Scheer | ZBV 10: Vollmachten unbegrenzt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 10, 200 Seiten

Reihe: ZBV

Scheer ZBV 10: Vollmachten unbegrenzt


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5057-9
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 10, 200 Seiten

Reihe: ZBV

ISBN: 978-3-8328-5057-9
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Deneber, außerirdische Intelligenzwesen, sickern auf der Erde ein. Gleichzeitig stellt man fest, daß die irdische Industrie an rätselhaften Großaufträgen arbeitet. Die 'Geheime Wissenschaftliche Abwehr' schleust ihren Agenten ZBV, Major Thor Konnat, in ein Raumschiffwerk ein, um die Eindringlinge aufzuspüren und ihnen das Handwerk zu legen

Scheer ZBV 10: Vollmachten unbegrenzt jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


7.


Die Frontier-Range gehörte zur östlichen Grenze des Sperrgebietes, Wir haften die Berge nach Tagesanbruch überflogen und waren von den Radar-Objekttastern in Höhe des Nord-Platte-River im

Kreuzverfahren erfaßt worden. Hier kam kein Vogel mehr unbemerkt hindurch, geschweige denn ein großer Lufttransporter.

Ich war froh, daß der Alte über das Space-Department und das Armee-Oberkommando unsere Ankunft avisiert hatte. So entgingen wir den lästigen und zeitraubenden Bodenkontrollen. Immerhin hängten sich zwei Plasmajäger der planetarischen Raumabwehr hinter uns. Elektronisch gesteuerte Bordkanonen und selbstlenkende Robotraketen waren unangenehme Dinge, die wir gelassen zu ertragen hatten.

Dann kamen die drei Gürtel der Bodenabwehr mit feuerklaren Raketenbatterien. Sie wurden zentralgesteuert, und die >Spürköpfe< reagierten auf alle möglichen Einflüsse. In unserem Falle wären sie von dem leicht radioaktiven Auspuff strahl magisch angezogen worden. Die Autobahn von Casper nach Rawlins war gesperrt. Dort rollten nur noch die Transporte für die Werke.

Nahe dem oberen Sweet-Water tauchten schließlich die Mammutanlagen auf. Sie lagen eingebettet zwischen himmelragenden Bergen. Hallen und nochmals Hallen, große und kleine, flache und hochgebaute. Ganz rechts das Atomkraftwerk zur eigenen Energieversorgung. Weiter südlich, aus unserer Höhe noch gut erkennbar, ein kleiner Raumhafen als Testgelände.

Vor den Ausläufern der Berge die neuerbaute Stadt mit etwa fünfundvierzigtausend Einwohnern, die Soldaten der Wacheinheiten nicht gerechnet. >Spacetown< hatten sie die supermoderne Ansiedlung mitten im Laramie-Becken genannt. Kaum vorstellbar, daß es hier einmal angriffslüsterne Indianer und Revolvermänner gegeben hatte. Jetzt gehörte das Land den Raketenleuten. Sie feuerten mit stärkeren Geschützen.

Ich ließ auch noch den größten Triebwerksprüfstand der Welt überfliegen. Er hielt einen Schub von fünfhunderttausend Tonnen aus. Man hatte auf Vorsorge gebaut.

Die Piloten der Raumjäger fragten scharf an, was die Scherze zu bedeuten hätten. Sofort landen, oder sie würden uns in Gase verwandeln.

»Rauhe Scherze!« grinste Hannibal. »Die Brüder haben keine Manieren, das ist alles. Du solltest ihnen dein . . .«

Er unterbrach sich, da ich bereits handelte. Unser GWA-Pilot hatte den Schirm umgeschaltet. Nun hatte ich den Piloten des einen Jägers auf der Fläche. Er mußte mich bis zur ordensgeschmückten Brust auf der seinen sehen.

Als er an mir die Uniform der strategischen Raumgarde und die Kometen auf der Schulter erkannte, vergaß er vor Überraschung den Mund hinter der breiten Scheibe des vorschriftsmäßigen Druckhelmes zu schließen. »Oh!« vernahm ich.

