E-Book, Deutsch, Band 4, 368 Seiten
Reihe: Mighty Bastards
Saxx Everything I Want With You
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-377-90247-4
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Forbidden Love Rockstar Romance für New Adult Fans
E-Book, Deutsch, Band 4, 368 Seiten
Reihe: Mighty Bastards
ISBN: 978-3-377-90247-4
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ihre Liebe zu romantischen Romanen brachte Sarah Saxx vor Jahren zum Schreiben. Seither hat die 1982 geborene Tagträumerin erfolgreich eine Vielzahl an Geschichten veröffentlicht, die tief im Herzen berühren und dieses gewisse Kribbeln auslösen. Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und zwei Hunden.
Autoren/Hrsg.
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»Ihr habt euch mit eurem Album die erste Platin-Schallplatte verdient. Herzlichen Glückwunsch!« Johnny Mayhem, der Moderator der Livemusik-Show grinste uns an, während gleichzeitig ein Regen aus silbernen und goldenen Schnipseln auf uns niederging.
Genau wie meine Bandkollegen schaute ich verblüfft auf die eingerahmte Schallplatte, über der deutlich zu lesen war, dass wirklich wir sie bekommen hatten. Der offensichtliche Beweis dafür, dass wir die Grenze von dreihunderttausend verkauften Alben überschritten hatten, was einfach nur krass war.
Nora, unsere Managerin, hatte uns schon vor Wochen dazu geraten, nicht ständig über die Zahlen nachzudenken, weil es uns nur verrückt machen und dafür sorgen würde, dass wir den Fokus verloren. Vielleicht hatte sie es uns aber auch nur gesagt, um uns jetzt auf diese Weise überraschen zu können. Auf jeden Fall hatte garantiert keiner von uns gerechnet. Denn ich war aufgesprungen, genau wie Lex, Theo und Richie, und hatte die drei umarmt. »Wie absolut krass«, murmelte ich fassungslos, bis Richie, unser Bassist, wie ein Flummi vor Freude zu hüpfen begann und uns alle mit seiner Euphorie mitriss.
Das Publikum im Fernsehstudio jubelte und freute sich mit uns, während von irgendwoher Fanfaren ertönten. Es war einfach verrückt.
Völlig geplättet sank ich wieder in meinen Ledersessel zurück und Lex ließ es sich nicht nehmen, den Bilderrahmen mit der Auszeichnung ein letztes Mal liebevoll zu umarmen.
»Richtig schön, diesen emotionalen Augenblick mit euch mitzuerleben.« Johnny strahlte übers ganze Gesicht und enthüllte dabei eine Reihe perfekt weißer Zähne.
Theo nickte und hob sein Mikrofon zum Mund. »Ja, wir sind überwältigt und unglaublich dankbar. Es ist mit Abstand eines der größten Geschenke, das unsere Fans uns machen konnten. Danke Leute, für euren Support und … einfach für alles.«
Zustimmend applaudierte ich.
»Das klingt wirklich sehr bewegend, und ich bin mir sicher, dass sich die Fans mit euch freuen«, sagte Johnny, bevor er sich Richie und Lex zuwandte. »Bei euch beiden läuft auch privat alles erste Sahne. Eure Freundinnen sind mit im Studio, und wie ich gesehen habe, seid ihr verliebt wie am ersten Tag.«
Während Richie darauf reagierte, kniff ich die Augen zusammen, um durch das grelle Scheinwerferlicht etwas erkennen zu können, und entdeckte Hayden und Tessa in der vordersten Reihe neben Alicia und Nora im Publikum.
»Großes Drama gab es jedoch bei dir, Theo. Du warst mit der Schauspielerin Alicia Atkinson liiert, dann kam es zur Trennung.« Mit dieser Aussage sorgte Johnny dafür, dass es mit einem Schlag wieder mucksmäuschenstill im Studio wurde.
Gefühlt alle Augen waren auf unseren Gitarristen gerichtet. Ich wusste, wie schnell er nervös wurde, sobald er im Mittelpunkt stand, heute war davon jedoch nichts zu merken. Er antwortete souverän, dass sie erst versucht hatten, getrennte Wege zu gehen, um sich jeder auf seine Weise auf die Arbeit konzentrieren zu können. Dass sie aber mit der Trennung nicht klargekommen waren und sie ihre Gefühle nicht länger hatten leugnen wollen – und jetzt glücklich und verliebt wieder ein Paar waren.
Ein bewegtes »Awww!« erklang im Publikum, was mich amüsierte.
»So soll es sein«, meinte Johnny und grinste. »Allerdings, was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Immerhin gibt es eine Menge Fans, die nicht gerade happy sind, dass in so kurzer Zeit drei ihrer ihr Herz vergeben haben. Wie geht ihr damit um?«
Lex runzelte die Stirn. »Wir finden es, ehrlich gesagt, schade, dass einige ›Fans‹ …« Er malte Gänsefüßchen in die Luft. »… sich von uns abwenden, uns beschimpfen oder sogar Kommentare unter der Gürtellinie über unsere Freundinnen posten. Das tut uns weh und Tessa, Hayden und Alicia ebenfalls. Was diese Leute nämlich außerdem vergessen: Unsere Freundinnen beflügeln uns, inspirieren uns zu unserer Musik, die da draußen so gefeiert wird.«
Richie und Theo murmelten etwas Zustimmendes und ich nickte ebenfalls. Was die drei Paare im letzten Jahr hatten durchmachen müssen, welche Beschimpfungen sie mitunter noch immer wegstecken mussten, war zum Teil echt heftig.
