zur Genese des Antisemitismus Adolf Stoeckers 37
2.2 Stoeckers christlich-deutsche Gesellschaftsutopie 43
2.2.1 Christlicher Staat und evangelische Kirche 43
2.2.1.1 Christlicher Staat 44
2.2.1.2 Evangelische Kirche 47
2.2.2 Soziale Reformen 50
2.2.2.1 Problemursachen der sozialen Frage: materielle und geistliche Not 51
2.2.2.2 Lösungen: staatliche Hilfe und christliche Kultur 53
2.2.2.3 Soziale Frage und Judenfrage 56
2.2.3 Das christlich-deutsche Volk 61
2.2.3.1 Das »moderne Judentum« 63
2.2.3.2 Antisemitische Politik als »ein Stu¨ck deutscher Erweckung« 67
2.2.3.3 Juden und das christlich-deutsche Volk 73
2.3 Zwischenfazit: Stoeckers christlicher Antisemitismus 80

3 Etablierung der Judenfrage 85
3.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 86
3.1.1 Die gesellschaftspolitische Situation in Berlin 86
3.1.2 Bismarcks »konservative Wende« 1878/79 90
3.1.3 Die CSAP nach der Reichstagswahl 1878 91
3.1.4 Die Wahlrede Wolfgang Straßmanns 95
3.2 Adolf Stoeckers Rede »Unsere Forderungen an das moderne Judentum« (19.9.1879) 98
3.3 Reaktionen auf »Unsere Forderungen« 103
3.3.1 Kontroverse Diskussionen in der christlich-sozialen Versammlung 104
3.3.2 Reaktionen in der Presse 114
3.3.3 Reaktionen in der Flugschriftenliteratur 121
3.3.3.1 Gottlieb Klein 125
3.3.3.2 Jecheskel Caro 129
3.3.3.3 Emanuel Herzberg 131
3.3.3.4 Jakob Fischer 132
3.3.3.5 Sanita¨tsrat E. Lefson 135
3.3.3.6 Moses Oppenheimer 139
3.3.3.7 Zwischenfazit Flugschriftenliteratur 143
3.3.4 Appelle an Institutionen 147
3.3.4.1 Die Petition des Stralauer Bezirksvereins an die Berliner Stadtverordnetenversammlung 147
3.3.4.2 Die Eingabe der Ju¨dischen Gemeinde an das Innenministerium 150
3.4 Zwischenfazit: Etablierung der Judenfrage 157

4 Politisierung der Judenfrage 163
4.1 Die Judenfrage in der politischen O¨ffentlichkeit 164
4.1.1 Die Antisemitenpetition der Berliner Bewegung 164
4.1.2 Die Verhandlungen der Judenfrage im preußischen Abgeordnetenhaus 172
4.1.3 Judenfrage vs. Emanzipation in der gesellschaftlichen O¨ffentlichkeit 180
4.1.3.1 Petitionen an Kaiser Wilhelm I. 181
4.1.3.2 O¨ffentliche Versammlungen und Resolutionen 185
4.1.3.3 Spendenaufruf zugunsten der verfolgten Juden in Russland 188
4.1.3.4 Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen 190
4.1.4 Die Reichstagswahl 1881 193
4.1.5 Zwischenfazit: Die Judenfrage in der politischen O¨ffentlichkeit 197
4.2 Die Judenfrage vor Gericht: Der Ba¨cker-Prozess (1885) 200
4.2.1 Der Auslöser 202
4.2.2 Die Verhandlungen 206
4.2.3 Die Berichterstattung wa¨hrend des Prozesses 213
4.2.4 Das Urteil 214
4.2.5 Die Konsequenzen 217
4.2.6 Zwischenfazit: Die Judenfrage vor Gericht 220
4.3 Stoeckers christlicher Antisemitismus im Kontext der evangelischen Kirche 224
4.3.1 Kirchliche Diskussionen u¨ber die soziale Frage und die Judenfrage 225
4.3.1.1 Die Kirche vor den Herausforderungen der sozialen Frage 226
4.3.1.2 Der Pfarrer Stoecker u¨ber die soziale Frage 228
4.3.1.3 Die Reaktion des EOK auf Stoeckers sozialpolitische Vorstöße 231
4.3.1.4 Die Beurteilung des christlichen Antisemitismus von Seiten des EOK 238
4.3.1.5 Die »bru¨derliche Ermahnung« der Kreissynode Berlin-Cölln 248
4.3.1.6 Zwischenfazit: Kirchliche Diskussionen 253
4.3.2 Die Haltung der kirchlich Liberalen zum christlichen Antisemitismus 253
4.3.2.1 Der Protestantenverein 254
4.3.2.2 Kritik einzelner Vertreter des Protestantenvereins 261
4.3.2.3 Zwischenfazit: Die Haltung der kirchlich Liberalen 285
4.3.3 Die Haltung der Judenmission zum christlichen Antisemitismus 287
4.3.3.1 Die deutsche Judenmission im 19. Jahrhundert – ein U¨berblick 287
4.3.3.2 Die Judenfrage im Spiegel der judenmissionarischen Zeitschriften 293
4.3.3.3 Unterstu¨tzung der Antisemiten durch die Judenmission 298
4.3.3.4 Paulus Cassel 303
4.3.3.5 Johannes de le Roi 311
4.3.3.6 Hermann Strack und Franz Delitzsch (Instituta Judaica) 317
4.3.3.7 Zwischenfazit: Die Haltung der Judenmission 329

5 Institutionalisierung der Judenfrage 333
5.1 Die antisemitische Bewegung 335
5.2 Der Evangelisch-soziale Kongress 343
5.3 Die Deutschkonservative Partei und das Tivoli-Programm 350
5.4 Stoeckers Antisemitismus aus Sicht der organisierten Abwehr 360
5.4.1 Verein zur Abwehr des Antisemitismus 361
5.4.2 Centralverein deutscher Staatsbu¨rger ju¨dischen Glaubens 365
5.4.3 Zwischenfazit: Stoeckers Antisemitismus aus Sicht der organisierten Abwehr 371
5.5 Zwischenfazit: Die Institutionalisierung der Judenfrage 372

6 Diskussion der Ergebnisse und Fazit 375
6.1 Zum Bedeutungsumfang der Judenfrage 376
6.2 Akteure und Handlungsra¨ume der anti-antisemitischen Kritik 377
6.3 Debattenkultur 382
6.4 Charakteristiken des Antisemitismus und der anti-antisemitischen Kritik im Kaiserreich 384
6.5 Zur historischen Bedeutung Stoeckers 388
6.6 Ausblick 393

7 Quellen- und Literaturverzeichnis 395
7.1 Unveröffentlichte Quellen 395
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK), Berlin 395
Evangelisches Zentralarchiv (EZA) Berlin 396
Landesarchiv Berlin, Berlin 396
Hamburger Staatsarchiv, Hamburg 397
Germania Judaica, Köln 397
7.2 Gedruckte Quellen 397
7.2.1 Periodika 397
7.2.2 Einzelschriften 398
7.3 Sekunda¨rliteratur 414
Personenregister 445


Imke Scheib, Jahrgang 1986, studierte von 2005 bis 2012 an der Universität zu Köln und der Karls-Universität Prag Germanistik und Evangelische Theologie auf Lehramt. Anschließend arbeitete sie am ZERG (Zentrum für Religion und Gesellschaft) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo sie 2017 mit der vorliegenden Arbeit promoviert wurde. Heute unterrichtet sie an einem Berliner Gymnasium.


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