Mein Gesicht war sozusagen auf »hart und eisig« gearbeitet worden. Junge Piloten der Raumgarde haben die Angewohnheit, ihre Vorgesetzten nach dem ersten Eindruck zu beurteilen. Sie gehen dabei im wesentlichen nach ihrem Gefühl; der Sinneseindruck der Augen scheint bei ihnen zu dominieren. »Ich dürfte schätzungsweise Ihr neuer Kommandant sein, Leutnant«, sagte ich kalt in das Mikrophon. »Haben Sie mich schon einmal gesehen?«

Er schluckte, das konnte ich durch sein hochempfindliches Helmmikrophon recht gut hören.

»Eh, jawohl, Sir, natürlich, Sir. Wer kennt Sie nicht in der Raumgarde. Sie hatten das verdammte Pech mit der TITAN. Ich bitte um Entschuldigung, Sir, ich meine ...«

»Okay«, unterbrach ich ihn. Ich wußte genug.

Der Test genügte vollkommen. Raumkapitän Günther Faetcher, der glühend bewunderte Kommandant der Marsexpedition, war in aller Mund gewesen. Jetzt war es so, daß die Soldaten diesen Mann durchaus nicht verachteten, sondern ihn nur auf ihre rauhe und herzliche Art bemitleideten. Gegen den Raumkoller war eben nichts zu machen. Wer davon befallen wurde, hatte ausgesprochenes Pech. Das minderte nicht die Qualitäten eines Mannes.

Ich war darüber ziemlich froh, da ich damit die Gewißheit erhielt, zuverlässige Leute aus der Garde zur Verfügung zu haben.

»Bleiben Sie über uns, Leutnant. Ich sehe mir das Werk nochmals an und lande dann.«

»Jawohl, Sir.«

Er riß seine schnittige Maschine so scharf in die Höhe, daß ich schon die winzigen Stummeltragflächen wegfliegen sah.

»Das hat er mit den Bodendüsen am Bug gemacht«, bemerkte der Kleine. »Tolle Burschen sind das. Und denen willst du etwas vormachen? Die sehen in dir nach wie vor den unschlagbaren Elitekommandanten, der im letzten Augenblick aufgeben mußte. Hoffentlich verlangen sie nicht irgendwelche Kunststückchen auf Plasmajägern und so.«

>Und so< war gut. Ich sah ihn giftig an, da mir schon bei dem Gedanken an diese Kunststückchen übel wurde.

Fliegen Sie einmal einen Raumjäger innerhalb der dichten Atmosphäre. Unter zehnfacher Schallgeschwindigkeit ist mit der überschnellen Maschinen gar nichts zu machen. Für den Fall eines Abschmierens infolge der abreißenden Strömung hatten die Leute den schönen und beruhigenden Ausdruck geprägt >auf die Gurke donnern<. Das lag durchaus nicht in meiner Absicht.

Wir überflogen nochmals das gesamte Werk mit seinen unübersehbaren Hallen und Gebäudekomplexen, bis wir auf dem großen Flughafen nahe der Flugleitung landeten.

Die GWA-Maschine startete sofort, nachdem unser Gepäck ausgeladen war. Dann fuhr der Wagen mit der Wache vor. Der diensthabende Offizier von der Flugleitung war uninteressant. Ich forderte einen Schrauber an, der uns quer über den Prüfstand hinweg zum Gebäude des militärischen Sicherheitsdienstes brachte. Es lag inmitten der Kasernen, jedoch dicht am Rande des eigentlichen Werkgeländes. Wenn ich Gebäude sage, so meine ich damit einen Betonbunker mit meterstarken Mauern, strahlungssicherer Innenverkleidung und einigen unterirdischen Etagen.

Die Soldaten trugen normale Khakiuniformen. Nur die Symbole auf dem linken Arm wiesen darauf hin, daß es Männer vom militärischen Sicherheitsdienst waren.

Als die Posten unsere zartblauen Kombis erkannten, zeigten sie einen leicht erstaunten Ausdruck. An Leute von der Raumgarde waren sie an diesem Ort nicht gewöhnt. Außerdem schienen sie zu wissen, daß wir nicht zu den Offizieren des weiter östlich stationierten Raumjäger-Geschwaders gehörten Der diensthabende Chef der Bunkerwache erschien. Mir war bekannt, daß hier alle Fäden der Abwehr zusammenliefen. Es war das Nervenzentrum von Sweet-Water, also ungemein interessant für ungerufene Gäste.

