E-Book, Deutsch, 312 Seiten
Reihe: Kulturschock
Schaefer Reise Know-How KulturSchock Madagaskar
neu bearbeitete und aktualisierte Auflage
ISBN: 978-3-8317-4987-4
Verlag: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alltagskultur, Traditionen, Verhaltensregeln, ...
E-Book, Deutsch, 312 Seiten
Reihe: Kulturschock
ISBN: 978-3-8317-4987-4
Verlag: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Albrecht G. Schaefer ist nach seinem Studium der Ethnologie, Publizistik und Romanistik seit über drei Jahrzehnten als freier Journalist, Fotograf, Buchautor, Reise- und Expeditionsleiter auf den Kontinenten unterwegs. In den Philippinen, wo er längere Zeit lebte und arbeitete, lernte er seine Frau kennen. Die Erfahrungen in einem fremden Kulturkreis lassen ihn seitdem intensiver über den eigenen nachdenken. In Südostasien nahm auch seine erste, spannende Begegnung mit Madagaskar ihren Anfang. Von Indonesien führte ihn 1985 die Expedition 'Sarimanok' auf den Spuren der Austronesier über den Indischen Ozean. Seitdem entdeckt A. G. Schaefer die Große Insel, wo er auch eigene, abwechslungsreiche Reisen organisiert und leitet, stets aufs Neue.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Geologischer und geschichtlicher Hintergrund
Die Wurzeln
Der Fuß Gottes
Lage und Form eines Landes bereichern Fantasie und Mystik, wenn es darum geht, die Heimat als Mittelpunkt oder – wie bei Inselbewohnern beliebt – als Ursprung der irdischen Welt zu verstehen. Im Fall Madagaskar ähnelt der Umriss einem riesigen linken Fuß. Und dieser Fußabdruck, davon sind zumindest die Anhänger der „Madagaskar-ist-der-Nabel-der-Welt-Theorie“ überzeugt, ist der des Schöpfergottes Zanahary, der mit dem somit auserwählten Flecken Erde die Entwicklung auf dem Globus „losgetreten“ haben soll.
Die Position des Inselstaates ist das Resultat Jahrmillionen währender Erdplattentektonik. Nachdem Bewegung in die Landmasse des Urkontinents Pangea gekommen war, lösten sich Madagaskar, Indien und Australien – bis dahin mit Südamerika, Afrika und der Antarktis im gewaltigen Südkontinent Gondwanaland vereint – vor rund 250 Millionen Jahren nacheinander von Afrika. Die Abspaltung Madagaskars begann recht „spät“ vor etwa 200 Millionen Jahren, seit mindestens 60 bis 65 Millionen Jahren ist das Land durch die Straße von Mosambik von Afrika getrennt, blieb aber weiterhin mit der geologischen Struktur der Afrikanischen Platte verbunden. „Große Insel“ oder „Großes Land“ wird Madagaskar genannt, nicht nur weil es mit fast 590.000 km2 die viertgrößte Insel der Erde ist, sondern weil es außer vielfältigen Landschafts- und Klimazonen einmalige Naturschätze beherbergt. Dank der langen Isolation und speziellen Genese von Fauna und Flora haben hier Urzeitarten überlebt, die woanders längst ausgestorben sind.
Die Schöpfungsgeschichte auf Madagassisch
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Auf den Spuren der ersten Siedler überquerte 1985 „Sarimanok“ den Indischen Ozean zwischen Indonesien und Madagaskar
Die ersten Madagassen (ca. 2. Jh. v. Chr.–ca. 1000 n. Chr.)
Für die Forscher ist gesichert, dass die ersten Madagassen von auswärts gekommen waren. Wann das genau gewesen sein könnte, bleibt allerdings weiterhin ein Rätsel. Es wird sogar für möglich gehalten, dass König Salomon in Madagaskar nach Gold suchen ließ. Schließlich waren bereits vor rund 3000 Jahren seefahrende Völker des Mittelmeerraumes und Anrainer des Indischen Ozeans in der Lage, über das offene Meer zu reisen.
Verlässt man sich nur auf die spärlichen Funde der Archäologen, könnte man vermuten, dass die ersten Menschen erst ab dem 8. Jh. n. Chr. hier gelandet sein dürften. Doch können menschliche Siedlungen nicht nur anhand von Scherben, Werkzeugen oder Knochen, sondern auch aufgrund von pflanzlichen Spuren nachgewiesen werden. So datiert Prof. H. Straka aus Kiel, einer der bekanntesten Pollenanalytiker (Palynologen), aufgrund langjähriger Forschungen an unterirdisch abgelagerten Reispollen am Itasy-See im madagassischen Hochland, zwei „Einwanderungswellen“: vom 2. Jh. v. Chr. bis ca. 1000 n. Chr. und noch einmal ab dem 15. Jh. n. Chr. Vieles spricht dafür, dass die ersten Menschen, die in so früher Zeit die Insel erreichen konnten, aus dem fernen Asien kamen und nicht, wie die geografische Nähe suggeriert, direkt aus Afrika.
Extrainfo 1 (s. S. 9): Beitrag zur Erforschung von Pflanzenfossilien und deren Bedeutung für die Besiedlungsgeschichte Madagaskars (englisch)
Die „vazimba“ – Ureinwohner oder Fabelwesen?
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Das asiatische Erbe – die weite Anreise über den Indischen Ozean
Im Jahr 1985 erregte die spektakuläre Fahrt der „Sarimanok“ weltweites Aufsehen, vor allem in Madagaskar, dem Ziel ihrer Reise. Das Boot kam von Indonesien aus 7000 km weit über den Indischen Ozean gesegelt, um in der Frage „Woher und wie kamen die ersten Menschen nach Madagaskar?“ neue Antworten zu ermöglichen. Der internationalen Crew aus Seeleuten und Wissenschaftlern unter Leitung von Bob Hobman – darunter ein Experte für Gestirnnavigation, eine Ernährungsexpertin als einzige Frau und der Autor dieses KulturSchock-Bandes – war nach mehr als sieben abenteuerlichen Wochen auf hoher See und unter annähernd vorzeitlichen Bedingungen der Nachweis gelungen, dass eine direkte Überquerung des drittgrößten Weltmeeres auch schon vor rund 2000 Jahren praktikabel war.
Wie die austronesischen Vorbilder hatten sich die neuzeitlichen Migranten auf der „Sarimanok“ Sonne, Mond, Sternen, dem Passatwind und der südäquatorialen Meeresströmung anvertraut. Diese konstante Kraft von Ost nach West (einige Breitengrade nördlich des Äquators wirkt ein Strom in umgekehrte Richtung) ist ein zuverlässiges Argument für eine Einwanderung über das offene Meer. Hat sie doch im Jahr 1883 sieben Wochen nach Ausbruch des Krakatau vor Westjava Bims- und Aschepartikel bis an Madagaskars Ostküste geschwemmt! Überdies war die „Sarimanok“ als...




