E-Book, Deutsch, Band 1, 400 Seiten
Reihe: Supercross Love
Saxx Speed Me Up
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-95762-275-4
Verlag: Lago
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rasanter Auftakt der spannenden New-Adult-Reihe Supercross-Love
E-Book, Deutsch, Band 1, 400 Seiten
Reihe: Supercross Love
ISBN: 978-3-95762-275-4
Verlag: Lago
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ihre Liebe zu romantischen Romanen brachte Sarah Saxx vor Jahren zum Schreiben. Seither hat die 1982 geborene Tagträumerin erfolgreich eine Vielzahl an Geschichten veröffentlicht, die tief im Herzen berühren und dieses gewisse Kribbeln auslösen. Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und Labrador Buddy.
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MATT – DIE AFTER-SHOW-PARTY
Mit einem Lächeln auf den Lippen schob ich mein Handy in die Hosentasche und machte mich mit zwei Pappbechern, gefüllt mit Cola, und einer Brezel zwischen den Zähnen auf den Weg zurück zu meinem Platz.
»Hey, Mann, wo warst du so lange?«, rief mir mein Kumpel Ty über den Lärm des Stadions hinweg zu. Er nahm mir einen Becher aus der Hand und setzte sich. Den Blick hatte er wieder nach vorne gerichtet, wo gerade das Last Chance Qualifying der 250er-Klasse endete, in dem zweiundzwanzig Fahrer um die letzten vier Plätze für das Main-Event kämpften und ihr Bestes gaben. Hätte es Brooke nicht im normalen Qualifikationsrennen geschafft, hätte sie hier erneut um den Einzug kämpfen können, denn jetzt traten die zweiundzwanzig ausgeschiedenen Fahrer der vorherigen Qualifikationsrennen noch einmal gegeneinander an. Jedoch nur die besten vier würden hier ein Ticket fürs Main-Event lösen können.
Nach den Rennen der 250er-Klasse folgten jedes Mal die der 450er – die eigentlichen Publikumsmagneten. Die Klassenbezeichnung bezog sich auf den Hubraum der Maschinen, und in wenigen Minuten würden die großen Jungs mit den schweren Maschinen in der 450er-Klasse um die letzte Chance fürs Main Event kämpfen. Sie bezogen bereits ihre Positionen an den Startgattern. Aber schon allein deshalb, weil ich selbst nur 250er gefahren war, fieberte ich bei der kleineren Klasse viel mehr mit. Und natürlich wegen Brooke.
Wir waren schon am Nachmittag angekommen, als noch die freien Trainings stattfanden. Zuerst hatten wir nur nebenbei zugeschaut und uns über die letzte feuchtfröhliche Studentenparty vom letzten Wochenende unterhalten, während ich schon hier nach Brooke Ausschau gehalten hatte. Als um sieben Uhr abends endlich die offizielle Eröffnungszeremonie startete, hatte sich das Stadion fast bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Stimmung war ein Erlebnis für sich. Und durch die vergangenen Rennen war es jetzt noch mitreißender geworden.
»Ich war noch pissen!«, rief ich grinsend zurück, nachdem ich die inzwischen durchweichte Brezel aus dem Mund nahm.
»Bah!«, stieß er aus und verzog mit Blick auf das labberige Gebäck angeekelt das Gesicht, doch ich lachte nur.
»Hättest dir ja deine Cola selbst holen können.« Ich setzte mich neben ihn und schaute kurz auf die Anzeigetafel, auf der das aktuelle Ranking angezeigt wurde.
»Und hier was verpassen? Ich bin ja nicht verrückt.«
Ich schenkte ihm einen amüsierten Blick und stieß gegen seinen Oberarm in dem Moment, als er von seiner Cola trinken wollte.
»Arschloch!«, spie er lachend aus und drückte mir ein paar Geldscheine in die Hand, die vermutlich nicht nur seine Cola bezahlten, sondern auch meinen Teil abdeckten.
»Lass stecken!« Ich wollte sie ihm zurückgeben, doch er schüttelte nur den Kopf und schob mir das Geld in die Brusttasche meines Fleecehemdes – was mich daran erinnerte, dass ich gleich nach dem Main-Event zurück ins Hotel musste, um mich umzuziehen. In diesem Aufzug konnte ich unmöglich bei dieser After-Show-Party aufkreuzen. Da konnte ich noch so deutlich auf der Gästeliste stehen, aber ich war mir sicher, dass Fleecehemden nicht zugelassen waren.
»Hör zu, Ty. Ich will gleich nach der Siegerehrung der 250er-Klasse weg, ich werde mir das Finale der 450er nicht mehr ansehen.«
Nur mühsam riss er den Blick von den Fahrern los, als langsam zu ihm durchsickerte, was ich ihm sagte.
»Wieso? Das Rennen mit den schweren Maschinen ist doch gerade das Spannende!«
Wenn ich ihm jetzt erklären würde, dass ich danach noch zur After-Show-Party eingeladen war, würde er mich so lange traktieren, bis ich ihn ebenfalls auf die Gästeliste bringen würde. Und dann hätte ich ihn an der Backe – etwas, worauf ich gar keinen Bock hatte.
Ich hatte Brooke schon so lange nicht mehr gesehen und wollte die Zeit mit ihr allein verbringen. Sofern allein auf dieser Party möglich war.