Ich tippte an die Mütze und stellte mich kurz vor.

»Raumkapitän Faetcher. Ist Oberst Gurding zu sprechen? Meine Ankunft ist gemeldet worden.« Der Offizier zeigte ein betont gleichgültiges Gesicht. Es wirkte zu unbewegt, um echt zu sein. Jawohl, Sir. Meldung ist bereits durchgegeben. Der Colonel bittet Sie, sich einige Minuten zu gedulden. Besucher, glaube ich. Wenn Sie im Vorzimmer der Wache solange Platz nehmen wollen?« Hannibal runzelte die Stirn. Wortlos trat ich durch die Tür, die von einem Soldaten aufgerissen wurde.

Es war ein kahler Wachraum. Im Hintergrund eine Barriere mit vielzähligen Fern- und Bildsprechgeräten. Uniformierte bemühten sich, nach einem kurzen Gruß nicht mehr auf uns zu achten. Fernschreiber rasselten. Weiter hinten wurden Waffen ausgegeben.

Es gab einige Wandbänke mit Kunststoffbezügen. Sogar einen langen Tisch. Die Augen des Kleinen weiteten sich plötzlich. Dann grinste er, daß man sein natürliches Gesicht unter der Biomaske erkannte. Als ich der Blickrichtung folgte, gewahrte ich einen riesenhaften Spucknapf. Er stand auf dem Tisch, und darüber hing ein unübersehbares Schild >Im Falle eines Atomangriffs empfehlen wir den verehrten Besuchern, sich in der Nähe des Spucknapfes aufzuhalten. Bisher hat ihn noch niemand getroffene

Etwas würgte in meiner Kehle, was ich nur durch Husten beseitigen konnte. Drüben begannen einige Männer verhalten zu feixen. Ich hustete immer noch. Hannibal sagte keinen Ton, nur seine Augen lachten. Himmel, das waren vielleicht Kerle! Ich bemühte mich um Haltung. Ein Mann mit meiner psychologischen Charakterisierung konnte nicht einfach einer spontanen Heiterkeit nachgeben. Ich war froh, daß gleich darauf der Wachoffizier auftauchte. Ich blickte nochmals auf den Napf, sah ihn blinzelnd an, und sofort wurde sein dienstlich ernstes Gesicht noch ausdrucksloser. »Der Colonel läßt bitten, Sir!« sagte er in verdächtig hoher Tonlage.

Ich machte auf dem Absatz kehrt und ging hinaus. Eins stand fest: dieser Wachoffizier war bestimmt kein nachgeahmter Mensch. Einem denebischen Gehirn traute ich solche übermütigen Streiche nicht zu. Vielleicht war der Napf glänzend geeignet, gewisse Psychotests anzustellen. Ein normaler Mensch mußte darüber einfach lachen, wenigstens aber verhalten schmunzeln. Ob das ein total Fremder auch fertigbrachte? Die Frage erschien mir interessant!

Der Wachoffizier brachte uns in die Tiefen des Bunkers. Von dort aus ging es wenigstens zehn Stockwerke nach unten. Die Kommandozentrale mit den wichtigsten Geräten befand sich auf der untersten Sohle des Atombunkers.

Wachen salutierten. Niemand verlangte einen Ausweis. Auch unsere Dienstwaffen brauchten wir nicht abzugeben, was uns verriet, daß der Alte sehr gute Bilder von uns durchgegeben hatte. Sonst wären wir trotz der Uniformen nicht so ohne weiteres in das Abwehrzentrum von Sweet-Water hineingekommen.

Im Vorraum wartete ein junger Sergeant mit gepflegten Manieren. Er meldete uns über Bildsprech nochmals an. Gleich darauf glitt eine feste Metalltür auf.

Ich faßte kurz nickend an die Mütze und trat ein. Hinter mir folgte Hannibal mit trippelnden Schritten. Ein großer Raum, kleine...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.