Sicher, Nora und Evie, ihre Assistentin, hatten versucht, so viel wie möglich schon im Vorfeld abzufangen und zu löschen, aber natürlich konnten sie nicht rund um die Uhr auf unseren Social-Media-Profilen abhängen. Mal davon abgesehen, dass sie nicht nur die offiziellen Seiten der Band verwalteten, sondern es hatte jeder von uns vier Mitgliedern auch einen eigenen Account. Zusätzlich hatten sie Zugriff auf jene von Tessa, Hayden und Alicia, um dort ebenfalls interagieren zu können, falls erforderlich.
»Da hast du recht. Und im Grunde sollte es die Fans ja freuen, dass zumindest einer von euch noch Single ist. Spencer, wie geht es dir damit, als Einziger keine Freundin zu haben? Bedeutet es nicht eine Menge Druck für dich? Immerhin stehen jetzt bestimmt auch alle Frauen bei dir Schlange. Oder gibt es vielleicht sogar schon eine, die dein Interesse geweckt hat und mit der du dir dein Leben teilst? Von der bisher niemand weiß?«
Ich stockte, wusste nicht, was ich sagen sollte. Denn diese Fragen waren im Vorfeld nicht abgesprochen gewesen. Sicher, es lag nahe, dahin zu lenken, aber Nora hatte nicht aus einer Laune heraus vorab den Fragenkatalog verlangt. Wir wollten uns darauf vorbereiten und sichergehen, dass uns nicht etwas erwartete, mit dem wir nicht gerechnet hatten oder was uns in eine unangenehme Lage bringen würde. Wie mich gerade eben.
Ich versteifte mich und ballte die Hände zu Fäusten, während Wut und Hilflosigkeit in mir hochstiegen. Gleichzeitig hasste ich es, ständig in eine Schublade gesteckt zu werden. In eine, in der ich mich wohlfühlen sollte, weil es die war, in die ich mich zu meinem eigenen Schutz und zum Wohl der Band selbst viel zu oft setzte. Dennoch fühlte es sich einfach falsch an. »Ganz ehrlich, Johnny, unser Privatleben geht niemanden was an. Ich verstehe auch nicht, warum ständig auf dem Thema herumgeritten werden muss. Wir sind Musiker. Alles, was zählen sollte, ist unsere Musik, schließlich sind wir genau deswegen heute hier. Also können wir uns bitte ausschließlich darauf konzentrieren?« Und als wären die Worte nicht schon schlimm genug, hatte ich sie wütend hervorgepresst und war dabei lauter geworden.
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still war es für einen Wimpernschlag, nachdem mein letztes Wort verklungen war.
Ich musste mich nicht zu meinen Bandkollegen umdrehen, um zu wissen, dass ich mit der Antwort gerade völlig übers Ziel hinausgeschossen war. Und was Nora darüber dachte, wollte ich mir erst gar nicht ausmalen – das würde ich nachher sicher noch zu hören bekommen.
Jetzt war ich bestimmt der frustrierte Single und hatte meine Lage nur verschlimmert.
Fuck, wo war der Button, mit dem ich die letzte Minute zurückspulen konnte?
Johnny blinzelte kurz, dann lachte er peinlich berührt auf. »Da sagst du was, Spencer. Und was für eine Überleitung, denn wie ich gehört habe, werdet ihr gleich einen Song für uns spielen.«
»Das ist richtig. Wir freuen uns schon darauf.« Unser Leadsänger grinste und stand auf, genau wie der Rest von uns. Als Lex dem Publikum schließlich den Rücken zudrehte, kniff er die Augenbrauen zusammen und formte mit den Lippen, doch ich ignorierte ihn und setzte mich direkt ans Schlagzeug.
Dass ich Scheiße gebaut hatte, wusste ich selbst, da brauchte ich seinen Kommentar nicht.
Vielleicht hatte ich ja Glück, und meine Aussage wurde damit begründet, dass ich ein böser Rockstar war. Wenn ich jedoch ehrlich war, gab es nichts, das das entschuldigen konnte. Ich wollte es mir gegenüber nicht schönreden. Denn so war ich nicht. Ich war der freundliche, ruhige Drummer, der über allem stand.
Gott, garantiert hatte mein Dad es auch gesehen. Meine Mum sicher nicht, sie meinte, sie wolle sich morgen die Wiederholung anschauen. Heute jedoch war sie mit Freundinnen aus. Aber bestimmt waren beide enttäuscht von mir. Ich konnte Mums Stimme schon hören, wie sie mir sagte, dass sie mich nicht so erzogen hatte …
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