Und, ehrlich gesagt, hatte ich auch keine Lust, Ty dabei zusehen zu müssen, wie er sich an Brooke ranmachte. Das könnte unsere Freundschaft nämlich ernsthaft gefährden …
»Weil ich keinen Bock auf die Massen habe, die sich am Ende der Show nach draußen schieben. Alles, was ich noch sehen will, ist, wer heute den 250er gewinnt.« Lässig zuckte ich mit den Schultern und warf einen Blick auf die Uhr, die gleich neun Uhr abends anzeigte. Jeden Moment würde das Main-Event starten.
»Und dann lässt du den 450er aus? Wieso das, verdammt?«
Ich überlegte, ob ich auf diesen Kommentar etwas erwidern sollte, beließ es jedoch dabei.
Ty hatte den Blick sowieso wieder nach vorne gerichtet. Doch dann nickte er überraschenderweise und rief mir ein »Geht klar, bin dabei!« zu.
Einen Augenblick überlegte ich noch, was seine Antwort zu bedeuten hatte, doch das Jubeln des Publikums wurde lauter, und mir wurde bewusst, dass die letzte Runde begonnen hatte. Neugierig stand ich – wie die meisten im Stadion – auf, um mit den Fahrern mitzufiebern. Gleich darauf wurde ich in grölendes Jubeln gehüllt, als die ersten vier durchs Ziel kamen und sich somit auf den letzten Drücker für das alles entscheidende Rennen qualifiziert hatten.
Augenblicklich stieg die Anspannung in mir. Gleich war es für Brooke so weit, und – Scheiße! – ich drückte ihr alle Daumen.
Als die Fahrer den Platz räumten und die Streckenwarte das nächste Event vorbereiteten, waren meine Nerven bis zum Zerreißen gespannt.
»Mann, beruhig dich, sie wird bestimmt gut fahren … und nicht stürzen oder so«, hörte ich Ty neben mir.
Ich runzelte die Stirn und sah ihn an, als wäre er von allen guten Geistern verlassen. Dass Brooke sich verletzen könnte, darüber wollte ich erst gar nicht nachdenken! »Halt die Klappe«, brummte ich deshalb.
Er stieß mich grinsend an und richtete den Blick nach vorne, als das röhrende Geräusch der Motoren wieder die Luft dominierte.
Zweiundzwanzig Fahrer würden jetzt antreten, und jeder von ihnen würde Punkte mit ins Gesamtranking nehmen. Der Letzte erlangte einen Punkt, der Vorletzte zwei, bis vor zur Nummer vier. Nur die ersten drei Ränge bekamen mehr, aber es war überhaupt schon der Wahnsinn, dass Brooke sich so gut gegen ihre männlichen Kollegen hatte behaupten können. Dass sie im Main-Event gelandet war, war eine unfassbare Leistung, und alles, was sie jetzt noch schaffte, jeder Punkt, den sie holte, war mehr als verdient.
Automatisch stand ich auf und suchte angespannt die zweiundzwanzig Fahrer nach Brooke ab, dann entdeckte ich ihren Dress mit der Nummer 135 auf dem Rücken rechts außen. Verdammt, eine nicht besonders gute Startposition. Sie würde einen weiten Weg bis zur ersten Kurve haben.
Natürlich war nichts ausgeschlossen, und ich konnte den Start kaum erwarten.
Ein leichtes Gefühl von Wehmut stieg in mir auf, als ich an die vielen Rennen denken musste, die Brooke und ich in New York und Umgebung gefahren waren. Irgendwie vermisste ich heute Supercross mehr als die letzten dreieinhalb Jahre. So lange Zeit hatte ich mir die Erinnerung an das Gefühl des Fahrens und Gewinnens verboten, doch mit einem Mal wusste ich sofort wieder, wie es sich anfühlte, wenn das Adrenalin durch den Körper rauschte, während ich gemeinsam mit Brooke über die Hindernisse jagte.
Das Dröhnen der Bikes sammelte sich zu einem einzigen Vibrieren, ehe sie über die Startgatter hinwegschossen.
Brooke machte sich gut und näherte sich nicht als Letzte der ersten Kurve. Mein Blick war allein auf sie geheftet. Ich fieberte mit, hatte meine Muskeln angespannt, als sie über die Hindernisse flog, schrie begeistert, als sie sich auf Rang achtzehn vorkämpfen konnte. Ich fluchte, als zwei andere Fahrer neben ihr kollidierten und sie kurz ins Schleudern brachten, was sie auf den letzten Platz zurückkatapultierte. Doch Brooke war niemand, der sich von so was aufhalten ließ. Schlussendlich konnte sie in den finalen Runden noch einen Platz gutmachen und fuhr als einundzwanzigste ins Ziel. Damit hatte sie sich schon beim ersten Rennen der Saison ihre ersten beiden Punkte gesichert. Ich schrie mir vor Freude die Kehle aus dem Leib. Ty ließ sich von meinem Jubel anstecken, bis wir uns völlig berauscht gemeinsam mit wenigen anderen Zuschauern auf den Weg zum Ausgang machten.
»Was für ein Rennen, Mann, ich bin immer noch total fertig«, meinte Ty lachend, als wir durch den Haupteingang ins Freie traten und die Nachtluft einatmeten. »Wir sollten unbedingt feiern, dass deine Freundin so gut gefahren ist.«
Verdammt, ich hätte damit rechnen müssen, dass er so was vorschlägt!
Ich zog mein Telefon aus der Hosentasche und hielt es hoch. »Sorry, Kumpel, aber sie war vor dir dran.«
Ty sah mich von der Seite an, dann...




